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18.10.2011 16:28
Biologisch veräpfelt
So klingt es, wenn die peinliche Wahrheit über die deutsche Esskultur schöngeredet wird:
http://www.haz.de/Nachrichten/Wissen/Uebersicht/Deutsche-sind-beim-Essen-preisbewusst
Im Klartext heißt das, dass der Durchschnittdeutsche nichts von gutem Essen versteht.
Natürlich kann man täglich hervorragend schlemmen, wenn man mit wenigen und eventuell bescheidenen Zutaten gut zu kochen versteht. Aber – wer tut das schon noch heutzutage, wo in vielen Haushalten nicht einmal mehr gemeinsame Mahlzeiten stattfinden?
Zum Beweis reicht ein Blick in den nächsten Supermarkt:
Schimmlige Champignons neben verschrumpelten Feigen, angefaulte Weintrauben neben schlappen Salatgurken. Avocados gibt es grundsätzlich nur in den Reifestufen knüppelhart (Zehn Tage nachreifen in der Sockenlade) oder schwarzmatschig.
Es folgt das Brotregal mit seinen achtzig abgepackten Brotwaren, die mehr oder weniger alle gleich schmecken; alsdann so überflüssige Dinge wie fünfunddreißig verschiedene Sorten von Biotrockenfrüchten. Ein Trauerspiel.
Darüber hinaus hat das ewige Ich-ess-dies-nicht-ich-es-das-nicht, das beim Nachwuchs schon …
28.09.2011 20:53
Wie Mohammed das Auto erfunden hat
Namhafte Islamwissenschaftler haben soeben bestätigt, dass dies hier überhaupt nichts mit dem Islam zu tun hat und genauso gut in jedem anderen Land hätte passieren können. Nach aufwendigen Übersetzungen, Rückübersetzungen, Analysen und Exegesen ist man sich einig: Im Koran steht kein einziges Wort davon, dass eine Frau nicht Auto fahren darf!
17.09.2011 21:30
Kopfsprung ins Mittelalter
Sie heißen Leila, Souad und Dalida. Ihre Namen sind Pseudonyme, unter denen sie aus der Hölle berichten, die ihre Ehen waren. Irgendwo in Saudi-Arabien, Pakistan, Marokko oder Ägypten.
Viele von ihnen leben versteckt in Europa; in Freiheit und mit bisher ungekannter Lebensqualität. Erfahrungsliteratur dieser Art erfreut sich großer Beliebtheit.
Ich frage mich oft, was Leila, Souad und Dalida dabei empfinden mögen, wenn sie miterleben, wie Lara, Susanne und Daniela sich freiwillig in Verhältnisse begeben, die ihnen selbst aufgezwungen wurden und denen sie mit knapper Not entronnen sind.
Bei Begegnungen wie neulich im Shoppingcenter geht einem so was zwangsläufig durch den Kopf: Eine wahrscheinlich weibliche Person in einem lila Zelt; vor der Stelle, an der wir das Gesicht vermuten dürfen, ein schwarzer Lappen, an der Hand zwei strohblonde Kinder.
Für eine alte Feministin wie mich ist es nur schwer zu ertragen. Aber irgendwann …
30.07.2011 13:08
Der absehbare Tod der Amy Winehouse
Vom Ableben der Amy Winehouse erfuhr ich nebenbei beim Securitycheck auf einem Flughafen.
Die Nachricht machte mich augenblicklich schrecklich traurig, und ich konnte mir zunächst gar nicht erklären, warum. Sie war mir nicht sympathisch, ihre Musik konnte ich auch nicht leiden, und als Stilikone kam sie für mich nicht in Frage.
Vielleicht, weil ich im Gegensatz zu vielen anderen der Überzeugung bin, dass dieser Tod eben gerade nicht unvermeidlich war.
Ein internationaler Star ist schließlich nicht allein auf der Welt. Da gibt es einen Riesenstab von Mitarbeitern - vom Management und besonders Freunden und Familie ganz zu schweigen.
Spätestens, nachdem Winehouse ihre Tournee abbrechen musste, weil sie nicht einmal mehr gerade auf der Bühne stehen konnte, hätten bei allen Betroffenen die Alarmglocken schrillen müssen. Man hätte sie augenblicklich in eine therapeutische Einrichtung bringen können. Stattdessen starb sie an dem letzten Ort, wo …
22.06.2011 22:20
Das Kino als Erziehungsanstalt
Die entscheidende Antwort auf die Frage, warum deutsche Unterhaltung so häufig keinen Spaß macht, hing in diesem Frühjahr in monumentalen Lettern an Hamburgs Deutschem Schauspielhaus:
Mit Politik kann man keine Kultur machen, aber vielleicht kann man mit Kultur Politik machen. Dieser Ausspruch des ansonsten eher selten zitierten ersten deutschen Bundespräsidenten sagt alles. Wir sollen nicht unterhalten, sondern belehrt werden.
Da kann man diesem sympathischen jungen Freund ( http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/deutsches_theater/ ) nur beipflichten.
Kürzlich habe ich einen meiner obersten Grundsätze außer Kraft gesetzt und einen deutschen Spielfilm angesehen:
Free Rainer aus dem Jahre 2008, verbrochen vom österreichischen Regisseur Hans Weingartner
(http://www.amazon.de/Free-Rainer-Dein-Fernseher-Directors/dp/B0016APX5K/ref=sr_1_1?s=dvd&ie=UTF8&qid=1298552284&sr=1-1)
Ich will den deutschen Film auch nicht in Bausch und Bogen verdammen.
Dafür sind und waren Zur Sache, Schätzchen von May Spils, Tadellöser & Wolff von Eberhard Fechner, Nordsee ist Mordsee von Hark …
07.06.2011 08:30
Erziehungsverweigerung
Seit einigen Jahren kann man erleben, dass erwachsene Menschen auf dem Fußweg mit dem Fahrrad angerast kommen, wild klingeln und einen Arschloch nennen, wenn man nicht sofort aus dem Weg springt. Das könnte an den vermittelten sozialen Kompetenzen liegen – oder vielmehr an der Abwesenheit derselben. Sozialverhalten gibt es nur noch, sofern die eigenen Interessen berührt sind.
Die Pädagogik hat sich in den letzten fünfzig Jahren erheblich gewandelt. Kindererziehung diente früher noch nicht der Selbstfindung. Unsere Eltern bekamen Kinder, weil sie dazu gehörten und/oder weil die Verhütungsmittel versagt hatten. Unsere Generation wurde durchweg autoritär erzogen, was zwar auch suboptimal war, aber eben nicht nur Nachteile hatte.
So was macht man nicht! bekamen wir fast jeden Tag zu hören. Unsere Bedürfnisse standen nicht pausenlos im Vordergrund. So lernte man, dass das Leben nun mal kein Waldorfkindergarten im Glücksbärchiland ist. Und die Autorität von Erwachsenen stellten wir selten …
11.05.2011 15:17
Der (nicht mehr ganz so) neue Huren-Hype
Meine Nachbarin hat mir gerade mit stolzgeschwellter Brust erzählt, dass ihre neunzehnjährige Tochter für einen exklusiven Escortservice arbeitet und sich dumm und dusslig verdient, seit sie Analverkehr in ihr Dienstleitungsspektrum aufgenommen hat. Eine Bekannte hat angefangen, wildfremden Männern Blowjobs zu offerieren, damit ihre Kinder sich Reitstunden und Nikesneakers leisten können. Und die Kinder sind begeistert von Muttis neuem Job! Und mein neuer Kollege plaudert gern übers Flachlegen auf Flatrate in den neuartigen Geiz-macht-geil-Bordellen ...
Das glauben Sie nicht? Nein, das sollten Sie auch nicht tun. Ich habe nur ein Gedankenexperiment gewagt. Was wäre, wenn? Wenn es tatsächlich wahr wäre, was unlängst in der Frauenzeitschrift Brigitte stand:
Dass Prostitution mittlerweile in der Mitte der Gesellschaft angekommen sei, legal und enttabuisiert, als ganz normale Dienstleistung mit Sozialversicherung und Steuernummer; als Job angeblich so attraktiv wie lukrativ, dass moderne Frauen, auch Akademikerinnen, alles hinschmeißen und aus Spaß am Freudenhaus …
09.04.2011 11:33
Der allergrößte Hohn ist die Synchronisation
Die Hölle ist bekanntlich der Ort, wo die Engländer kochen, die Franzosen Auto fahren und die Deutschen Witze reißen.
Die Krönung des deutschen Vorschlaghammerhumors haben wir mit den Karnevalstagen dankenswerterweise gerade hinter uns gebracht. Humor ist in Deutschland eine schwierige Angelegenheit – deshalb hat man das Tätäh! eingeführt, damit auch der letzte Vollpfosten weiß, wann was gerade Witz war. Einmal über eine Büttenrede lachen – ehrlich, soviel könnte ich gar nicht saufen.
Die deutschen Comedians sind allerdings nicht wirklich besser. Wenn man sich zum Affen machen will, muss man auch wie einer aussehen, heißt die Devise. Nur wenige beherrschen den gepflegten Stand-Up-Comedy-Stil, bei dem der Comedian gut angezogen sein und gut aussehen darf und allein durch seinen Humor und seinen Wortwitz glänzt. So wie Großmeister Jerry Seinfeld. Dieter Nuhr ist eine solche rühmliche Ausnahme.
Gute Comedy, so weiß man unter Profis, ist die Königsdiziplin …


