Katharina Szabo / 21.10.2015 / 22:58 / 3 / Seite ausdrucken

Sozusagen tritt die Globalisierung in unser eigenes Haus hinein

Der verzweifelte Bürger ist dieser Tage einigen Irrsinn gewöhnt, welcher ihm pausenlos von einer offenbar wahnsinnig gewordenen Regierungskaste in Berlin und deren angeschlossener Opposition in immer kürzeren Abständen um die Ohren gehauen wird. Aber manchmal wird es wirklich ein bisschen viel.

Angesichts der Tatsache, dass allein bis Ende dieses Jahres offiziell 1,5 Millionen Migranten ins Land strömen, von denen wir nicht wissen, wer sie sind und woher sie kommen, fällt etwa dem Innenminister heute ein, er müsse dringend ein ‚Lagebild‘ erarbeiten lassen, welches beweisen soll, dass Migranten keine Straftaten begehen würden. Um Vorurteile abzubauen. Beim Bürger. 

Die Polizeigewerkschaften erhielten die Weisung, verlautbaren zu lassen, eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz sei das Gebot der Stunde, um die Situation in den Griff zu bekommen. Und die Kanzlerin hielt eine stammelnde Rede beim Gewerkschaftstag der IG Metall, welche zwar keinen einzigen rationalen Gedanken enthielt, ihr aber frenetischen Beifall einbrachte.

Wir stehen jetzt vor einer großen Herausforderung, und ich hab‘ vorhin davon gesprochen, wieviel Erfahrung Sie mit der Globalisierung haben. Ihre Erfahrung mit der Globalisierung, wie auch die von uns allen, eigentlich, ist ja im Wesentlichen erst mal die gewesen: Unsere Wirtschaft geht in andere Länder, macht dort Unternehmen auf, schafft Arbeitsplätze, produziert, und das ist gut, unter dem Strich auch für Arbeitsplätze in Deutschland und für unsere Unternehmen. Das ist unsere Erfahrung mit Globalisierung. Jetzt passiert plötzlich etwas Gegenläufiges. Jetzt kommen Menschen aus ganz anderen Regionen der Welt zu uns. Sozusagen tritt die Globalisierung in unser eigenes Haus hinein. Und das. was wir dachten. was ganz, ganz weit weg ist. Der Konflikt in Syrien, die Sache, der Islamische Staat im Irak und in Syrien, die Tatsache, dass in Libyen kein Staat ist, all das wird plötzlich praktisch wahrnehmbar in Form von Flüchtlingen bei uns. Und wir müssen jetzt lernen, wie wir damit umgehen. Und für mich ist das selbstverständlich, dass man an eine neue Aufgabe erst mal so rangeht, dass man sagt wir schaffen das, wir schaffen das…

Was soll man dazu sagen? Was kann man noch sagen? Wahnsinn. Irrsinn. Selten solch zusammenhanglosen, wirren Stuss gehört. 

Heute haben 215 Bürgermeister aus Nordrhein-Westfalen einen Brandbrief an die Kanzlerin geschickt. Alle Kapazitäten seien erschöpft, selbst eine Unterbringung in Zelten nicht mehr möglich. Turnhallen in Schulen werden umgewidmet, Privateigentum wird beschlagnahmt, Kommunen kündigen Mietern die Wohnungen, um Platz für Migranten zu schaffen. Der bayrische Ministerpräsident schildert seit Wochen die katastrophale Situation, Städte und Gemeinden stehen am Rand des Zusammenbruches, täglich strömen Tausende neuer Flüchtlinge ins Land. Fernab der Realität, ganz, ganz weit weg in Berlin, berauscht sich die Kanzlerin derweilen an ihrem Credo: Die Grenzen bleiben offen. Für immer und für jeden:

Und wir haben ein Asylsystem in Europa, das ist ein System, das davon ausgeht, dass die Außengrenzen von denen, die die Grenzen außen haben in Europa, geschützt werden, wenn sie das nicht schaffen, können sie uns um Hilfe bringen, bieten, aber wir lernen in diesen Tagen auch, dass der einfache Außengrenzenschutz, insbesondere bei Wassergrenzen, nicht so leicht möglich ist.

Nur die Türkei, der man massive Zugeständnisse zu machen gewillt ist, könne uns helfen, so das Resümee der Regierungschefin, die noch nie etwas von Australien gehört hat, nicht weiß, dass Spanien eine Küste hat und die Türkei am Meer liegt.

Das ist utopisch. Das nennt mal wohl den Teufel mit Beelzebub austreiben, jemand anderen viel zu hoch bezahlen, damit er die Drecksarbeit macht, vielleicht auch kollektiven Selbstmord begehen, denkt sich der Zuschauer am Bildschirm, der nicht vor Ort und somit nicht bei der IG Metall ist und daher auch nicht jubelt.

Die Gewerkschafter aber sind begeistert. Gut, die Löhne werden in den Keller rauschen, die sozialen Sicherungssysteme werden kollabieren, die Renten werden bald Geschichte sein, man überlegt schon jetzt, Townships aus Holz zu errichten, um die Millionen aus Syrien, Pakistan, Afghanistan, Marokko, Tunesien, Ägypten, Libyen, Somalia, Eritrea und dem Irak irgendwie zu behause; das staatliche Bildungssystem wird einem Lumpenproletariat gerade mal das Schreiben beibringen, wahrscheinlicher aber zu Koranschulen mutieren; die, die es sich leisten können, werden in abgeriegelte Viertel mit Zäunen und privatem Wachschutz leben oder aber gleich, mitsamt der globalisierten Wirtschaft, das Land verlassen. Aber hey, was soll’s? Applaus! Die Kanzlerin sagt, wir schaffen das!

Zwei Fragen, die die jubilierenden Gewerkschafter nicht stellten, dennoch hier zum Schluss: Was genau? Und warum?

Leserpost (3)
Wolfgang Behr / 22.10.2015

So lang die Einwanderer von Bauzäunen in den Auffanglagern umhegt sind, wie ich auch aus meinem Fenster sehen kann, braucht der Innenminister noch kein Lagebild erstellen lassen. In einem Jahr allerdings wird er es dann wahrscheinlich lieber sein lassen. Den von Ihnen genannten “wirren Stuss”, hörte man in regelmäßigen Abständen in der DDR von den SED - Vertretern. Und der die Bürger beeinflussende heutige ” Medienstuss”, der vorgibt, die Menschen angeblich über alle möglichen Gefahren aufklären zu müssen, sowie sogenannte Ängste zu nehmen, erinnert mich oft an das SED-Blatt ” Neues Deutschland “.

Frank Jankalert / 22.10.2015

Ich frage mich, wie die Deutschen nach dem Versagen (oder doch eher Verbrechen) der Pseudo-Eliten und dem daraus folgenden Zusammenbruch zusammen zu einem Neustart kommen könnten. Mein Vertrauen, meine Achtung und meine Sympathie für meine Landsleute ist jedenfalls ausgelöscht. Das Problem sind nicht nur Merkel, Medien und Gewerkschaften sondern noch viel mehr meine mega-naiven und obrigkeitshörigen Nachbarn und Arbeitskollegen. Viele von denen würden bei allem mitmachen. In diese Gesellschaft zu investieren, ist ein großer Fehler. Das denke ich schon lange. Jetzt, wo Islamisierung und Balkanisierung sicher geschafft werden, bin ich froh, auch nach dieser Devise gehandelt zu haben. Statt einer Gated Community in Germany suche ich mir vielleicht lieber ein Gated Country.

Axel Kracke / 22.10.2015

“...Regierungschefin, die noch nie etwas von Australien gehört hat, nicht weiß, dass Spanien eine Küste hat und die Türkei am Meer liegt.” Die geographischen Kenntnisse von Merkel liegen eh bei Null, oder sie spekuliert auf die Pisa-Verdummung der Gesellschaft, wenn sie etwa lamentiert, daß die 3000 km lange Grenze Deutschlands nicht zu sichern sei. Dabei spielt ja der größte Teil der kompletten Umgrenzung Deutschlands gar keine Rolle, die “Flüchtlinge” kommen ja nicht etwa über Nord- oder Ostsee, auch nicht aus Dänemark, Holland, Belgien oder Frankreich, aus der Schweiz schon gar nicht, und auch nicht über Polen. Relevant in diesem Zusammenhang ist lediglich die Grenze zu Österreich, das sind etwa 300 km, und eventuell sicherheitshalber noch die zu Tschechien, das wären weitere ca 400 km. Zusammen handelt es sich also um maximal 700 km, das ist weniger als ein Viertel der von Merkel angegebenen Größe. Und das von einer Naturwissenschaftlerin. Wenn man allerdings den gigantischen Aufwand als Maßstab zugrunde legt, den Merkel betreiben ließ, um den 20 km langen Zaun um ein Tagungshotel zu sichern, dann ist das auch bei nur 700 km nicht zu schaffen, da hat sie dann sogar Recht…

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