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Auslese



  15.04.2014   06:44   Leserkommentare

Essen mit Ellen (Nr. 6): Hering

Ellen Daniel

Großartiges Norwegen! Welches andere Land würde auf einer offiziellen Regierungs-Website eine Ode an den Hering veröffentlichen, die dem Leser nicht nur das Wasser im Mund zusammentreibt, sondern auch die sozialen und politischen Fragen des Fischseins zu beantworten sucht.  Zitat: „Die schöne silberne Farbe verleiht dem Hering ein aristokratisches Äußeres, er lebt jedoch in Schwärmen, was ein bemerkenswertes Fehlen aristokratischer Unabhängigkeit darstellt. Aber ist es demokratisch oder undemokratisch, im Schwarm zu schwimmen?“

Diese Frage reiche ich an den Prinzen Hermann Otto Solms (FPD) weiter. Fest steht: Die Bestände des Nordsee-Herings entwickeln sich erfreulich, sogar der WWF hat vor einiger Zeit grünes Licht für den Verzehr gegeben. Nicht ganz so rosig sieht es in der Ostsee aus, aber dank...

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Kategorie(n): Kultur 


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  14.04.2014   21:21   Leserkommentare

Falsche Freunde

Walter Krämer

Auszug aus “Kalte Enteignung”, Campus Verlag

“Jetzt müssen sie zahlen”
Die französische Tageszeitung Le Figaro zu den Maastrichter Verträgen 1992

Die ersten Jahre des Euro und die nachfolgende Eurokrise haben eines gezeigt:  Mit dem Euro und mit Europa verbinden verschiedene Länder verschiedene Dinge. “Der Euro stärkt die europäische Union als Garanten für Frieden und Freiheit,” begründete Helmut Kohl den Euro am 23. April 1998 im Bundestag. “Von der heutigen Entscheidung – ich meine das nicht pathetisch – hängt es wesentlich ab, ob künftige Generationen in Deutschland und in Europa in Frieden und Freiheit, in sozialer Stabilität und Wohlstand leben können.”

Ähnlich ein Dutzend Jahre später Angela Merkel (der Euro als die „Friedensidee Europas“) oder Günter Oettinger: “Die Währung ist auch ein...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Wirtschaft 


  14.04.2014   21:05   Leserkommentare

Einer der weiß, wovon er schreibt

Marko Martin

Es war ein Bild, wenn schon nicht für die Götter, so doch für die Spottteufel: Ein nebliger Novemberabend am Berliner Wannsee und im Inneren des Literarischen Colloquiums ein hell erleuchteter Saal. Fünf Jahrzehnte zuvor hatte hier ein blutjunger Autor namens Hans Christoph Buch unter den Fittichen von Peter Weiss und Günter Grass an einer “Schreibwerkstatt” teilgenommen, die anderen Partizipanten zum Tagebuch-Sujet wurde: Hubert Fichte, der den gut aussehenden Jüngeren erfolglos anzubaggern versuchte, schrieb: “Hans Christoph Buch ist schön, aber nicht sexy.”

Nun aber saß der inzwischen etwas in die Jahre gekommene Autor zahlreicher Romane , Essays und Reportagen lediglich im Publikum, sah auf die gerahmte Wandfotografie mit den damaligen LCB-Größen und hörte einer robusten Literaturbetriebsfrau im Hosenanzug...

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Kategorie(n): Kultur 


  14.04.2014   15:54   Leserkommentare

Gaukeleien

Wenn deutsche Politiker ins Ausland reisen,  dann nehmen sie nicht nur ihre Assistenten, Frauen und Sekretäre mit, sondern meistens auch eine Tasche voller guter Ratschläge für die Gastgeber.

Als der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier zum Begräbnis des ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon nach Jerusalem aufbrach, erklärte er, er wolle die Gelegenheit nutzen, um mit Gesprächen mit israelischen Politikern den „Friedensprozess“ voranzubringen. Als Martin Schulz, deutscher Sozial-demokrat und Präsident des europäischen Parlaments, eine Rede in der Knesset hielt, beklagte er die Benachteiligung der Palästinenser bei der Verteilung des Wassers.

Zuletzt hat der deutsche Bundespräsident, Joachim Gauck, den Schweizern eine Nachhilfestunde in angewandter Demokratie gegeben. „Die direkte...

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Kategorie(n): Inland 


  14.04.2014   13:38   Leserkommentare

Menschheit über Bord

Mit Noah kam nun eine der berühmtesten Bibelgeschichten ins Kino. Leider verpasste es Mel Gibson, sich mit dem Stoff zu beschäftigen, weswegen es keine Zeitlupenaufnahmen von Ertrinkenden gibt, auch bleibt die Gelegenheit ungenutzt, Noah dabei zu zeigen, wie er mit dem Beil die Hände abtrennt, die sich an der Arche festklammern. Nicht einmal eine ordentliche Folterszene kam ohne ihm zustande.

Andererseits kann man sich auf das talibaneske Personal der Bibel verlassen. Weswegen der Held der Geschichte auch ohne das Zutun von Mel “Passion” Gibson nichts mit der christlichen Nächstenliebe-Rhetorik zu tun hat und stattdessen von dem apokalyptischen Feuer eines 9/11-Attentäters erfüllt ist. Noah ist offenbar ein zivilisationsmüder Außenseiter, der alles hasst, was die Menschheit erschaffen hat. Er verbietet seiner Familie,...

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Kategorie(n): Inland  Ausland  Kultur 


  14.04.2014   11:07   Leserkommentare

Eine rätselhafte Monströsität

Eugen Sorg

Auf der ganzen Welt wird in diesen Tagen an den Völkermord von Ruanda erinnert. Vor 20 Jahren hatte sich der Mehrheitsstamm der Hutu aufgemacht, das Minderheitsvolk der Tutsi auszurotten. Hundert Tage hatte das Töten gedauert, das vor allem mit Macheten und Knüppeln ausgeführt wurde und rund eine Million Opfer forderte. Einer der «dunkelsten Momente in der Geschichte der Menschheit», beschied UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon vor wenigen Tagen anlässlich einer Gedenkfeier in der ruandischen Hauptstadt Kigali, und Politiker, Würdenträger, Kommentatoren aus allen Ländern verkündeten einstimmig, dass sich «Ruanda nie mehr wiederholen darf».

Die Beschwörungen und Trauerminuten waren ernst gemeint, aber sie wirkten trotzdem ritualartig und hohl. Nach Ruanda hatten sich vergleichbare Massaker ereignet, in Darfur...

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Kategorie(n): Ausland 


  14.04.2014   08:54   Leserkommentare

Tagebuch der Friedlichen Revolution

Elfter April 1989

Große Ost-West-Ost-Reisetätigkeit. Der SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel trifft in Moskau ein. Er will mit dem sowjetischen Generalsekretär Gorbatschow Gespräche zu Abrüstungsfragen führen.
Gorbatschow wird kein Wort verloren haben über die enormen materiellen Schwierigkeiten, in die das ambitionierte Hochrüstungsprogramm die Sowjetunion gebracht hat. Er verhandelt immer noch aus einer Position der Stärke heraus.

In Ostberlin wird der Generaldirektor der UNESCO im Staatsrat der DDR empfangen. Er könnte sich außerhalb des offiziellen Besuchsprogramms vom erfolgreichen „Ruinen-Schaffen ohne Waffen“ in der DDR überzeugen.
Stattdessen hört er sich brav an, was die DDR zum Erhalt der Weltkulturerbe-Stätten wie Quedlinburg tut. Wie es gleich daneben aussieht, will der UNESCO-Chef lieber nicht wissen.

...

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Kategorie(n): Inland 


  13.04.2014   10:36   Leserkommentare

Irgendwie schuldig oder so

Das Kabarettisten-Duo „Die Märchenprinzen“ hatte in den 90er-Jahren eine Nummer im Programm, die „Betroffenheits-Stadl“ hieß. Darin wurde die demonstrative Selbstbezichtigung des deutschen Kirchentagsmilieus im Stile einer Volksmusiksendung parodiert. Als Höhepunkt führten die beiden einen Schuhplattler auf, bei dem sie sich selbst Ohrfeigen gaben und dazu sangen: „Wir sand schuld, dös is Kult.“

Der Wunsch nach Selbstbezichtigung hat seither fast die gesamte gebildete Mittelschicht erfasst und gehört heute zum guten Ton, wie regionale Küche und Windkraft-Aktien. Ob Klimawandel oder Armut in Afrika, Terrorismus oder dem Rückgang der Rotbauchunken. Kommt das Gespräch auf eines dieser Themen, wird immer jemand sorgenvoll die Stirn runzeln und sagen, daran seien „wir alle“ schuld.

Ein besonders schönes Beispiel...

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Kategorie(n): Kultur