Rainer Grell, Gastautor / 21.10.2017 / 10:46 / Foto: Mark Ahsmann / 0 / Seite ausdrucken

Was Angela Merkel von Sepp Herberger lernen könnte

Von Rainer Grell

Angela Merkels Ruf als Skiläuferin ist zweifelhaft, ihre Qualität als Fußball-Fan jedoch unbestritten. Das nehme ich als Grundlage für die folgende Überlegung.

Sepp Herberger, der Konstrukteur des „Wunders von Bern“, das ich als 13Jähriger am Fernseher miterlebt habe, war ein äußerst belesener Mann. Aber nicht nur das: Er wendete auch an, was er las. Getreu dem Prinzip von Goethes Wilhelm Meister: „Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun.“ Ob der "Bundes-Sepp" dabei auch die 11. Feuerbach-These von Marx vor Augen hatte („Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt darauf an, sie zu verändern.") weiß ich nicht, halte es aber durchaus für möglich. Mao hat er auf jeden Fall gelesen, das steht fest.

Diese Seite des Meistertrainers, der eher für seine Platituden bekannt ist („Das Spiel dauert 90 Minuten“, „Der Ball ist rund“ usw.) war den meisten bisher verborgen. Wer das ändern möchte, sollte das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund besuchen; denn: „Anlässlich des 120. Geburtstages von Sepp Herberger zeigt das Deutsche Fußballmuseum vom 26. März bis zum 5. November die Sonderausstellung ‚Herbergers Welt der Bücher – Die unbekannten Seiten der Trainer-Legende‘.“ Wer die Fahrt nach Dortmund scheut, kann es sich auch auf dem Sofa gemütlich machen und das Buch des Museumsdirektors Manuel Neukirchner „Herbergers Welt der Bücher“ lesen (Preis 19,95 Euro). Das Entscheidende bei Herbergers Lektüre war, dass er alles unter dem Gesichtspunkt las, welche Erkenntnisse er daraus für seine Aufgabe als Trainer der deutschen Nationalmannschaft ziehen konnte. Und das betraf vor allem Strategie und Taktik, aber auch Psychologie und Menschenführung.

Was das alles mit Angela Merkel zu tun hat? Nun, die Bundeskanzlerin hat bisher beinahe verzückt den Sirenengesängen der Islamverbände gelauscht, ohne die Gefahr zu erkennen, der sie Deutschland und Europa damit aussetzt. Das Beispiel Herberger könnte sie animieren, sich endlich näher mit Strategie und Taktik des Islam zu befassen, um Gegenmaßnahmen zu entwickeln. Ein bisschen Gottesdienstbesuch und Blockflötenspiel zu Weihnachten genügen bei weitem nicht.

Der gelegentliche Blick in den Koran genügt nicht

Zunächst sollte sie sich klar machen, dass der gelegentliche Blick in den Koran nicht ausreicht. Die Sunna, das Tun und Lassen des Religionsgründers Mohammed sowie seine Aussprüche (Hadithen), sein ganzes Leben (sira) sind ebenso wichtig. Mohammed hat nie Zweifel am Inhalt seines göttlichen Auftrags gelassen: „Ich wurde angewiesen, die Menschen zu bekämpfen, bis sie bezeugen, dass es keinen Gott außer Gott gibt und Muhammad der Gesandte Gottes ist, bis sie das Gebet verrichten und die gesetzliche Abgabe bezahlen. Kommen sie diesen Forderungen nach, so sind ihr Leben und ihre Habe vor mir sicher. Sie unterstehen dann einzig dem Gesetz des Islam, und Gott wird sie richten.“

Dieser Auftrag enthält bereits drei der fünf „Säulen“ des Islams: Das Glaubensbekenntnis (Schahada: „Ich bezeuge: Es gibt keinen Gott außer Gott, und Mohammed ist der Gesandte Gottes“), das Gebet (salat) und die Almosenpflicht (zakat). Hinzu kommen noch das Fasten (saum) und die Pilgerfahrt nach Mekka (hadsch).

Gott selbst hat Mohammed zur Leitfigur aller Muslime gemacht: „Und wahrlich, der Gesandte Allahs ist ein schönes Vorbild für euch und für diejenigen, die auf Allah und den Jüngsten Tag hoffen und Allahs häufig gedenken.“ (Sure 33, 21) Seine Anweisungen stehen gleichwertig neben den Befehlen Allahs: „Wer dem Gesandten gehorcht, der hat in der Tat Allah gehorcht.“ (Sure 4, 80) „Wer aber Allah und Seinem Gesandten den Gehorsam versagt und Seine Schranken übertritt, den führt er ins Feuer, wo er ewig bleiben wird. Und ihm wird eine schmähliche Strafe zuteil.“ (Sure 4, 14) „Und wenn Allah und Sein Gesandter eine Angelegenheit beschlossen haben, dann steht es einem gläubigen Mann oder einer gläubigen Frau nicht zu, in dieser Angelegenheit eine Wahl zu haben.“ (Sure 33, 30) Und da Gottes Wort unabänderlich ist, gilt dies bis auf den heutigen Tag.

Der göttliche Auftrag Mohammeds, den Islam auf der ganzen Welt zu verbreiten, bedeutet im Umkehrschluss, die Bekämpfung der „Ungläubigen“. Und das sind nach dem Koran alle Nicht-Muslime: „Die Gläubigen sind nur diejenigen, die an Allah und seinen Gesandten glauben.“ (Sure 24, 62) Der Sonderstatus der „Leute des Buches“ (ahl al-kitab), der Juden und Christen als „Schutzbefohlene“ (dhimmis) ändert daran nichts. Im Koran soll es 123 Verse geben (ich habe sie nicht gezählt), die zum Töten und zum Kriegführen auffordern, der bekannteste lautet "Tötet die Ungläubigen, wo immer ihr sie findet". (Sure 2, 191)

Die Sirenengesänge der Islam-Verbände

Wenn die christlichen Kirchen gleichwohl verkünden, letztlich seien Allah und der christliche Gott identisch, verkennen sie vollkommen die Bedeutung der Einheit Gottes (tauhid) im Islam: „O Leute der Schrift, übertreibt nicht in eurem Glauben. Und sagt von Allah nur die Wahrheit. Der Messias, Jesus, der Sohn der Maryam, ist nur der Gesandte Allahs und Sein Wort, das Er Maryam entboten hat und von Seinem Geist. Glaubt an Allah und seinen Gesandten und sagt nicht ‚Drei‘. Lasset davon ab, damit es besser für euch ist. Allah ist nur ein einziger Gott. Er ist erhaben darüber, dass Er Kinder zeugt. Sein ist alles, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Und als Anwalt genügt Allah.“ (Sure 4, 171)

Wenn ich von Sirenengesängen gesprochen habe, so sind damit die Beteuerungen der islamischen Verbände gemeint, ganz auf dem Boden des Grundgesetzes zu stehen. Das entspricht durchaus dem Gebot ihres Vorbildes Mohammed, dessen Sunna neben dem Koran die unveränderliche Basis ihres Glaubens ist (§ 1 Absatz 5 der Geschäftsordnung des Koordinationsrats der Muslime in Deutschland vom 28. März 2007). Deutschland gehört für Muslime zum dar al-harb, zum Haus der Krieges. „Im Krieg sind List, Täuschung und Lüge zulässig. Muslime leben aber in einem ständigen Kampf mit den Ungläubigen, entweder im offenen oder im verdeckten. Deshalb sind Lüge, Wort- und Vertragsbruch und Betrug gegenüber Ungläubigen nicht verwerflich, keine Sünde, sondern zulässige bewundernswürdige List eines Muslims im Kampf gegen die Ungläubigen.“

Grundlage dieser Haltung ist folgende Sure (3, 28): „Nicht sollen sich die Gläubigen die Ungläubigen zu Beschützern nehmen, unter Verschmähung der Gläubigen. Wer solches tut, der findet von Gott in nichts Hilfe – außer ihr fürchtet euch vor ihnen. Beschützen aber wird euch Allah selber, und zu Allah geht die Heimkehr.“ In der Auslegung von al-Tabari (839-923, sein tafsir/Kommentar zum Koran umfasst 30 Bände), bedeutet dies: „Wenn ihr (Muslime) unter der Autorität der Ungläubigen steht und ihr Angst um euch habt, so verhaltet euch ihnen gegenüber mit eurer Zunge loyal währenddessen ihr innere Feindschaft pflegen sollt. … Allah hat den Gläubigen verboten, dass sie anstatt mit ihren Glaubensgenossen mit den Ungläubigen auf vertrauten Fuße stehen und freundschaftliche Beziehungen pflegen – ausgenommen wenn letztere ihnen an Autorität überlegen sind. In einem solchen Fall lasst die Gläubigen freundlich gegenüber den Ungläubigen erscheinen.“

Also, verehrte Frau Bundeskanzlerin, liebe Angela Merkel, nehmen Sie sich Joseph Herberger zum Vorbild, informieren Sie sich über die wahren Absichten des Islams. Wenn Sie dann immer noch der Meinung sind, diese Religion, die nur das von Allah gegebene islamische Recht, die Scharia, als verbindlich anerkennt, gehöre zu Deutschland, dann kann Ihnen auch Gott nicht mehr helfen. Und auf den haben Sie sich doch berufen, als Sie diesen Eid abgelegt haben: „Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe."

Übrigens:Bei der Vereidigung des gesamten Bundeskabinetts am 17. Dezember 2013 vor dem Deutschen Bundestag haben alle Regierungsmitglieder den Eid mit religiöser Beteuerung geleistet.

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