Aber die Freiheit als solche, als Wert errungen in Revolutionen und Kriegen und bezahlt mit dem Blut von Tausenden, ist beiden Lagern nur Mittel zum Zweck. Die Verfechter der Meinungsfreiheit negieren die Religionsfreiheit – und andersherum. Dabei sollte unstrittig sein: Was Sarrazin und Buschkowsky sagen, was dänische Karikaturisten zeichnen oder in einer Oper in Berlin zur Aufführung kommen soll, all das gehört zur Diskussionskultur einer kritischen Öffentlichkeit. Das Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung, in Frankreich als eines der „vornehmsten Rechte des Menschen“ bezeichnet, muss verteidigt werden. In Deutschland gegen Sarrazin zu protestieren wie in Kairo gegen die Mohammed-Karikaturen, zeugt von einer ähnlich verblendenden Ideologie.
Doch es gilt ebenso das Grundrecht auf eine ungestörte Religionsausübung. Wer eine Moschee besuchen, Kopftuch tragen oder zu festen Zeiten beten möchte, muss das in einem freien Land tun dürfen. Ja, mehr noch: Integration misst sich nicht daran, ob Muslime den Musikantenstadl sehen, zum Christopher …
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