Gastautor / 13.12.2014 / 12:33 / 20 / Seite ausdrucken

Wie man in Berlin Polizist wird - und bleibt

Thilo Sarrazin

Berlin hat sich mit seiner großen und wachsenden Minderheit von türkisch- und arabischstämmigen Einwohnern längst zu einem Brennpunkt der Integrationsprobleme in Deutschland entwickelt. Die vielfältig diskutierten Schwierigkeiten sind breit gelagert. Sie zeigen sich in den Statistiken zur Kriminalität, zum Bildungserfolg, zur Arbeitmarktbeteiligung, zum Sozialleistungsbezug und in der wachsenden Zahl von verhüllten Frauen und Mädchen mit Kopftuch. Neu ist das alles nicht, und weil niemand eine Lösung weiß und die meisten eine klare Debatte scheuen, schweigen die einen, weil sie frustriert und verängstigt sind, und die anderen, weil sie ihre Illusionen und ihre Bequemlichkeit lieben.

Ab und zu erscheint ein publizistischer Weckruf: Der Neuköllner Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky, Chef der größten türkischen Stadt außerhalb der Türkei, veröffentlichte jüngst ein Buch, in dem er anhand seiner Erfahrungen die Tendenz zu einer Parallelgesllschaft außerhalb der deutschen Kultur und Jurisdiktion warnend beschrieb.

Und die in Neukölln als Kind türkischer Einwanderer aufgewachsene Berliner Journalistin Güner Balci publizierte den erschütternden Bericht über das Geschick eines Mädchens, Tochter kurdischer Einwanderer, das sich dem elterlichen Heiratswunsch entzog und ihren Partner selbst wählte. Sie lebt nun, an ihrem Leben bedroht, unter neuer Identität in einer fremden Stadt und muss fortlaufend die Entdeckung fürchten. In den meisten Fällen beugen sich die Mädchen. Ihre vom Grundgesetz garantierten bürgerlichen Freiheiten kann ihnen der deutsche Staat jedenfalls nicht sichern.

Bei all dem freut man sich, dass man eine deutsche Polizei hat, die einen hohen Ausbildungsstand besitzt, deren Bewerber einer scharfen Auslese unterliegen, und die allein dem deutschen Gesetz dient. Die Freude ist voreilig, denn diese Standards werden in Berlin gegenwärtig ausgehöhlt. Das wird man nicht sofort merken, dafür aber in 10 oder 20 Jahren umso mehr.

Die Berliner Politik und Polizeiführung wünscht sich mehr muslimische Migranten in den Polizeikräften. Das ist auch in Ordnung, denn jeder soll unabhängig von Herkunft und Religion bei der Aufnahme in die Polizei die gleichen Chancen haben, wenn er die gleiche Qualifikation mitbringt und die für alle vorgesehenen Prüfungen besteht. Tatsächlich hat sich in Berlin aber eine ungesetzliche neue Praxis herausgebildet: Die türkisch- und arabischstämmigen Bewerber für die Polizeilaufbahn werden mit Sonderbedingungen begünstigt. Diese sind so gestaltet, dass langfristig die Qualität der Polizei sowie die Einheitlichkeit ihres Verhaltens und damit der Rechtsdurchsetzung gefährdet sind:

- Ein großer Teil der türkisch- und arabischstämmigen Bewerber hat eine Kriminalitätshistorie. Darum wurden die Anforderungen an das polizeiliche Führungszeugnis entschärft: Man muss bis zum Bewerbungszeitpunkt nicht nur wie früher 10 Jahre, sondern nur noch 5 Jahre straffrei geblieben sein. So sind schon ehemalige Intensivtäter in Berlin Polizisten geworden.

- Auch die korrekte Beherrschung der deutschen Sprache ist als Voraussetzung für die Aufnahme in den Berliner Polizeidienst entfallen. Ein Großteil der türkisch- und arabischstämmigen Bewerber spricht nur ein gebrochenes Kiez-Deutsch. Im Dienst unterhalten sie sich untereinander vielfach auf türkisch und arabisch, ohne dass dies von den Vorgesetzten unterbunden wird.

- In der Polizeiausbildung wurden die Prüfungsanforderungen an die türkisch- und arabischstämmigen Bewerber massiv abgesenkt, um unerwünscht hohe Durchfallquoten zu verhindern. Als sich vor Jahren abzeichnete, dass in dieser Gruppe nur 30 bis 40 Prozent die Abschlussprüfungen bestehen würden, gab der damalige Polizeipräsident eine entsprechende Weisung. So bestehen jetzt durchweg an die 100 Prozent. Ein Doppelstandard wurde geschaffen, der nicht nur die deutschen Polizeianwärter benachteiligt, sondern auf die Dauer das gesamte Qualifikationsniveau der Berliner Polizei nach unten zieht.

- Türkisch- und arabischstämmige Polizeistreifen weigern sich immer wieder, in ihren Dienststunden während des Ramadan den Streifenwagen zu verlassen. Sie begründen dies damit, dass sie durch das Fasten zu geschwächt sein. Von den Vorgesetzten wird dies regelmäßig geduldet.

- Für die türkisch- und arabischstämmigen Polizisten wurden außerhalb der allgemeinen Duschräume extra Duschen errichtet. So sollen Glaubenskonflikte vermieden werden, die dadurch entstehen könnten, dass sie vor Ungläubigen ihre Blöße zeigen,

Beim Besuch ausländischer Staatsgäste ist die Berliner Polizei für deren Personenschutz zuständig und stellt entsprechende Kräfte zur Verfügung. Dabei zeigt sich, dass sie nicht einmal in der Lage ist, ihren eigenen Prinzipien treu zu bleiben:

- Beim kürzlichen Besuch des irakischen Ministerpräsidenten war auch ein türkischstämmiger Polizist unter den Personenschützern. Die Iraker fühlten sich beleidigt und protestierten massiv, daraufhin wurde der Beamte ausgetauscht.

- Der türkische Ministerpräsident Erdogan hielt auf seiner jüngsten Wahlkampftour zu den Türken in Deutschland auch eine Rede in Berlin. Zu den umfangreichen Sicherheitskräften, die den Veranstaltungsort abschirmten, zählten auch einige Dutzend weibliche Polizisten in Röcken. Das von Erdogan mitgebrachte türkische Sicherheitspersonal zeigte sich empört und forderte ultimativ deren Austausch, da die Röcke über dem Knie endeten. Ein solcher Anblick sei dem türkischen Ministerpräsidenten nicht zuzumuten. Nur der persönlichen Bockigkeit des Einsatzleiters war es zu verdanken, dass die Berliner Polizei einmal nicht nachgab.

Weiß der Berliner Innensenator Frank Henkel, im Nebenamt Landesvorsitzender der CDU, eigentlich von solchen Verhältnissen bei seiner Polizei? Nehmen wir zu seinen Gunsten an, er weiß es nicht. In der Berliner Landespresse wird er davon jedenfalls nichts lesen. Die wird ihn eher loben wegen wachsender kultureller Diversität in der Berliner Polizei. Doch wozu braucht Berlin dann eigentlich noch einen Innensenator?

Zuerst erschienen in der Weltwoche

Leserpost (20)
Andreas Gerlach / 14.12.2014

@Martin Wehlan Die Gedanken an die Vopos hatte ich auch. Die zukünftigen Vopos sind aber Mopos: Moslemische Polizisten. Das ist ja auch das Schlimme an Bevorzugung, ob nun bei Quoten-Frauen oder Quoten-Moslems. Dann kommen ungeeignete Leute auf bestimmte Posten und das wirkt sich dann negativ auf die Reputation der ganzen Gruppe aus.

Carsten Mabank / 13.12.2014

@Karl Krähling “In der Polizei halte ich es für gut, dass sie einen hohen Migrantenanteil hat. “ Ein höherer Migrantenanteil heisst nichts als ein höherer Anteil von Türken. Ich hatte in meinem Leben 3 mal mit der Polizei zu tun, 2 mal davon, weil ich von türkischen und arabischen Kriminellen überfallen, geschlagen und ausgeraubt worden bin! (Das dritte mal war wegen Fahrradfahren ohne Licht ;-)) In 20 Jahren braucht man dann auch gar nicht mehr zur Polizei gehen, denn dann wird Kommissar Murat, die Verdächtigen Hassan und Onuk folgendermaßen befragen: “Ey, isch hab gehört, ihr habt den Deuschen überfallen un so. Stimmt das? Weil das is nisch ok. Weissu wegen der Ehre un so.” “Nein Mann. Alter ich schwör. Der hat uns provoziert und so. Hat den Propheten beleidigt.” “Ach so. Dann is ja was anderes. Ihr könnt eusch verpissen. Aber macht kein Stress un so, kla? Isch zeig den Typen jetzt mal wer hier der Babo is.” Und dann bekommt man selbst ein Strafverfahren wegen Diskriminierung und Islamophobie, nachdem man die Nacht in Untersuchungshaft verbracht hat. Genauso wirds laufen in Buntland 2035.

Daniel Briner / 13.12.2014

@ Martin Wehlan: Da stellt sich mir gleich die Frage, ob man die dann wohl auch noch versteht, wenn sie in türkisch oder arabisch etc. erzählt werden; ich meine der Google-Translatore bringt ja doch auch immer recht viel durcheinander ... im Sinne der Pointe des Witzes gemeint.

Thomas Bonin / 13.12.2014

Wer A sagt, muss auch B sagen! Wird diese Quotenregelung in gleicher Weise (= alternativlos) beim Auswahlverfahren für den Personenschutz unserer obersten Volksvertreter angewendet? Als besonders befähigter recruitment consultant könnte sich beispielsweise ein bestimmter Bambi-Preisträger anbieten.

Andreas Mertens / 13.12.2014

Vielen “Dank” meine Damen und Herren von der Achse! Immer dann, wenn ich mich gerade durch gutes Zureden, Selbstbetrug und politisch korrekte Partialblindheit davon überzeugt habe das eigentlich alles garnicht so schlimm sein kann wie es mir Augen und Ohren weismachen wollen, kommen Sie daher und und watschen mir eine Portion Realität um die 0hren das mir Treu und Glauben vergeht. Eigentlich wollte ich die Weihnachtszeit damit verbringen mir Hirn und Magen mit Bio-Landglühwein (aus nachhaltiger Produktion) und gentechfreiem Vegan-Spekulatius (garantiert Gluten- Geschmack- & Spaßfrei) so zu betäuben, das ich als leuchtendes Beispiel die Warnblinke auf einem Windkraftwerk machen kann. Damit ist jetzt wiederEssig. Na herzlichen Dank !  ;)

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