Bernhard Lassahn / 09.04.2016 / 10:00 / Foto: Keng Susumpow / 11 / Seite ausdrucken

Wenn der Hass zur Amtssprache wird

Wir stehen vor großen Veränderungen. Unsere Sprache steht vor einer schweren Operation. Ich fürchte ... nein, ich bin mir sicher, dass sie nicht gut ausgehen wird. Die Sprache wird danach hässlich und missgestaltet sein – wie nach einer missglückten Operation. Man kann sich kaum vorstellen, dass so eine Operation überhaupt möglich ist, sie wird aber ernsthaft angestrebt. Es soll eine Art Geschlechtsumwandlung der Sprache stattfinden. Das ist etwas Neues, bisher nie Dagewesenes.

Bisher haben sich Veränderungen in der Sprache hauptsächlich auf den Wortschatz beschränkt. Modeworte kamen und gingen; die Bewertung bestimmter Begriffe änderte sich. So weit, so gut. Doch nun soll in die Struktur eingegriffen werden, in die Grammatik, in das Regelwerk. Das geht zu weit, das ist nicht gut.

Der Sexismus wird in den Sprachkörper eingesetzt

Es wird verordnet. Die Gleichstellungspolitik hat es vorgemacht. Sie wurde bekanntlich, so wird es immer gesagt, als Querschnittsaufgabe – Achtung: nun kommt das verräterische Wort ­– „implantiert“. Nun soll auch die Sprache ein Implantat kriegen: die Innen-Form. Damit sie „geschlechtergerecht“ wird. So heißt es. In Wirklichkeit wird damit der Sexismus in den Sprachkörper eingesetzt wie bei einer Organtransplantation.

Das Ansinnen ist nicht neu. Mit der Innen-Form müssen wir uns schon seit mehr als dreißig Jahren herumquälen. Neu ist, dass die Vorschläge als Vorschriften auftreten. Ich hatte das lange für eine Modetorheit gehalten. Inzwischen habe ich die Hoffnung aufgegeben, dass sich der Krampf von alleine legt und der Spuk wieder verschwindet. Es ist schlimmer geworden. Hinter den Handreichungen und Ratschlägen stecken offene Drohungen gegen alle, die sich nicht beugen wollen. Es ist schon soweit, dass es als Vorwurf gilt, wenn jemand „bewusst nicht gendert“.

Kirchen, Gewerkschaften, Rundfunkanstalten, Parteien, Universitäten, Gemeinden – ja, man hat den Eindruck, dass jeder Alpen- und Tierschutzverein mitmacht – sie alle geben neue Anleitungen heraus, wie man „gendern“ soll, wie eine „geschlechtergerechte Sprache“ im Alltag umgesetzt werden kann (nur ein Beispiel).

„Wir können alles, außer Hochdeutsch“

Da erfährt man, wie man mit dem beweglichen Unterstrich, mit dem steil aufragenden Binnen-I, mit Doppelnennungen und mit dem hoch gestellten Sternchen umgehen soll, um nicht als rechtspopulistisch erkannt und verdammt zu werden. In Baden-Württemberg sollen die Vorgaben sogar in den Bildungsplan einfließen. Damit soll ein von Hass vergiftetes Sexismus-Modul fest in die Sprache implantiert werden. Was dann dabei herauskommt, soll künftig als neue Hochsprache gelehrt werden. Die Schwaben meinen es offenbar ernst mit ihrem Slogan: „Wir können alles, außer Hochdeutsch“.

Warum das? Ist es nötig? Ist es wichtig? Was ist die treibende Kraft dahinter?

Bezeichnungen wie „die Studenten“, „die Wähler“ oder „die Schriftsteller“ werden von denen, die so eine Umgestaltung einfordern, (fälschlicherweise) als rein männlich angesehen, sie streiten den bisher gebräuchlichen Pluralbildungen grundsätzlich die Möglichkeit ab, übergeschlechtliche Bedeutung anzunehmen und erschaffen durch ihre hartnäckige und durchaus böswillige Fehlinterpretation ein Problem, das sie nun irgendwie lösen müssen (aber nicht können – um das vorwegzunehmen. Sie werden bei jeder Pluralbildung Schwierigkeiten haben. Für Gemeinsamkeiten wird es keinen Ausdruck mehr geben. Gemeinsamkeiten werden abgeschafft).

Aber warum? Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Eine bloße Mode wird es nicht sein – selbst wenn es so wäre: Dann wäre so eine Mode erklärungsbedürftig. Glaubt denn wirklich jemand, dass damit Frauen oder verkannten Transsexuellen ein Gefallen getan und ihre Situation spürbar verbessert wird? Hand aufs Herz – weiter links –, also: Wer glaubt das? Keiner? Eine. Gesine Agena von den Grünen. Dachte ich’s doch. Sonst noch jemand?

Am Anfang stand der Männerhass

Was also steckt dahinter? Die Begründungen sind offensichtlich nur vorgeschoben (Neue Studien beweisen, dass Frauen sich nur mitgemeint fühlen, wenn von „Studenten“ gesprochen wird ... Frauen müssen sichtbar gemacht werden ... Auch den Transsexuellen muss Raum in der Sprache eingeräumt werden ...) – oder glaubt jemand ernsthaft an diese Argumente (die keine sind)? Kennt überhaupt jemand solche Studien? Haben die uns aufgerüttelt, so dass wir endlich Maßnahmen ergreifen müssen oder waren die nachgeschoben?

Am Anfang der Misere stand die Misandrie – auf deutsch gesagt: Die Triebkraft dahinter ist ein tief sitzender Männerhass. Das ist die schlechte Nachricht. Wir mögen diesen Hass nicht zur Kenntnis nehmen. Auf keinen Fall: Wir gucken nicht hin, hören nicht zu, lesen nicht nach. Dennoch. Es gibt ihn – und es ist eben dieser tief sitzender Hass, der die Fehlinterpretation hervorgebracht hat, dass wir es mit einer „männlich dominierten“ Sprache zu tun haben.

Seit sich der Hass flächendeckend ausgebreitet hat, gelten alle bisher unverdächtigen Begriffe, die jedoch neuerdings als „männlich“ angesehen werden, als kontaminiert und müssen ausgemerzt werden. Ihnen soll kein weiteres Bleiberecht in der politisch korrekten Sprache zugebilligt werden.

Nieder mit den Männern, auch den Schutzmännern und Strohmännern

Eine männliche Form irgendwo zu identifizieren, heißt bereits, sie zum Abschuss frei zu geben. Keinesfalls sagt man: „Na gut, dann ist es eben eine männliche Form, das soll es geben; männliche Formen gehören dazu“. So könnte man ja denken – gerade wenn man es mit der allseits geforderten Gleichbehandlung ernst meint. Mit Gerechtigkeit. Mit Sensibilität. Mit Gleichstellung. Aber nein. Männliche Formen soll es nicht geben. Nicht mehr. Die müssen weg. Dringend.

Alles, was auch nur entfernt nach „Männern“ aussieht, soll ausgemistet werden. Daher müssen aus „Feuerwehrmännern“ unbedingt „Feuerwehrleute“ gemacht werden, als wäre es bereits ein Unrecht, Männer überhaupt zu erwähnen. Es spricht ja nichts gegen die Feuerwehrmänner an sich – nur dass es eben Männer sind.

Die männliche Form wird „voldemortisiert“, wie ich es in Anlehnung an den Gegenspieler von Harry Potter nenne – den gefürchteten Lord Voldemort, der die Verkörperung des namenlos Bösen darstellt und der derartig böse ist, dass man nicht mal seinen Namen nennen darf. Er ist „Du weißt schon wer“.

Es wird ganz offen von „toxischer Männlichkeit“ gesprochen. Toxisch heißt giftig. Der von Frauen gefürchtete „Männersprech“ gilt als zutiefst „inhuman“. Inhuman heißt unmenschlich. Das muss weg. Deshalb kommt es zu solchen Umbenennungen, wie sie der Verband der Schriftsteller jüngst vorgenommen hat, der sich in Verband der „Schreibenden“ umbenannt hat. Das muss sein.

Entgiftungs-Programm zum Nutzen der feministischen Volkshygiene

Deshalb kommt es dazu, dass aus dem Studentenheim ein „Studierendenheim“ werden muss. Auch das muss sein. Diese Maßnahmen gehören zu einem groß angelegten Entgiftungs-Programm zum Nutzen der feministischen Volkshygiene. Da mitzumachen bedeutet anzuerkennen, dass Männlichkeit in allen seinen Erscheinungsformen schädlich ist und überwunden werden muss.

„Fußgänger“. Weg mit ihm! Der Fußgänger ist männlich. Ein „Gänger“ ist offensichtlich männlich, womöglich ist damit ein „Wiedergänger“ – auch „Widergänger“ geschrieben – gemeint, ein Untoter also, ein Zombie, eine Schreckensgestalt. Das kann nicht länger geduldet werden. Es muss „zu Fuß Gehende“ heißen. Das ist Vorschrift.

„Schneemann“ Oh, nein! Mustert sie aus, die bösen, patriarchalischen Begriffe, da kommt ja schon dieses scheußlich „-mann“ vor! Damit werden Frauen unsichtbar gemacht. Damit soll gesagt werden, dass Frauen nicht genauso durch und durch aus Schnee sein können wie Männer. Das ist Diskriminierung. Es muss „Schneeperson“ heißen.

„Teilnehmer“, „Mitarbeiter“. Hilfe! Bitte demnächst eine Trigger-Warnung, damit in Zukunft keine zartfühlende Frau mehr dem Überangebot von Männlichkeit hilflos ausgeliefert wird. Die männerdominierte Welt ersäuft ja förmlich in Testosteron. „Mitarbeitende“, „Teilnehmende“, muss es heißen. Da merkt man die Männlichkeit nicht so doll.

„Autofahrer“ Oh, nein. Ich kriege Atemnot. Wo geht es hier zum nächsten Schutzraum? Frauen sind die besseren Autofahrerinnen und Autofahrer, das ist statistisch erwiesen. Ich dachte sogar eine Schrecksekunde lang, da hätte jemand „Autobahn“ gesagt.

„Gäste“ Ich halte es nicht mehr aus. Ich kozze ab mit zwei Zett.

Was macht ein Mann, wenn eine Frau leidet?

So also leiden sie, die armen Frauen – und wenn Frauen leiden, nehmen Männer reflexartig Rücksicht: Bitte sehr, gern geschehen. Sie wollen keinesfalls, dass ihnen mit der furchtbaren Männersprache, die früher verharmlosend „Muttersprache“ genannt wurde, Gewalt angetan wird, und so ersetzen sie bereitwillig und wohl auch ein bisschen verschämt das böse Wort „Schriftsteller“ oder das böse Wort „Student“.

Wie macht man das? Entweder durch die Doppelnennung „Schriftstellerinnen und Schriftsteller“ oder „Studentinnen und Studenten“ (wirklich ersetzt wird das Gift damit nicht, aber die männliche Form wird zwangsweise verpartnert und die schädliche Auswirkung wird dadurch eingehegt und etwas abgemildert) oder eben durch die (vermeintlich) neutrale Form „Schreibender“ oder „Studierender“. Beides ist falsch und hat riesige Nebenwirkungen. Das ist den Sprachsexisten aber scheißegal. Entschuldigen Sie bitte die Ausdrucksweise. Es ist sonst nicht meine Art.

Nun denken Sie – liebe Leser – womöglich, ich hätte bei den vorhin beschriebenen Reaktionen ein wenig übertrieben und den Hass und die Dummdreistigkeit, mit der er sich zu erkennen gibt, zu dick aufgetragen. Dann wissen Sie nicht, wie sich Senta Trömel-Plötz zu dem Thema äußert, sie schreibt über ‚Gewalt durch Sprache’, so der Titel ihres Buches und berichtet darin, ‚Wie Frauen in Gesprächen vergewaltigt werden’, so der Untertitel.

Noch mal langsam: Männer „vergewaltigen“ Frauen durch „Gespräche“. So lautet der Vorwurf. Michael Gwosdz, der Vize der Hamburger Grünen, der nach den Vorfällen in Köln mit der Bemerkung auftrumpfte, „Als Mann weiß ich, jeder noch so gut erzogene und tolerante Mann ist ein potenzieller Vergewaltiger. Auch ich“, sollte unter diesen Umständen am besten gar nichts mehr sagen. In seinem Fall wäre das auch angebracht.

Senta Trömel-Plötz  wurde nicht von Loriot erfunden

Senta Trömel-Plötz kann späte Triumphe feiern: Ihre Forderungen fließen nun – wenn auch mit gewisser Verspätung – in die Politik ein und werden zu Vorschriften für alle Duckmäuser, die sich nicht schon allein durch ihren Sprachgebrauch als Gegner des Gender-Mainstreamings zu erkennen geben wollen. „Frauen kommen langsam, aber gewaltig“, hieß es in einem Lied von Ina Deter, falls sich noch jemand erinnert. So sieht es aus. Frau Senta Trömel-Plötz klagte schon in den siebziger Jahren, dass Frauen unter der Männersprache zu leiden hätten. Nun wird endlich etwas dagegen gemacht.

Ich wiederum meine, dass unsere Muttersprache unter Frauen wie Senta Trömel-Plötz zu leiden hat. Sie kennen Senta Trömel-Plötz nicht? Sie zählt neben Luise F. Pusch zu den führenden Theoretikerinnen der feministischen Linguistik, ihre Vorgaben werden nun besinnungslos nachgebabbelt. Ihre Bücher sind „Bestsellerinnen“, wie sie selber scherzhaft sagen; denn die beiden haben nicht nur ein besonderes Verhältnis zu Vergewaltigungen (dazu sage ich lieber nichts), sie haben auch einen speziellen Humor (dazu könnte ich was sagen, tue es aber nicht).

Dennoch. Die Schriften dieser beiden Vordenkerinnen sind weitgehend unbekannt. Viele denken womöglich, die Namen Senta Trömel-Plötz und Luise F. Pusch kämen in einem der beliebten Sketche von Loriot vor, die jeder kennt und jeder mag. Aber nein. Sie kommen vielmehr in ungeliebten Propaganda-Texten vor, die kaum jemand kennt. Die so genannten Bestsellerinnen sind gar nicht so weit verbreitet, wie man das von Bestsellern erwartet. Das macht nichts. Die Anhängerinnen der geschlechtergerechten Sprache folgen ihren Vordenkerinnen blind und blöd. Sie sind wie Gefolgsleute des Kommunismus, die so tun, als wären sie hundertprozentig überzeugt, aber noch nie was von Marx und Engels gehört haben.

Besinnungslose Dummschwätzerinnen

So sind sie, die besinnungslosen Anhängerinnen, Nachbeterinnen und Dummschwätzerinnen. Sie sind nicht informiert. Sie sind nicht neugierig. Sie wissen alles. Sie kennen die Welt: Ihre Welt ist streng in zwei übersichtliche Lager geteilt: weiblich/männlich, gut/böse. Das reicht ihnen als Weltanschauung. Schließlich gehören sie zu den Guten. Das wollen sie möglichst in jedem Satz zum Ausdruck bringen.

Sie sind bigotte Frömmler. Sie sind wie Leute, denen es beim Beten einzig darum geht, dass alle sehen, dass sie brav die Hände gefaltet haben. Viele von denen, die treudoof ... Ja, ich schreibe das mit voller Absicht und wiederhole es noch einmal für die, die ich meine und nicht nur mitmeine, also: Viele von denen, die treudoof den sprachfeministischen Vorgaben folgen und vor lauter Begeisterung über ihre Kriecherei im Brustton der Überzeugung verkünden, dass sie mit den Sprachvorschriften „keine Probleme“ hätten, würden womöglich welche bekommen, wenn sie einen flüchtigen Blick in eines der Bücher werfen und nachlesen, wie hasserfüllt da die Zersetzung der Sprache begründet wird. Wer nach Sätzen sucht, die für totalitäres Denken typisch sind – da werden Sie geholfen.

Luise F. Pusch empfiehlt, Jungs, die sich in der Schule nicht dem Sprachfeminismus beugen wollen, zu schlagen (das schade ihnen nicht, meint sie); grundsätzlich tue es Männern gut, wenn sie leiden müssen. Schließlich haben Männer – und zwar grundsätzlich alle! – Schrecken und Elend verbreitet. Deshalb sollen nun auch die Jungen in Sippenhaft genommen werden und büßen ... Zwischenfrage: Sollen sie etwa wegen der vielen Vergewaltigungen durch Sprache büßen? Klar. Doch das ist nicht alles. Luise F. Pusch spricht von einem „Gynozid“.

Geschmacklosigkeiten sind keine Ausrutscher

Wer es nicht auf Anhieb verstanden hat, hier noch mal in Zeitlupe: Gy-no-zid! Es ist ein Wortspiel. Es ist zusammengesetzt aus den Bestandteilen „Genozid“ und „Gynäkologie“ und soll verdeutlichen, wie sehr Frauen unter der „Männersprache“ zu leiden haben. Es ist einfach unfassbar. Mit normalen Worten kann man das nicht mehr beschrieben. So schlimm ist das. Es sprengt unser Vorstellungsvermögen. Womöglich ist Luise F. Pusch von ihrer Heldin Mary Daly inspiriert, die ebenfalls gerne Wortspiele machte – wie das, in dem aus dem ahnungslosen Therapeuten (therapist) der Vergewaltiger (the rapist) wird. Mary Daly wurde mit ihrem Buch mit dem bemerkenswerten Schrägstrich-Titel ‚Gyn/ökologie’ berühmt.

Solche Geschmacklosigkeiten sind keine Ausrutscher. Sie sind das besondere Kennzeichen des Feminismus. Sie sind das Alleinstellungsmerkmal. Sie sind nicht vom Feminismus zu trennen. Sie sind auch nicht zu übersehen, selbst wenn sich viele angestrengt darüber hinwegtäuschen wollen. Es gibt immer noch Zeitgenossen, die sich freudig dazu bekennen, Feministen zu sein, Radikalfeministen sogar – so genannte Radfems –, doch wenn man sie fragt, was sie von Kate Millet, Mary Daly, Germaine Greer, Shulamith Firestone, Valeri Solanas, Andrea Dworkin, Sally Miller Gearhart und anderen Klassikern des Feminismus halten und wie sie zu den Vernichtungsfantasien stehen, die sich da offenbaren, dann ... äh, ja ... dann tun sie so, als würden deren Schriften und Forderungen (falls sie ihnen überhaupt bekannt sind) irgendwie nicht gelten und sie gucken einen an, als würde sie die Frage, ob sie schon mal auf den Gedanken gekommen sind, dass ‚Mein Kampf’ irgendwas mit Faschismus zu tun haben könnte, intellektuell überfordern.

Sage keiner: „Das war einmal!“ Sage keiner, dass es heute besser ist. Die Newcomer sind nicht besser als die Oldtimer. Sie sind schlimmer. Jedenfalls peinlicher. Da malen sich junge Frauen Hakenkreuze auf die nackten Brüste oder den Spruch „Thanks Bomber Harris“. Sie tuschen sich ein neckisches Bärtchen unter das Näschen und stellen sich breitbeinig vor das Barbie-Haus oder vor die Herbertstraße und rufen „Arbeit macht frei!“ Sie setzen den Hashtag #killallmen in die Welt und die Femithestin (so nennt sie sich wirklich) greift die Forderung, das männliche Geschlecht auf zehn Prozent zu reduzieren, zum soundsovielten Male neu auf. So sieht er heute aus – der real existierende Feminismus, wie er gehätschelt und getätschelt wird.

Nicht zu vergessen: die Femen – sind sie nicht entzückend?! Sie posieren barbusig mit einem abgeschnittenen Hodensack in der ausgestreckten Hand und mit einer blutigen Sichel in der anderen und erklären, dass das Blut (und zwar das der Männer) fließen wird. Noch Fragen?

Die Sprache als Doppelaxt gegen Männer

Die Vorschriften zur „geschlechtergerechten“ Sprache, wie sie scheinheilig genannt wird, kommen direkt aus der Hexen-Küche des radikalen Feminismus, aus dem Herz der Finsternis, dem Zentrum des Bösen. Da wurde schon seit Jahrzehnten gezündelt, um die „Entseuchung der Erde“ durch Reduktion der männlichen Population vorzubereiten und den Weg dahin durch Sprachmanipulation zu ebnen.

Die Hass-Sprache der Radfems soll nun die neue Hochsprache werden. Der Feminismus hat immer noch viele Anhänger. Aber das sind, wie der Name schon sagt, lediglich Anhänger. Die müssen wir nicht befragen. Die wissen nichts. Ausschlaggebend sind die Lokomotiven. Das sind Kräfte wie Daly, Pusch und Trömel-Plötz. Sie sind die Dampfloks des Feminismus. Sie stehen voll unter Dampf. Voll unter Druck. Denn es muss eine Energie geben, die das ganze in Bewegung bringt, die das ganze pusht. Das ist der Hass. Nun sollen wir alle mit der Pusch-Pusch-Eisenbahn fahren (um auch mal ein kleines Wortspiel zu machen).

Luise F. Pusch hat keine Hemmungen, Männer zu verdammen. Die Nazi-Keule ermöglicht ihr den großen Rundumschlag (Achtung: Es folgt ein Zitat, in dem drei „die“ hintereinander kommen, was irgendwie musikalisch, aber auch wie Gestammel wirkt): „Männer, die sich angesichts der Verbrechen ihrer Geschlechtsgenossen nicht schämen, gehören in dieselbe Sparte wie die, die die Verbrechen der Nazis leugnen.“

Also: Nazis raus aus der Sprache, damit wenigstens da keine Verweise mehr auf irgendetwas Männliches verbleiben. Dabei ist Luise F. Pusch noch vergleichsweise nett; sie ist so etwas wie die Provinz-Ausgabe von Mary Daly, die sich das Ziel gesetzt hat, eine Sprache für Frauen zu entwickeln, die Frauen „hymnisch“ feiert und frei von „Patriarchalismen“ ist. Sie steht ganz offen zu ihrem bodenlosen Hass. Mary Daly verabscheut allein schon das Wort „Mann“, wie sie selber sagt, aufs „Äußerste“. Deshalb posierte sie gerne mit ihrem Markenzeichen: der Doppelaxt! Alles klar?

Auch der kleine Mann muss weg

Also muss alles mit „-mann“ weg, selbst das unschuldige, klein geschriebene „man“ mit nur einem, kleinen n. Die evangelische Kirche in Deutschland EKD befasst sich in ihren Handreichungen für eine „geschlechtergerechte Sprache“ ebenfalls mit diesem „man“. Zunächst erklärt die EKD in ihrer Broschüre, dass dieses „man“ womöglich von „mana“ kommt, was „die Mutter aller“ heißt, da es aber identisch klingt wie „Mann“, wird es leicht verwechselt.

Da zucken die evangelischen Frauen zusammen. Da hat doch tatsächlich jemand „Mann“ gesagt. Furchtbar! Da stellt sich sogleich die Frage: Kann man evangelischen Frauen so etwas zumuten? Die Antwort lautet: Nein. Nicht in der Kirche. Da sollen sich Frauen wohl fühlen. Diesen bescheidenen Wunsch kann man ihnen leicht erfüllen, so raunen es jedenfalls die evangelischen Frauenflüsterer, man muss nur dieses bedrohliche „man“ durch eine Umschreibungen im Passiv ersetzen (Ah ... jetzt habe ich nicht aufgepasst und das Schreckenswort selber benutzt).

Die evangelische Kirche will das Wort „man“ nicht mehr benutzen

Die evangelische Kirche schlägt ernsthaft vor, das Wort „man“ nicht mehr zu benutzen. Ich fasse es nicht. Aber so ist es. Wegen Verwechslungsgefahr. Ich denke mir das nicht aus. Warum macht der evangelische Wächterrat einen verzeihlichen Irrtum (die Verwechslung von „Mann“ und „man“) zum neuen Gebot, nach dem man sich richten soll?

Sie arbeiten mit den Tricks von Betrügern. Sie lenken ab. Die EKD setzt sich nicht mit der Sache selbst auseinander, sondern mit einer anderen, die nur rein äußerlich eine gewisse Ähnlichkeit damit hat, so wie man einst Gottfried Benn böswillig eine jüdische Herkunft unterstellte, weil sein Name – trotz der beiden „n“ – irgendwie den Eindruck machte, als wäre er jüdisch.

„Benn“ und „Ben“ kann man auch leicht verwechseln. Wie „Mann“ und „man“. So weit war es bei den Nazis gekommen. Sie nahmen es nicht mehr so genau, weil sie es nicht mehr so genau nehmen wollten. Man kann das als deutliches Zeichen dafür sehen, dass sich Rassenwahn der Nazis zu diesem Zeitpunkt bereits in einem fortgeschrittenen Stadium befand.

Die Bezeichnung „Gender-Wahn“ ist umstritten (für die FAZ gehört sie ins Wörterbuch der neuen Rechten)  – mir scheint sie gerechtfertigt, auch wenn ich die Bezeichnung nicht mag. Hier ist ebenfalls ein fortgeschrittenes Stadium erreicht. Argumente gelten nicht mehr. Die Vollstrecker der Gender-Lehre legen inzwischen einen Fanatismus und eine Unerbittlichkeit an den Tag, die einen gruseln lassen.

Wenn Hass als normal angesehen wird, wird die Dosis erhöht

Die neuen Angriffe der Sprachkontrolleure, die sich als „Vorschläge“, „Anregungen“ und „Empfehlungen“ tarnen, wirken wie ein einziger Aufschrei, als wollten sie fragen: „Wie deutlich müssen wir eigentlich noch werden, damit ihr verstockten Männer und elenden Frauenversteher endlich merkt, was hier los ist?! Wir hassen euch! Nehmt uns endlich ernst! Wie oft müssen wir noch wiederholen, dass es Hass ist, der uns leitet?!“

Was machen die Männer? Sie kuschen. Die Politiker in den etablierten Parteien würden eher auf Diätenerhöhungen verzichten als darauf, von „Bürgerinnen und Bürgern“ zu sprechen. Eine aktuelle Umfrage unter deutschen Professoren hat ergeben, dass sich über neunzig Prozent von ihnen heute nicht mehr trauen, das Wort „Studenten“ auszusprechen, aber kein Problem damit haben, das Wort „Ficken“ in ihren Vorlesungen zu verwenden.

So wird die feministische Hass-Rede zum offiziellen Sprachgebrauch. Es ist verrückt. Denn andererseits soll ja gerade die so genannte „hate-speech“ strafrechtlich verfolgt und in den sozialen Medien gelöscht werden. Aber es passt eben auch, es ist geradezu eine Gesetzmäßigkeit: Wenn der Hass zur Amtssprache wird, dann muss der Hass von Amts wegen an anderer Stelle gesucht und gefunden werden.

Wenn der Hass zur Amtssprache wird

So kommt es zu einer Schieflage in der Wahrnehmung links- oder rechtsradikaler Sprüche. So kommt es zu einer unterschiedlichen Bewertung der Äußerungen von Männern und von Frauen. So kommt es, dass Sprüche wie – ich entschuldige mich im Voraus für die kommenden Zitate – „Deutschland verrecke, du mieses Stück Scheiße“ oder „Ficken für den Volkstod – anal“ lässig durchwinkt werden, aber Empörung ausbricht, wenn jemand eine nationale Identität für wünschenswert hält. So kommt es, dass man jungen Frauen, die von „sexistischer Kackscheiße“ sprechen, freudig applaudiert und sie bittet, das noch einmal zu wiederholen, aber andererseits eifrig nach Masku-Trollen sucht, die man sperren muss.

In den mit ü Broschüren der Amadeu Antonio Stiftung findet sich ein neuer Ausdruck für den Hassenden, nämlich: „Hater“. Groß geschrieben, englisch ausgesprochen, rein männlich. Es gibt keine „Haterinnen und Hater“, es gibt nur „Hater“. Nicht zu verwechseln mit „Heten“ ­– eine abfällige Bezeichnung für Heterosexuelle, auch „Heteros“ genannt. Nicht zu verwechseln mit „Hereros“– ein Hirtenvolk im Süden Afrikas, das während der deutschen Kolonialzeit fast vollständig ausgerottet wurde (ca. 80% der Hereros kamen um). Doch genug der Wortspiele und der möglichen Verwechslungen:

Wir haben hier ein Musterbeispiel für die Kindergarten-Weisheit: „Wer es sagt, isses selber, das wissen alle Kälber!“ Projektion pur. Diejenigen, die von Hass vergiftet sind, wollen andere dafür bestrafen, weil sie (angeblich) das tun, was sie selber (tatsächlich) tun.Hier dazu ein aktuelles Video – in Englisch. Es geht darum, Lager für Männer einzurichten. Da war doch was. Hat es nicht mal einen Skandal gegeben, als jemand sagte, leider gäbe es keine Lager mehr ... (oder so ähnlich)? Lager für Männer

Siehe auch: ‚Schriftsteller, Gruppensex und Sprachmörder’ auf der Seite Bernhard Lassahn und Frauenmund auf Frau ohne Welt.

Leserpost (11)
Gerd Kistner / 11.04.2016

Es ist nicht nur das lächerliche Gendergefasel, das zur Amtssprache wird. Lügen, Desinformationskampagnen, persönliche Verunglimpfungen , Tötungsaufrufe („Nazis töten“ oder „kill Nazis“ stehen-amtlich geduldet-bei der antifaschistischen Sprüherszene hoch im Kurs, wobei diese Schmierfinken natürlich bestimmen, wer Nazi ist) u. a. sind zur Normalität geworden. Wenn die deutschen ökologistischen Christen- manche EKD-Funktionäre und Pastoren- sich in die sprachliche grün/rote Unheilsfront einreihen, ist es in erster Linie Sache der einzelnen Christen und der christlichen Gemeinden, sich damit abzufinden oder Widerstand zu leisten. Mit der Freiheit des Wortes ist der freie, mündige Bürger gestorben und ein neuer Untertan wurde geboren.

Siegfried Schwarzl / 10.04.2016

Mit einem allerdings liegt der Autor m. E. daneben: die Pluralbildung “Feuerwehrmänner” ist seit mindestens 50 Jahren - wenn nicht schon immer - obsolet, und man hat sie uns in der Schule zugunsten von “Feuerwehrleuten” ausgetrieben, und das ganz ohne Genderismus. Vielmehr tut es doch geradezu weh, wenn man in Presseorganen immer wieder Artikel lesen muß (auch wenn der Duden inzwischen teilweise auch die “...männer” zuläßt) ,  in denen von “Seemännern”, “Hauptmännern” , “Kaufmännern”, “Ombudsmännern” die Rede ist.

Werner Lange / 10.04.2016

Ich glaube nicht, dass die erwähnten Frauen von Hass getrieben werden. Zumal es sich, wie ein befreundeter Nervenarzt meint, um ein bekanntes Krankheitsbild handelt. Derlei Damen, ob nun grüner oder roter Coleur, sind gewöhnlich partnerlos, verfügen über keinerlei Erfahrungen aus der Welt der Arbeit sowie zumeist über einen gediegenen Studienabbruch – mal der Theologie, mal der Theaterwissenschaft usw. (Sofern sie das Theologiestudium jedoch abgeschlossen und dabei das Kap. 10 des Matthäusevangeliums verschlafen haben, können sie sich einen Phaeton leisten und brettern damit im Vollbrand durch die Stadt. Danach – erwischt – gefährden sie weiterhin ihre Mitmenschen, indem sie den Verzicht auf Selbstschutz predigen.) Solche Frauen geben gern vor, die gesamte Menschheit zu lieben und vermeiden es klug, das erst einmal mit einzelnen Vertretern unserer Spezies zu versuchen. Früher empfingen sie die Stigmata, heute sollen mehr als eine Million Akademiker und Facharbeiter aus dem Morgenland ihnen ein Dasein bescheren, das „religiöser, bunter, vielfältiger und jünger“ (Göring-Eckardt) ist. Freilich, manchmal läuft auch eine von ihnen weinend – natürlich begleitet von Kameras – am Strand einer griechischen Insel umher, wenn sie die Folgen der Hoffnungen besehen muss, die sie mit verantwortungslosem Geschwätz und ihrem politischen Tun geweckt hat.

Wolfgang Richter / 10.04.2016

Es soll in der Republik eine relativ neue Partei geben, die nach Beurteilung der vielen Redenden und Schreibenden der Mainstream-medien Werte der Vergangenheit und einiger ewig Gestriger vertrtitt, die in der bundesdeutschen Gesellschaft -zumindest gewünscht- keine Mehrheit haben. Mögen die Wählenden der zukünftig anstehenden weiteren Urnengänge entscheidem, ob sie eigene, allgemein als konservativ abqualifizierte Werte weiterhin als erhaltenswert betrachten oder sich tiefer gehend umerziehen und dem politisch korrekten Neusprech unterwerfen lassen möchten.

Andreas Stüve / 10.04.2016

Lieber Bernhard Lassahn, bei der Lektüre Ihres Artikels wusste ich nicht so recht, ab ich mich totlachen oder weinend vom Stuhl fallen sollte. Treffender als Sie kann MAN diesen sprachlichen Irrsinn nicht beschreiben. Das ganze ist ein weiteres Puzzlestück im Generalplan der völligen Verwüstung unserer alten deutschen und europäischen Kultur. Kommt in einer Reihe mit Gutmenschentum, Verherrlichung jedweder sexuellen Perversion, Austausch der autochtonen Bevölkerung u.v.m Gut, dass es Menschen wie Sie gibt, die dies so unterhaltsam und stichhaltig öffentlich machen. Leider haben die “Damen” vergessen, auch Schwarzfahrerinnen, Steuerhinterzieherinnen, Mörderinnen und andere explizit zu erwähnen. Viele Grüße Ihr Andreas Stüve

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