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Auslese



  13.09.2013   17:45   Leserkommentare

Vorwerk und nicht vergessen

Nächster Schildbürgerstreich der EU: Staubsauger werden nach Ökodesign-Verordnung klassifiziert. Die besten Noten kriegen die, die am schlechtesten saugen

Nachdem die Europäische Union klimarettende Glühbirnen und wassersparende Duschköpfe vorschreibt, kommt nächstes Jahr der Staubsauger nach Ökodesign-Verordnung. Seit August ist dies beschlossene Sache. In der deutschen Öffentlichkeit hat es jedoch kaum jemand wahrgenommen. Die gute Nachricht zuerst: Im Gegensatz zum Glühbirnen-Gesetz darf jedermann weiterhin den Staubsauger seiner Wahl kaufen. Es wird diesmal kein Verbot geben, sondern nur verordnete Desinformation.

Künftig wird jeder Staubsauger ab Fabrik mit einem bunten Schild verziert, auf dem der Energieverbrauch angegeben ist. Gute Idee, sollte man meinen. Doch wo die Brüsseler Schildbürger werkeln kommt...

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Kategorie(n): Wirtschaft  Auslese 


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  13.09.2013   17:31   Leserkommentare

Klopfzeichen aus der Welt der Sozialwissenschaften (23)

Die geheimnisumwitterte Gewichtung

Eine beliebte Standardübung in der Wahlberichterstattung ist es, den Umfrageinstituten vorzuhalten, sie würden mit irgendwelchen Geheimformeln an ihren Parteizahlen herumpfuschen. Als Trommelwirbel dient dabei meist der Fachbegriff „Gewichtung.“ Dieses Wort kann man in den Ohren unbedarfter Leser so schön verdächtig klingen lassen, und so wird in jedem Wahlkampf erneut die Gewichtung von Umfragen als vermeintliche Enthüllung präsentiert. Ein Beispiel dafür ist ein Artikel von Wolfgang Gibowski vom Juli dieses Jahres im „Cicero“ mit dem äußerst originellen Titel „Die geheimen Tricks der Demoskopen“ (http://www.cicero.de/berliner-republik/wahlumfragen-die-geheimen-tricks-der-demoskopen/55214), der allein schon deswegen seltsam ist, weil Gibowski selbst lange Jahre lang Wahlforschung...

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Kategorie(n): Inland  Auslese 


  13.09.2013   14:17   Leserkommentare

Durch die Erde ein Riß - Erich Loest ist tot

Der Mann, der gestern Abend in einem Krankenhaus in Leipzig freiwillig aus dem Leben schied, war immer eigenwillig. Mit mehr als siebzig Büchern ist er sicher einer der produktivsten Schriftsteller Deutschlands gewesen, obwohl ihm siebeneinhalb Jahre seines Lebens gestohlen wurden. Die musste er in Haftanstalten der DDR unter strengstem Schreibverbot verbringen.
Loest war immer kritisch, auch zu sich selbst. Anders als viele seiner Altersgenossen, wie Günter Grass oder Walter Jens, bekannte er sich offen dazu, als Jugendlicher den Nazis auf dem Leim gegangen zu sein.
Er wurde in der HJ Jungenschaftsführer, trat der NSDAP bei, wollte sogar zur Waffen SS, was sein Schuldirektor aber nicht erlaubte und endete als Wehrwolf. Er hat sich mit dieser Phase seines Lebens in mehreren Büchern kritisch auseinandergesetzt. Er hat die Gefahr,...

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Kategorie(n): Kultur  Auslese 


  12.09.2013   19:16   Leserkommentare

Wie die ‚Süddeutsche’ den Kindern die Demokratie erklärt

Ein paar Mal im Jahr sorgt sich die „Süddeutsche“ besonders gründlich um einen nachwachsenden und zugleich prekären Rohstoff – die Hirne ihrer kleinen Leser. Kinder Schwabinger Eltern sollen irgendwann zu Bürgern heranwachsen, die ihr Weltbild aus dem unentbehrlichen Blatt beziehen. Nun sind es bekanntlich, wie man seit Bettina Wegner weiß, empfindliche kleine Kindsköpfe, in die das große Wissen über Gut und Böse, Gerechtigkeit und Verteilung hineinsoll.

Aber der Lohn liegt ja schon im Werk selbst selbst, weshalb Heribert Prantl und seine Kollegen sprachlich leicht in die Knie gehen, um sich auf die vermutete intellektuelle Augenhöhe ihrer Leserkinder zu begeben. Dieses Mal – die Landtags- und Bundestagswahl stehen bevor – geht es um Demokratie.  Und Demokratie, liebe Kinder, da müssen wir mal etwas vereinfachen...

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  11.09.2013   08:07   Leserkommentare

Der grüne Flori singt ein Freiheitslied

Ich verreise ungern – und komme ungern wieder heim. Aber heuer wurde mir der Rückweg aus dem Sommerurlaub in den Alltag ganz erheblich erleichtert, ja, man kann sagen, ich fühlte mich von Deutschland regelrecht mit einem roten Teppich empfangen. Denn stellen Sie sich vor, gleich nach dem Flughafen sah ich es. Es – das war ein Plakat mit einem Grünen, das „Freiheit“ versprach. Stellen Sie sich das einmal vor, sie verreisen mit der festen Meinung im Gepäck, dass die Grünen verbieten, was das Zeug hält. Sie lesen vier Wochen lang keine Zeitung und schauen nicht ins Internet – und dann empfängt Sie ein Grüner mit „Mehr Freiheit wagen. Und du?“

Ich starrte auf das Plakat, meiner Sinne unsicher. Ja, tatsächlich, ein Florian Kraus lächelte mich da an. Brille und er Typ „Fielmann“, fein gepflegter Bart, grünes Hemd,...

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  10.09.2013   11:32   Leserkommentare

25 Jahre Ossietzky-Schul-Affäre

Je länger die DDR zurückliegt, desto verklärter wird das Bild, das vom Land der Diktatur des Proletariats gezeichnet wird. Inzwischen sind schon Doktoren der Meinung, Luftverschmutzung hätte es nur punktuell in den Industriegebieten gegeben und um schöne Landschaften hätte der Smog einen Bogen gemacht.
Es ist auch immer häufiger zu hören, das Kinderbetreuungs-, und Bildungssystem wäre geradezu vorbildlich, ja nachahmenswert gewesen.
Für alle Krippenfans á la DDR gab es kürzlich eine kalte Dusche von Skisprung-Olympiasieger Sven Hannawald, der in seinem Buch beschreibt, wie sehr ihm die Krippe geschadet hat. Wörtlich: „Da habe ich einen Knacks erlitten. Dadurch hatte ich später Probleme, Menschen nah an mich heranzulassen, weil ich keinen Verlust erleiden wollte.”
Für die Freunde der DDR-Schule erinnert morgen die...

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  09.09.2013   00:20   Leserkommentare

Wenn das Polenmädchen in der Rammstein-Sonne erglüht

Gerade bin ich im Fernsehen in eine Schlagerparty geraten. Da sang Vicky Leandros „Ich liebe das Leben“. Einen deutschen Schlager also. Und das Komische war: Ein großes Studio voller Leute war begeistert; die Leute klatschten, sangen mit, tanzten und riefen „Zugabe“! Bei einem deutschen Schlager! Von Vicky Leandros!

Ich fürchte, hier handelte es sich um lauter Menschen aus bildungsfernen Schichten, womöglich mit Migrationshintergrund. Hätten sie Abitur oder gar studiert, dann würden sie sich nicht so leicht amüsieren. Sie würden sich in Bayreuth über eine verhunzte Wagner-Inszenierung ärgern. Oder mit Müh und Not ein Stockhausen-Konzert durchstehen. Oder sich beim Free Jazz fragen, ob das, was sie hören, noch das erste Stück ist, oder schon das nächste. Auf keinen Fall würden sie sich mit Vicky, Andrea, Jürgen...

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  08.09.2013   19:56   Leserkommentare

Kiffer und Killer

Deutschland ist ein föderales Land, das haben wir schon vor langer Zeit als Schüler auf dem Gymnasium bemerkt. Wer in Bayern das Abitur nicht schaffte, wurde – sofern die Eltern wohlhabend genug waren -  beispielsweise nach Berlin oder Hessen verfrachtet, weil die Ansprüche dort deutlich geringer waren. Es gab in Frankfurt oder Berlin regelrechte Wohngemeinschaften von Abiturflüchtlingen. In einem 1,1 Notendurchschnitt eines Schülers in Bundesland A kann eine Leistung stecken, die einer 1,6 in Bundesland B entspricht. Inzwischen dräut irgendwo am fernen Horizont ein deutsches Zentralabitur, das solche Ungerechtigkeiten beseitigen soll. Es kann aber noch dauern. „Würde man schon morgen die Bremer Schüler mit dem bayrischen Abitur konfrontieren, würde es vermutlich zum Aufstand im Stadtstaat kommen“, schrieb kürzlich das...

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