Walter Krämer / 06.05.2017 / 06:15 / Foto: Eric Kilby / 14 / Seite ausdrucken

Was kosten uns Risiko-Fehleinschätzungen?

Als Mitte des 19. Jahrhunderts in England die ersten dampfgetriebenen Automobile über die Straßen rollten, fürchteten die besorgen Anwohner, die Ungetüme könnten außer Kontrolle geraten und alles in ihrer Nähe niederwalzen. Die Folge war eines der kuriosesten Gesetze der ganzen Menschheitsgeschichte, der »Red Flag Act« von 1865. Das Gesetz schrieb vor, dass sich ein nicht von Pferden gezogenes Gefährt gleich welcher Art auf einer Straße mit einer Geschwindigkeit von höchstens vier Meilen in der Stunde bewegen durfte, innerhalb von Ortschaften höchstens mit zwei Meilen pro Stunde, und jedem Fahrzeug hatte zur Warnung der Bevölkerung ein Fußgänger mit einer roten Flagge (daher »Red Flag Act«) voranzulaufen. Diese Vorschrift galt bis 1896 und hat die Fortentwicklung der Automobilindustrie in England entscheidend gebremst; heute gibt es diese Industrie nicht mehr.

Damit will ich keinesfalls behaupten, Angst und Vorsicht als solche seien immer fortschrittsschädlich. Ganz im Gegenteil. Hätten unsere Vorfahren in den Urwäldern und Savannen Afrikas vor einer halben Million Jahren keine Angst gehabt, so gäbe es uns heute nicht. Das Bauchgefühl der Angst und die verschiedenen genetisch programmierten Reaktionen darauf – vermeiden, verbieten, verhindern, bremsen – waren während des größten Teils der menschlichen Entwicklungsgeschichte geradezu überlebenswichtig. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass dieses über Hunderttausende von Jahren eingeübte Verhalten heute oft kontraproduktiv zu werden droht.

Mit "kontraproduktiv" ist dabei nicht gemeint, dass man Gefahren vorbeugt, die sich zum Glück dann doch nicht zeigen. Das ist sogar normal. In die meisten mit einem Blitzableiter versehenen Häuser schlägt nie ein Blitz, und mehr als 99 von 100 Prallkissen (Airbags) werden nie aktiv. Dennoch sind die Ausgaben dafür durchaus lohnend. Denn eine vernünftige Vorsorge bemisst ein Risiko immer als das Produkt zweier Faktoren, der Wahrscheinlichkeit und der Höhe eines Schadens. Ein Schaden von 1000, der mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 Prozent auftritt, erzeugt ein Risiko von 10. Und ein Schaden von 100000, der mit einer Wahrscheinlichkeit von einem hundertstel Prozent auftritt, erzeugt ebenfalls ein Risiko von 10. Und wenn die Kosten der Vorsorge dieses Produkt von Höhe und Wahrscheinlichkeit des Schadens nicht übersteigen, ist das Geld gut angelegt.

Wie ist das Verhältnis von Abwehraufwand und Risiko?

Genau das aber ist bei vielen modernen Antirisikomaßnahmen nicht der Fall; viele Akteure auf der modernen Risikobühne schätzen die möglichen Schäden oder die Wahrscheinlichkeiten für diese Schäden oder beides viel zu hoch. Ich selbst habe mir in Pisa schon einmal eine Versicherung verkaufen lassen, dass der Schiefe Turm nicht auf mein Auto fällt. Nicht viel klüger war ein Nachbar in dem kleinen Dorf im Norden, wo wir wohnen, der sich in seinem Garten einen Atombunker hatte installieren lassen. Andere Menschen lassen sich überflüssige Alarmanlagen aufschwatzen, kaufen teure Trinkwasserentgiftungsanlagen, werfen gute Möbel wegen Formaldehyd auf den Müll oder geben ihre Spargroschen für die Sanierung ihrer angeblich amalgamverseuchten Zähne aus. In all diesen Fällen steht der Abwehraufwand in keinem Verhältnis zur Höhe der vermeintlichen oder tatsächlichen Risiken.

Auf dem Höhepunkt der Milzbrandpanik 2003 machten amerikanische Internetapotheken große Geschäfte mit dem Antibiotikum Cipro; kurz nach Panikausbruch wurde das eines der bekanntesten Medikamente in den USA. Eine 60-Tage-Packung – das ist die empfohlene Dosis für die Behandlung von Milzbrand – kostete 900 Dollar und wurde von Tausenden von Amerikanern ohne jeden Nutzen auch vorsorglich geschluckt, es hätte gegen Milzbrand nichts genützt.

In Deutschland wiederum verschwendet man derzeit viel Geld auf die Bekämpfung von Nahrungsmittelallergien. Mit Sprüchen wie »ein innovativer Bluttest, mit dem verzögerte Nahrungsmittelallergien aufgedeckt werden können« werben Anbieter für sogenannte IGG-Antikörpertests, die angeblich alle möglichen Auslöser für Darm- und Hauterkrankungen, Migräne und Übergewicht schnell identifizieren können. Diese Labortests seien aber »irreführend und sinnlos«, sagen unisono deutsche, österreichische und schweizerische Allergologenverbände. Die Anbieter machten sich nur die Ängste und den Leidensdruck der Patienten zunutze, der Nachweis von IGG-Antikörpern liefere keinerlei Hinweise auf eine Allergie, die Kosten von 300 bis 400 Euro für einen Antikörpertest seien zum Fenster hinausgeworfen. Und nur der liebe Gott im Himmel weiß, wie viele der mehr als 30 Milliarden Euro, die wir in Deutschland jährlich für Arzneimittel bezahlen, für ähnlich dubiose Zwecke ausgegeben werden.

Dass nicht nur verängstigte Bürger, sondern auch hoch angesehene politische Instanzen durch unangemessene Risikovorsorge mit beiden Händen Geld zum Fenster hinauswerfen, zeigt die regierungsamtliche Reaktion – nicht nur in Deutschland – auf die Vogel- und die Schweinegrippe. Nachdem zu Anfang des Jahres 2005 haufenweise tote Vögel auf sämtlichen Fernsehschirmen der Welt zu sehen gewesen waren, kauften westliche Regierungen für rund eine Milliarde Euro vom Schweizer Pharmakonzern Roche das im Wesentlichen wirkungslose Grippemittel Tamiflu. Und vier Jahre später langte man noch einmal zu; allein in Deutschland gaben die zuständigen Stellen für 27 Millionen nie gebrauchte Impfstoffdosen rund 500 Millionen Euro Steuergelder aus. Davon hätte man drei Universitäten ein Jahr lang finanzieren können. Insgesamt kostete die Schweinegrippehysterie den deutschen Steuerzahler mehr als eine Milliarde Euro.

BSE: Winziges Risiko, riesige Geldverschwendung

Zur Erinnerung: Im Winter 2010/2011 sind weniger als 300 Personen in Deutschland an den Folgen dieser neuen Virusinfektion gestorben, weniger als ein Zehntel der Menschen, die ohnehin pro Jahr in Deutschland an den Folgen einer Grippe sterben. Ein weiteres einschlägiges Trauerspiel ist die Überreaktion von Verbraucherministerin Künast auf BSE. Diese Krise war, nach einem zögerlichen Beginn im Jahr 1986, bis 1997 auf England isoliert geblieben, dann erreichte sie im November 2000 auch die Bundesrepublik – eher zufällig wurde in Schleswig-Holstein auf dem Hof des Bauern Peter Lorenzen das erste deutsche BSE-erkrankte Rind entdeckt: Der Bauer hatte freiwillig eines seiner geschlachteten Rinder testen lassen – positiv.

Einen Monat später gab es einen weiteren BSE-Fall in einem bäuerlichen Familienbetrieb im Allgäu. Insgesamt sind bei in Deutschland geborenen Rindern bis zum Höhepunkt der Krise im Mai 2001 65 BSE-Fälle bestätigt worden, danach gingen die Zahlen monoton zurück. Trotzdem wurden bis Ende 2010 über 20 Millionen deutsche Rinder auf BSE getestet, zu Kosten von anfangs jährlich 150 Millionen Euro, in 406 Fällen war das Ergebnis positiv, das sind zwei Tausendstel Promille.

Absolut gesehen und erst recht im Vergleich zum Ausland ist das wenig – »BSE hat in Deutschland gar nicht stattgefunden«, schreibt der Spiegel 2011. Bis Ende 2000 waren allein in England 180000 Kühe erkrankt und mussten getötet werden. Sehr viel weniger, aber immer noch Tausende bis Zehntausende von Fällen gab es auch in Irland, Portugal, Frankreich und der Schweiz. Allein in Frankreich sollen über 40000 BSE-infizierte Rinder legal geschlachtet und das Fleisch legal verkauft worden sein (Spiegel Online, 5.7.2004). Aber nirgends war die Panik größer als bei uns, von »apokalyptischer Stimmung« schrieb die FAZ; eine gute Bekannte von mir, Besitzerin einer Lederfabrik, hatte große Probleme, an Kuhfelle heranzukommen.

Mehr als 1,5 Milliarden Euro hat die Bundesregierung für das Keulen völlig gesunder Kühe, überflüssige Tests (»vollkommen sinnlos«, so Professor Sucharit Bhakdi, Leiter des Instituts für Mikrobiologie und Hygiene der Universität Mainz, »die reine Geldverschwendung«) und die Stabilisierung des Rindfleischmarktes, etwa in Form der sogenannten Herodes-Prämie, ausgegeben. Diese Prämie gab es für den Ankauf und die sofortige Tötung neugeborener Kälber. Es sei wenig sinnvoll, die Tiere großzuziehen, wenn sie unverkäuflich seien, sagte die damals in der EU dafür zuständige Kommissarin, die deutsche Grüne Michaele Schreyer. Mit den so verschwendeten Mitteln hätte man sämtliche Kinder Afrikas ein Jahr lang gesund ernähren können.

Kreuzritter gegen bestimmte Risiken

Aktuell tut sich besonders die EU im Verschwenden knapper Steuergelder hervor. Mit ihrem REACH-Programm erzeugt sie Kosten weit jenseits aller möglichen Erträge, pro Jahr zwischen zwei und drei Milliarden Euro, die für eine teure bürokratische Überwachung aufgewendet werden müssen. Mit insgesamt 500 Millionen Euro Zusatzkosten bis 2018 rechnet allein die Ludwigshafener BASF AG. Und wer außer der EU-Kommission ist so naiv zu glauben, dass diese Kosten bei den Unternehmen hängen bleiben? Über höhere Preise für Chemieprodukte sind auch hier die Endverbraucher und die Steuerzahler diejenigen, die die Zeche zahlen müssen.

Diese durchaus schon stattlichen Summen verblassen aber vor der geradezu atemberaubenden Geldverschwendung im Kielwasser der inzwischen rund 20 Jahre alten Asbesthysterie. Allein die USA sollen für oft überflüssige, ja sogar kontraproduktive Asbestsanierungen schon fast 200 Milliarden Dollar ausgegeben haben, das entspricht dem jährlichen Sozialprodukt von Portugal. Überflüssig und kontraproduktiv, weil der gefährliche Asbest hinter dicken Farbanstrichen oder Dämmplatten fest versiegelt war. Erst durch die kostspielige »Sanierung« werden die Asbestfasern freigesetzt. »Die Säuberungsaktion erinnert an Aufräumarbeiten im Atomkraftwerk: luftdichte Schleusen, Vakuumpumpen, Arbeiter in staubdichten Schutzanzügen« (Der Spiegel). Hätte man sich diese teure Säuberung erspart, bliebe der Asbest auf ewig weggeschlossen.

Und sehr viele Menschen, die wegen der Asbestpanik gestorben sind, könnten noch heute leben. Denn es gibt auch noch andere Kosten überzogener Risikobekämpfung außer Geld. Auch die BSE-Hysterie hat inzwischen weit mehr Menschen umgebracht als BSE – allein in England wurden seither über 150 Selbstmorde von Farmern registriert, deren Existenz durch die BSE-Panik vernichtet wurde.

Was fast alle Kreuzritter gegen bestimmte Risiken immer wieder gern übersehen, ist die Tatsache, dass dadurch ein anderes Risiko oft automatisch steigt. Die Zeitschrift Science hat für die USA errechnet, dass dort höchstens ein Mensch von zehn Millionen jährlich durch erhöhte Asbestbelastung in den Schulen stirbt. Dagegen kommen unter zehn Millionen Schülern mehr als 300 jährlich als Fußgänger durch Verkehrsunfälle um. Science schließt daraus, dass die durch die Asbestsanierung der Schulgebäude erzwungenen Zwangsferien weit mehr Schüler das Leben gekostet haben, als durch Asbest auch unter den schlimmsten Annahmen jemals zu befürchten gewesen wäre.

DDT-Verbot: Im Gegenzug Millionen Tote durch Malaria?

Weitere Nebenwirkungen der Asbesthysterie betreffen die bei der überflüssigen Sanierung asbesthaltiger Gebäude eingesetzten Arbeiter sowie die Nachbarn der sanierten oder abgerissenen Gebäude. So musste etwa die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ihre bislang asbestfreie Frankfurter Landesgeschäftsstelle wegen einer plötzlichen (übrigens völlig ungefährlichen) Belastung von über 10000 Fasern pro Kubikmeter räumen – die benachbarte Bank für Gemeinwirtschaft hatte ein asbestbelastetes Bürogebäude abgerissen.

Ein weiteres Beispiel ist das Verbot von DDT. Wo stehen die Kreuze für die Millionen zusätzlicher Toten durch Malaria, die ohne das weltweite DDT-Verbot noch heute leben könnten? Indem man die durch den Schädlingsbekämpfer DDT ausgelösten unbestreitbaren Risiken vermeidet, öffnet man anderen Attacken auf unser Leib und Leben Tür und Tor. Und die sind oft gefährlicher als die zunächst verhinderte Gefahr. Und so haben auch "die Nebenwirkungen des DDT-Verbotes … mit Sicherheit mehr Menschen das Leben gekostet als die Nebenwirkungen des DDT". Dieses schon weiter oben präsentierte Zitat eines ehemaligen Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft sollte man all den selbstgerechten Umweltaktivisten, die sich um die Folgen ihrer Hysterieaktionen niemals kümmern, mit roter Tinte in das Stammbuch schreiben.

Oder nehmen wir das Trinkwasser und die Angst vor Chlor. Nach der deutschen Trinkwasserverordnung darf einem Liter Wasser bis zu 600 Milligramm Chlor zugesetzt werden, um auf diese Weise Keime abzutöten. Andererseits sollen die Nebenprodukte der Trinkwasserchlorung aber Krebs erzeugen, deshalb war der Zusatz von Chlor zeitweise in den USA verboten. Die Regierung des südamerikanischen Peru schloss sich Anfang der 90er-Jahre dieser Vorsichtsmaßnahme an (siehe Kapitel 7) und hatte wenig später den weltweit größten Ausbruch von Cholera der vergangenen Jahrzehnte mit 800000 Infizierten und über 7000 Toten zu beklagen. So viele Peruaner wären selbst dann nicht an Krebs gestorben, hätten sie pro Liter ein Hundertfaches der in Deutschland erlaubten Menge Chlor getrunken.

Auch die Angst vor Fluor schadet mehr, als sie nützt. Als das Fernsehmagazin "Monitor" einmal vor den Gefahren einer Kariesvorsorge durch Fluortabletten gewarnt hatte, brach deren Absatz in Deutschland fast komplett ein. "Der Umfang der hieraus resultierenden Kariesschäden und ihrer Folgen ist nicht abzuschätzen", warnt der Lübecker Medizinprofessor Otfried Strubelt. "Noch schlimmer aber war, dass viele Eltern auch die damit kombinierte Vitamin-D-Prophylaxe gegen Rachitis einstellten und Kinderärzte in der Folgezeit ein Krankheitsbild beobachten mussten, nämlich die Rachitis oder Englische Krankheit, das seit Jahrzehnten von der Bildfläche verschwunden war. Diese Vitaminmangelkrankheit führt durch Knochenerweichung zu schweren Verformungen des Skeletts sowie zum Zurückbleiben der gesamten körperlichen Entwicklung. Verkrüppelte Kinder als Konsequenz falscher journalistischer Warnungen – das war leider traurige Realität."

Schwefeldioxid runter, Kohlendioxid rauf

Die amerikanischen Risikoforscher John Graham und Jonathan Wiener haben einmal verschiedene weitere kontraproduktive Nebenwirkungen ausgewählter Risikobekämpfungsmaßnahmen untersucht. So fanden sie zum Beispiel heraus, dass viele staatlich verordnete Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität indirekt die Wasserqualität verschlechterten und umgekehrt. Oder dass das Luftreinhaltegesetz von 1967 (Clean Air Act), das für alle Kohlekraftwerke aufwendige Schwefeldioxidfilter vorsieht, die Energieeffizienz der Kraftwerke reduzierte und den Kohlendioxidausstoß in die Höhe trieb. Schwefeldioxid runter, Kohlendioxid rauf.

Dann wieder griffen die Amerikaner aufgrund des Verbots künstlicher Zuckerersatze wie Zyklamat oder Sacharin vermehrt zu dem sehr viel kalorienhaltigeren normalen Zucker und wurden dick und fett dabei, mit all den daraus resultierenden Nebenwirkungen, die man so kennt. In einem anderen Fall hatte das aus Rücksicht auf Wildtiere eingeschränkte Holzfällen in den USA dazu geführt, dass Holzpreise weltweit stiegen und stattdessen die ökologisch weit mehr gefährdeten Wälder in Entwicklungsländern den Holzfällern zum Opfer fielen.

Dann wieder hatte das Verbot gewisser Pestizide die amerikanischen Farmer dazu verleitet, vermehrt schädlingsresistente Pflanzensorten anzubauen, deren natürlicher Pestizidgehalt die Menge der vorher eingesetzten künstlichen Unkrautvernichter bei Weitem übersteigt. So soll zum Beispiel schädlingsresistenter Selleriesalat achtmal mehr natürliche krebserzeugende Chemikalien enthalten als »normaler«, mit künstlichen Pestiziden vor Schädlingen geschützter Selleriesalat. Und dann natürlich das typisch US-amerikanische Anti-Risiko-Ritual, als Schutz vor einem Überfall zu Hause eine Waffe im Nachttisch bereitzuhalten. Der verhinderte Schaden durch die so abgeschreckten Einbrecher wird durch häuslichen Mord und Totschlag mehr als aufgewogen, der allein durch die leichte Zugänglichkeit von Schusswaffen möglich geworden ist.

Und so weiter und so fort. Diese Einäugigkeit ist nicht nur dumm, sondern auch sehr teuer und eines der größten Defizite im Umgang mit Gefahr und Risiko überhaupt.

Angst vor Nebenwirkungen größer als vor Krankheit

Aber nicht nur die Obrigkeit unterliegt der Unvernunft, wir Bürger stehen ihr nicht nach. Kaum warnt ein Fernsehmagazin vor Pestiziden in der Babykost, rennen die Mütter aufgeregt zum Markt und kochen ihr Babygemüse selbst, ohne eine Ahnung davon zu haben, dass reguläres deutsches Marktgemüse eine mehr als hundertfach höhere Pestizidkonzentration aufweisen darf und oft auch aufweist, als jemals in dem am schlimmsten "verseuchten" Babygemüse nachgewiesen worden ist. Oder nehmen wir die Panik vieler Amerikaner nach dem 11. September 2001. Danach brach der zivile Luftverkehr in den USA auf vielen Strecken fast zusammen.

Die Amerikaner hatten Angst vor dem Fliegen, sie fuhren vermehrt Auto, und das hat nach einer bekannten Untersuchung des Berliner Psychologen Gerd Gigerenzer dazu geführt, dass in den folgenden Jahren fast genauso viele US-Amerikaner zusätzlich im Straßenverkehr den Tod gefunden haben wie durch die Terroranschläge des 11. September selbst.

Genauso unvernünftig ist die Angst vieler Menschen vor den Nebenwirkungen von Medikamenten. Die sind in der Tat nicht wegzuleugnen, und ihre Schädlichkeit wird, wann immer sie auftreten, in den Medien auch mit Wollust breitgetreten. In meinem Buch Die Panikmacher (mit Gerald Mackenthun) zeige ich beispielhaft, wie der Stern aus dem Fall der kleinen Linda Straub aus dem unterfränkischen Dorf Hassenbach, die an einer ungewollten Überdosis des Schmerzmittels Paracetamol gestorben war, eine Tragödie machte. "Als sie das tote Mädchen in ihren Armen hielt, dachte sie: 'Das ist nicht mein Kind, das da gestorben ist', und streichelte den kleinen Körper so lange, bis die Wahrheit unabweisbar in ihr Bewusstsein drang und sie 'nur noch dumpf rausgeschrien' hat, denn Tränen hatte sie keine mehr. Es dauerte sechs Wochen, bis die ersten fließen konnten."

Wegen solcher Fälle setzen viele Patienten aus Angst vor Nebenwirkungen ihre Medikamente ab. Die so vermiedenen Risiken bewirken nach Berechnungen des Münchner Medizinprofessors Klaus Heilmann tatsächlich eine durchschnittliche Lebensverlängerung, und zwar von 37 Minuten. Dagegen erzeugen die so neu erzeugten Risiken der Nichteinnahme eine durchschnittliche Lebensverkürzung, und zwar von mehr als 15 Jahren. Laut einer Befragung in amerikanischen Krankenhäusern sterben in den USA allein durch Nichtanwendung von Herz-Kreislauf-Mitteln jährlich etwa 125000 Menschen. Übertragen auf Deutschland wären das etwa 30000 »vorfristig Verstorbene«.

Das Nichteinnehmen geeigneter und wirksamer Medikamente ist also deutlich riskanter als die Einnahme. Oder um mit Heilmann zu sprechen: »Das Risiko, mit einem Rezept in der Tasche auf dem Weg zwischen Arzt und Apotheke zu verunglücken, ist um ein Vielfaches höher, als an dem zu erkranken, was auf dem Rezept steht.«

Und dann natürlich sind auch die nur schwer messbaren Kosten der Panikmache für die Psyche zu beachten. Auch die sind inzwischen in fast schon unvorstellbare Größenordnungen vorgedrungen; je nach Schätzung und je nachdem, wie man die Beschwerden misst, haben wir allein in Deutschland heute zwischen fünf und zehn Millionen eingebildete Umweltkranke zu versorgen (bzw. deren Fehlzeiten bei der Arbeit oder deren Frühverrentung zu bezahlen).

Auch eingebildete Umweltkrankheiten machen krank

"Die eigenen Erfahrungen sowie die des sozialen Umfelds, Presse und Medienberichte über Umweltkatastrophen erzeugen bei vielen Menschen Angststörungen, die viele Erkrankungen imitieren und den Patienten wie den Arzt vor große diagnostische und therapeutische Schwierigkeiten stellen können", schreibt der Hautarzt und Umweltmediziner Klaus-Michael Taube. "Man weiß heute, dass bei etwa einem Drittel aller hautkranken Patienten psychische Störungen als ursächliche oder zumindest begleitende Faktoren bedeutsam sind."

Solche eingebildeten Umweltkranken hat es in den Hungerjahren nach dem Zweiten Weltkrieg nicht gegeben. Heute lesen wir immer häufiger von Frührentnern, die nicht sagen können, warum sie früh verrentet worden sind, ja sogar von toxikologisch unerklärbaren Massenvergiftungen aller Art. Sei es eine stinkende Toilette, ein seltsamer Geruch, die herausposaunte Messung einer unbedeutenden Chemikalie, die "schlechte Luft" in klimatisierten Räumen: Schulklassen oder ganze Schulen, die Mitarbeiter von Büros oder Anwohner einer Fabrik fühlen sich plötzlich nicht wohl und glauben sich vergiftet. Aber auch nach gründlichsten Untersuchungen ist kein Stoff zu finden, der auch nur im Entferntesten die Symptome hätte auslösen können. Analysen von Urin, Blut oder Haaren bringen keinen Befund. In Kanada wurde einmal in vier Bürohäusern die Frischluftzufuhr erhöht, ohne dass die über schlechte Luft klagenden Angestellten davon wussten – die Beschwerden gingen nicht zurück.

Nach Meinung vieler Ärzte sind die so reagierenden Menschen tatsächlich krank und nur sehr schwer zu heilen. Sie suchen die Ursachen ihrer psychischen Probleme in äußeren Quellen: in einem Virus, in sexueller Belästigung, chemischer Kriegsführung, in teuflischen Verschwörungen oder außerirdischer Beeinflussung. Sie meiden Psychotherapeuten und suchen Rat bei Allgemeinärzten oder gehen in die für ihr defektes Körperteil zuständigen Krankenhaus-Spezialabteilungen – die meisten Psycho-Fälle sind ohne Rast und Ruh hinter Medikamenten und Operationen her.

"Ärzte sind in solchen Fällen oft ratlos«, schreibt der Stern. »Denn es ist schwer feststellbar, worauf jemand tatsächlich reagiert, falls überhaupt. Sind es Düfte? Ist es der Feinstaub? Oder ist jemand einfach nur hysterisch?" Ein schulmedizinisch behandelbares Standardleiden haben diese Menschen jedenfalls nicht. Aber genau darauf bestehen sie mit großem Nachdruck. "Die Patienten bestehen darauf, vergiftet zu sein – doch in den meisten Fällen sind sie es nicht«, schreibt der Spiegel. »Ihre Werte an DDT, Lindan, PCB, Quecksilber oder halogenierten Kohlenwasserstoffen liegen nicht höher als beim Rest der Bevölkerung."

Niemand kann die Nichtexistenz einer Vergiftung beweisen

Die Ärzte sind dabei aufgrund mangelnder psychologischer Schulung nicht nur hilflos, sie werden gleichzeitig von der unerfüllbaren Erwartung der Patienten in die Rolle des Scheiternden gedrängt. Denn die Wissenschaft kann niemals die Nichtexistenz einer Vergiftung beweisen. Eine einseitig auf die Biologie fixierte Medizin ist daher kaum in der Lage, hier Abhilfe zu schaffen. Die Patienten verbleiben unter starkem Leidensdruck, und die akademischen Ärzte sehen sich im Dilemma zwischen der offensichtlichen Not der Patienten und dem aktuellen Stand der Wissenschaft, der da lautet: Es ist nichts zu finden.

Am ehesten könnten noch Psychologen zur Aufklärung beitragen. Aber leider nehmen viele Psychologen das, was die Patienten ihnen sagen, für bare Münze. Beide Seiten – die Ärzte wie die Psychologen – haben Mühe, chemische von psychosomatischen Störungen zu unterscheiden. Einerseits ist eine saubere Diagnose oft wirklich schwierig, andererseits übersehen beide Berufsgruppen geflissentlich die Erkenntnisse der jeweils anderen, trotz der bis zum Überdruss wiederholten Forderung, psychische und soziale Faktoren in der Medizin stärker zu berücksichtigen. So ordnen sie die Symptome mehr aus Verlegenheit denn aus Überzeugung komplizierten Krankheitsbildern mit amerikanischen Namen zu, von denen unklar ist, ob es sich nicht doch nur um Modediagnosen handelt, die nach einiger Zeit so wie die klassische Hysterie, die Neurasthenie und das Kriegszittern verschwinden werden.

Falsche Reaktionen auf Risiken gleich welcher Art kosten nicht nur Geld, Gesundheit und Lebensfreude, sie bremsen auch das Wirtschaftswachstum. Unter allen Volkswirtschaften der EU belegte die deutsche von 1995 bis 2009 mit insgesamt 16 Prozent Wachstum über 15 Jahre den vorletzten Platz – nur die italienische wuchs noch langsamer. Dagegen wuchs Irland in dieser Zeit um 105 Prozent, gefolgt von Polen (84 Prozent) und der Slowakei (82 Prozent). Auch unsere direkten Nachbarn – neben Polen auch Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Dänemark, Frankreich, Österreich und die Schweiz – wuchsen alle schneller als die Bundesrepublik. Unser Land, vormals der ökonomische Musterknabe, wird zum kranken Mann Europas.

Darüber kann auch die vergleichsweise robuste Erholung nach der letzten Wirtschaftskrise nicht hinwegtäuschen. Die war eine Konsequenz der Stärken, die wir uns zum Glück erhalten haben – Qualität und Zuverlässigkeit, deutsche Wertarbeit, flexibler Mittelstand, duales Bildungswesen, Möglichkeit für Kurzarbeit anstelle von Entlassung –, kein Grund, die ansonsten miserable Wirtschaftsleistung der letzten 20 Jahre schönzureden.

Deutschland ist das Greenpeace-Schlaraffenland

Für diese miserable Wirtschaftsleistung gibt es viele Gründe. Etwa den, dass deutsche Sparer nicht mehr in Deutschland investieren. Ein anderer ist die deutsche Überängstlichkeit vor Risiken. Die Engländer haben den "Red Flag Act" 1896 abgeschafft. Hundert Jahre später führen ihn die Deutschen wieder ein. Nicht durch ein einzelnes Gesetz, es sind eher die vielfältigen Paragrafendschungel, die Alibi- und Verhinderungsgesetzgebung, die hierzulande die Dynamik hemmen und den Bedenkenträgern in die Hände spielen. In kaum einem anderen Land der Erde haben Klima-, Tier- und Umweltschützer einen so guten Stand wie in der Bundesrepublik, nirgendwo erzeugen sie eine solche Bremswirkung wie hier.

Unter allen Ländern dieser Erde hat Greenpeace in Deutschland die meisten Unterstützer, die in Amsterdam ansässige Weltzentrale erhält 25 Prozent ihrer Einnahmen aus der Bundesrepublik, mehr als aus irgendeinem anderen Land. Deutschland ist mittlerweile das einzige Land der Welt mit einem vereinbarten Ausstieg aus der Atomenergie, nirgendwo auf der Welt ist die Angst vor gentechnisch veränderten Pflanzen und daraus gewonnenen Lebensmitteln größer als bei uns. Seit dem Farbfernseher, und das ist 50 Jahre her, trifft fast alles Neue, Zukunftsweisende in unserem Land zunächst einmal auf eine Große Koalition von »Reichsbedenkenträgern« (Manfred Lahnstein). Ein riesiges frei schwebendes Angst-, Protest- und Verweigerungspotenzial steht wie die Klospülung all denen zur Verfügung, die neue Ideen schon bei der Geburt ertränken wollen.

Hans-Jürgen Papier, der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, sieht in dem deutschen Hang zur Überregulierung eine unserer größten Wachstumsbremsen. Fast schon reflexhaft werde die Gesetzesmaschine in Gang gesetzt, sobald ein gesellschaftliches Problem auftrete, oft ohne darauf zu achten, ob die neuen Regeln jemals umgesetzt werden könnten. Einzig sicher ist der Bremseffekt. Und eine große Verunsicherung der Macher, die zum Glück auch hierzulande noch nicht ausgestorben sind. Der Wuppertaler Professor für Sicherheitstechnik Sylvius Hartwig hat in einem Artikel in der Welt einmal von einer "Art erzwungener Korruption" geschrieben, die in Deutschland Einzug halte und dazu führe, dass "gesetzliche Regelungen die Grenzen zwischen Verantwortungsbewusstsein und kriminellem Verhalten fließend machen".

So sei er aufgrund von Feuerschutzrichtlinien gezwungen, alle Studenten ohne Sitzplatz aus seinem Hörsaal zu weisen. Natürlich mache er das nicht und sei deshalb semikriminell. Dann wieder könne er gewisse Laborveranstaltungen wegen des Risikos und der Gesetzeslage nur mit einem Laborsicherheitsingenieur durchführen; sei der nicht verfügbar – und das sei die Regel –, müsste er eigentlich die Veranstaltung ausfallen lassen. Auch das habe er aber nicht getan. "Die Verwaltung funktioniert in weiten Teilen unseres Landes nur deswegen", so Hartwig, "weil es immer wieder Verantwortungsbewusste gibt, die den vorgegebenen Sinn einer Aufgabe höher stellen als den Wortlaut eines Gesetzes oder einer Verwaltungsvorschrift."

Als Folge dieser "gesetzgeberischen Inkontinenz", so der Jurist Wieland Kurzka, habe ein deutscher Durchschnittsbürger heute rund 80000 Bestimmungen zu beachten; die Bürger verließen sich zu wenig auf Eigeninitiative und Unternehmertum und zu viel auf den Staat.

So wird es auch niemanden wundern, dass Deutschland in der jährlichen Rangliste der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des International Institute for Management Development (IMD) in Lausanne weit hinter Ländern wie den USA, Hongkong, Singapur oder Kanada rangiert. Selbst die so staatsgläubigen Schweden liegen in der aktuellen Liste neun Plätze vor der Bundesrepublik. Auch Norwegen, Luxemburg, Dänemark oder Österreich sind weniger reguliert als wir. Und was deshalb niemanden verwundern wird: All diese Länder liegen auch im Wirtschaftswachstum über uns.

Bisher haben wir nur Fälle untersucht, wo knappe Mittel ohne jeglichen oder mit zu geringem Nutzen verschwendet werden oder gar Schaden anrichten. Darüber hinaus erzeugt aber irrationale Panikmache auch noch eine Verschwendung zweiter Art: Die eingesetzten Mittel erfüllen durchaus ihren intendierten Zweck, aber dieser Zweck ist falsch.

In der Wirtschafstheorie ist das auch als das Problem der "Opportunitätskosten" bekannt: Wenn man das eine tut, muss man das andere lassen. Und der entgangene Nutzen dessen, was man lässt, sind dann die Opportunitätskosten dessen, was man tut.

Stellen wir uns einmal einen Bauern vor, der seinen Hof bewirtschaftet, einen großen Hof mit vielen Feldern und viel Land. Der Bauer pflügt und sät, macht Heu, hackt Holz, legt sumpfige Wiesen trocken, jätet Unkraut, bekämpft Schädlinge aller Art, arbeitet von morgens in der Frühe bis spät in die Nacht, bis er vor Müdigkeit daniedersinkt. Wie würden wir nun einen solchen Bauern nennen, der als Erstes die unfruchtbarsten Felder pflügt und das Heu zunächst am steilen Abhang mäht, wo es am schwersten abzumähen ist, während die fruchtbaren Felder unbestellt bleiben und auf den guten Wiesen das Gras verfault? Dieser Bauer ist dumm. Er investiert seine begrenzte Arbeitszeit nicht da, wo sie den größten Nutzen bringt, er verschwendet Kraft und Energie, seine Opportunitätskosten sind viel zu hoch.

Leserpost (14)
Dirk Jungnickel / 07.05.2017

Wahrlich erschreckend, welche Auswirkungen Panikmache auf unsere Existenz als Bürger im besonderen und auf die Wirtschaft im Allgemeinen hat. Die meisten überzogenen Reaktionen der Politiker gehen weniger auf die Sorge um das Wohlbefinden der Wähler zurück, sondern auf die Angst vor schlechter Presse und deren Folgen für sie wenn tatsächlich einmal das Unwahrscheinliche passiert. Als Krebspatient war ich auf härteste Medikamentation angewiesen, wurde aber vorab über Nebenwirkungen nur pauschal informiert. Und das war gut so ! Möglicherweise hätte ich mich so verhalten wie gewisse Naturheilkundler, die Chemotherapien a priori ablehnen. Dann säße ich heute nicht mehr hier am PC. Weiter auf Medikamente angewiesen lese ich allerdings mit großem Mißvergnügen die diversen Beipackzettel, in denen ich mir aussuchen kann, ob ich als Zehnter, Hunderdster oder Zehntausendster die Chance habe, dass mich eine grauenvolle Nebenwirkung zur Strecke bringt. Dieses unübersichtlich Kleingedruckte wird selbstverständlich nur als Rückversicherung der Pharmaindustrie unter die verunsicherte Patientenschaft gebracht. Im gleichen Kontext ist der Bio - Hype zu sehen. Es wäre interessant zu recherchieren, was ökonomisch - für den Verbraucher ! - sinnvoller wäre: Eine Stichprobenkontrolle der Düngung des Getreide - und Gemüseanbaues oder eben die Bio - Abzocke, die es für mich ist. Versehentlich kaufe ich sogar Bio-Produkte, weil ich die Beschriftung erst an der Kasse lese und mich nicht noch einmal anstellen mag. Nun, so lange keinen Bio - Luft in Büchsen angeboten wird, mag der Bio -  Kult das kleinere Übel sein.

Martin Landvoigt / 07.05.2017

Entsprechendes von der Atomangst: Die größte Katastrophe in der Geschichte zivilen Nutzung der Atomindustrie, Tschernobyl, kostete weniger Todesopfer als ein Flugzeugabsturz. Und der Tsunami, der die Havarie in 4 Reaktorblöcken auslöste, forderte über 16 000 Todesopfer - keinen jedach durch Strahlung und Atomtod. Trotzdem wirken diese Katastrophen weit schlimmer und beängstigender als bei Chemieunfällen, wie z.B. bei Bhopal, einige Staudammbrüchen mit jeweils Tausenden von Toten oder die Verkehrsstatistik. Und deswegen will man schwach radioaktive Abfälle aus der Asse mit Milliardenkosten wieder heraus holen. Aber über die Dämonenangst und Hexenwahn schüttelt man den Kopf. War ja nur Mittelalter ...

Wolfgang Kaufmann / 06.05.2017

Die Deutschen scheinen tatsächlich technikfeindlicher und hysterischer zu sein als fast alle anderen zivilisierten Länder, In Mitteleuropa lehnen lediglich D, A und FL die Google StreetView ab, was uns kulturell in die Nähe von Bosnien, Moldawien und Weißrussland bringt. Egal was man uns erzählt, durchdrungen von Sendungsbewusstsein retten wir (mal wieder) unser Weltbild, selbst wenn daran das Land und der Kontinent zugrunde gehen sollten. Es fehlt die scharfe Analyse der Franzosen, es fehlt die gesunde Skepsis der Angelsachsen.

Roland Müller / 06.05.2017

Gegen wirkliche Probleme, wie zum Beispiel multiresistente Keime in deutschen Krankenhäusern, die jedes Jahr ca. 20.000 Tote fordern, tut die schwarz-rot-grüne Politkaste so gut wie nichts.

Fritz Brandenstein / 06.05.2017

Risiko und Risiko ist offenbar nicht das Gleiche. Dieselben Leute, die uns eine Bedrohung durch Klimawandel, Vogelgrippe und dgl einreden wollen, engagieren “Experten”, die uns vorrechnen, daß so gut kein Risiko bestünde, durch einen islamischen Terrorangriff zu Tode zu kommen. Merke: Nicht die reale Gefahr zählt, sondern wie sich ein Risiko zu anderen Zwecken politisch verwerten läßt.

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