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13.04.2013 23:29
Vietnam heute. Der Traum vom Frieden
Es schneit wie in einem Schüttelglas, als ich nach Vietnam aufbreche. Ich habe sofort die Melodie von ‚I’m dreaming of a white Christmas’ vor meinem geistigen Ohr. Auch wenn Weihnachten schon vorbei ist, ich spüre doch etwas von der frohen Erwartung von Kindern vor dem Fest. Ich freue mich auf ein ‚White Christmas’ in Vietnam. Mit diesem Lied wurde der Krieg beendet.
Es war das verabredete Geheimzeichen: Als ständig ‚White Christmas’ im Soldatensender lief, wusste jeder GI, dass der Krieg vorbei ist, es war das Signal zum Rückzug. Es passte so gar nicht zum sonstigen Musikprogramm und zur grünen Hölle, in der die Soldaten steckten.
Weihnachten wieder zu Hause zu sein, war ein Wunsch, der lange unerfüllt bleiben musste. Auch wenn sie zu Hause inständig darum baten und immer dringlicher forderten: „Bring the boys
11.02.2013 10:14
Vergewaltigungen, Witze, Wanderwege, Juden, Attacken, Ölweiber und Strickmuster
Zwar bin ich nicht der offizielle Sprecher der Gewerkschaft ‚Öffentliche Dienste, Humor und Verkehr’ (ich bin auch nicht unglücklich, dass es die gar nicht gibt), ich möchte dennoch bei meinem kleinen Rundschlag mit einem Versuch zur Ehrenrettung des Witzes anfangen. Als Witzexperte möchte ich mich nicht bezeichnen, aber da ich schon öfter mit witzigen Texten auf der Bühne stand und dafür Geld gekriegt habe, kann ich das professionell halten, zumindest semiprofessionell.
Eine kleine Warnung vorweg: Was ich über den Herrenwitz sagen werde, ist nicht lustig. Ich vermute sogar, dass ein paar scharfe Töne, die später noch dazukommen, bei einigen Lesern einen regelrechten Aufschrei auslösen können, ich höre ihn schon vor meinem geistigen Ohr: „So kann man das aber nicht sagen! Also, das geht gar nicht!“
Ich spreche
01.02.2013 08:55
Wie Sexismus entsteht - und warum es dafür keine Entschuldigung gibt
Auf ‚Cicero Online’ steht ein herausragender Text von Alexander Grau unter dem Titel „Sind wir nicht alle ein bisschen Brüderle?“ Herausragend ist er, weil er zum harten Kern der Sache vordringt und damit so manchen anderen Artikel als bedeutungsloses Geschwätz erscheinen lässt. Ich fürchte jedoch, dass der Autor das selber gar nicht gemerkt hat. Nach einem gefälligen Vorspiel, in dem uns erklärt wird, dass es bei dem ganzen Wirbel nicht etwa um Fragen des guten Geschmacks und des schlechten Stils geht (erstaunlicherweise weiß aber fast jeder, der nicht dabei war, dass es sich mindestens um einen Stilbruch handelte), kommt Alexander Grau auf den Punkt:
„Nein, es geht um etwas ganz anderes, es geht um – Sexismus.“
Das ist gut zu wissen. Es geht also um mehr als nur um etwas, über das man nicht streiten kann – um
03.09.2012 20:50
Sexismus ist weiblich – oder: Das Märchen vom bösen Buschmann (3. Teil)
Dritter Teil
Nach den seltsamen Fragen über das Bewusstsein von Frauen und ihrer Meinung zu „naturgegebenen Überlegenheit der Männer“ bin ich nach einem Abstecher nach Afrika bei dem Hintergrundwissen der Quotenbefürworter angekommen. Und nun geht es weiter mit der Frage, was denn nun eigentlich Sexismus ist.
Das Geheimnis ist nicht süß
Der Nebel um die „eigenen Potentiale“, von denen schon im ersten Teil die Rede war, erinnert mich an einen Schlager, den wahrscheinlich nur Leser kennen, die noch älter sind als ich: „Jede Frau hat ein süßes Geheimnis“. Was mag das sein? Das fragt man sich auch, wenn die Befürworter der Quote heute so tun, als hätten ALLE Frauen ungehobene Schätze an „eigenen Erfahrungen“, an wundersamen „Softskills“, an „soziale Kompetenz“, und überlegener Menschlichkeit. Deshalb
26.08.2012 19:49
Sexismus ist weiblich – oder: Das Märchen vom bösen Buschmann (2. Teil)
Zweiter Teil
Ich hatte mir ein paar merkwürdige Fragen gestellt: Haben Affen den Flitzebogen erfunden? Hat jede Frau ein süßes Geheimnis? Warum schleppen schwarze Männer Scheiße? Wie erkennt man Sexisten? Und wenig später war ich bei dem Buch ‚Frauen sind besser. Männer auch. Das Gender-Management’ von Ingelore Welpe und Isabell Welpe gelandet, die darin sechs Irrtümer über Männer und Frauen ausbreiten. Damit hörte der erste Teil auf. Nun geht es weiter:
Ein Ausflug nach Afrika
Der Tonfall und die Argumente erinnerten mich an die so genannte Black Supremacy, von der wir wenig wissen. Wikipedia bittet bei diesem Stichwort um unsere Mitarbeit und spricht nur knapp von einer „rassistischen Ideologie“ einer „angeblichen schwarzen Überlegenheit“ und nennt als Vertreter Malcom X. Ich dachte gleich an Fela Kuti aus
21.08.2012 11:27
Sexismus ist weiblich – oder: Das Märchen vom bösen Buschmann (1. Teil)
Erster Teil
Was haben Frauen für ein Bewusstsein von Aggression und Unterdrückung? Haben Affen den Flitzebogen erfunden? Hat jede Frau ein süßes Geheimnis? Warum schleppen schwarze Männer Scheiße? Wie erkennt man Sexisten? Warum schmeckt ihnen die Süßspeise nicht?
Das sind vielleicht Fragen. Die haben sich nach und nach ergeben, als ich die Überschrift las: „Viele Frauen haben kein Bewusstsein für die eigene Aggression“. Es war die Überschrift zu einem Interview mit Dr. Barbara Kiesling (auf ‚Cuncti’). Sie sprach mir aus dem Herzen.
Dann sagt sie an einer Stelle: „Männer haben in den vergangenen Jahrhunderten die Welt regiert, sie haben Kriege geführt und die Frauen unterdrückt ...“
Nun ja, das sagt man so. Als da ausnahmsweise ein kritischer Einwand kommt, ein zaghaftes „Äh ...“, gerät sie kurz aus
19.08.2012 11:41
Zur falschen Zeit am falschen Ort
So, so ‚Pussy Riot’, wie sich die jungen Frauen, die nun in Moskau verurteilt wurden, nennen, ist also eine „Punkgruppe“.
Wir haben übrigens das Jahr 2012. Punk war schon 1977 daneben. Ich weiß es noch: Da galt die schrille Parole NO FUTURE. Das ist lange her. Wieso gibt es Punk immer noch? Das war doch alles nix. Die berühmte Version von ‚My Way’ von den ‚Sex Pistols’ offenbarte auch nur, dass Punk sich in der Parodie erschöpft und keine eigenen Inhalte hat. Punk ist ein Null Ouvert. Die Musik ist nichtig, tumb und laut. Der Gestus ist verlogen, er tut, als würde er gegen die Kommerzialisierung angehen – und er ist doch selber nichts anderes. Ein Werbegag. Nur diesmal ohne Tauschwert: der große Rock’n’Roll Schwindel.
Entstanden ist die „Musik“ als Antithese zu der künstlerischen Entwicklung, die sich
14.08.2012 22:01
Die Jungfrau und die Maskulisten
„Für die Jungfrau sieht ohnehin erstmal jeder Penis gleich aus.“ So schreibt Antje Sievers. Das wundert mich. Ich dachte bisher, dass eine Jungfrau noch keine Vergleiche hat. Oder nur wenige. Aber Antje Sievers wird es wissen, ihr glaube ich das gerne. Denn so wie die Jungfrau über den Penis urteilt, so urteilt sie selber – ohne richtig hinzugucken. Sie schreibt: „An vorderster Front agieren die von Opferneid und Unterhaltszahlungen gebeutelten Dauerjammerer, die sich in Nachahmung der Feministen Maskulisten nennen und die meinen, eine fehlende Vorhaut wäre so schlimm wie eine fehlende Klitoris.“
Oh weh! Hier schafft sie es, viel Falsches auf engem Raum unterzubringen – und das erstaunlicherweise in einem Text, der sonst nicht schlecht ist. Um es auch mal mit einem Witz auf dem Niveau von Oliver Polak, den sie zitiert


