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Beiträge von  

  10.09.2014   18:09   Leserkommentare (2)

Kinder, wie die Zeit vergeht…

Hallo, liebe Freunde!

ich freue mich mit Euch über zehn spannende Jahre Information, Polemik, Spaß, Unterhaltung, Rückhalt und Freundschaft. Dafür möchte ich Euch herzlich danken! Zuerst die schlechte Nachricht: Nach unserem großen Vorbild, der RAF, haben wir jetzt in Hamburg konspirative Zellenbildung betrieben. Ich wurde gestern Abend auf allegmeinen Wusch zur Ortsgruppenleiterin ernannt. Die gute Nachricht:Ich habe anlässlich der vergangenen zehn Jahre ein Brainstorming veranstaltet. Welche Veränderungen mir sofort aufgefallen sind:


U-Bahn-Fahrt 2004
Sechsundzwanzig Leute, die Bücher, Zeitschriften und Lehrbücher lesen, sich unterhalten, kichern, grölen, essen, reden, trinken und einer, der telefoniert.
U-Bahn-Fahrt 2014
Sechsundzwanzig Leute, die auf ihr IPhone starren

Großväter 2004
Fünfundachtzigjährige...

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Kategorie(n): Kultur  Bunte Welt  Hausnachrichten 

  21.08.2014   17:34   Leserkommentare (7)

Von Einbahnstrassen und frühkindlichem Narzissmus

Zwei Jahre wohne ich jetzt schon neben einer Riesenbaustelle. Auf einem halben Kilometer Länge wird täglich bis zu zehn Stunden gebaggert, gebohrt und gerammt. Dann schreiten die Rohrverleger zur Tat, und anschließend wird alles wieder hübsch zugeschaufelt und an der nächsten Stelle weitergebuddelt. Ab und an wird auch alles wieder aufgerissen und erneut gebaggert, gerammt und gebohrt. Da das ganze auf mehreren Kreuzungen an einer der Verkehrshauptschlagadern der Stadt geschieht, herrscht seitdem ein ungeheures Chaos. Dabei ist alles verkehrstechnisch bestens geregelt: Fußgängerüberwege sind gesichert und gekennzeichnet, mobile Ampelanlagen errichtet, Stoppschilder aufgestellt.

Trotzdem kommt es laufend zu Verkehrsunfällen. Diese Ecke der Stadt ist auch zu Baustellenfreien Zeiten ein kompliziertes Labyrinth von einspurigen...

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Kategorie(n): Inland 

  06.08.2014   16:57   Leserkommentare (13)

Wieder eine Freundin weniger…

Seit Beginn der Operation „Protective Edge“ habe ich prompt schon wieder eine Freundin weniger. Stein des Anstoßes war, dass ich nach der Ermordung der drei israelischen Jugendlichen Eyal Yifrach, Gilad Shaer und Naftali Frenkel spontan und in unschönen Ausdrücken äußerte, die Araber, die jetzt in Jerusalem mit Böllern und Knafeh dieses Massaker feierten, seien barbarisch und unzivilisiert. Die besagte Person verlinkte daraufhin einen Artikel, bei dem es um die Ermordung von Muhammad Abu Khdeir ging. Was sie mir damit sagen wollte, war, dass israelische Juden keineswegs besser oder schlechter seien als israelische Araber.

Als sich anderntags herausstellte, dass der arabische Junge wirklich von Juden ermordet worden war, war man in Israel schockiert, entsetzt, beschämt. Keiner feuerte vor Freude Knallfrösche ab, Kuchen wurde...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Kultur 

  28.05.2014   12:47   Leserkommentare (3)

Kreuzung aus Arafat und altem Fensterleder

Neulich ging ich an einem etwa sechzehnjährigen Mädchen vorbei, dessen Dekolleté breitflächig von einem bunten, tätowierten Cupcake geziert wurde. Die Zeiten haben sich wirklich geändert. Früher galten Tätowierungen als vulgär und proletarisch, ja geradezu verdächtig. Es gab eigentlich nur drei Bevölkerungsgruppen, die Tätowierungen hatten: Seeleute, Ex-Häftlinge und Rocker.

Bei den Seeleuten gehörten die pfeildurchbohrten Herzen mit dem Namen der Liebsten oder der Mutter, der Anker und die Bark mit vollen Segeln hart am Wind schlicht zur Folklore. Ex-Häftlinge hatten die von Tattoo-Joe aus Zellenblock III dilettantisch handgestochenen Knastkennzeichen an abartigen Stellen wie auf den Fingerknöcheln und zwischen den Augenbrauen. Und die Tätowierungen der Rocker konnte man gebührend bewundern, wenn sie im Sommer ihre...

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Kategorie(n): Kultur 

  07.05.2014   14:46   Leserkommentare (10)

Der Verfassungsschutz ist nicht bös, sondern nur blöd

In den frühern Achtzigern, als ich noch in linken Demonstrantenkreisen zuhause war, fürchteten wir uns nicht unerheblich vor dem Verfassungsschutz, weil wir in dem Wahn lebten, von dieser Behörde überwacht, erkannt und verfolgt zu werden, sobald wir am helllichten Tage die Straße betraten. Seit der Podiumsdiskussion „Islamismus: Nur eine jugendliche Subkultur?“, zu der der Verfassungsschutzes in Hamburg anlässlich der Ausstellung „Islam – die missbrauchte Religion“ im April geladen hatte, weiß ich allerdings: .

Normalerweise habe ich ja die größten Schwierigkeiten, meine vorlaute Klappe zu halten.  Bei einer Lesung von Paul Auster im Hamburger Schauspielhaus habe ich als einzige von annähernd zweitausend Besuchern laut und deutlich “Ich nicht!“ gebrüllt, als Moderator Jan Josef Liefers sagte, er sei sicher, dass...

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Kategorie(n): Inland 

  01.05.2014   11:44   Leserkommentare (im Wartemodus)

Schweben in Stuttgart

Ballettomanen wie ich haben den Ehrgeiz, die großen Ballette am liebsten an den Schauplätzen ganz großer Tanzgeschichte zu sehen: Schwanensee in Moskau! Dornrösschen in St. Petersburg! The Nutcracker in New York!

Bisher habe ich nur letzteres geschafft, und die Vorstellung des New York City Ballets war die schlimmste Verstümmelung dieses herrlichen Klassikers, seit meine Banknachbarin Tamara als Dreizehnjährige in der Nussknackersuite bei der Weihnachtsaufführung ihres längst untergegangenen Wandsbeker Ballettstudios auf die Schnauze gefallen ist.

Aber „Giselle“ zu Ostern im württembergischen Staatstheater Stuttgart – und man weiß wieder, dass kein Weg zu weit sein muss. Es gibt kaum ein Ballett, das deutscher sein könnte als das 1841 uraufgeführte Tanzdrama. Die Handlung nach Motiven von Heinrich Heine spielt im...

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Kategorie(n): Kultur 

  30.03.2014   13:01   Leserkommentare (1)

Meine Lieblingskaffeehäuser weltweit

Zabar’s, 2245 Broadway, New York City

Ein Café im europäischen Sinne ist Zabar’s weiß Gott nicht. Das will es auch gar nicht sein, solche Mätzchen überlässt man in New York lieber den Cafés in Soho und Greenwich Village. Eher ist es die an den besten Delikatessenladen weltweit angeschlossene Imbissstube.
Als Deutsche outet man sich augenblicklich, wenn man, so wie ich, angewidert den Müll vom Tisch sammelt und ihn anschließend abwischt. „Wow, I’ll take You home with me, honey!“  kommentierte eine ältere Dame prompt. Nirgendwo sonst in New York kann man gleichzeitig so preiswert und so hervorragend speisen. Gemütlichkeit kommt in der übervollen Winzkantine zwar nicht auf, aber dafür kann man beim Essen durch die großen Fenster das brausende Volksleben auf dem Broadway beobachten. Es gibt herrliche Klassiker der...

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Kategorie(n): Kultur  Wirtschaft  Bunte Welt 

  12.02.2014   16:59   Leserkommentare (6)

Der Mensch gewöhnt sich an allem

Junge Schauspielschülerinnen haben noch nie was von Marlene Dietrich gehört. Dafür kennen sie Miley Cyrus und zwei Adjektive: Krass und Hammer. Na gut, so ist das heute. Auch, dass mein Klempner neulich nicht wusste, wer dieser Heinrich VIII. war, dem er so lachhaft ähnlich sieht, mag noch hingehen. Aber deutsche Studenten, die nicht wissen, in welchem Jahrhundert der zweite Weltkrieg stattgefunden hat? Lehramtsanwärter, die die eigene Sprache nicht mehr beherrschen? Der streitbare Kinderpsychiater Dr. Michael Winterhoff beschreibt in seiner vierten Publikation „SOS Kinderseele“ nicht nur Auswüchse verfehlter Bildungspolitik, sondern appelliert auch dringend an die Verantwortlichen der Gesellschaft, egal ob Politiker, Eltern, Pädagogen oder Lehrer, endlich umzudenken, bevor die Republik der völligen Verblödung anheimfällt....[Weiterlesen…]

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Kategorie(n): Kultur  Bunte Welt