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Auslese



  09.06.2011   +Feedback

Gurkenkonsens

Von Stefan Theil

Nach EHEC muss man Gurken und Salat einfach anders beurteilen”, sagte die Kanzlerin in einer Pressekonferenz. Beim Gemüse gäbe es eine Zeit vor EHEC und eine Zeit nach EHEC, sagte Merkel. Man könne die Ängste der Menschen nicht einfach ignorieren. Gleichzeitig gab das Adenauerhaus eine neue Kampagne für den Bundestagswahlkampf bekannt, Motto: “Für ein gurken- und salatfreies Deutschland - wählt CDU.” Damit wolle man neue urbane Wählerschichten gewinnen. Grünen-Chefin Claudia Roth nannte den Ausstieg einen Erfolg für ihre Partei: “Wenn sich unser Thema bis in die Mitte der Gesellschaft durchsetzt, haben sich 30 Jahre Kampf der Grünen gelohnt.” Vertreter der SPD ringen noch um eine Position.
Berliner Politikberater lobten Merkels Schritt als “genialen Schachzug”, ihre offene Flanke beim Anti-Gurken-Thema zu schließen. FDP-Generalsekretär Christian Lindner forderte einen noch schnelleren Ausstieg, der auf Kartoffeln erweitert werden müsse. Die Bundesregierung berief sogleich eine Ethikkommission aus Kirchen- …

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Kategorie(n): Satire 


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  07.06.2011   +Feedback

Verhüllungszwang beim Hessischen Rundfunk

Von Leon P. Weiss

Ende Mai wurde die renommierte Collagekünstlerin Annegret Soltau mit dem Marielies-Hess-Kunstpreis ausgezeichnet, die Vernissage und Preisverleihung fand in der Goldhalle des Hessischen Rundfunks in Frankfurt/Main statt. Die begleitende Ausstellung der Marielies-Hess-Stiftung zeigt unter anderem vier überdimensionale Triptychen, in denen sich Annegret Soltau mit dem menschlichen Körper auseinandersetzt: Mit Aspekten der Generationen, Geschlechter, der Verletzbarkeit und Vergänglichkeit. Während Fotos der Installationen über die Website des Hessischen Rundfunks noch abrufbar sind, sollen Besucher der Ausstellung sie nicht mehr betrachten dürfen. Was ist geschehen?

Der Hessische Rundfunk zensiert das Werk von Annegret Soltau. Bereits am zweiten Ausstellungstag verschwanden die Triptychen “Generativ”, “Generativ negativ”, “Transgenerativ” und “Transgenerativ negativ” hinter großen Tüchern. Aber hier war nicht der Verhüllungskünstler Christo am Werk, sondern die Abteilung Kommunikation des Hessischen Rundfunks – nach entsprechenden Forderungen seitens des Iranischen Vereins.

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Kategorie(n): Inland  Kultur 


  07.06.2011   +Feedback

Nichts für ungut

Neulich saß ich mit Leuten zusammen, die man mit etwas bösem Willen als Gutmenschen bezeichnen könnte. Und ich habe mich den ganzen Abend gefragt: Was ist eigentlich so schlecht an diesen Leuten?

Dumme Frage? Keineswegs. Das Wort „Gutmenschen“ ist ja kein Kompliment.  Früher gab es gute, mittlere und schlechte Menschen. Die Gutmenschen sind erst entstanden, als ihre ständige Pose der moralischen Überlegenheit, ihre Entschlossenheit, Gesinnung wichtiger zu nehmen als die oft unangenehme Wirklichkeit, den weniger Guten auf die Nerven gehen. Die meisten Menschen, die von mittlerer Moral, sind froh, wenn sie halbwegs heil die Klippen des Lebens umschiffen. Die Gutmenschen wirken auf sie zu gut um wahr zu sein. Das vor allem sagt der gemeine Name aus.

Und doch, und doch. Wo wären wir ohne die Guten? Die, mit denen ich zusammensaß, tun zum Beispiel Gutes für das Zusammenleben der Menschen unterschiedlicher Herkunft in Deutschland. Sie …

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Kategorie(n): Inland 


  07.06.2011   +Feedback

Erziehungsverweigerung

Seit einigen Jahren kann man erleben, dass erwachsene Menschen auf dem Fußweg mit dem Fahrrad angerast kommen, wild klingeln und einen Arschloch nennen, wenn man nicht sofort aus dem Weg springt. Das könnte an den vermittelten sozialen Kompetenzen liegen – oder vielmehr an der Abwesenheit derselben. Sozialverhalten gibt es nur noch, sofern die eigenen Interessen berührt sind.

Die Pädagogik hat sich in den letzten fünfzig Jahren erheblich gewandelt. Kindererziehung diente früher noch nicht der Selbstfindung. Unsere Eltern bekamen Kinder, weil sie dazu gehörten und/oder weil die Verhütungsmittel versagt hatten. Unsere Generation wurde durchweg autoritär erzogen, was zwar auch suboptimal war, aber eben nicht nur Nachteile hatte.

So was macht man nicht! bekamen wir fast jeden Tag zu hören. Unsere Bedürfnisse standen nicht pausenlos im Vordergrund. So lernte man, dass das Leben nun mal kein Waldorfkindergarten im Glücksbärchiland ist. Und die Autorität von Erwachsenen stellten wir selten …

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Kategorie(n): Kultur  Wissen 


  06.06.2011   +Feedback

Ahamdineschad, die Alternative

Vor 22 Jahren starb Ayatollah Khomeini, der Gründer der “Islamischen Republik Iran”. Am 5. Juni 2011 haben iranische Politiker den Todestag von Ayatollah Khomeini zum Anlass genommen, das Ende Israels heraufzubeschwören. Für Ahmadinejad ist die Forderung nach der Zerstörung Israels eine “heilige Parole”.

Mal fordert der iranische Revolutionsführer Khamenei, dass Israel als “Krebsgeschwür herausoperiert” werden müsse, mal fordert er eine Volksabstimmung aller Palästinenser.

Wie Farsnews am 5. Juni 2011 berichtete, bezeichnete Ali Khamenei Israel als den Staat der “blutrünstigen Zionisten” und fuhr fort: “Palästina kann man nicht teilen und es gehört gänzlich den Muslimen. Ohne Zweifel kehrt Palästina wieder in die Arme des Islam zurück. Die amerikanischen Lösungen werden kein Resultat erzielen. Die Lösung dieses Problems ist der Vorschlag, den die Islamische Republik Iran vor einigen Jahren geliefert hat. Die Frage, welches Regime in ganz Palästina herrschen wird, wird durch ein Referendum beantwortet werden. Nachdem das …

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Kategorie(n): Ausland 


  06.06.2011   +Feedback

Sex und mehr

Jürgen Klopp hat seine Zusammenarbeit mit der Versicherung Hamburg-Mannheimer beendet und verurteilt die Vorgänge in Budapest „aufs Schärfste!“ Was ist geschehen? Ein Terroranschlag, eine Geiselnahme, eine Flugzeugentführung? Nein, schlimmer, einvernehmlicher Sex.

Dass Klopp sich von der Sexparty einiger Versicherungsvertreter mit Prostituierten (keine Zwangsprostituierten) in solch drastischen Worten distanziert, ist ein großer Erfolg für die drei Empörungstypen, die ich im letzten Beitrag vorgestellt hatte: „Wer sich über den Sex in Budapest aufregt, ist entweder beleidigt, weil er nicht mit durfte, prüde oder im Namen der Frauenrechte der Meinung, Frauen vorschreiben zu müssen, welche Berufe sie ergreifen dürfen und welche nicht.“ Nun ist es mir egal, für wen der BVB-Trainer wirbt oder nicht und die ERGO-Versicherung, zu der die Hamburg-Mannheimer mittlerweile gehört, hat schon alleine für die nervtötende „Versichern heißt verstehen“-Werbekampagne jeden Tiefschlag redlich verdient, aber ein wenig seltsam sind in Deutschland die Maßstäbe in Sachen Sex und Moral schon.

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Kategorie(n): Kultur 


  06.06.2011   +Feedback

Klimakiller Katze, frisch aus dem Stehsatz

Bisher glaubte ich, Menschen in entlegenen Siedlungsgebieten seien klimadebattenmäßig höchstens halb so beknackt drauf wie Deutsche, Briten oder Skandinavier. Offenbar eine Illusion. Die neuseeländischen Forscher Robert und Brenda Vale von der Victoria-Universität in Wellington haben nach einer Meldung in der jüngsten „Welt am Sonntag“ den jährlichen „ökologischen Fußabdruck“ von Haustieren berechnet. Dieser entspräche jener Ackerfläche, die ein Haustier ernähre. Eine Katze/Kater (0,15 Hektar) sei demnach so umweltschädlich wie ein Kleinwagen, ein Hund (0,86 Hektar) entspräche einem SUV. Zwei Hamster seien so schädlich wie ein Plasmafernseher und ein Goldfisch belaste die Umwelt so wie zwei Handys.

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Kategorie(n): Bunte Welt 


  06.06.2011   +Feedback

Ökodiktatoren

Die Kanzlerin hat ihr klimapolitisches Schicksal eng an das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung geknüpft, insbesondere an seinen Gründer und Direktor Hans Joachim Schellnhuber, Physiker wie sie und Berater der Bundesregierung seit 1992. Sein Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung ist ein mächtiger Thinktank mit weitreichendem politischem Einfluss.
Auch Schellnhuber scheint zu jenen zu gehören, die es gar nicht so ungern sähen, könnte man die Skeptiker kriminalisieren – oder wenigstens mundtot machen. Seine Vorstellungen von Wissenschaftsfreiheit und Demokratie jedenfalls sind, höflich formuliert, irritierend. In einem Interview meinte er jüngst: „Kernfragen wie diese, ebenso die der Menschenrechtsfragen, gehören in die Verfassung. Das hätte zur Folge, dass es Richter gibt, die auch gegen eine Mehrheit entscheiden, wenn es im Sinne unseres Verfassungskonsenses richtig ist. Sie brauchen also auch ein paar wenige Leute, die eine ethische Elite darstellen. Am Ende werden Sie vermutlich mit einer breiten Mehrheit nicht Probleme lösen können, die eine kausale Distanz wie beim Klimawandel besitzen.“
Ins Deutsche übertragen: in Sachen Klimawandel muss die Demokratie zugunsten der Herrschaft einer ethischen Elite ausgeschaltet werden, weil den meisten Menschen die ferne Zukunft (und die dann womöglich sterbenden Kinder, mit denen auch Schellnhuber gern droht) nicht nah genug geht.

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Kategorie(n): Inland  Klima-Debatte 


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