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09.06.2013   17:08

Frauen in Ganzkörperzelten

Denken Sie mal etwa vierzig Jahre zurück. Da wird Ihnen vielleicht nicht entgangen sein, dass damals die einzige Frau, die Kopftuch trug, die eigene Oma war oder Elisabeth Flickenschildt. Ganz ähnlich unverhüllt ging es damals auch in weiten Teilen des Orients zu, zum Beispiel in Istanbul, Kairo, Tunis und Marrakesch. Heute bestimmt die verschleierte Frau wie selbstverständlich das Straßenbild. Hier wie dort. Und damit meine ich nicht etwa die Stadtviertel mit hohem Anteil muslimischer Bevölkerung, sondern das alltägliche Straßenbild unserer Städte. Oder die olympischen Spiele. Oder die Schulhöfe.

Nehmen Sie sich mal die Zeit und sehen sich um. So, wie ich Kairo in den achtziger Jahren erlebt habe, so sieht’s heute in Hamburg, Berlin und Köln aus. So, wie es heute in Kairo aussieht, nämlich Frauen in Ganzkörperzelten mit

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23.05.2013   16:50

Lest Hilary Mantel!

Preise und Auszeichnungen besagen heute nicht viel. Man denke nur an den Integrationspreis für Bushido oder den Friedensnobelpreis für den amerikanischen Präsidenten. Wer allerdings zweimal den englischen Literaturpreis namens Man-Booker-Prize abräumt, so wie Hilary Mantel, der kann schreiben. Und wie! In der vorstellbar kürzesten Zeit habe ich die Romane „Wolf Hall“ und „Eight Months on Ghazzah Street“ verschlungen wie zwei Schachteln Hachez Pralinés. Wobei Wolf Hall mit annähernd siebenhundert kleinst bedruckten Seiten die 500 g Packung darstellt. Wolf Hall ist ein historischer Roman über einen Teil der englischen Geschichte, der die Menschheit bis heute nicht loszulassen scheint: Die englische Renaissance, die Tudors, Heinrich VIII. und seine sechs Frauen.

Frei von allem Kitsch á la

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07.04.2013   21:16

Nonie Darwishs unbequeme Wahrheiten

Vor einigen Jahren stieß ich auf einen Blog, dessen Name so unwahrscheinlich daherkam, dass ich ihn für ein Fake hielt: Arabs for Israel. Das kann nicht sein, sagte ich mir sofort und schickte gleich einen Hinweis an Achgut. Araber, die sich für Israel einsetzen, so was gibt es nicht.

Und es gibt sie doch: Nonie Darwish, Bloggerin, Publizistin, Ägypterin, aufgewachsen in Kairo und im Gazastreifen. Nunmehr Amerikanerin. Ihr eigener Vater, von Gamal Abdel Nasser in militärischer Mission in Gaza stationiert, wurde von den IDF in einer der ersten gezielten Tötungsaktionen beseitigt. Dennoch setzt die konvertierte Christin und Vorsitzende der amerikanischen Exmuslime sich für Israel ein. Man mag sich nicht mal im Traum vorstellen, wie sehr diese Frau in ihrer Heimat gehasst werden muss. Die Werke der erfolgreichen Autorin erscheinen

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13.03.2013   17:19

Beleidigte Floristin

Tuvia Tenenbom las im März in Hamburg gleich an zwei Abenden in Folge aus seinem aufschlussreichen Buch „Allein unter Deutschen”. Er begegnete den Deutschen vorurteilsfrei und mit Sympathie – und findet zu seinem Schrecken Antisemiten ohne Ende. Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen.

Die erste Lesung steigt im Golem, einer gepflegten Bar gegenüber der ehemaligen Fischauktionshalle. Tenenbom, der Theatermann, hat naturgemäß viel Sinn für Dramatik und spannenden Vortrag. Seine Stimme erinnert ein wenig an Marlon Brando in seiner Glanzrolle als Don Vito Corleone in Der Pate. Manch einer hält ihn sogar für genau so gefährlich. Der Rowohlt-Verleger Alexander Fest ist so ein Mensch. Tenenbom erzählt, wie es dazu kam, dass sein Buch im Suhrkamp Verlag anstatt, wie geplant, bei Rowohlt erschienen ist. Die Einsichten über

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07.02.2013   12:19

Einparken mit Niebel

Dirk Niebel und ich haben viel gemeinsam. Wir sind derselbe Jahrgang, und wir kommen beide aus Hamburg. Niebel kommt zwar aus dem vornehmen Blankenese und ich nur aus dem Proletenviertel, aber das ist auch unser größter Unterschied. Denn beide klagen wir über den Sexismus, der uns schon ein Leben lang begleitet. Und wir reden eigentlich nicht gern darüber.

Niebel wurde als Kind mit körperlicher Gewalt dazu gezwungen, Hausarbeit zu machen, inklusive Kohlen aus dem Keller hochschleppen und für eine fünfköpfige Familie einkaufen. Er hatte zwar zwei große, kräftige Schwestern, aber Mädchen kann man so was ja nicht zumuten. Mutter und Schwestern hatten selbstverständlich das Sagen im Haus. Bestimmt hat Dirk auch unter Mädchengruppen gelitten, die ihn ohne Grund festhielten, anspuckten und schlugen. Er hatte dem wenig entgegen zu

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19.01.2013   14:19

Missverständnisse mit Märchenprinzen

“Mein orientalischer Märchenprinz” hieß die Folge aus der Sendereihe “Das Leben!” auf NDR (gesendet am Sonntag 13.1.2013). Welche Frau dächte da nicht schmelzenden Blicks an Omar Sharif, Shah Rukh Khan oder Dr. Rajesh Koothrappali – den extra-knuffligen indischen Physiker aus The Big Bang Theory, der mit Frauen grundsätzlich nur in volltrunkenem Zustand kommunizieren kann.

Regisseurin Sybille Smolka und Katja (47) sowie Rita (53), die eine dreiviertel Stunde lang von ihren orientalischen Märchenprinzen schwärmten, hängen die Messlatte allerdings wesentlich niedriger: Die tunesischen, beziehungsweise marokkanischen Prinzen, die sie sich geangelt haben, sind untersetzt, pausbäckig, mit beginnender Glatze, haben gelb gerauchte Zähne. Der eine ist UPS-Aushilfsfahrer, der andere fährt in Tunesien Lastkraftwagen. Wo da das

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23.12.2012   12:26

Trauer und Freude 2012

Loved Ones I Lost

Zvi AHARONI, 91, Mossad-Agent und Eichmannjäger

Neil ARMSTRONG, 82, erster Mensch auf dem Mond

Dirk BACH, 51, deutscher Schauspieler

Gad BECK, 89, Deutsch-jüdischer homosexueller Widerstandskämpfer

Carl Johan BERNADOTTE, 96, Onkel von MARGRETHE II.

Edgar BESSEN, 79, Schauspieler und Ohnsorg-Star

Ernest BORGNINE, 95, amerikanischer Schauspieler

Avraham BOTZER, 83, Befehlshaber der israelischen Marine

Richard CRAGUN, 68, Balletttänzer

Aharon DAVIDI, 85, israelischer General

Willi ENTENMANN, 69, Fußballlegende

Liselotte FUNCKE, 94, Politikerin

Robin GIBB, 63, BeeGee

Martin GOLDSTEIN, 85, Dr.Sommer

Larry HAGMAN, 81, J.R.Ewing

Marvin HAMLISCH, 68, Filmkomponist

Whitney HOUSTON, 48, größte Popstimme aller Zeiten

Etta JAMES, 74, amerikanische Sängerin

Günter KAUFMANN, 65, schwarzer deutscher

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14.12.2012   15:37

Frau Antjes Geschenktips

Ich werde Weihnachten dieses Jahr mal wieder Israeli-Style verbringen: Heiligabend in Jerusalem; im Jewish-Quarter-Café Gefilte Fisch und ölige Latkes in mich reinstopfen, bei Steimatzky Bücher shoppen und anschließend durch die herrliche Altstadt bummeln, die besonders im jüdischen Viertel mit all den brennenden Chanukka-Kerzen im Dunkeln wie ein riesiger Adventskalender aussieht. Und nun ein paar Geschenkideen für die Lieben, denn ich finde, Bücher und DVDs kann man immer verschenken (auch ein Aston Martin ist nie verkehrt….)

Für Freunde der Achse:

Silvia MEIXNER (Hrsg.) Achgute Geschichten – Jahrbuch Nr.1 (eBook)
Äußerst kurzweilige sind auch alle eBooks von der eBook-Seite der Achse.
Und natürlich dies.
Nicht zu vergessen dies.

Für Freunde des gepflegten Humors:

Tuvia TENENBOM: Allein unter Deutschen (Buch,

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