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Auslese



  15.05.2012   +Feedback

Klare Kante

Immer mehr Politiker, ob CDU, SPD, Grüne oder FDP, wollen jetzt klare Kante zeigen. Sie haben gelernt: Wer keine klare Kante zeigt, dem droht eine klare Niederlage.

Diese Entwicklung ist zu begrüßen. Lange genug haben sich Politiker davor gedrückt, klare Kante zu zeigen. Die einen zeigten nur eine unklare Kante, andere eine verschwommene, wieder andere sogar eine völlig verrutschte Kante. Ja, es gab sogar Politiker, die zeigten überhaupt keine Kante. 

Man nahm das nicht weiter krumm, weil man davon ausging, dass sie keine Kante besaßen, die sie hätten zeigen können. Und nun erfahren wir, dass sie ihre Kante bisher nur versteckt haben, weil sie glaubten, das Publikum wolle sie nicht sehen. Sie waren offenbar der Meinung, dass der kantenlose Politiker die Idealfigur besaß. Darum quetschten sie ihre eventuell vorhandene Kante verschämt in ein konservatives, sozialdemokratisches, grünes oder liberales Korsett.

Und nun wird allerorts das …

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Kategorie(n): Inland 


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  15.05.2012   +Feedback

Darauf einen Jäger!

Wenn es darum geht, wer unsere Freiheit am meisten bedroht, hat die Mohammed-Woche in Nordrhein-Westfalen (http://boess.welt.de/2012/05/05/verletzungsanfallige-gefuhle/) darauf eine klare Antwort gegeben.

Es waren nicht die Pro-NRW-Freaks, denn die haben sich korrekt verhalten und sind gleichzeitig so komplett unbedeutend, dass das schon wieder das Auffälligste an ihnen ist. Ein paar Leute, die gerne Propheten-Plakate schwenken. Kann man machen, wenn es einem gefällt.

Kommen wir zu den Achmed-Normal-Salafisten, die haben es mit Leichtigkeit geschafft, ganz neue Standards in Sachen Gewaltbereitschaft zu setzen. Ohne Mühe lassen sie die üblichen Konfrontationen am Rande von Nazidemos wie harmlose Schubsereien aussehen. Die Wahrscheinlichkeit, als Polizist oder Gegendemonstrant lebensgefährlich verletzt zu werden, dürfte bei einem Aufeinandertreffen mit Salafisten dramatisch höher sein als bei „Kapitalismus abschaffen“-Kundgebungen.

Obwohl also die Salafisten mit Waffengewalt versuchen, jene zu bedrohen und zu töten, die ihr erbärmliches Weltbild nicht teilen, haben sie es dennoch nicht geschafft, als …

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Kategorie(n): Inland 


  13.05.2012   +Feedback

Im Kino: “Headhunters”

Nach längerer Abstinenz war ich wieder mal im Kino und habe mir einen norwegischen Film angeschaut, der bei uns im „Beekman Theatre“, Ecke 67. und Third Avenue, lief: „Headhunters“. Keine Ahnung, wann das in Deutschland gezeigt wird. Vielleicht läuft es ja schon. Mein Ratschlag ist jedenfalls: Anschauen! Jedenfalls wenn man gut gemachte, intelligente Actionfilme und schwarzen Humor mag und vor en paar schauderschlimmen Szenen nicht zurückschreckt.

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Kategorie(n): Kultur 


  13.05.2012   +Feedback

Das Platte ist politisch

Die 7. Berlin-Biennale präsentiert sich die schlechteste aller Zeiten – und ihre Kuratoren sind stolz darauf

Alexander Wendt
 
Schon in der Elisabethkirche in der Berliner Invalidenstraße ahnt der Besucher der Biennale, dass es ab jetzt nicht mehr besser wird. In der säkularisierten Kirche findet die Eröffnungspressekonferenz statt, Klaus Biesenbach, Gründer und Kurator der legendären ersten Berlin-Biennale, gibt ein vergleichsweise kurzes Statement ab, der Kurator der jetzigen 7. Biennale Artur Zmijewski ein sehr langes, das immer dann, wenn man auf den Schlusspunkt kommt, in eine weitere Verzögerungsschleife aus knarzigem Kuratorenenglisch einbiegt. Und dann kommt schon die erste Performance: Junge herbeikuratierte Vertreter der Occupy-Bewegung kündigen an, in einen herrschaftsfreien Dialog mit den anwesenden Journalisten treten zu wollen, und stellen erst einmal klar, wie das Ganze abzulaufen hat: Das Publikum darf sich zustimmenden äußern (beide Arme über den Kopf, und Drehbewegung mit den Händen vollführen) oder ablehnend (Arme auf Kopfhöhe abwinkeln, Dreh- und Schüttelbewegungen nach unten). Gewissermaßen handelt es sich um die Abwandlung des Facebook-Daumens, optisch etwas vergröbert. Es folgen zwei Animationsversuche: „Findet ihr die Welt, wie sie ist gerecht? Findet ihr, dass es Zeit ist, die Verhältnisse zu ändern?“ Allerdings schütteln nur die Occupyvertreter die Arme bejahend in Richtung Himmel, was in einer ehemaligen Kirche besonders beeindruckend wirkt. Die Journalisten möchten nicht so recht mitmachen. Ein englischer Pressevertreter versteigt sich sogar zu der Bemerkung, als das Saalmikrofon herumgereicht wird, er finde die Aufführung etwas lächerlich. Darauf folgt ein engagiertes Armeabwärtsschütteln der Aktivisten. Auf der 7. Biennale geht es zwar unentwegt um Kritik – aber die sollte sich, wie der Besucher ziemlich schnell erfährt, nur gegen Verhältnisse richten.

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Kategorie(n): Inland  Kultur 


  12.05.2012   +Feedback

Der Euro wird zum Spaltpilz Europas

Günter Ederer

Was für ein Wahlabend am vergangenen Sonntag! Welches Ergebnis betrifft uns Deutsche am meisten? Und wer sind bei genauem Hinschauen die Sieger und Verlierer? Beginnen wir in Schleswig-Holstein. Dort erklärten sich die etablierten Parteien alle zum Sieger. Die CDU, weil sie die meisten Stimmen erhielt, die SPD, weil sie höchstwahrscheinlich den Ministerpräsidenten stellt. Die Grünen, weil sie zugenommen und die FDP, weil sie überlebt hat.

Dabei haben alle vier und auch noch die Linken und der dänische SSW an Stimmen verloren. Die CDU fast 100 000, die FDP 120 000, die Grünen immerhin noch 25 000. Nur die SPD ist mit Minus 4000 glimpflich davon gekommen. Sie hatte bei der letzten Wahl über 100 000 Wähler verloren und konnte diese nicht zurückgewinnen. Aber: die selbsternannten Sieger sind alle Verlierer. CDU und SPD zusammen haben weniger Stimmen als der Block der Nichtwähler. Die beiden großen …

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Wirtschaft 


  11.05.2012   +Feedback

Kopfgeld aus Teheran

Shahin Najafi ist ein Sänger, der aus dem Iran geflohen ist und in Deutschland lebt. Er singt kritische Lieder, die die iranischen Inquisitoren nicht mögen. Sie fordern nun seinen Tod. Die Schiaonline hat ein Kopfgeld auf ihn gesetzt. Der Mörder soll 100.000 Dollar für die Hinrichtung von Najafi in Deutschland oder sonst wo bekommen. Die Fatwa stammt von Ayatollah Safi Golpayegani.

Farsnews hat mehrere Meldungen dazu geschrieben und erklärt, dass Najafi ermordet werden muss und hat zu einer Kampagne zur Hinrichtung von Najafi aufgerufen.

Tatsächlich hatte Farsnews sich auf eine Fatwa von Großayatollah Safi Golpayegani berufen, die sich nicht allein auf Najafi bezieht. Daynews hat die Fatwa des Großayatollahs mit folgendem Wortlaut veröffentlicht. Großayatollah Safi Golpayegani wird wie in einer Fatwa üblich gefragt: „Im Namen Gottes. Seit einiger Zeit sind einige Söldner, die hauptsächlich zur Konterrevolution im Ausland gehören, dabei, ganz einfach im Internet und in …

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Kategorie(n): Inland  Ausland 


  11.05.2012   +Feedback

Unter Milieuschutz

Deutschland ist eines der am besten geschützten Länder der Welt. Klimaschutz, Mutterschutz, Denkmalschutz, Tierschutz, Jugendschutz, Datenschutz: Nichts bleibt ungeschützt und beinahe täglich kommen weitere schützenswerte Dinge hinzu.

Dazu passend ein kleines Ständchen von Georg Kreisler

Relativ neu ist beispielsweise der „Milieuschutz“, der besonders in Berlin beherzt verwirklicht wird. Im Bezirk Kreuzberg-Friedrichshain wurde eigens eine „Milieuschutzverordnung“ erlassen. Sie hat zum Ziel die dort eingeborene oder aus Baden-Württemberg zugezogene Bevölkerung für künftige Generationen zu bewahren: „Das Anliegen der Verordnung besteht darin, die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung aus städtebaulichen Gründen zu erhalten. Das bedeutet, dass Bewohner nicht durch Luxussanierungen und die damit einhergehenden Mieterhöhungen aus ihrem Wohngebiet verdrängt werden sollen, bzw. dass nur ‚Besserverdienende’ in der Lage sind, dort eine Wohnung zu mieten“. 

Preiswerter Wohnraum ist eine gute Sache, finden wir auch, doch wie erreicht man dieses Ziel? Die Verantwortlichen des …

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Kategorie(n): Inland  Wirtschaft 


  11.05.2012   +Feedback

Das Leben im Jahr 2092

Der Club of Rome hat unser Leben im Jahr 2052 beschrieben. Wie es scheint, müssen wir dann alle Fahrrad fahren. Und das Fliegen wird so teuer, dass sich nur noch Ölscheichs und Mitglieder des Club of Rome Flugreisen leisten können. Das sind düstere Aussichten. Aber ist der Blick auf das Jahr 2052 nicht zu kurz?  Das ist ja praktisch schon übermorgen. Im Grunde kann man heute schon anfangen, das Auto zu entsorgen und das Fahrrad zu putzen und aufzupumpen. Wäre es nicht lohnender, einen Blick auf das etwas fernere 2092 zu werfen?

Natürlich. Und es geschieht auch, nur wird die Analyse des Jahres 2092 noch nicht veröffentlicht. Offenbar will man abwarten, ob die Sache mit dem Fahrrad im Jahr 2052 auch klappt. Es zeichnet sich ein Problem ab: Da in 40 Jahren die Eiskappen der Pole weitgehend abgeschmolzen sind und der Meeresspiegel dramatisch angestiegen ist, gibt es praktisch …

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Kategorie(n): Bunte Welt 


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