Unterstützung für achgut





Auslese



  02.08.2009   +Feedback

Die Schmerzen der Ferkel

McDonald’s hat uns diese Woche freudig überrascht. Die Schnellrestaurantkette kündigte an, ab 2011 in Deutschland kein Fleisch von Schweinen mehr zu verkaufen, die ohne Betäubung kastriert wurden. Das klingt nach einem exotischen Thema. Die Massenkastration von Ferkeln ist jedoch eine unnötige Quälerei, die massenhaft praktiziert wird und den Tieren erhebliche Schmerzen verursacht.  Etwa 22 Millionen kleine Eber kommen in Deutschland Jahr für Jahr unters Messer. Sogar auf Biohöfen ist Kastration ohne Narkose üblich. Für den Eingriff werden die Tiere mit dem Kopf nach unten in ein Gestell gehängt. Danach zittern sie am ganzen Leib, manche erbrechen.
Dieser Misstand beschäftigt seit einigen Jahren die nationale und europäische Landwirtschaftpolitik. Doch bis heute blieb es erlaubt, Ferkeln in der ersten Lebenswoche ohne Betäubung die Hoden abzuschneiden. Bis die betäubungslose Kastration endlich verboten ist, könnte die Entscheidung von McDonald’s eine Sogwirkung entfalten und andere Schweinefleischanbieter mitziehen. Konkurrent Burger King schloss sich bereits …

Kompletter Artikel: permanenter Link | Druckversion

Kategorie(n): Inland  Wissen  Wirtschaft 


Google-Anzeige

  02.08.2009   +Feedback

Angela Adenauer

Während die SPD dienstwagensicher und mit lautem Getöse von einem Wahlkampfunglück ins nächste steuert, hört man von der CDU nichts, gar nichts, nicht einmal sommerliches Zirpen im Unterholz. Bislang verfolgt man bei der Union die Strategie, mucksmäuschenstill die SPD-Selbstdemontage zwischen Haifisch-Plakaten und einem Zierfisch-Kandidaten zu genießen. Nun aber hat die CDU eine Idee, ja sogar einen „Geheimplan“ namens „Projekt Adenauer“.
Man werde – so ist in Berlin flüsterleise zu hören – im September bundesweit Konrad-Adenauer-Festspiele inszenieren. Das Motto: Tradition ist Trumpf. Denn genau vor 60 Jahren habe Adenauer den ersten Wahlkampf der Bundesrepublik für die Union gewonnen, das Wirtschaftswunder ermöglicht und alle Christdemokraten glücklich gemacht. Im nostalgischen „Retro-Trend“ werde man daher Angela Merkel auf Adenauers Spuren schicken. Für den 15. September (an diesem Tag 1949 war die erste Kanzlerwahl) ist sogar der legendäre Rheingold-Express von Adenauer gebucht, und Angela Merkel soll wie weiland der Gründungskanzler im Zug durch …

Kompletter Artikel: permanenter Link | Druckversion

Kategorie(n): Inland 


  30.07.2009   +Feedback

“Hart aber fair”. Und endlich auf den Barski gekommen

Zur Kernferienzeit, das ist der Brauch, tischt das gebührenpflichtige Qualitätsfernsehen nur Magerquark auf. Die schlechteste „Tatort“-Bremen-Folge etwa, unfassbar dilettantische „Sommerfilme“ aus dem Hause Regina Ziegler wie „Insel des Lichts“, brutale und sterbenslangweilige Schwedenkrimis oder „Erotikthriller“ aus Holland, in denen es sich Frau Antje vor der Kamera mit der Hand macht. Oder der „fünffache Millionär“ Klaus Barski geht dem WDR mal wieder zur Hand, bei dessen Kampagne zur Einführung einer Vermögenssteuer. Wie gestern in der Sendung „Hart aber fair“.

Ich hatte Barski kürzlich zwei Beiträge gewidmet (http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/monitor_und_der_fuenffache_millionaer_nachschlag/). Der sympathische Medienclown, Powerquatschkopp und Münchhausen vom Dienst darf vor öffentlich-rechtlichen Kameras ständig den stinkreichen Lebemann mimen, der so gut wie keine Steuern abdrückt und auf diese Weise die ganze Gemeinheit des Kapitalismus in einer Person verkörpert. Ferner hatte ich den Mann im geleasten Mercedes als Idealbesetzung für eine Talkshow empfohlen, da an dem, was Barski von sich gibt, in der Regel so gut wie nichts stimmt. Prompt hat Frank Plasberg meine Bitte erhört....

Kompletter Artikel: permanenter Link | Druckversion

Kategorie(n): Inland  Kultur 


  30.07.2009   +Feedback

Das pure Genie

Der russische Jahrhundert-Mathematiker Grigori Perelmann lebt in der Welt der puren Mathematik. Alle anderen müssen draußen bleiben, sie stören nur.

Grigori Jakowlewitsch Perelmann ist ein gesuchter Mann. Und das ist absolut wörtlich zu nehmen. Ganze Bataillione von Reportern aus aller Welt haben Sankt Petersburg durchkämmt, um das mysteriöse Mathematikgenie zu finden. Den Mann der die Fields-Medaille, den „Nobelpreis“ für Mathematik ablehnte. Den Mann, der 2006 eine Million Dollar Preisgeld ausschlug, die für die Lösung eines der größten Rätsel der Mathematik, den Nachweis der berühmten „Poincaré-Vermutung“, ausgelobt waren. Den Mann, der auf den wenigen Fotos aussieht wie Rasputin und lebt wie ein Bettler. Den Mann, der sich angeblich weder Haare noch Nägel schneidet, sich von selbst gesammelten Pilzen und dunklem Brot ernährt. Einen Einsiedler in den von ihm selbst geschaffenen Räumen der puren Mathematik. „Sie jagen ihn regelrecht, aber ohne Erfolg“, berichtet eine …

Kompletter Artikel: permanenter Link | Druckversion

Kategorie(n): Wissen 


  28.07.2009   +Feedback

Schmidt und Ackermann

Fahre ich jetzt meinen Computer hoch, kommen mir zwei Schlagzeilen entgegen. Sie ahnen es? Richtig, die eine lautet: Deutsche Bank macht Milliardengewinn, die andere, Ulla Schmidts Urlaub kostet den Steuerzahler 10.000 Euro.

Nein, ich habe nicht vor, Ihnen den Unterschied zwischen Ulla Schmidt und der Deutschen Bank zu erklären, obwohl es sich an dieser Stelle anbieten würde. Ich will ihnen auch nicht nahe legen, dass nicht die Globalisierung das große Problem wäre, sondern der Realitätsverlust der politischen Klasse. Nein, das soll jetzt nicht das Thema sein.

Ich möchte vielmehr auf die Gemeinsamkeiten zwischen der Deutschen Bank und Ulla Schmidt zu sprechen kommen. Beides sind Institutionen unserer Öffentlichkeit, beide mit einer wechselvollen Vergangenheit. So ist es noch gar nicht so lange her, dass man den Chef der Chefbank Deutschlands nicht etwa als Hoffnungsträger betrachtete, sondern als Imageverlusteinfahrer Nummer eins. Er hatte mit uneleganter Geste das Victory-Zeichen auf …

Kompletter Artikel: permanenter Link | Druckversion

Kategorie(n): Inland 


  28.07.2009   +Feedback

Was Kapitalismus mit Sex zu tun hat

Karstadt ist pleite. Eine schmerzliche Tatsache, die sich allerdings schon früh abzeichnete. Ein Konzern, der vor zwei Jahren allen Ernstes „Outdoor-Regenschirme“ verkaufen wollte, musste große Probleme haben. Viele sind der Meinung, die Regierung solle das Unternehmen retten und Karstadt in eine Art Staatskaufhaus verwandeln. Weht also bald durch die Filialen in Wuppertal und Offenbach kubanisches Flair? Leere Regale untermalt mit der Musik von Buena Vista Social Club?
Das Subtile am Kapitalismus ist ja, das er ein gnadenloses Entmachtungsinstrument ist. Er trennt die Effektiven von den Ineffektiven. Wenn Bill Gates ab morgen keinen klugen Gedanken mehr hat, kann er in fünf Jahren seinen Laden dichtmachen. Fidel Castro hatte in seinem ganzen Leben noch keinen einzigen klugen Gedanken, aber ist trotzdem noch am Ruder. Denn mit der Marktwirtschaft ist es wie mit der Schwerkraft. Wenn man sich ihr entziehen will, muss man diese Welt verlassen.
Eine Auffassung, die …

Kompletter Artikel: permanenter Link | Druckversion

Kategorie(n): Wirtschaft 


  28.07.2009   +Feedback

Europäische Piraten

Die Nachrichten über Schiffskaperungen, Geiselnahmen und Lösegeldforderungen somalischer Piraten sind fast alltäglich geworden. Letzte Woche hat dann aber doch eine kleine Meldung unsere Neugierde geweckt: Die vor Somalia stationierten französischen Soldaten werden jetzt auch auf französischen Fischerbooten eingesetzt. Sie sollen in der Region etwa ein Dutzend Boote beim Thunfischfang vor Seeräubern schützen. Und da stellt sich die Frage: Was haben französische Fischer eigentlich vor Somalia zu suchen?
Die Antwort: Die in vielen Ländern subventionierten Fischereiflotten sind nicht im gleichen Maße wie die Fangmengen abgebaut worden. Deshalb existieren viel zu hohe Fangkapazitäten. Technisch hochgerüstete Fischereiflotten aus Europa, Russland, China, Japan und einigen anderen Ländern fischen deshalb die Weltmeere und ebenso die Küstengewässer rund um Afrika ohne Rücksicht auf die einheimischen Fischer leer. Die Rechte, vor ihren Küsten innerhalb der 200-Meilen-Zone zu fischen, wurden vielen armen afrikanischen Ländern abgekauft - unter anderem von der Europäischen Union. Diese gibt die Lizenzen …

Kompletter Artikel: permanenter Link | Druckversion

Kategorie(n): Ausland  Wirtschaft 


  28.07.2009   +Feedback

Back in the U.S.A. oder: Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?

Nach einem Monat, der uns in Deutschland, Holland und Italien abwechselnd zum Schwitzen und zum Schnattern brachte und in dem wir herzlich wenig Zeit hatten, uns um Heimatnachrichten zu kümmern, mit denen in den Staaten die Sommerlöcher gestopft wurden, begrüßten uns zuhause gleich die neuesten Stürme im Wasserglas. Unsere Tochter, selber gerade erst nach einer internet- und telefonfreien Woche in komfortabler kanadischer Wildernis wieder ins Mediengetümmel zurückgekehrt, hatte sich für die Heimreise vom Ontariosee nach Colorado für den kleinen Umweg übers Elternhaus in Virginia entschieden und holte uns dabei—perfektes Timing—am Flughafen von Washington ab. Kaum hatten wir unser Gepäck im Kofferraum ihres Leih-Sonata verstaut, überfiel sie uns mit der Frage: “Na, was haltet ihr von dem Skandal um Skip?” Natürlich wußten wir gleich, um welchen Skip es sich handeln mußte, obwohl mehrere unserer Freunde auf den Spitznamen hören. Es konnte nur Henry Louis Gates, Jr. sein, Harvard-Professor und führende Koryphäe …

Kompletter Artikel: permanenter Link | Druckversion

Kategorie(n): Ausland 


Seite 280 von 307 Seiten « Erste  <  278 279 280 281 282 >  Letzte »