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Beiträge von  

  20.11.2014   16:31   Leserkommentare (22)

Erziehung zur interkulturellen Kompetenz - Der Schwächere gibt nach

Von der Bilderschwemme, der man täglich von morgens bis abends in allen Medien ausgesetzt ist, hat mich in letzter Zeit kaum etwas so sehr verstört wie der Internetauftritt von Ed and Paula Kassig, den Eltern des durch den sogenannten IS ermordeten Aid-Workers Peter Kassig.

Die Eltern sitzen auf dem Sofa und flehen die Terroristen um Gnade für ihren einzigen Sohn an, den sie ehrfürchtig Abdul-Rahman nennen, denn er soll während seiner Gefangenschaft aus freien Stücken zum Islam konvertiert sein. Die Mutter, Paula Kassig, hat sich zu diesem Zweck eine Art Kopftuch umgebunden. Auch bei einer islamischen Gedenkfeier für den ermordeten Sohn auf dem Gelände der Butler University in Indianapolis trägt sie ein Kopftuch.

Natürlich würde ich Menschen in einer solch entsetzlichen Situation niemals vorschreiben wollen, wie sie sich zu...

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Kategorie(n): Ausland 

  04.11.2014   07:00   Leserkommentare (3)

Schlachtplatte und Hippiebräute beim Gemüseschälen

Neuere Illustrierte im Selbsttest. Kriterium der Auswahl: Die maximale Beklopptheit des Titels.

Nummer 1: Business Punk (Gruner & Jahr)

Work hard. Play hard. Heißt das Motto des Wirtschaftsmagazins. Zugegeben, mit Punk kenne ich mich besser aus als mit Business. Die einzige Punkband, die es je gegeben hat, die Ramones, trieb immer gerade soviel Business, das es für den nächsten Schuss reichte. Gibt es zwischen Punk und Business sonst noch irgendwelche Connections? Entsprechend dem Zeitgeist will man ja heute immer alles sein und haben: Ökoheiliger mit Passivhaus im Grünen, von dem aus man die vierzig Kilometer ins Büro täglich locker mit dem Mercedes Plug-In-Hybrid bewältigt, zwölf Stunden lang den durchgeknallten Workaholic macht, Unsummen verdient, ehrgeizig ist bis zum Burnout und am Wochenende den Naturburschen im...

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Kategorie(n): Inland  Kultur  Bunte Welt 

  08.10.2014   22:36   Leserkommentare (3)

Urlaubsgrüße aus dem Backofen

Ein Naturbad in Galiläa, nahe an den Gilboa-Bergen, von deren kühlen Gipfeln man einen Blick auf Jenin in der Westbank werfen kann, heißt Gan Haschloscha. Dank warmer Quellen lässt sich hier in herrlicher Umgebung rund ums Jahr baden. Heute sind 33°, aber trotzdem sind nicht gera-de viele im Wasser. Die arabischen Familien aus den umliegenden Dörfern lagern stattdessen am Rande und grillen. Es sind die Tage des islamischen Opferfestes. Die Männer tragen kurze Hosen und Feinrippunterhemden und lassen sich’s wohl sein; die Frauen sind, bis auf ein paar Ausnah-men, von Kopf bis Fuß verhüllt. Zwei Frauen sind sogar im Wasser, in Ganzkörperbadeanzügen, über denen zusätzlich noch ein Hemd getragen wird. Umso mehr Aufmerksamkeit erregen Touristinnen im Bikini. Junge Araber pirschen sich in ihre Nähe und können es nicht fassen....

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Kategorie(n): Ausland  Bunte Welt 

  04.10.2014   20:49   Leserkommentare (8)

Jahrmarkt der Frömmigkeiten

Dass die Bewohner von Tel Aviv häufig keine blasse Ahnung haben von dem, was im Rest des Landes vor sich geht, bestätigte uns einst Miriam von der Touristeninfo in Arad in der Negev-Wüste. Sie sprach perfekt deutsch mit schwäbischer Dialektfärbung und riet uns augenblicklich, statt den langen Umweg über Beer Sheva einfach direkt über Jerusalem ans Tote Meer zu fahren. Wer uns denn zu dem Quatsch geraten hätte? Na, ein Polizist aus Tel Aviv. Und ein Buchhändler hatte uns darüber hinaus dringend davon abgeraten, die Wüste zu besuchen, viel zu gefährlich! So kamen wir also mit Miriam ins Gespräch. Alles Unsinn, versicherte sie uns.

Sie erzählte, dass ihr Vater in den dreißiger Jahren eingewandert sei und kein Wort hebräisch gelernt habe. Er hatte eine Bäckerei in Haifa und die Jemeniten, die dort arbeiteten, lernten alle...

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Kategorie(n): Ausland  Kultur  Bunte Welt 

  26.09.2014   13:56   Leserkommentare (2)

Bitte nicht mit Steinen auf Klippschliefer werfen

Ein Gedi ist ein winziges, fragiles Paradies mitten in der judäischen Steinwüste am Toten Meer, dem tiefsten Punkt der bewohnten Erde. Dort, wo das Leben spendende Wasser in herrlichen Kaskaden die Berge hinuntersaust, um schließlich in der Salzsuppe des Toten Meeres aufzugehen, konzentriert sich das artenreichste Biotop Israels. Es ist eine touristische Attraktion ersten Ranges, komplett mit Kibbuz, Guest House, Youth Hostel und Spa.

Genauso wie Ein Gedi habe ich mir seit frühester Kindheit die Oase von Herrn Tur Tur aus „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ vorgestellt: Ein wunderschöner Traumort voller Quellen, Leben und üppigem Grün, wo man, entspannt im kühlen Nass liegend, dem Kreisen der Geier zusehen kann.

Für den Naturfreund bleibt hier kaum ein Wunsch offen. Wölfe, Schakale, Füchse und sogar die sehr...

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Kategorie(n): Ausland  Kultur  Bunte Welt 

  10.09.2014   17:09   Leserkommentare (2)

Kinder, wie die Zeit vergeht…

Hallo, liebe Freunde!

ich freue mich mit Euch über zehn spannende Jahre Information, Polemik, Spaß, Unterhaltung, Rückhalt und Freundschaft. Dafür möchte ich Euch herzlich danken! Zuerst die schlechte Nachricht: Nach unserem großen Vorbild, der RAF, haben wir jetzt in Hamburg konspirative Zellenbildung betrieben. Ich wurde gestern Abend auf allegmeinen Wusch zur Ortsgruppenleiterin ernannt. Die gute Nachricht:Ich habe anlässlich der vergangenen zehn Jahre ein Brainstorming veranstaltet. Welche Veränderungen mir sofort aufgefallen sind:


U-Bahn-Fahrt 2004
Sechsundzwanzig Leute, die Bücher, Zeitschriften und Lehrbücher lesen, sich unterhalten, kichern, grölen, essen, reden, trinken und einer, der telefoniert.
U-Bahn-Fahrt 2014
Sechsundzwanzig Leute, die auf ihr IPhone starren

Großväter 2004
Fünfundachtzigjährige...

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Kategorie(n): Kultur  Bunte Welt  Hausnachrichten 

  21.08.2014   16:34   Leserkommentare (7)

Von Einbahnstrassen und frühkindlichem Narzissmus

Zwei Jahre wohne ich jetzt schon neben einer Riesenbaustelle. Auf einem halben Kilometer Länge wird täglich bis zu zehn Stunden gebaggert, gebohrt und gerammt. Dann schreiten die Rohrverleger zur Tat, und anschließend wird alles wieder hübsch zugeschaufelt und an der nächsten Stelle weitergebuddelt. Ab und an wird auch alles wieder aufgerissen und erneut gebaggert, gerammt und gebohrt. Da das ganze auf mehreren Kreuzungen an einer der Verkehrshauptschlagadern der Stadt geschieht, herrscht seitdem ein ungeheures Chaos. Dabei ist alles verkehrstechnisch bestens geregelt: Fußgängerüberwege sind gesichert und gekennzeichnet, mobile Ampelanlagen errichtet, Stoppschilder aufgestellt.

Trotzdem kommt es laufend zu Verkehrsunfällen. Diese Ecke der Stadt ist auch zu Baustellenfreien Zeiten ein kompliziertes Labyrinth von einspurigen...

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Kategorie(n): Inland 

  06.08.2014   15:57   Leserkommentare (13)

Wieder eine Freundin weniger…

Seit Beginn der Operation „Protective Edge“ habe ich prompt schon wieder eine Freundin weniger. Stein des Anstoßes war, dass ich nach der Ermordung der drei israelischen Jugendlichen Eyal Yifrach, Gilad Shaer und Naftali Frenkel spontan und in unschönen Ausdrücken äußerte, die Araber, die jetzt in Jerusalem mit Böllern und Knafeh dieses Massaker feierten, seien barbarisch und unzivilisiert. Die besagte Person verlinkte daraufhin einen Artikel, bei dem es um die Ermordung von Muhammad Abu Khdeir ging. Was sie mir damit sagen wollte, war, dass israelische Juden keineswegs besser oder schlechter seien als israelische Araber.

Als sich anderntags herausstellte, dass der arabische Junge wirklich von Juden ermordet worden war, war man in Israel schockiert, entsetzt, beschämt. Keiner feuerte vor Freude Knallfrösche ab, Kuchen wurde...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Kultur