Burkhard Müller-Ullrich / 14.11.2017 / 10:30 / Foto: ASA/ESA / 8 / Seite ausdrucken

Supernova-Steuer für die EU

Das "sanfte Monster Brüssel" (Copyright: Hans Magnus Enzensberger) hat gerülpst, beziehungsweise geknurrt. Durch den Mund des Nachfolgers von Martin Schulz auf dem Sessel des EU-Parlamentspräsidenten, eines Italieners, den man bei uns genauso wenig kennt wie Schulz in Italien, stieß das sanfte Monster Brüssel eine ebenso rauhe wie klare Botschaft hervor: „Ich will mehr Geld.“ Nein! „Ich will doppelt soviel Geld.“ Sofort kamen die Monsterdiener nicht nur in Brüssel, sondern auch in Berlin und anderswo aus ihren Kemenaten gelaufen und versuchten zu beschwichtigen. Sie sagten: „Pssst, sanftes Monster, knurre und rülpse nicht so laut, jedenfalls nicht jetzt, denn gerade jetzt muß sich in dem irren Lande Germany eine monsterfreundliche Regierung bilden, und zwar eine, die auch dann Dein Fressen noch bezahlt, wenn das perfide Albion die Opfergaben demnächst einstellt.“

Es gab natürlich auch andere Stimmen. Gerade in dem irren Lande Germany schlossen die grünen und roten Monsterfreunde sich fröhlich der Forderung nach Verdoppelung des Monsterfutters an. „Es hat eben Hunger“, sagten sie; „der Vorstoß“, so Sven Giegold von den Grünen, „geht in die richtige Richtung“. Die eigentliche Monsteridee besteht dabei darin, daß das Monster nicht mehr von seinen Regierungs- und Behördenfreunden in Germany und den anderen Kaumnochnationen gefüttert werden, sondern sein Fressen direkt von jedermann bekommen will. Steuern nennt man dieses Geld.

Da nicht ganz sicher ist, ob die Steuerzahler in der Europäischen Union von der Idee einer zusätzlichen Monsterabgabe hellauf begeistert sind, werden die Regierungen den üblichen Weg gehen und auf die Meinung der Steuerzahler pfeifend letztere zum Zahlen zwingen – vorausgesetzt, es stehen keine Wahlen vor der Tür. Doch genau an dieser Stelle wird die Sache zweifelhaft und widersprüchlich, denn bisher haben alle Politiker aller Nationen das ihren Steuervölkern abgeknöpfte Geld stets selber ausgegeben – und zwar so reichlich, daß es nie gelangt hat. Immer wurden Schulden und noch mehr Schulden gemacht. Wieso sollten sie jetzt andere Politiker im fernen Brüssel an diese köstlichen Quellen heranlassen?

Wer so redet, hat allerdings nicht begriffen, daß das sanfte Monster Brüssel erst allmählich erwacht. Es blinzelt und reckt seine Glieder. Später wird man feststellen, daß die Forderung nach verdoppelter Ration geradezu lachhaft war im Vergleich zu dem, was dann kam. Denn wieso sollte Faktor zwei jemals bei einem Monster ausreichend sein? Warum nicht gleich Faktor acht oder sechzehn? Erst wenn das Monster alles Geld und alle Energie aller Bürger in sich aufgenommen hat, wird die EU in ihrer apokalyptischen Größe zu sich selbst gekommen sein. Bei einer Supernova nimmt die Leuchtkraft auf das Millionen- bis Milliardenfache zu. So hell werden unsere Finanzen brennen und sich danach zu einer unfaßbar kompakten Schwärze kontrahieren, ein Denkmal für das Schicksal Europas und das irre Germany.

Leserpost (8)
Cornelia Gilsbach / 15.11.2017

Wer will schon in der Nähe sein, wenn eine Supernova “hochgeht”? Genau. Niemand. Die nimmt nämlich alles mit, was sich in ihrer Umgebung befindet. In diversen Hubble-Fotos sind die Überreste von Supernovas dokumentiert. Sieht toll aus und leuchtet prachtvoll in allen Farben. Täuscht aber darüber hinweg, daß das eine unglaublich zerstörerische Erscheinung ist. Steuererhebung von diesem Club der Undemokraten, einfach so über die Köpfe der Menschen hinweg… auf gar keinen Fall! Und glücklicherweise stehen da so einige Länder der EU im Weg, bei denen etwas derartiges vom Volk entschieden wird. Daher ist das eine Totgeburt.

Wulfrad Schmid / 15.11.2017

Was hilft? Ein paar Brocken Arabisch lernen (“weiß nicht”, “Asyl” “verfolgt”), ins südliche oder südöstliche Ausland fahren, Ausweispapiere wegwerfen, Koran untern Arm klemmen und als “Asylbewerber” wieder einreisen. Illegal in jedem Bundesland registrieren, natürlich jedesmal unter anderem Namen, das deutsche Sozialsystem missbrauchen und leben wie die Made im Speck. Die Deppen, die hier schon länger leben und brav arbeiten und Steuern zahlen (weil sie nicht anders können) auslachen. Ich einen Anspruch auf Rente, mit dem ich nicht mal meine Miete zahlen kann, ohne private Vorsorge säße ich unter der Brücke. Die Abzocker aus der EU (wie Schulz) kassieren fürstlichste Saläre und Zulagen. Langsam, ganz langsam bekomme ich kalte Wut. So geht es vielen und ich hoffe, dass diese Wut sich bald Luft macht… ich wäre sofort dabei.

Sepp Kneip / 14.11.2017

Die Milchstraße EU hat einen neuen Stern, eine Supernova geboren. Macron. Die Strahlen dieses Sterns erleuchten dann auch, gleich der Sonne die Planeten, solche Trabanten wie Tajani und lassen sie ihr Licht versprühen. Die “wohltuenden” Lichtstrahlen eines anderen Sterns, die ungezügelte Geldvermehrung des Herrn Draghi,  haben den politischen Akteuren die Augen für verantworungsvolles und sparsames Haushalten geblendet und einen Schuldenberg in hundertacher Billionenhöhe erzeugt. Wahrscheinlich wird dieser Stern bald erlöschen. Wenn die Supernova Macron ihre Energie zu schnell mit unsinnigen Vorhaben verbrennt, könnte es tatsächlich sein, dass auch sie bald ein Schwarzes Loch ist.

Florian Bode / 14.11.2017

Hihi, lustiger Vergleich. Ich stelle mir allerdings eine Supernova von erhabener Schönheit vor. Etwas, das mir beim Anblick von z. B. Schannklohd Juncker nicht gelingt. Prost!

Georg Dobler / 14.11.2017

Sehr geehrter Herr Müller-Ullrich. Das unersättliche Monster das die Menschen quält und ausbeutet. Ich muss dabei an den Heiligen meines Vornamens denken. Er war der der den Drachen tötete um das Land von dem Bösen zu befreien.  ——Von 140 auf 280 zu verdoppeln ist auch so ein Zeittrend, hat Twitter das nicht auch kürzlich so gemacht?—- Habe gestern um 22.24h (die Zeit wo arbeitende Menschen schon müde sind) den ARD-Rentenreport angesehen, wann wachen die Menschen auf, was muss noch geschehen?

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