Wolfram Ackner / 24.08.2016 / 06:00 / Foto: Anthony Letmon / 8 / Seite ausdrucken

Wie töte ich einen Maulwurf?

'Wie töte ich einen Maulwurf', zeigt mir Google in letzter Zeit als den am häufigsten von mir verwendeten Suchbegriff an, und das kommt so: Dieses Jahr übernahm ich zusammen mit meinem Bruder Karsten das alte Wochenendgrundstück unserer Familie im Muldentalkreis. Eine ehemalige Biberfarm, abgelegen mitten im Wald, völlig verwildert, weil gleich nach der Wende nebenan ein Steinbruch eröffnete und die Sprengungen und der Staub unsere Großfamilie vertrieb. Ein Vierteljahrhundert Dornröschenschlaf - und jetzt gehört 'Schloss Steinmehl' uns. Halbverfallen, mit wilden Rosen und Brombeeren zugerankt, aber ein 60qm-Saal für illegale Metal-Konzerte und wilde Partys sowie acht Zimmer, wo noch jede Schnapsnase gegen Morgengrauen einen Schlafplatz findet.
 
Wie doch so ein Grundstück mein Leben verändert. Plötzlich erwische ich mich bei Dingen, die ich früher belächelt hätte. Zum Beispiel kaufe ich mir neuerdings voller Begeisterung Gartenzeitungen ... dabei immer vorsichtig nach rechts und links blickend, auf dass mich auch ja keiner meiner Rockerkumpels dabei erwischt.
 
Ein Meer aus Blüten und Düften soll es werden, dort, wo jetzt noch alles mit Gestrüpp und Unkraut zugewuchert ist. Eine Symphonie der Sinne, genau wie der Garten von Frau Schmidt, 'Lesergarten des Monats' aus meiner Gartenzeitung. Also frisch ans Werk. Den knochenharten Urwaldboden aufhacken, umgraben, auf allen vieren über den Boden rutschen, mit erdverschmierten Fingern Wurzeln herausreißen, schubkarrenweise das gerodete Unkraut wegfahren, mühsam mit Spitzhacke und Vorschlaghammer Fundamentreste beseitigen, schließlich die dem Urwald abgetrotzte Nutzfläche glatt rechen.

Eine lindgrüne Rasenfläche, fast so schön wie das heilige Grün im Leipziger Zentralstadion

Glücklicherweise hatte ich vor Beginn der Arbeiten keine Ahnung, was mich erwartet. Ich hätte es sonst gelassen, und wäre vermutlich mit der Erzählung hausieren gegangen, dass mich gerade die Wildnis meines Grundstücks unwiderstehlich reizt. Aufgrund des unerwartet hohen Arbeitsumfangs bekommt meine Motivation nämlich schon nach einer Woche harter Plackerei einen Knacks und ich beschließe, einen Gang zurückzuschalten.

Krisenzeiten rufen nach Bescheidenheit, und diese von mir geplante Symphonie der Sinne, dieses Meer aus roten, gelben, blauen, lila Blüten, aus planvoll angeordneten Ziergräsern, Stauden; aus Sichtachsen setzenden duftenden Büschen, aus exotischen Gemüsesorten und einem Steingarten, auf dem sich Salamander und Blindschleichen die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, würde mit seinem Protz sicher abstoßend auf meine Nachbarn wirken. Auf alle beide. 'Weniger ist manchmal mehr', überzeuge ich mich selbst, kloppe meine in langer, mühsamer Arbeit selbsterstellte Pflanzenwunschliste in die Tonne und kaufe schlicht und einfach einen Beutel Rasensamen.

Drei Wochen später steht dort, wo grade noch verrottende Bäume und Unkraut ineinander verschlungen standen, wo noch vor wenigen Wochen Mauerreste der Biberkäfige an den vormaligen Zweck des Gebäudes erinnerten, eine piekfeine, dichte, lindgrüne Rasenfläche, fast so schön wie das heilige Grün im Leipziger Zentralstadion. Ich wünschte, ich hätte an jenem Sonntag vor unserer Abfahrt ein Beweisfoto gemacht, denn es war das erste und einzige Mal, dass mir dieser Anblick vergönnt war, denn unmittelbar darauf zieht ein Maulwurf ein.
 
Seitdem kann ich nicht mehr ruhig schlafen. Seitdem trage ich Mord im Herzen.
 
Nach einer Woche sind es 15 hässliche dunkle Erdhaufen, die wie kleine Termitenhügel durch den frisch gesäten Rasen stoßen. Ich öffne die Maulwurfsgänge, setze Röhrenfallen ein und verlasse unser Grundstück voller guter Hoffnungen. Bei meiner Rückkehr am nächsten Wochenende hat sich der Zahl der Maulwurfshügel auf dreißig verdoppelt. Aber was Russen und Amerikaner jahrzehntelang konnten, kann ich allemal. Jetzt wird aufgerüstet. Ein batteriebetriebener Anti-Maulwurfs-Stab, der Vibrationen und Schallwellen absondert, wird von mir eingegraben.

Dieser kleine pelzige Penner wird mich kennenlernen!

Eine Woche später komme ich voller Erwartung auf mein Grundstück ... und es erwarten mich um die 50 Hügel. Jetzt reicht es!! Dieser kleine pelzige Penner wird mich kennenlernen!! Ich stecke 20 leere Bierflaschen mit dem Flaschenboden nach unten in die freigeschaufelten Öffnungen der Maulwurfsgänge. Das vom Wind erzeugte Pfeifen und Heulen wird Grabowski sicher den Spaß daran verderben, meinen Garten weiter zu unterminieren.
 
Doch am nächsten Wochenende sind es 70 Maulwurfshügel, und ich bin den Tränen nahe. Was kann ich nur tun, um diesen Krieg zu gewinnen? Ich kämpfe ja wirklich unermüdlich für die Rettung des Regenwalds, aber soviel Krombacher vertrage nicht einmal ich, um mit dieser exorbitanten Buddeltätigkeit Schritt halten zu können. Und wie soll denn das aussehen, wenn hier hundert Bierflaschen im Boden stecken und im Sturm laut vor sich hin pfeifen?!? Wo soll denn da noch Platz für all die Farbenfreude und Düfte sein?! Soll ich meine Blümchen etwa als Schnittblumen in die offenen Flaschenhälse stecken? Das ist doch unmöglich! Kein Lesergarten des Monats sieht so aus!!
 
Ich vergrabe meine beiden uralten Computerboxen in einen Maulwurfshügel, schließe meinen MP3-Player an und beschalle die Unterwelt mit Death-Metal und Grindcore. Den ganzen Tag dröhnt ein Krach durch den Wald, als würde ein Schlagzeuger mit seinem Kitt eine Kellertreppe herunterfallen, als würde der Sänger bis zur Brust in einem Topf mit siedenden Öl stecken und sich dabei die Kehle aus dem Leib schreien, als würde der Gitarrist seine auf B gestimmte Axt mit einer groben Raspelfeile bearbeiten.

Grabowski wird ersäuft! Basta!

Als prompte Antwort finde ich das darauffolgende Wochenende noch mehr Hügel vor, und begrabe endgültig jede Hoffnung, dass dieser Konflikt durch bloßes vergrämen zu beenden ist. Mit einer Pflanzschaufel lege ich alle Eingänge frei und eile mit beiden Gießkannen zu unserem künstlich angelegten Regenwasserteich, der einzigen Wasserquelle auf dem Grundstück. Schluss mit Larifari. Schluss mit Wischiwaschi. Grabowski wird ersäuft! Basta! Ausrufezeichen!

Hin und her hetze ich, hundertmal, einhundertfünfzig Mal, jedes Loch wird einzeln befüllt. Am Abend ist der Teich, unsere einzige, dringend benötigte Wasserstelle, so gut wie leer, der Rasen eine löchrige Sumpflandschaft, ich müde und abgehetzt ... aber auch befriedigt. Grabowski ist Geschichte! In Regenwasser ertränkte Geschichte!
 
Eine Woche später gibt es unzählige neue Hügel, die wie kleine Minarette aus dem Boden ragen, den Gebiets- und Machtanspruch der Parallelgesellschaft unter mir demonstrierend. Gruselig. Grabowskis Frau rennt bestimmt mit Burka durch die Gänge und hat immer noch kein Wort Deutsch gelernt.

Zutiefst verbittert knalle ich meine Gartengeräte in den Schuppen, steige unverrichteter Dinge in mein Auto, fahre nach Hause. In mir nichts als Verzweiflung. So viele wichtige Dinge, um die ich mich kümmern müsste! Und meine Kinder warten sehnsuchtsvoll auf mich, aber alles woran ich denken kann ist: MaulwurfMaulwurfMaulwurf! Nein, ich kann kein guter Papa sein, wenn ich Mord im Herzen trage!

Es wird sein wie bei "The Day after"

Nach einer durchgrübelten Nacht kommt mir die Erleuchtung. Mein Bruder Karsten hat doch eine potenzielle Wunderwaffe in petto. Eine Apparatur, die ich ihm für sein Titanick-Theater geschweißt habe, eine umgebaute Propangasflasche, in der mit einem Kompressor Luft auf 20 Atmosphären verdichtet wird, um dann schlagartig einen gewaltigen Luftstoß freizusetzen. Gebaut, um mit ungeheurem Druck Wasserfontainen oder Feuersäulen in die Höhe zu schießen. Ich mach mir ein Bier auf, setze mich auf meine Couch, schließe die Augen und träume.

Es wird sein wie bei "The Day after", exakt genauso wie in der Sequenz, in der die Amerikaner zum atomaren Gegenschlag ausholen. Wo in der einen Sekunde noch die Menschen am Rande eines kleinen Örtchens stehen, entlang einer Straße, sich fröhlich unterhaltend, Autos tuckern vorbei, Kinder spielen, die Illusion von Ruhe und Friedlichkeit ... und plötzlich zoomt die Kamera zurück, man erkennt die karge Prärie-Landschaft des mittleren Westens, sieht die sich unter dem Schrillen der Alarmglocken öffnenden Raketensilos, hört das donnern der zündenden Triebwerke, sieht dutzende Atomraketen mit einem Feuerschweif gen Himmel steigen, das Ende der Welt verkündend.

Genauso wird es laufen. Ich werde Grabowski unter lautem Getöse aus seinem Tunnelsystem schießen, direkt nach Russland, wie sich das gehört. Ich werde im Geräteschuppen meinen Gefechtsstand aufbauen, meine Leitzentrale, und wenn ich den Kippschalter drücke, öffnen sich die schweren stählernen Deckel der Maulwurfshügel und auf Knopfdruck schießen zwanzig Bierflaschen, ein fieser mieser Maulwurf samt Gemahlin und zwei Computerboxen mit einem riesigen Feuerschweif aus den Löchern und verschwinden auf Nimmerwiedersehen durch die Wolken. Yippie-ya-yeah, Schweinebacke!

Doch, oh je, bei dem sofortigen Anruf stelle ich fest, dass sich diese wunderbare Erstschlagswaffe mit dem Titanick-Theater auf großer Tournee befindet.
Jetzt kann mir nur noch Google helfen: "Wie töte ich einen Maulwurf?" Ein klick auf 'Enter' und schon finde ich mich in den tiefsten Abgründen des Internet wieder. Ich bin in den untersten Kellergeschossen des World Wide Web, in den Katakomben, wo es nach Moder riecht, das Wasser von der Decke tropft, Salpeterflecken auf dem bröckelnden Putz erscheinen.

Der Maulwurf im Darknett

Ich bin in der digitalen Unterwelt, wo Leute wie Armin Meiwes auf der Suche nach einem frisch gebrühten Kaffee und einem Berliner durch die Gänge schlurfen. Wo der faschistische Holocaustleugner mit dem militanten Islamisten heimlich ein Crackpfeifchen raucht. Wo der Sexjunkie nach jungem Fleisch giert ... kurz und gut, ich bin dort, wo sich der digitale Bodensatz trifft. Nach einer Stunde ergreife ich die Flucht. Wahrscheinlich muss man in militanten Maulwurfshasserkreisen sowieso erst Fotos von getöteten, grausam verstümmelten Maulwürfen uploaden, um in den geschlossenen Chatrooms mitdiskutieren zu dürfen. Danke nein, ich will meinen Maulwurf töten, ohne dafür pervers werden zu müssen!
 
Letzte Ausfahrt CO2. Ich borge mir von Arbeit einen kleinen Stickstoffverteiler mit acht Abgängen, bastele mir einen Adapter, der den Verteiler mit dem Auspuff meines Autos verbindet, schneide mir acht Schläuche zurecht, führe sie in die Maulwurfslöcher ein und lasse mein Auto bei 1000 Umdrehungen vor sich hintuckern. Durch die Kühle des Morgens sehe ich schon nach einer Minute das dampfen der heißen Abgase aus dem Boden aufsteigen.
Ich stelle mir vor, wie es jetzt wohl in der Unterwelt aussieht. Wie die giftigen Schwaden durch die Tunnel wabern. Wie Grabowski röchelnd nach Luft schnappt, sich mit schlimmen Krämpfen auf dem Boden wälzt.

Ich stoppe den Motor. Ich kann es einfach nicht. Es ist zum heulen. Seit drei Monaten träume ich jede Nacht davon, Grabowski zusammen mit einer kleinen Zwiebel und drei Eiern in die Pfanne zu hauen und alles gut miteinander zu verrühren. Ihm ein paar Handschuhe aus Beton an seinen riesigen Schaufeln zu verpassen und im See hinter meinem Haus zu versenken. Oder ihn mit Hilfe eines schweren Golfschlägers 300 Meter durch die Luft segeln zu lassen. Fuck yeah ... dreimal konzentriert vor und zurück schwingen und Mauli dann Richtung Green segeln lassen. Welchem Golfspieler vor mir ist es denn schon jemals gelungen, mit einem Mole ein Birdie zu schlagen, oder vielleicht gar einen Eagle?!? Eben! Und jetzt, wo ich ihn endlich da habe, wo ich ihn schon seit Wochen haben wollte, bin ich zu weich, um Grabowski das Licht auszuknipsen.
 
Missmutig betrachte ich meinen Garten. Keine Symphonie der Sinne. Kein Meer aus roten, gelben, blauen, lila Blüten, aus planvoll angeordneten Ziergräsern, Stauden. Keine Sichtachsen setzenden duftenden Büschen. Keine exotischen Gemüsesorten. Kein Steingarten, auf dem sich Salamander und Blindschleichen die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Stattdessen ein tiefes, mit schlammiger Folie bedecktes Loch im Boden, wo vorher unser Teich war. Brauner zermatschter Rasen mit Reifenspuren, durch die Unterspülung abgesackt. Gespickt mit leeren Bierflaschen, voller offener Löcher und Maulwurfshügel, in denen Schläuche stecken. Deprimiert klettere ich auf meinen Lieblingsplatz, den kleinen Hügel, auf dem ich abends gern sitze, um den Sonnenuntergang zu bestaunen und die vorbeiziehenden Rehe mit Steinen zu bewerfen. Ich muss jetzt einfach realistisch bleiben. Den 'Lesergarten des Monats' kann ich mir abschminken.

Leserpost (8)
Burkhard Minack / 25.08.2016

Ach, Herr Ackner, ich lese Ihre Geschichten sehr gerne! Auch wir haben all das von Ihnen Beschriebene probiert und sind dem weisen Ratschlag gefolgt, dem Wühler ständig “auf den Sack zu gehen”, ihm keine Ruhe zu lassen. Hatten es scheinbar leichter, weil auf dem Gelände dauerwohnhaft und wir somit jeden Tag zuschlagen konnten. Hat nix genützt. Wir mußten uns an jedem Morgen unsere Hilflosigkeit eingestehen. Doch eines Tages war er plötzlich weg, unser nervender Untergrundkämpfer. Unsere Nachbarin wußte hernach zu berichten, daß ihre Katze ihr einen merkwürdigen Mausekopf ins Haus geschleppt hätte…

Dirk Ahlbrecht / 25.08.2016

Eine sehr sehr schöne und vor allem sehr unterhaltsame Geschichte, Herr Ackner! Ich musste beim Lesen an eine ähnliche Aktion meines Vaters während meiner Kindheit in den 70ern denken. Damals trieb ein Maulwurf in einem kleinen Beet sein Unwesen, das sich direkt vor dem Wohnzimmerfenster unseres Hauses befand. Ich höre heute noch, wie mein Vater seinerzeit an einem Samstagnachmittag zu mir und meinem Bruder sagte: “So Jungs, heute rücken wir mal dem Buddelflink im Beet vorm Wohnzimmer zu Leibe! Ich zeige Euch mal wie das geht!”. Mein Vater hatte zuvor bereits Karbid besorgt und fing sogleich an dieses Zeug in die vom Maulwurf gegrabenen Eingänge des Tunnelsystems zu verfüllen. Zum Schluß der Aktion ließ sich mein Vater dann noch mit dem schönen Satz: “Ihr sollt sehen - mit Buddelflink ist`s gleich vorbei!” So standen wir dann alle um das Beet herum und nach ca. 20 Minuten kommt meine Mutter ganz aufgeregt nach draußen und fährt meinen Vater mit den Worten an: “Willst Du uns alle umbringen, Wilhelm!?” Mein Vater hatte nämlich in seinem Vernichtungswahn leider nicht bedacht,  dass jene Seite des Hauses nicht unterkellert war.  Die Karbid-Dämpfe zwar durch Buddelflinks Gewölbe waberten - aber eben auch durch die Ritzen der Bodenbretter unseres Wohnzimmerbodens direkt in selbiges hinein und in dem sich gerade meine Mutter sowie meine Großmutter aufhielten. Ich weiß noch sehr genau, dass an jenem Samstagabend “Am laufenden Band” mit Rudi Carrell im Fernsehen kam und wir die Sendung normalerweise immer im Kreise der Familie angeschaut haben. An jenem Abend fiel das Vergnügen allerdings aus und wir hockten alle im Zimmer meiner Großmutter, die dort leider keinen Fernseher hatte. Denn meine Mutter hatte das Betreten des Wohnzimmers für die nächsten Tage bei Strafe verboten… Mein Bruder, meine Schwester und ich vertrieben uns also an jenem Abend die Zeit mit lustigen Geschichten der Art: “Stellt Euch vor es ist Samstagabend bei den Ahlbrechts und die liegen alle tot im Wohnzimmer, während Rudi Carrell im Fernsehen läuft!” Das ging so eine Weile hin und her und bis meinem Vater der Geduldsfaden riss - und er den lustigen Abend mit den Sätzen beendete: “Jetzt ist es aber gut! Ab ins Bett, ich kann Eure blöden Geschichten nicht mehr hören!” Und meine Mutter ihm mit den Worten beipflichtete: “Darüber kann ich gar nicht lachen.”

Zingg urs / 24.08.2016

Wir haben uns köstlich amüsiert und (aus Erfahrung) mit Ihnen mitgelitten.

Kay-Uwe Klepzig / 24.08.2016

Das is doch mal Doom aus Island passend zum kurzzeitig einkehrenden Sommer. Danke!

Sabine Gabriel / 24.08.2016

Es ist so lustig geschrieben. Aber auch soooo realistisch ! Das kann nur jemand verstehen der selber einen Maulwurf im Garten hat ! Oder jemand, der einen Partner mit Maulwurf im Garten hat. Jemand, der den Optimismus kennt, mit dem wieder eine neue scheinbar erfolgreiche Methode erprobt wird, ihn, Grabowski, zu vergrämen. Töten will man ja erst später. Nach den vielen frustrierenden Fehlversuchen, es ihm ungemütlich zu machen und dann zum blöden Nachbarn zu vertreiben ! Dort will er aber nicht hin, weil der Garten so ekelhaft steril ist. Keine Kräuter, Würmer, Larven und ähnliches unterirrdisches Gewürm fühlt sich dort wohl. Was man ja auch versteht. Eigentlich ist er ja auch richtig süss. Und unter Naturschutz steht er ja auch. Ich kenne die fast verzweifelten resignierten Sätze meines Mannes, wenn er Felder und Wiesen mit HUNDERTEN von Maulwurfshügeln sieht: ‘Warum steht so ein Tier eigentlich unter Naturschutz ? !!! ..... von tiefem Säufzen gefolgt. Manche Hügel sind so gross, dass man denkt es liegt ein totes Reh auf dem Feld. Das Fernrohr belehrt einen eines Besseren.  Nur ein Maulwurfshügel .... Monatelang im Internet recherchiert, mit Nachbarn gesprochen, verbotene Tipps, dumme Tipps und vor allen Dingen ERFOLGLOSE Tipps erhalten und ausprobiert.  Immer wieder viel Geld, Energie und Hoffnung verspielt. Wütend mache ich meinen Mann, wenn ich sage: ‘Ist doch nicht so schlimm. Er hat doch auch sein Gutes: macht Gänge zum Belüften und zum Wasser verteilen ... ist gut für die Wurzeln und die Bodenbeschaffenheit. .... ‘ Dann findet eine Übertragung statt: nicht nur der Maulwurf ist sein Feind, sondern sogar ich !!! Es ist ein Endkampf geworden, den mein Mann nur verlieren kann.  Der Maulwurf weiss garnichts davon. Er fühlt sich einfach nur wohl bei uns: naturbelassener Garten, Kräuter, Moose, viel Gekräuch, ober - und unterirrdisch. Und ist Grabowski weg, kommt sein nächster Verwandter, der das tolle freie schmackhafte Revier besetzt. Viele vergiften ihn oder töten ihn.  Mein Mann hat nur solche Phantasien. Jedes Jahr immer wieder. Die Natur ist auch in vielen kleinen Details noch viel mächtiger als der Wille des Menschen !!  Gut so.

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