Joachim Nikolaus Steinhöfel / 10.09.2017 / 18:30 / 10 / Seite ausdrucken

Die Interview-Polizei fragt, Steinhöfel antwortet

Am Freitag habe ich auf dem Besucherparkplatz des NDR in meinem Touareg-Diesel ein Interview mit dem Bundesvorsitzenden der FDP, Christian Lindner, geführt. Dieses Interview wurde auch auf der „Achse“ veröffentlicht. Das Gespräch und ein bei Facebook verschwundenes Selfie haben jetzt das Interesse aufmerksamer Journalisten geweckt: Die „Huffington Post“ richtete folgende Anfrage an mich, die den Lesern samt Antworten nicht vorenthalten werden soll:

Sehr geehrter Herr Steinhöfel,

hier Benjamin Reuter, Journalist von der HuffPost in München. Wir recherchieren gerade einen Artikel über Christian Lindner und die Vorwürfe, die es ihm gegenüber gibt, weil er ein Foto veröffentlicht hat, auf dem Sie mit ihm zu sehen sind. Außerdem geht es um das Interview, das Sie mit ihm geführt haben.

Antwort: Sie recherchieren über „Vorwürfe“ die gegenüber Herrn Lindner erhoben worden sein sollen, weil er ein „Selfie“ von uns beiden auf Facebook veröffentlicht hat. Haben Sie sich kurz überlegt, wie grotesk das klingt? Ist geplant, die Recherche auch auf Sarah Wagenknecht, Norbert Röttgen, Dieter Kronzucker, Sandra Maischberger und die ARD auszuweiten, da diese sich ebenfalls kürzlich mit mir haben fotografieren lassen oder diese Fotos sogar auf Kosten der Gebührenzahler haben anfertigen und veröffentlichen lassen? Oder auf Justizminister Maas, weil er mir vor zwei Wochen die Hand geschüttelt und mich freundlich begrüsst hat? Oder auf Wolfgang Bosbach, weil er mit mir im Mai diesen Jahres auf einem Podium saß und wir beide eine Rede zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz gehalten haben? Aber vielleicht tue ich ihnen Unrecht und sie sind da schon längst dran.

Drei kurze Fragen dazu:

Haben Sie das Interview selbst auf “MM News” veröffentlicht? Wusste Christian Lindner, dass es dort veröffentlicht wird?

Antwort: Ich habe das Interview bei Facebook, YouTube und auf „Die Achse des Guten“ veröffentlicht. Wenn andere Blogs auf YouTube veröffentlichte Inhalte verwenden, so ist dies eine weltweit übliche und allgemein akzeptierte Praxis, auf die man im übrigen auch keinerlei Einfluß hat. Weder ich noch Christian Lindner wussten oder konnten wissen, wer dieses Interview später aufgreifen würde.

Könnten Sie mir kurz schildern, wie das Interview zustande gekommen ist? War es schwierig, Herrn Lindner als Interviewpartner zu gewinnen?

Antwort: Ich bat Herrn Lindner bei einer FDP-Wahlkampfveranstaltung, die in der Vorwoche in Hamburg stattfand und die ich besuchte, um 15 Minuten, um mit ihm über das Netzwerkdurchsetzungsgesetz zu sprechen. Und um ihm komprimiert meine Bedenken über dieses verfassungswidrige Gesetz darzulegen und für eine noch stärkere Positionierung der FDP in dieser Sache zu werben. Die Zusage erfolgte umgehend. Das Interview (facebook live) war eine spontane Idee, die ich am Anfang des Treffens äußerte und in die Herr Lindner sofort einwilligte.

Christian Lindner hat das Foto mit Ihnen inzwischen von seiner Facebook-Seite gelöscht. Was sagen Sie dazu?

Antwort: Wenn dem so ist, schlage ich vor fragen Sie am besten bei seinem Social Media-Team nach den Motiven. Für die Nachwelt ist dieses Selfie erhalten und kann jederzeit auf meiner Facebook-Seite in Augenschein genommen werden.

Wir werden den Text heute um 19:30 Uhr veröffentlichen. Wir würden gerne auch Ihre Sicht im Text haben. Wenn Sie bis 19 Uhr nicht antworten, gehe ich davon aus, dass Sie sich in der Sache nicht äußern wollen.

Vielen Dank, mit freundlichen Grüßen,

Benjamin Reuter

Antwort: Darf man unterstellen, dass die ausbleibende Antwort auf eine am Sonntag um 12:54 Uhr an eine Büroadresse gesendete Anfrage gleichbedeutend mit der Weigerung des Empfängers ist, sich in der Sache zu äußern?

Anmerkung 1: Mein Anwaltsbüro hat kürzlich für Matthias Matussek eine einstweilige Verfügung gegen die „Huffington Post“ erwirkt. Die „Huffington Post“ hat diese einstweilige Verfügung als endgültige Regelung anerkannt.

Anmerkung 2: Inzwischen ist der Beitrag in der Huffington-Post erschienen. Lesen Sie dazu mehr hier.

 

Leserpost (10)
Wolfgang Schmid / 11.09.2017

Schade, dass nicht das Neue Blatt gemailt hat. Das wär ne Schlagzeile beim Friseur geworden : “Lindner: Liebes-Aus mit dem Promi-Anwalt? Was weiß Helene Fischer über die Polit-Turteltauben in der Limousine?”

J.Grünhagen / 10.09.2017

Sehr geehrter Herr Steinhöfel, so wie ich sie einschätze ärgern sie sich nicht sonderlich über diese Schreiberlinge der Huffpost. Mehr Unsinn als dort verbreitet wird geht wohl kaum. M.f.G. J.Grünhagen

S. Marek / 10.09.2017

Daumen Hoch Herr Steinhöfer. Ihr Interview mit Hrn.  Lindner war auch hervorragend.

Jan Bolten / 10.09.2017

Die “Hufffinkton-Post”  ist wirklich die letzte Instanz, der man Interviews geben sollte.

Gisela Fimiani / 10.09.2017

Für Ihre unerschütterliche Beharrlichkeit, Herr Steinhöfel, danke ich Ihnen!

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können wir meist nur während der ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung eines Artikels annehmen.

Verwandte Themen
Joachim Nikolaus Steinhöfel / 18.11.2017 / 08:13 / 20

ZDF: Dreiste Täuschung zum Familiennachzug

„Einer der größten Streitpunkte bei den Jamaika-Sondierungen: das Recht auf Familiennachzug. Im ZDF-Politbarometer spricht sich eine Mehrheit dafür aus“, textete die ZDF heute-Redaktion gestern abend…/ mehr

Joachim Nikolaus Steinhöfel / 16.11.2017 / 11:13 / 6

Wie Facebook seine Grundidee gegen die Wand fährt

Um einer Person bei Facebook zu folgen, muss man nicht zwangsläufig mit ihr befreundet sein – abonnieren genügt. Man erhält dann die Postings, die der…/ mehr

Joachim Nikolaus Steinhöfel / 26.09.2017 / 18:11 / 11

Pirincci vor dem Amtsgericht Dresden – Die Fakten

Die Berichterstattung zu dem gestrigen Verfahren vor dem Amtsgericht Dresden gegen Akif Pirincci ist in weiten Teilen, wie schon zuvor, irreführend und unvollständig. Gegen Akif…/ mehr

Joachim Nikolaus Steinhöfel / 15.09.2017 / 13:00 / 18

8 Jahre sind genug. Plädoyer für eine Amtszeit-Begrenzung

Der Beruf des Politikers gehört nicht zu den populärsten im Lande. Dafür gibt es gute Gründe. Und ebenso ist die reflexartige Verdammnis der Politiker häufig…/ mehr

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com