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Beiträge von  

  08.02.2011   16:55   Leserkommentare (im Wartemodus)

Die Leier mit dem Schleier

Es gibt einen beliebten Witz unter Bauchtänzerinnen: Wie heißt Kuhstall auf Arabisch? Mubarak!

Es ist fast ein Vierteljahrhundert vergangen, seit ich mit meiner Bauchtanzlehrerin nach Ägypten reiste. Den Tahrir-Platz, den man im chaotischen Zentrum von Kairo immer als Orientierungshilfe nehmen musste, wenn man sich nicht verlaufen wollte, erkenne ich im TV jedenfalls noch mühelos wieder. Seitdem hat sich viel verändert. Im schönen Land am Nil gelten Bauchtänzerinnen zwar immer noch als Huren; noch immer sind etwa neunzig Prozent der Ägypterinnen genital verstümmelt, aber damals gab es kaum Kopftuchträgerinnen in Kairo. Vom Niqab, der schwarzen Ganzkörperverhüllung, die nur noch einen Schlitz für die Augen frei lässt, ganz zu schweigen. Und der Mubarakwitz wird demnächst seine Aktualität einbüßen.

Unsere ägyptische...

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Kategorie(n): Ausland  Kultur 

  30.01.2011   00:24   Leserkommentare (im Wartemodus)

Ballett ist nicht nett

Ich habe Darren Aronofskys Film “Black Swan” bislang nur in Ausschnitten gesehen, werde das aber schleunigst ändern, und zwar aus zwei Gründen:

Erstens weil mir jeder Film recht ist, in dem die hinreißende Natalie Portman spielt; zweitens weil er gerade von Tanzexperten total verrissen wird. Dann muss er gut sein.

Das Hamburger Abendblatt zieht natürlich John Neumeier zu Rate; Tänzer, Choreograph und seit gefühlten 150 Jahren Direktor des Hamburg Balletts.

http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1762460/Primaballerina-Natalie-Portman-Der-Schwan-im-Wahn.html

Warum gerade Neumeier? Black Swan ist ein Psychothriller, keine Tanzdoku. Fragt man etwa einen Anglisten, was er von Neumeiers Sommernachtstraum hält?

Nun ist die Ballettwelt ein Mikrokosmos, in dem man ständig um sich selbst rotiert, so wie Odile bei ihren 32...

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Kategorie(n): Kultur 

  24.10.2010   18:09   Leserkommentare (im Wartemodus)

Die Freuden des Kopftuchs

Neulich, im Einkaufszentrum um die Ecke, begegnete mir folgendes Bild:

Eine verschleierte junge Mutter mit drei Kindern im Schlepptau, darunter zwei Mädchen. Das älteste hat gerade laufen gelernt und ist ebenfalls verschleiert.

Und ich habe der Frau weder den Mittelfinger gezeigt noch Anzeige beim Jugendamt wegen Kindesmisshandung gestellt.

Dabei tut man doch zur Zeit wirklich sein Äußerstes, um uns das Kopftuch schmackhaft zu machen: Die WELT zeigt,

http://www.welt.de/channels-extern/ipad/panorama_ipad/article10435450/Diese-Muslima-haben-trotz-Kopftuch-Karriere-gemacht.html

wie toll integriert, modern und völlig normal morgenländisch verschleierte Frauen im Abendland sind; dann lädt der SPIEGEL nach:

http://www.spiegel.de/spiegel/deinspiegel/index-2010-11.html

Den Bälgern kann man schließlich nicht früh genug...

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Kategorie(n): Inland  Kultur 

  06.10.2010   00:24   Leserkommentare (im Wartemodus)

Gelungene Integration damals

Eine Kolumbianerin klagte mir neulich ihr Leid: Ihr Sohn hätte solche Probleme in der Schule. Nicht nur mit dem Lernen, das sowieso. Nein, auch mit den Mitschülern. Und bevor ich irgendwelche voreiligen Schlüsse ziehen konnte, seufzte sie: Das hätte sie seinerzeit in Kolumbien auch nicht für möglich gehalten, dass ihre Familie in Deutschland nicht von Deutschen, sondern von Türken und Arabern diskriminiert werden würde …

Da musste ich sofort an meine eigenen Schuljahre zurückdenken und feststellen: Das waren herrliche Zeiten.

Wir schreiben das Jahr 1972. In meiner Grundschulklasse gibt es zwei Kinder aus Jugoslawien: Ratko und Mirko. In der Klasse meiner besten Freundin Nicole gibt es ebenfalls zwei ausländische Schüler: Carmen aus Spanien und Inci aus der Türkei.

Ob Ratko, Mirko, Carmen oder Inci muslimisch, jüdisch,...

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Kategorie(n): Inland 

  24.09.2010   12:17   Leserkommentare (im Wartemodus)

Es gibt auch nette Juden

Das Bild, das der deutsche Fernsehzuschauer von den Juden vermittelt bekommt, ist viel zu negativ: Fanatische jüdische Siedler, die über die Leichen unschuldiger palästinensischer Kinder gehen, weil sie einfach gar nichts aus der eigenen Geschichte gelernt haben. Und das, wo Oma und Opa seinerzeit wirklich viel Zeit und Geld in eine polnische Erziehungsanstalt gesteckt haben, deren Name mir momentan entfallen ist.

Das muss sich ändern, entschied die 3sat-Redaktion und schickte am Sonntag den Thementag „Alles koscher“ ins deutsche Puschenkino. Vierundzwanzig Stunden fiedelte und jiddelte und klezmerte es ohne Pause. Ich habe vom Gesamtprogramm nur Auszüge aus knapp fünf Stunden mitbekommen – daher mögen meine Eindrücke unvollständig sein. Aber eines ist sicher:

Als der Thementag gegen sechs Uhr morgens zu Ende ging,...

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Kategorie(n): Kultur 

  14.07.2010   10:50   Leserkommentare (im Wartemodus)

Nichts gegen Fußball, aber…

Die Fußball-WM ist vorüber. Endlich können wir uns alle wieder hinsetzen und zur Tagesordnung übergehen. Früher waren mir Sportereignisse wie diese völlig gleichgültig.

Das hat sich mit der WM von 2006 grundlegend geändert. Was dem einen sein Sommermärchen, ist dem anderen sein Sommernachtsalbtraum.

Dabei habe ich überhaupt nichts gegen Fußball. Auch nichts gegen Fußballfans. Das einzige, was mir auf den Wecker fällt, sind die kuriosen Selbstüberhöhungen, die sie betreiben.

Das weiß ich aus meiner kurzen Zeit als St.Pauli-Fan. Damals haben meine Kommilitonen glaubhaft versichert, der St.Pauli-Fan unterscheide sich meilenweit von jedem anderen Fußballfan. Nach ihrer Schilderung war er eine Mischung aus Mutter Teresa und Nelson Mandela, Drogenbeauftragtem und Intellektuellem. Das wollte ich natürlich erleben.

Bei...

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Kategorie(n): Inland  Bunte Welt 

  07.07.2010   10:35   Leserkommentare (im Wartemodus)

Trotz Minirock fahren die Busse pünktlich

Zum belgischen Burkaverbot liest man dieser Tage allerorten butterweiche einerseits/andererseits Stellungnahmen, die im Wesentlichen eines gemeinsam haben: Ein klares Jein zur Schleierfrage. Man sollte endlich den Mut aufbringen, der Verschleierung von Frauen ein Nein! entgegenzusetzen, so wie man es in Belgien bereits getan hat. Darüber hinaus sollte einheitlich in Europa auch ein Kopftuchverbot an Behörden, Schulen und Universitäten durchgesetzt werden. Und das pseudo-intellektuelle Geseire von der modernen muslimischen Frau als Avantgarde-Feministin unterm Kopftuch sollte man mal als das entlarven, was es ist, nämlich gequirlte Schifferscheiße auf Toast.
Vergessen wir nicht, welche Ideologie letztendlich hinter der Verschleierung weiblicher Körper steckt: Die Dämonisierung der Sexualität.“Ich ficke, wen ich will!” Das...

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Kategorie(n): Kultur 

  02.06.2010   15:20   Leserkommentare (im Wartemodus)

Hyperventilierende Internetforen

Nach jedem israelischen Verteidigungsschlag dauert es in der Regel nur Minuten, bis sich die deutschen Volksgenossen, die Reihen fest geschlossen, mit Schaum vor dem Mund durch die Internetforen hyperventilieren. Man sollte diesen ganzen Dreck natürlich gar nicht erst lesen. Aber gelegentlich wird man doch durch solche Kleinode belohnt (Spiegel Online; Rechtschreibung und Interpunktion im Original):

“Wenn der Angriff in internationalen gewässern stattfand ist es klare Piraterie. leider wird die Bundesrtegierung wieder mal nichts tun. Dabei wäre es so einfach: Eine Fregatte der Bundesmarine die bei Unifil ist hätte da in angemessener Entfernung bleiben können und bei dem Akt der Piraterie einen Warnschuß in Richtung der israelischen Schiffe gefeuert. Dann hätte die sofort abgeborchen. Ich würde an Schwesterwelles Stelle den...

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Kategorie(n): Inland  Kultur