Rainer Bonhorst / 06.02.2013 / 20:56 / 0

Zur Strafe wird gesiezt

Martin Lohmann, Theologe und Chefredakteur eines katholischen Fernsehsenders vertritt in der Pillenfrage empörenderweise die gleiche Haltung wie der Papst. Dafür hat ihn jetzt die Höchststrafe ereilt, die jemals über einen konservativen Katholiken verhängt worden ist. Talk-Master Markus Lanz hat ihm das „Du“ entzogen und spricht ihn jetzt nur noch mit „Sie“ an.

Es ist zu vermuten, dass daraufhin im Vatikan sofort eine Krisensitzung anberaumt wurde. Dabei wurde sicherlich auch die Frage erläutert, ob nun die Gefahr besteht, dass Markus Lanz auch dem Heiligen Vater das „Du“ entzieht. Hier kann aber wohl Entwarnung gegeben werden. Offenbar hat Lanz dem Papst bisher noch gar nicht das „Du“ angeboten. Und es ist anzunehmen, dass dies nach dem Eklat um Martin Lohmann vorerst auch nicht geschehen wird.

Lohmann hat ja nicht nur einen sondern gleich zwei weltbewegende Erschütterungen zu verantworten. Schon bei Günther Jauch hat er sich dagegen ausgesprochen, dass nach einer Vergewaltigung dem Opfer die „Pille danach“ verabreicht werden darf. Diese offizielle Linie der katholischen Kirche hat in Jauchs versammelter Kongregation derart für Empörung gesorgt, dass auch Markus Lanz etwas von der Aufregung mitkriegen wollte. Es gelang. Auch sein Publikum ärgerte sich erwartungsgemäß über den papsttreuen und pillenfeindlichen Katholiken, und zwar mindestens genauso heftig wie die Jauch-Fans.

Nun gut. Damit war Lanz eine Art Jauch zwei. Bis er auf die Idee kam, seinen Duz-Freund Lohmann wegen dessen Pillenphobie zum bloßen Siez-Herrn zu degradieren. Diese Möglichkeit war Jauch verwehrt, weil er nicht so viele Leute duzt wie Lanz. Pech gehabt.

Vom Pillenphob Lohmann heißt es, dass er schon mehrere Ave Maria gebetet habe, in der Hoffnung, dass ihn die Heilige Jungfrau von dem fürchterlichen Lanz-Fluch erlöst. Über eine Antwort Marias ist nichts bekannt. Auch nicht darüber, ob sie ihn im Falle einer Antwort geduzt oder gesiezt hat.

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