Dirk Maxeiner / 27.01.2016 / 13:45 / Foto: Astrid Reuber / 8 / Seite ausdrucken

Zirkus-Übertragung: Die ARD dressiert lieber das Publikum

Seit nunmehr fast 40 Jahren treten die besten Akrobaten, Clowns und Dompteure der Welt beim berühmtesten Zirkusfestival der Welt auf - dem "Festival International du Circque de Monte Carlo". Das zirzensische Großereignis ist gerade zu Ende gegangen und bot verblüffende Tierdressuren. Einer der Stars war „Raubtierflüsterer“ Martin Lacey vom Circus Krone, der seine Löwen zusammen mit den Tiertrainern Massimiliano Nones und Nikolai Pavlenko präsentierte. Die drei besten Raubtierlehrer der Welt waren in der Manege versammelt.

Ob die ARD-Zuschauer diese Tiernummern bei der geplanten Übertragung  auch zu sehen bekommen, ist höchst unwahrscheinlich. Bei der Ausstrahlung des letztjährigen Festivals hat die ARD sämtliche prämierten Dressurnummern mit Wildtieren herausgeschnitten. In den Jahren davor die gleiche Bevormundung des Fernsehzuschauers. Im Fernsehprogramm unserer französischen und Schweizer Nachbarn waren übrigens immer alle Tiernummern zu sehen.

Die ARD lässt sich offensichtlich in vorauseilendem Gehorsam vor den Karren merkwürdiger Tierrechtsorganisation wie PETA ("Der Holocaust auf Ihrem Teller") und ähnlicher dubioser Vereine spannen. Das Publikum soll offensichtlich vor dem Eindruck bewahrt werden, dass es bei Wildtierdressuren auch harmonisch, liebevoll und tiergerecht zugehen kann. Die Haltung und Dressur von Wildtieren im Zirkus wurde in den letzten Jahrzehnten so verbessert, dass inzwischen auch wissenschaftliche Studien bestätigen, dass sich Tiere in Zirkussen wohlfühlen können und das keine Verhaltensstörungen auftreten.

Die Tierdressur gehört für das Zirkuspublikum nach wie vor zu den größten Attraktionen. Aber Zirkusse mit Elefanten und anderen teuren Großtieren gibt es hierzulande ohnehin kaum mehr ein Dutzend, dazu kommen 200 bis 300 kleine Familienunternehmen, die nur durch extreme Selbstausbeutung überleben und sich ohnehin nur ein paar Ponys und Lamas leisten können.

Es geht doch auch ohne Tiere, wenden die Kritiker ein. Ja, aber dann ist es kein Zirkus mehr, sondern Varieté. Tiere machen die spezielle Zirkusluft aus. Aber würden sie uns fehlen, außer ein paar Nostalgikern? Ich glaube schon. Es wäre ein Verlust. Ein weiteres Fenster zu den Tieren würde verschlossen. Auch die besten Naturfilme können Nähe und Geruch wilder Tiere nicht ersetzen. Eine Nähe, die nur noch Jäger, Naturschutzprofis und ein paar Forscher erleben. Dem Normalbürger und seinen Kindern begegnen keine Wildtiere, außer im Zoo und im Zirkus. Ohne solche Sinneseindrücke bleiben sie so virtuell wie die Schimären in Fantasy-Filmen und Computerspielen. Man sieht sie, aber man spürt sie nicht.

Wer heute die Anti-Zirkus-Kampagne unterstützt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Tierrechtler als Nächstes die Zoos abschaffen wollen. Schritt für Schritt, zunächst die Delfinarien, dann den Rest. Am Ende der Peta-Agenda steht ganz offiziell die Befreiung der Hunde und Katzen von ihrem Haustierdasein. Ob diese Welt dann frei von Tierleid wäre, ist fraglich. Sie wäre auf jeden Fall ein kälterer Ort. Nähe zur lebendigen Natur ist für manche Menschen so wichtig wie für andere Musik. Liebe Menschenrechtler, redet doch mal mit den Tierrechtlern, ob wir nicht ein paar Elefanten behalten dürfen.

 

 

 

 

 

Foto: Astrid Reuber
Leserpost (8)
Vasile Raducanu / 28.01.2016

Die ARD zensiert bei der Übertragung des Circusfestivals von Monte Carlo ohne rechtliche Grundlage. Dem Gebührenzahler werden so Inhalte vorenthalten auf die er ein Anrecht hat. Es gibt viele hervorragende Beispiele für gute Tierhaltung im Circus und es wird Zeit, dass diese auch wieder in der ARD präsentiert werden.

Birgit Behrmann / 28.01.2016

“PETA [ ] und ähnliche dubiose Vereine….” Warum werden nachweislich seriöse Tierschutzorganisationen immer wieder mit PETA über einen Kamm geschoren? Weil der schlechte Ruf, den PETA sich gemacht hat am besten dazu taugt, Tierleid zu rechtfertigen. Die übertreiben ja eh immer, oder? Sämtliche Tierschutzorganisationen, u.a. der deutsche Tierschutzbund, WWF, Tasso, Vier Pfoten usw. sind gegen die Wildtierhaltung im Zirkussen. Es gibt weltweit keine einzige Tierschutzorganisation, die sich nicht gegen die Wildtierhaltung im Zirkus ausgesprochen hat. Das sollte jedem Zirkusbesucher zu denken geben.

Dr.Dr.Eberhard Albert / 28.01.2016

Ein ganz herzliches “DANKESCHÖN” an Herrn Dirk Maxeiner. Das,was das “öffentlich-rechtliche Fernsehen"mit seinen Zuschauern macht,ist einfach nur absichtliche Fehlinformation.Wie soll man noch Aussagen zur Weltpolitik und zum internationalen Geschehen glauben,wenn schon beim Thema “Zirkus” so durch Weglassen gelogen wird. Ist es nicht beängstigend,wenn die Tierschutzvereine vorgeben,was gesendet werden darf? Tiere gehören zum Zirkus. Die Arbeit mit den Tieren im Zirkus ist keine Tier- Quälerei. Die Haltung von Tieren im Zirkus ist möglich. Tierschutz ist wichtig,aber dort,wo es notwendig ist. Vielleicht merken die Verantwortlichen der Sender bald,wie sie manipuliert werden und dann die Zuschauer weiter manipulieren. Ich hoffe,es gibt bald ein Umdenken.

Gerd Wittig / 28.01.2016

Es ist eine Schande, was das öffentlich, rechtliche Fernsehen hier macht. Der Wasserträger von PETA zu sein ist ärmlich und wir dürfen das alles mit Zwangsgeld bezahlen. Wann schreitet die Politik hier ein? Diese Organisation will keine Tiere in Menschenhand und nur noch Körner auf dem Teller. Wenn alle Menschen die direkt oder indirekt mit Tieren im beruflichen Umfeld zu tun haben, arbeitslos würden, da ging ein Aufschrei durch Deutschland bzw. die Welt. Wie PETA aufgestellt ist, kann man im Internet sehr gut sehen. Die Tiere in Not bekommen am Wenigsten von den Spenden. Das meiste Geld, wird für Gehälter und Werbung für diese unmögliche Vorstellung verwendet.

Wolfgang Richter / 27.01.2016

Und nach den Zoos kommt dann auch ziemlich schnell die private Tierhaltung dran. willkommen in der nicht nur medialen Bevormundungsgesellschaft der Demokratur namens “BRD”, wobei sich jeder aussuchen kann, ob er das “B” tatsächlich noch dem “Bund” oder einer gelben, gebogenen Frucht zuordnet.

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