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16.12.2008 15:34
Juden bedrohen Freiheit der Wissenschaft
Gegen eine Veranstaltung an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, mit der katholische Theologen die Staatsideologen des Iran salonfähig zu machen hofften, hatte es von verschiedener Seite Proteste gegeben (nicht zuletzt - Hut ab! - von Seiten der Studenten), so dass sie schließlich “aus terminlichen Gründen” abgesagt wurde. Nun treten die katholischen Iranversteher nach. In der katholischen “Tagespost” von heute (16. Dezember) wird ein Interview mit dem Dogmatiker (das ist bei Katholiken eine Berufsbezeichnung, keine Beleidigung) Bertram Stubenrauch veröffentlicht, der mit federführend bei dem Versuch war, die Teheraner Theologen nach München zu holen. Dabei ergeben die Suggestivfragen der Zeitung eine deutliche Aussage. Juden bedrohen die Freiheit der Wissenschaft.
“Fühlen Sie und Ihre Kollegen sich vom Zentralrat der Juden unter Druck gesetzt?” fragt das Blatt (in Gestalt von Regina Einig), und als Stubenrauch ausweichend antwortet und auf die Proteste seiner Studenten hinweist, insistiert die Zeitung: “Wird …
10.12.2008 18:39
Schon allein das “Wir” ist fatal
Es musste ja kommen, dass irgendjemand mir meine 68er Vergangenheit um die Ohren haut, und Richard Wagner ist der Erste, der diese total originelle Idee hatte. Gratuliere.
Ansonsten erinnert mich sein Beitrag inhaltlich und formal stark an Martin Walsers Paulskirchenrede: Man will uns wehtun, nicht wahr. Allein schon dieses volksgemeinschaftliche “Wir”, das den Beitrag durchzieht und offensichtlich mich und andere Nestbeschmutzer ausschließt, ist fatal.
Hinzu kommt dieser weinerliche Pseudopatrriotismus: “Schon eine Torte in Schwarzrotgold würde den Konditor zum Nazi des Monats machen”. Ja, wo leben Sie denn? Und wo waren Sie während der Fußball-WM? Ich war unter den Fans, die fröhlich Schwarzrotgold schwenkten, und schwenkte mit. Dieses “Wir dürfen nicht einmal Patrioten sein” ist normalerweise die Totschlagkeule der Hohmann, Möllemannund Co. und richtet sich normalerweise gegen den Zentralrat der Juden. Vielleicht sollte man froh sein, dass es diesmal andere Leute trifft. In …
10.12.2008 14:54
Dieses schlimme Zentrum für Antisemitismusforschung
Die Kritiker der Berliner Konferenz “Feindbild Jude - Feindbild Muslim” haben zwar einige aus dem Zusammenhang gerissene Zitate und Unterstellungen präsentiert - gipfelnd in der Behauptung, das Zentrum für Antisemitismusforschung könne sich zu “einem trojanischen Pferd” für den Islamismus entwickeln. Was bisher nicht präsentiert wurde, sind Programm und Ergebnisse der Konferenz. Also Fakten. Hier zum Beispiel ist das Programm. Daraus geht hervor, dass “Judenfeindschaft des radikalen Islamismus” von vornherein eines der vier Tagungsthemen war. Das wurde von den Kritikern der Veranstaltung verschwiegen. Auch der hier zitierte Bericht in der “Jerusalem Post” unterschlug diesen Tagesordnungspunkt - ebenso wie die Tatsache, dass das Zentrum bereits 2005 eine eigene Konferenz zum Thema “Islamistischer Antisemitismus” veranstaltet hat. “German Center Ignores Iranian Threat”: Fairer Journalismus? Oder Germanophobie?
Man kann sich fragen, warum sich das Zentrum für Antisemitismusforschung überhaupt mit dem Phänomen Islamophobie beschäftigt. Allerdings nur, wenn man die …
10.12.2008 11:07
Katholophobie
Zur Diskussion um den Begriff “Islamophobie” und um die Angriffe einiger übereifriger Antisemitenjäger auf das Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung, weil dessen Direktor es gewagt hat, die einfache Wahrheit auszusprechen, dass Antisemiten und Islamhasser teilweise die gleichen Methoden benutzen (z.B. Friedhöfe schänden) - ja teilweise die gleichen Leute sind, hat Hannes Stein einen wunderbaren Beitrag geschrieben. Sein (leider gar nicht so unwahrscheinliches) Science-Fiction-Szenario, in dem sich eine radikale Minderheit unter den US-Hispanics einer gewalttätigen, revanchistischen und antiamerikanischen Bewegung anschließen, die sich “Marianismus” nennt, beschließt er mit der Frage, ob man den “Marianismus” dann nicht als Gefahr benennen dürfte. Aber hallo.
Allerdings würde ich, der ich bekanntermaßen zärtliche Gefühle für die himmlische Jungfrau und Mutter hege und ein Buch über sie geschrieben habe, es unmöglich finden, wenn ich als Sympathisant jener Marianisten gelten würde, bloß weil ich in jenem Buch geschrieben habe: “Ist die Mareinverehrung einfach …
10.12.2008 10:12
Die Islamversteher rudern zurück
An dieser Stelle hatte ich gestern eine geplante Konferenz von Schiiten und Katholiken in München kritisiert. Nun meldet ddp:
Umstrittenes Treffen mit iranischen Theologen abgesagt
München (ddp-bay). Das von Menschenrechtsgruppen und jüdischen Vertretern scharf kritisierte Theologentreffen mit drei iranischen Islamgelehrten in der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität ist abgesagt. «Die politischen Wogen schlugen zu hoch», sagte der Münchner Dogmatik-Professor Bertram Stubenrauch am Dienstag auf ddp-Anfrage. Der Mitveranstalter der eigentlich für Mittwochabend geplanten Tagung bedauerte diese Entscheidung der Universitätsleitung. Seit vergangenem Freitag hatten Iran-Experten und der Zentralrat der Juden in Deutschland vor allem die Einladung von Professor Muhammad Legenhausen vom Imam Khomeini Bildungs- und Forschungsinstitut in der iranischen Stadt Qom kritisiert.
Das Institut gilt als extremistisch. Mitarbeiter der Einrichtung unterrichten Angehörige von Basijii-Einheiten der iranischen Armee, «die nach eigenem Bekunden als freiwillige Selbstmordattentäter eingesetzt werden sollen», wie der Politikwissenschaftler und Iranexperte Wahied Wahdat-Hagh von der European …
09.12.2008 17:59
Katholische Islamversteher
Während sich selbsternannte Anti-Antisemiten furchtbar über das Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung aufregen, weil sich die dortigen Experten zu fragen wagen, ob es Parallelen zwischen Antisemitismus und Islamophobie gibt, wird eine radikale - und radikal antisemitische - Form des Islamismus von der Katholischen Kirche offensichtlich ohne Protest salonfähig gemacht. An der katholisch-theologischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München lädt man zum “Dialog” mit dem ideologischen Stichwortgeber Ahmadenidschads ein.
Das wird freilich nur jene überraschen, die so sehr damit beschäftigt sind, auf liberale und linke “Islamversteher” einzudrechen, dass sie nicht gemerkt haben, wie sehr sich der Vatikan unter dem deutschen Papst und die Teheraner Theokraten unter dem Israelhasser Ahmadenidschad bereits angehähert haben. Wie der Herr, so das Gescherr.
09.12.2008 10:55
Wer den Antisemitismus bekämpfen will, muss auch die Islamophobie bekämpfen
In der letzten Zeit hat es unter denjenigen, die sich dem Kampf gegen den Antisemitismus verschrieben haben, eine völlig unnötige, kontraproduktive und sektiererische Diskussion um den Begriff “Islamophobie” gegeben. Dass es in Europa einen antimuslimischen Affekt gibt, eine Islamfeindschaft, ein Feindbild Islam - oder wie man das auch immer nennen will, a piece of shit by any other name would smell as foul: Das immerhin wird nicht bezweifelt. Dass aber etwa das Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung die Parallelen zwischen Judenhass und Islamophobie auf einem Kongress thematisiert, wird - etwa von Clemens “Wer Antisemit ist, bestimme ich” Heni und Matthias Küntzel - kritisiert; angeblich hätten die beiden Erscheinungen des Rassismus nichts miteinander zu tun.
Zu Küntzels teilweise haarsträubenden Argumenten werde ich noch Stellung nehmen. Wie so oft in solchen Fällen nahm jedoch die Wirklichkeit die Widerlegung der Ideologie selbst in die Hand. In Arras, Nordfrankreich, …
03.12.2008 14:43
Ohne Eifer (2)
Der Koran ist echt? Woher wollen Sie das wissen? Sie erliegen der Propaganda muslimischer Fundamentalisten. Die moderne Koranwissenschaft zweifelt sehr an der Echtheit des Koran.

