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Auslese



  21.10.2014   14:53   Leserkommentare

Sind Frauen die am stärksten diskriminierte Mehrheit?

Von René Scheu

Quoten machen Frauen schlecht: Jene, die’s nicht schaffen, schaffen es trotz Quote nicht. Und jene, die’s schaffen, nur dank Quote

Auch wer den dauerpräsenten Diskriminierungsdiskurs ermüdend findet, dürfte zugeben: Minderheiten haben guten Grund, sich gegen Benachteiligungen zur Wehr zu setzen. Die moderne Eidgenossenschaft ist nichts anderes als ein mutiges Experiment, das seine höhere Berechtigung daraus zieht, dass es Minderheiten sprachlicher, kultureller und konfessioneller Art überproportional viel Macht und Mitsprache einräumt. Bleibt die Frage: Haben auch die Mehrheiten Grund, sich benachteiligt zu fühlen?

Die prominenteste Mehrheit der Schweiz stellen die Frauen. 100 Bewohnerinnen der Eidgenossenschaft müssen sich – rein statistisch gesehen – 97,7 Männer teilen. Trotz einer Nettoerwerbsquote...

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Kategorie(n): Kultur 


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  20.10.2014   14:57   Leserkommentare

Grober Unfug: Armutsstudien messen nicht die Armut, sondern die Ungleichheit

Auch diesen Herbst wieder werden die gewohnt-vertrauten Armutsstudien das deutsche Medienpublikums verwirren. Denn sie lassen ihre Leser immer wieder staunen, warum trotz wirtschaftlichen Aufschwungs die Armut in Deutschlandland nochmals weiter angestiegen – oder nicht zurückgegangen - ist. Was man aber hier misst und beklagt, hat mit Armut nichts zu tun. Arm (bzw. „armutsgefährdet“) ist, wer weniger als 60% des Median-Einkommens zur Verfügung hat, also des Einkommens, das die Bevölkerung in zwei gleiche Hälften teilt.  Das beträgt derzeit netto rund 18.000 Euro für eine einzelne Person pro Jahr, 60% davon sind rund 11.000, mit weniger ist man nach dieser Sicht der Dinge arm.

Aber diese Sicht der Dinge ist grober Unfug. Mit 11.000 Euro im Jahr wäre man in neun Zehntel aller Länder dieser Erde reich. Und noch weit...

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Kategorie(n): Inland  Wissen 


  19.10.2014   18:56   Leserkommentare

Euro-Wunderland ist abgebrannt

Lange nichts mehr vom Euro gehört, nichts, das die Herzen höher schlagen ließe. Kein liturgische Feier der Währungsunion. Kein Hosianna der Euro-Priester, weder von Martin Schulz noch von Jean-Claude Junker, dem alten Schluckspecht. Nicht einmal der im Glauben gefestigte Wolfgang Schäuble mag derzeit über die Einheitswährung als Unterpfand des Wohlstands und Garant des Friedens predigen, seine Deutschen daran erinnern, dass sie die großen Gewinner der Euro-Wette sind.

Läuft das Geschäft wirklich so gut, dass man kein Wort mehr darüber verlieren muss? Fürchtet der Finanzminister, die anderen noch neidischer zu machen, als sie es ohnehin schon sind, wenn sie erfahren, wie wir uns die Tasche voll stopfen? Oder könnte es sein, dass die Rechnung nicht mehr so aufgeht, wie es dem Volk, dem großen Lümmel, versprochen wurde?...

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Kategorie(n): Wirtschaft 


  19.10.2014   06:12   Leserkommentare

1989 - Tagebuch der Friedlichen Revolution

Achtzehnter Oktober 1989
Die ganze Welt spricht über den Machtwechsel in der DDR. Auch andernorts hat man die zustimmende Reaktion des neuen Generalsekretärs auf das chinesische Massaker noch im Ohr. Die Erwartungen sind dementsprechend niedrig. Die westliche Presse reagiert zurückhaltend bis kritisch. Bundeskanzler Helmut Kohl und Oppositionsführer Hans-Jochen Vogel begrüßen mit eignen Erklärungen die Ablösung Honeckers und fordern schnelle Schritte zur Demokratisierung der DDR. Das will der neue Generalsekretär unter Beweis stellen. Krenz räumt ein, dass es erhebliche Störungen im Verhältnis zwischen Parteiführung und Volk gibt. Er gibt zu, dass die Wirtschaft Mängel aufweist. Er kündigt ein neues Reisegesetz an und einen „Dialog“. Allerdings mit dem Ziel, den „Sozialismus in der DDR weiter auszubauen“. Krenz ist...

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Kategorie(n): Inland 


  18.10.2014   19:31   Leserkommentare

Die Einsamkeit des Carnivoren

Das feuilletonistische Segment der globalisierten Gesellschaft zieht es jedes Jahr zur Frankfurter Buchmesse. Es versammeln sich sehr belesene und sehr schwarz gekleidete Menschen, die am Abend sämtliche Tische der gehobenen Frankfurter Gastro-Szene unter sich aufteilen. Bei so einem Verlags-Abendessen geht es sehr babylonisch zu. Und doch eint die weltweite Hochkultur die gleiche Frage: Essen Sie vegetarisch oder vegan? Die Anwesenheit eines gemeinen Carnivoren in der Runde wird gar nicht mehr in Betracht gezogen. Und so kommt es beim Bestell-Vorgang stets zum Schwur. Die Damen sind zuerst dran und es wird ein Salätchen oder auch Gemüse geordert, die eher lebenslustigen neigen zur vegetarischen Pizza. Der in jeder Beziehung konventionell veranlagte männliche Fleischfresser hat spätestens jetzt ein Problem. Will er es sich mit dem...

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Kategorie(n): Inland  Kultur 


  18.10.2014   09:32   Leserkommentare

Klopfzeichen aus der Welt der Sozialwissenschaften (45): Soziale Konditionierung

Wer eine Ahnung davon bekommen möchte, wie die Berichterstattung der Massenmedien durch die Verwendung stereotyper Begriffe die Wahrnehmung von Politik beeinflusst und damit letztlich auch die inhaltliche politische Meinungsbildung, kann dies mit einem kleinen Gedankenexperiment tun und die folgende Frage beantworten: „An welche Partei denken Sie, wenn sie das Wort ‚Klientelpolitik’ hören?“

Die meisten Menschen werden bei diesem Stichwort spontan an die FDP denken. Doch warum eigentlich? Warum denkt kaum jemand spontan an die Grünen, die in den letzten Jahren mit gewaltigem propagandistischen Aufwand durchgesetzt haben, dass ihre Kernwähler von Studiengebühren befreit wurden - auf Kosten der Berufstätigen, von denen die meisten nie eine Universität von innen gesehen haben? Warum denkt man nicht an die Sozialdemokraten,...

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Kategorie(n): Inland  Wissen 


  17.10.2014   19:04   Leserkommentare

Roman: Die Nachhaltigen (4)

Ein schwarzer Schauspieler wird für die Rolle des Adolf Hitler abgelehnt und tritt damit eine Rassismusdebatte los. Das ist die Ausgangssituation im Roman “Die Nachhaltigen”. Und nun direkt in die Leseprobe, in der die “Bürger_innen gegen Rassismus auf deutschen Bühnen!” (B_igRadB!) erstmals vor dem Theater demonstrieren:


»Kein Rassismus auf deutschen Bühnen!«, schallte es Bastian entgegen. Was war hier los? Eine Menschenmenge belagerte das Theater und skandierte immer wieder diese Parole. Er stand vielleicht fünfzig Menschen gegenüber. Mehrheitlich Frührentner, daneben auch Studenten und ungewöhnlich viele Mütter mit Kinderwagen. Sie blickten Bastian so entschlossen an, als wäre er ein Problem und sie die dazugehörige Lösung.

Fleißige Leute schwirrten umher und drückten den vorbeieilenden Passanten Flyer in die...

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Kategorie(n): Inland  Kultur  Satire 


  16.10.2014   20:42   Leserkommentare

Die Angst der Deutschen vor dem Ball

Wie konnte es passieren, dass Deutschland gegen Polen null zu zwei verloren hat und gegen Irland eins zu eins ebenfalls verloren hat, denn von einem Unentschieden kann man da ja wohl nicht sprechen? Wird die deutsche Mannschaft jemals wieder mit Zuversicht und frohen Herzens auf den Platz traben? Oder haben wir es mit einem neuen Phänomen zu tun? Mit der Angst der Deutschen auf dem Spielfeld? Jener Fußballer also, über die der Engländer Gary Lineker sagte: Beim Fußball jagen 22 Spieler 90 Minuten lang den Ball, und am Ende gewinnen immer die Deutschen?

Was ist geschehen? Sind die deutschen Pleiten womöglich Vorboten einer drohenden nationalen Gesamtkatastrophe? Wer ist schuld an dem Rasenunglück? Sind es, was kaum denkbar ist, etwa die Spieler? Oder hat die neue Neigung zum Desaster andere, düstere Ursachen? Ich möchte keinen...

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Kategorie(n): Inland