Gastautor / 29.09.2017 / 13:30 / 4 / Seite ausdrucken

Wenn Frauen Serien- und Massenmörder lieben

Von Steffen Meltzer.

Meine Damen, haben Sie heute schon mit Ihrem Serien- oder Massenmörder im Gefängnis telefoniert? Nein? Dann aber schnell, lassen Sie den armen Kerl nicht hängen. Er braucht schließlich Ihre liebevolle Zuwendung. Sie wollen diesen heiraten? Warum eigentlich nicht. Ich kann Sie beruhigen, Sie sind alles andere als ein Einzelfall. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr gruseliger Bräutigam eines schönen Tages bei Ihnen unangemeldet vor der Tür steht, ist eher als gering anzusehen. Es besteht also keine Sorge, dass er bei Ihnen einzieht, anfangs „ganz nett“ ist, später „etwas auffällig“ reagiert, indem er bei geringsten Anlässen dazu neigt, sie zu schlagen um Sie dann irgendwann undankbar ins Jenseits zu schicken.

Als Frau haben Sie schon immer eine Neigung, zu besonders „harten Männern“ aufzusehen? Die Ursachen liegen meistens darin, dass Sie im Elternhaus besonders streng erzogen wurden, wenig Liebe erfahren haben und Ihr Vater sehr autoritär war. Deshalb suchen Sie sich ständig unbewusst Männer, die diesem Rollenbild nahekommen, auch wenn Sie immer wieder daran scheitern. Sollte der Auserwählte nicht kaltherzig genug zu Ihnen sein, provozieren Sie ihn solange in diese Rolle, bis er endlich anfängt, Sie zu verprügeln. Die anrückende Polizei wird es Ihnen danken, ist doch das Täter-Opfer-Bild klar und es gibt wieder einen Strich mehr unter „Täter bekannt“ in der Polizeilichen Kriminalstatistik. Das steigert die kriminalistische Aufklärungsquote, so haben alle etwas davon. Dankeschön!

Oder in Ihrer narzisstischen Überzeugung sind Sie der Meinung, der Typ war zwar ein mehrfacher Vergewaltiger und Menschenquäler aber bei mir wird er das nicht einmal ansatzweise versuchen. Ich bekomme diesen Kerl schon in den Griff. Tausende Frauen sind an diesen phantasiereichen Vorstellungen schon gescheitert, manche haben, selbstverständlich ganz explizit, dafür mit dem eigenen Leben bezahlt.  Nur der Versuch macht schließlich klug, auch wenn es der letzte war. Vielleicht. Wir werden Sie ehrfürchtig im Andenken bewahren.

Dann haben wir als nächste Ursachenvariante noch so etwas wie ein soziales Mitgefühl für diese armen Kreaturen, die im Knast ein traurig-tristes Leben führen müssen. Sie können sich natürlich selbst enorm damit aufwerten, sich einen besonders brutalen Verbrecher fürs eigene gute Gewissen zu halten. Schicken Sie ihm ab und an mal einen Brief, ein paar Wurst- und Kuchenpakete und besuchen Sie ihn im Gefängnis. Die arme Seele wird es Ihnen danken, er hat ja sonst nichts mehr auf dieser Welt, denn die Menschen die ihm einst nahestanden, hat er bereits alle umgebracht. Manche halten sich einen Papagei im Käfig, Sie halten sich einen eingesperrten Häftling. Aber hüten Sie sich davor, dass Ihr Auserwählter jemals aus der Vollzugsanstalt entlassen wird. Falls doch, ziehen Sie vorher schnell nach „Unbekannt“ um. Er wird Sie trotzdem finden, wetten wir?

28 getötete Frauen = 200 Liebesbriefe täglich

Der norwegische Massenmörder (77 Getötete) Anders Behring Breivik erfreut sich einer stetig wachsenden Beliebtheit bei vielen Damen. Das zeigen hunderte Liebesgeständnisse und Heiratsanträge, die dieser täglich im Knast erhält. Im Augenblick soll der "Herr über Leben und Tod" noch etwas wählerisch sein, welcher Dame er seine mörderischen Gewehrsalven an inniger Zuwendung zukommen lässt. 

Auch in den fünffachen Serienmörder Dieter Zurwehme verliebten sich immerhin 15 Frauen, bevor er endgültig von einer Kellnerin „weggeheiratet“ wurde. Eine Liebesquote, von der brave Männer bestenfalls träumen können, außer man ist ein Millionär. Nun ist der harte Kerl weg vom Heiratsmarkt. Oder nehmen wir Thomas Holst. Der liebenswürdige und so hilfsbedürftige Mörder hatte immerhin drei Frauen gefoltert, vergewaltigt und zerstückelt. Hier war die Knasttherapeutin am Schnellsten, bevor die anderen Verehrerinnen ihr zuvorkamen. Sie heiratete Holst und verhalf ihm zur Flucht aus dem Hochsicherheitstrakt. Eine Romanze wie  Bonny und Clyde.

Die Spezialität von Ted Bundy war es nicht nur, mindestens 28 Frauen zu ermorden, sondern einen Tag später zum Tatort zurückzukehren, um in den Mund der zerstückelten und entstellten Leichen zu ejakulieren. Seine tägliche Belohnung: 200 Liebesbriefe! Man könnte direkt neidisch werden, wenn es nicht so verboten und antisozial wäre, dafür jemanden eiskalt um die Ecke zu bringen.

Ja, meine liebe Damen, sich so einen gefährlichen Psychopathen und Verbrecher im Strafvollzug zu halten, hat schon etwas sehr Prickelndes. Andere haben einen Pitbull an der Leine, Sie haben gleich das gefährlichste Raubtier gewählt, wenn auch in Käfighaltung. Alle Achtung vor dieser Selbstaufopferung!

Die neuen Popstars heutzutage sind, ...ja richtig, Serien- und Massenmörder! Je mehr Opfer diese ermeuchelt haben, vorzugsweise mit vorangegangener Folter, desto berühmter und begehrenswerter sind sie. Wer will heutzutage schon als "Normal" gelten, frage ich Sie. Man kann damit sogar reichlich Knete verdienen, zumindest, wenn man nicht zu viel Knete im Hirn hat: T-Shirts, Doku’s, manche schreiben Bücher, Filme werden abgedreht.

Liebesgrüße in den Knast

Wenn Mörder nach Aufmerksamkeit gieren, beispielsweise der österreichische Knastpoet Jack Unterweger, finden sich immer illustre Frauen, die diese Chance nutzen, um sich damit erregend aufzuwerten.  Filmschauspielerinnen ebenso wie auf eine Universitätsprofessorin aus Schweden. Die promovierte Schwedin sandte Unterweger Liebesbriefe gleich mit Nacktfotos ins Gefängnis, die weibliche Konkurrenz ist schließlich groß. Das Ego von Unterweger genoss es, wie sich ihm auch Damen der "feinen Wiener Gesellschaft" an den Hals warfen, um endlich den lang erwarteten Sex zu vollziehen. Die Schlange der Hoffenden soll ziemlich lang gewesen sein.

Als er aus dem Knast entlassen wurde, vergewaltigte und erdrosselte er allerdings prompt gleich wieder ein paar Anschaffende. Prostituierte waren eben eher sein Fall und er wollte ja nicht aus der Übung geraten. Nur seiner Eitelkeit haben wir es zu verdanken, dass er sich lieber das Leben nahm, als noch einmal in den so unbeliebten Knast einzuziehen. Nun müssen wir auf Unterwegers Gedichte verzichten, die uns doch so wunderbar skurril  fasziniert hatten. Ob er dann noch ein zweites Mal im Knast den Ingeborg-Drewitz- Literaturpreis verliehen bekommen hätte? Wir werden es leider nie mehr erfahren. 

Die Erotik des Bösen scheint einen unwiderstehlichen Reiz auszuströmen. Warum auch nicht? Schließlich gilt „nett sein“ als langweilig. Horror faszinierte die Menschen seit eh und je. In den Medien steigern Geschichten von Mord und Totschlag ganz sicher die Auflagenzahlen und Einschaltquoten. Der brutale Tod sichert das Überleben! Die Absurdität des menschlichen Mitgefühls. Menschen weiden sich voyeuristisch am Leid der anderen.

Das Grauen weckt die morbide Lust einer Spaßgesellschaft

Auch männliche Vorstandsvorsitzende, Geschäftsführer, Professoren und bekannte Politiker besuchen Domina's,  um sich dort für teures Geld freiwillig erniedrigen und quälen zu lassen. Gern als Hündchen winselnd an der Leine, auf allen Vieren nackt auf dem Boden kriechend. Als besonderes Leckerli gibt es die Peitsche, als Höhepunkt das Nageln ans (am) Kreuz.   "Wie es euch gefällt!" As You Like It, meinte schon William Shakespeare. Doch die grusligsten Geschichten schreibt das Leben selbst. Und wie bei Shakespeare können Leidenschaft und Qual, Liebe und Tod schaurig eng beieinander liegen. 

Steffen Meltzer, Buchautor von „So schützen Sie Ihr Kind! Polizeitrainer vermittelt Verhaltensrichtlinien zur Gewaltabwehr“ und Ratgeber Gefahrenabwehr: Wie Sie Gewalt- und Alltagskriminalität in der Gesellschaft begegnen“ /

Foto: Bildarchiv Pieterman

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Leserpost (4)
Wilfried Mutschler / 30.09.2017

Auf gleicher Linie, wenngleich abgemildert durch den durch den Mainstream forcierten und sozial belohnten Touch, sehe ich die überwiegend weibliche Willkommenskultur gegenüber archaisch-tribal, frauenverachtend, islamisch geprägten Jungmännern: Seit Jahrzehnten lehren Psychologie und Pädagogik, dass frühkindliche Prägungen kaum veränderbar sind. Aber mein Eindruck ist, dass sich in den Willkommensveranstaltungen überproportional viele Damen tummeln, die sich just mit den genannten Gebieten befasst haben, vielfach beruflich; vergleiche die vom Autor erwähnte Knastpsychologin. Ob der Antrieb nun masochistische Unterwerfung ist oder die Machtphantasie, vermittels lächerlicher ‘Integrationskurse’ “das Monster zu bezwingen”, überlasse ich der Deutung bzw. ( der nicht erfolgenden?) Selbsterkenntnis eben jener Damen.

Christiane Brauckhoff / 29.09.2017

Wenn Intellektuelle Serienmörder lieben… Sehr geehrter Herr Meltzer, vielen Dank für diesen überaus interessanten Artikel. Ich würde auf der Achse gerne öfter von Ihnen lesen! Ich bin quasi mit „Aktenzeichen XY Ungelöst“ aufgewachsen und von jeher hat mich das Phänomen Kriminalität fasziniert. Ich vermute, dass die weibliche Affinität zu harten Männern auch ein Erbe der Steinzeit ist, das wir noch in uns tragen. Ein Mann, der schon einmal den Tabubruch Mord begangen hat, wird sich im Ernstfall (Überfall, Einbruch, versuchte Vergewaltigung etc.) höchstwahrscheinlich als besserer Beschützer erweisen als ein intellektueller Softie in Birkenstocksandalen, der die Angelegenheit mit dem Übeltäter womöglich erst mal bei einem Gläschen Bionade ausdiskutieren möchte ;-) In dem von Ihnen erwähnten Fall des Jack Unterweger waren es nicht allein Frauen, die seiner Faszination erlegen sind, sonder erstaunlicherweise vor allem Intellektuelle, Künstler und Schriftsteller. Sie ließen sich von dem hoch manipulativen bösartigen Narzissten Unterweger blenden, sahen sein literarisches Schaffen im Gefängnis als Beweis seiner gelungenen Resozialisierung und machten sich erfolgreich für seine Haftentlassung stark – mit fatalen Folgen (Die Warnungen bedeutender forensischer Psychiater wie z. B. Reinhard Haller hatte man in den Wind geschlagen).  In dem Zusammenhang fällt mir der Fall einer Gefängnispsychologin ein, die über mehrere Stunden einem mit Messer bewaffneten Insassen ausgeliefert war, der sie mehrfach vergewaltigte und ihr drohte, sie zu töten. Noch mehr als diese unglaublich brutale Tat schockierte mich allerdings die Naivität der Dame. Sie habe nie für möglich gehalten, dass er ihr so etwas antun könnte, er sei immer so nett gewesen, habe sich so gut um die Fische im Aquarium der Anstalt gekümmert und so schönen Kuchen gebacken! Akademische Bildung und intellektueller Anspruch schützen anscheinend nicht vor grenzenloser Naivität und Borniertheit. Warum fallen mir eigentlich jetzt gerade unsere „Eliten“ ein?

Karsten Dörre / 29.09.2017

Breivik, Holst und so weiter sehen nicht wie rollenklischee-behaftete Schwerverbrecher aus. Ihre Gesichter sind meistens hübsch, naiv oder kindlich. Da werden einige Frauen vor Mitleid schwach und senden Liebesbriefe in die Gefängniszelle, im Glauben den Serien- und Massenmörder auf persönlicher oder intimer Ebene resozialisieren zu können. Serienmörder sind deshalb Serienmörder, weil sie wochen- monate- oder jahrelang unerkannt morden. Das setzt ein hohes Maß an Intelligenz voraus. Auch diese (männliche) Intelligenz reizt das schwache Geschlecht positiv. Breivik ergab sich rechtzeitig auf Utoya, um nicht durch Polizeikugeln zu sterben. Breivik hatte und hat einen persönlichen Lebensplan. Er weiss was er will und ist damit unter den Männern einer der wenigen, die gezielt ihr Leben planen, um zu überleben. Welche Frau findet biologisch und für den eigenen Nachwuchs nicht interessant?

Gertraude Wenz / 29.09.2017

Nur eine kleine Randbemerkung, aber ich kann diese wichtigtuerische Apostropheritis nicht mehr ertragen: Es heißt “Dominas” ohne Apostroph vor dem s. Es heißt auch “Merkels Politik” , Mutters Kleid, Vaters Schuhe usw. Im Deutschen ist der Apostroph ein Auslassungszeichen und steht für einen ausgelassenen oder auch mehrere ausgelassene Buchstaben. Es ist einfach eine Unsitte, an allen möglichen oder auch unmöglichen Stellen einen Apostrophen einzuschmuggeln…Liebe Leute, mir ist einfach mal der Kragen geplatzt!

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