Manfred Haferburg / 04.11.2017 / 10:30 / 12 / Seite ausdrucken

Wie Politiker soziale Gerechtigkeit leben

Die „Abgeordnetenentschädigung“ der Bundestagsabgeordneten stieg ab Juli 2017 monatlich um 215 Euro auf 9.542 Euro. Die Anhebung der „Diäten“ erfolgte automatisch ohne Abstimmung im Plenum. Denn wie schon im vergangenen Jahr war der Aufschlag bei der „Aufwandsentschädigung“ direkt an die Bruttolohnentwicklung des Vorjahres gekoppelt. Die Diäten müssen versteuert werden, dafür sind die Abgeordneten von Zahlung der Rentenversicherungsbeiträge sowie der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung befreit.

Zu den Diäten kommt eine steuerfreie „Kostenpauschale“ in Höhe von 4.318,88 Euro hinzu. Darüber hinaus können pro Jahr Bürokosten bis zu 12.000 Euro abgerufen werden. Außerdem dürfen alle Abgeordneten kostenlos die Züge der Deutschen Bahn und Inlandsflüge oder den Fahrdienst des Bundestages nutzen. Beim Ausscheiden aus dem Parlament erhalten Abgeordnete ein üppiges „Übergangsgeld“ ähnlich ihrer Diäten. Und während ihrer Tätigkeit erwerben sie fürstliche Rentenansprüche.

Der Hartz-IV-Satz (Arbeitslosengeld II) steigt 2018 um sieben Euro auf monatlich 416 Euro. Die Bundesregierung billigte eine entsprechende Verordnung von Arbeitsministerin Andrea Nahles. Für Paare in einem Hartz-IV-Haushalt erhöht sich die monatliche Zahlung ab 1. Januar 2018 um sechs auf 374 Euro pro Person. Auch für Kinder in Hartz-IV-Haushalten gibt es mehr Geld: Bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres werden künftig 240 Euro statt 237 Euro im Monat gezahlt, also drei Euro mehr. Siehe hier.

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Leserpost (12)
Mario Bernkopf / 04.11.2017

Haben Sie noch Respekt vor diesen Leuten? Ich nicht. Wie viele dieser Volksvertreter wären in der Lage, einen Beruf in einer Firma (nicht staatseigen) auszuüben, ohne nach kurzer Zeit wieder entlassen zu werden?

B.Klingemann / 04.11.2017

Logisch ist es ja schon: Für ihre Schädigung bekommen Abgeordnete Entschädigung.

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