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04.07.2009   22:19

Die Kirschenfrau auf Markt von Zabrze

Es gibt tatsächlich noch gute Unterhaltung made in Germany. Und damit das auch ja keiner mitkriegt, läuft die für zahlreiche Preise nominierte “Der Popolski-Show”, wenn überhaupt, unter der Woche im Spätprogramm, wenn kein Schwein mehr vor der Glotze sitzt. Vielleicht erinnert sich noch der eine oder andere TV-Junkie an Achim Hagemann, den sympathischen Pianisten aus Hape Kerkelings Total Normal. Nach einer mit polnischen Freunden durchzechten Nacht kam ihm die Idee für Der Popolski Show. Seither trägt er Lech-Walesa-Schnurrbart, heißt Pavel Popolski und ist der Enkel des größen Hitschreibers aller Zeiten aus Zabrze, Polen. Egal welcher Song, der Opa hat ihn komponiert und andere heimsen dafür die Lorbeeren ein, weshalb die große Familie Popolski auch nach wie vor im Plattenbau wohnt und konzertiert. Genießen Sie jetzt der

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20.06.2009   11:05

Palin und Palästina

Da hat man nun sowohl den Libanon- wie den Gazakrieg heil überstanden und dann passiert es, dass man mitten im Frieden auf Krücken durch Tel Aviv humpelt.
Üble Muskelzerrung im Oberschenkel infolge zu heftigen Wanderns und Badens im Wadi David.
Aber so lernt man auch mal ein israelisches Krankenhaus von innen kennen.
Die Ärzte sehen so gut aus, dass man meint, versehentlich in eine Hollywood-Casting geraten zu sein, und im Gegensatz zu ihren deutschen Kollegen halten sie sich nicht mit esoterischem Blabla auf, sondern greifen unverzüglich zur Spritze mit Schmerzmitteln und Tranquilizern.
Wundervoll.
Das, was einen dann über die versauten Urlaubstage hinwegtröstet, ist ein ganz herrliches Buch:
Himalaya vom Ex-Monty Python und BBC-Reisejournalisten Michael Palin. Es ist so schön bebildert und so fantastisch geschrieben, dass man

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15.05.2009   19:02

Neulich, nach dem Sport

Wenn eine Frau mit einem Henkelkorb, aus dem ein Flaschenhals und ein Kuchenpaket ragen, in eine Damenumkleidekabine kommt, dann gibt es zwei Möglichkeiten ? sie kommt gerade aus dem Wald und ist das Rotkäppchen, oder sie hat Geburtstag.
Es wird nach dem Sport mit einem Schluck Sekt gefeiert, und Kuchen gibt es auch noch, damit der Sekt nicht so reinknallt. Unter Damen ist das so Usus.
Es wurde also auf das Wohl des Geburtstagskindes angestoßen, der Kuchen probiert und über den grünen Klee gelobt, und gerade, als es so richtig urgemütlich wurde, holte die Jubilarin einen Brief aus dem Rotkäppchenkorb und sprach zu uns also:
?Hier ist ein Brief von meinem Sohn zum Muttertag, den muss ich euch unbedingt vorlesen!?
Ich dachte bis dahin noch, das ganze solle nur ein Scherz sein. Aber das war es leider nicht.
Die Mutter las mit

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02.04.2009   23:12

Der Luchs als Kuscheltier

So sehr wir alle das Internet lieben, so sehr hassen wir auch seine Schattenseiten. Und damit meine ich noch gar nicht Schwerverbrechen wie die Verbreitung von Kinderpornographie oder von Enthauptungen friedlicher Bürger durch entmenschte islamische Terrorkommandos. Nein, es gibt unbegrenzte Möglichkeiten für die Horrorgestalten dieser Welt, sich im Worldwideweb auszutoben:
Jedes Jahr werden in der artenreichen Wildnis der USA viele Wildtierwelpen gefunden. Kluge und vernünftige Menschen liefern sie bei erfahrenen Park Rangers ab, die sie artgerecht aufziehen und später wieder der Wildnis zurückgeben, wo sie hingehören. Tiere mit Handicap, die in der Wildnis keine Überlebenschance hätten, können sich hingegen noch auf ein langes Leben in Zoos oder Wildparks freuen. Und dann gibt es bedauerlicherweise auch noch die Dummen und Unvernünftigen. Die machen dann so was:

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24.03.2009   01:31

Weibliche Allegorien

Allegorien sind leider etwas aus der Mode geraten. Früher kannte sie noch jedes Kind, die meist weiblichen Figuren mit bestimmten Attributen, anhand derer man ihre Bedeutung erraten konnte. Am bekanntesten ist noch die Allegorie der Justiz als Frau mit verbundenen Augen, die Waage und Schwert in den Händen hält. Allegorien gehen offenbar mit der Zeit:Der schwedische Jugendstilmaler Carl Larsson schuf im neunzehnten Jahrhundert, als Elektrizität noch ungeheuerlich, neu und kostbar war, eine bezaubernde Allegorie der Elektrizität in Gestalt einer Funken sprühenden Frau mit Katze auf der Schulter: http://www.zeno.org/Kunstwerke/B/Larsson,+Carl:+Die+Elektrizität
Die Allegorie feiert jetzt offenbar ihre Wiedergeburt als Werbeträgerin: http://www.immobilienportale.com/20091490-fortsetzung-der-immowelt-kampagne/
Frau mit Anzug und

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14.03.2009   20:02

Heute an der Kasse im Drogeriemarkt…

Vor mir eine Frau mit einer Packung Biogrünkernhaferflockenknödeln, einem Beutel biodynamischer Kekse und einer Dose vegetarischem Leberwurstimitat.
Sie hält im Alleingang die dreiköpfige Belegschaft auf Trab, denn sie will wissen, ob die Knödel wirklich vegan sind. Also studieren sie zu viert die mikroskopisch kleine Auflistung der Inhaltsstoffe, während ich vergeblich auf Bedienung warte, die Augen verdrehe und leider auch immer älter werde.
Schließlich entscheidet das Gremium. Die Biogrünkernhaferflockenknödel sind völlig frei von tierischen Zusätzen. Glauben sie.
?Und sie essen wirklich gar nichts Tierisches?? fragt der Verkäufer ungläubig, ? keine Milch, keinen Käse, keine Eier??
Die Kundin bejaht. ?Aber Pflanzen essen Sie doch wenigstens, oder?? ?Ja?, seufzt die Kundin mit wehem Lächeln. ?Ich muss ja leider leben!?

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31.12.2008   14:17

Unterwegs in Israel

Weihnachten im Heiligen Land ist schon was Feines. Koestliches Mahl im Jewish Quarter Cafe mit Blick auf den Tempelberg, Schnellbescherung bei Steimatzky, Israels aeltester und groesster Buchhandlung und die Altstadt Jerusalems im Dunkeln; zauberhaft beleuchtet von vielen Chanukkakerzen.
Am ersten Weihnachtstag erwischt einen prompt der fiese orientalische Magenvirus und man kann bei leichtem Fieber im Bett bleiben, was recht angenehm ist, wenn es draussen in Stroemen regnet. Am zweiten Weihnachtstag geht man dann schon wieder in der Negev-Wueste wandern, und kaum sind die Feiertage vorueber, bricht der Krieg aus…

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22.11.2008   22:09

Klimaschutzschokolade

Die neue Ausgabe der Brigitte enthält eine Sonderbeilage, in der es mitnichten um Mode, Kosmetik oder Kochrezepte geht. Sondern um das, was man heute allgemein für Ökologie hält. Alles im grünen Bereich, heißt es da launig: Verbessern Sie ihre persönliche Ökobilanz und tun Sie sich selbst und der Erde Gutes. Vorbei die Zeiten, in denen Öko noch ein Schimpfwort war und ausschließlich mit Birkenstockträgern in potthässlichen Pullis aus handgesponnener, planzengefärbter Schafwolle assoziiert wurde.
Öko ist trendy, schick und sophisticated geworden. Das beweisen auch Unternehmen wie Manufactum, wo der ökobewusste Geldsack für einen halben Liter Olivenöl schlappe 32.- ? ausgeben kann, weil industriell hergestelltes Olivenöl laut Manufactum-Katalog als Lebensmittel völlig untauglich ist. Alfred Biolek muss da Stammkunde sein. Ich werde nie vergessen, wie er in seiner Kochsendung mal von sich gab, einigermaßen gute Weine gäbe es ja schon ab 15.- DM. Solche Leute möchte ich gern mal das Fürchten lehren und sie ein Jahr lang bei ALG 2 ins Betonsilo stecken…

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