Katharina Szabo / 04.10.2015 / 23:09 / 3 / Seite ausdrucken

Ruhm und Ruin und KGE

Auch dieses Jahr fand die wie immer mit Spannung erwartete Festivität zum Jahrestag der Deutschen Einheit statt. Ursprünglich wurde die Veranstaltung ins Leben gerufen, um die Überwindung der Teilung des Landes festlich zu begehen. Beteiligt an dieser Überwindung waren ostdeutsche Demonstranten, Kohl, Genscher, Gorbatschow und Reagan. Faktisch umgesetzt wurde sie vom deutschen Steuerzahler. Da die Beteiligten der Überwindung der Teilung inzwischen entweder zu betagt, verstorben oder zu zahlreich sind, um als geladene Gäste zu fungieren, tummeln sich auf den Ehrenrängen der Veranstaltung inzwischen Personen, die mit der Einheit des Landes sowie deren Finanzierung gar nichts zu tun haben. Katrin Göring-Eckardt zum Beispiel. Und auch der eigentliche Anlass der Feierlichkeiten gerät von Jahr zu Jahr mehr in den Hintergrund.

Da die Erinnerung an die Überwindung der Teilung verblasst, muss die Festivität mit einem Motto versorgt werden, das ihr eine Daseinsberechtigung gibt. Ein Motto, welches die Anwesenheit der auf Ehrentribünen sitzenden Personen wie Göring-Eckhard weniger peinlich oder unerklärlich macht. Irgendwas Moralisches am besten. Weltfrieden, Kampf gegen “Rechts” oder sonst ein Wischi-Waschi, das gut zu Zeitgenossen wie Katrin Göring-Eckhardt passt. Um den Bogen zur Deutschen Einheit hinzubekommen, wird der deutsche Steuerzahler, der die deutsche Einheit finanziert hat, aufgefordert, auch das diesjährige Hirngespinst zu finanzieren.

2015 ist ein Jahr der Superlative. Die erdachte und an den Steuerzahler gestellte Herausforderung ist derart groß, dass sie die Kosten der deutschen Einheit wohl um ein Vielfaches übersteigen könnte, vermeldeten die Bundeskanzlerin und der Bundespräsident voller Stolz. Lautete das Motto im Jahr 2010 noch “Der Islam gehört zu Deutschland”, so hieß es dieses Jahr schon “Deutschland gehört allen Islamgläubigen der Welt”. Komplett, total und unwiderruflich. Mehr geht nicht.

Selbst Kathrin Göring-Eckardt wird sich wohl schwer tun, zu den Feierlichkeiten im Jahr 2020 eine Herausforderung zu ersinnen, die den Ruhm unserer Berliner Regierungskoalition nebst angeschlossener Opposition mehren und den Ruin des deutschen Steuerzahlers herbeiführen könnte. Falls es dazu überhaupt noch kommt.

Leserpost (3)
Matthias Elger / 05.10.2015

Ein Motto für künftige deutsche Einheitsfeiern? Ich würde vorschlagen die deutsche Einheit doch endlich zu beginnen und damit meine ich nicht finanziell, denn Demokratie kann man nicht kaufen, sondern politisch. Notwendig wäre dazu eine Volksabstimmung über das Grundgesetz, siehe Artikel 146 GG: “Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.” Dazu müsste man die ostdeutschen Bürger aber schon überzeugen, warum es keine Volksabstimmung auf Bundesebene zu allen Themen unabhängig vom Bundestag geben sollte. Was danach folgen würde, wäre absehbar. Ähnlich der Schweiz, wie viele Zuwanderer maximal, bei Asylanten ähnlich. Darauf folgen dann eine Volksabstimmung über die GEZ Gebühr, die Privatisierung der Sender. Dann Volksabstimmungen über Eurorettungen/Euro, evtl. auch über EU Mitgliedschaft. Dann eine Volksabstimmung über strafrechtliche Verantwortung von Politikern für ihr Handeln. Und eine Volksabstimmung über den Bundespräsidenten bzw. über die Abschaffung des Amtes. Also alle heiß im Volk diskutierten Fragen, die aber über deren Köpfe und gegen deren Willen entschieden bzw. aufgeschoben wurden. Ich denke es wäre für die deutsche Politikelite eine Art Gang nach Canossa. Für grüne Politiker bedeutete dies der Kollaps, man stelle sich vor keine Auftritte mehr in Talkshows, keine Radiointerviews,…

Roberto Urban / 05.10.2015

Liebe Frau Szabo, Ich komme regelmäßig zu der Einschätzung das Frau KGE eine der schlimmsten Zumutungen der aktuellen dt. Politik ist (neben Claudia Roth, Anton Hofreiter hm seltsam.. alle aus der gleichen Partei. Dann liegt es wohl nicht an den Personen sondern an deren Ideologie. Heiko Maas, Andreas Nahles und Ralf Steegner spielen aber auch in deren Liga, wahrscheinlich aus den gleichen Gründen) Mit der Einheit hatten diese Personen nichts aber auch gar nichts zu tun, im Gegenteil, sie hätten sie noch verhindert wenn ihnen die Gelegenheit dazu gegeben worden wäre. An ihrem Beitrag muss ich diesmal dennoch kritisieren, wie leichtfertig mit der Floskel “die Kosten der deutschen Einheit” umgegangen wird. Ich bin der Meinung, dass diese sich für die alte Bundesrepublik sehr wohl gerechnet hat. Demnach müßte man fast vom “Ertrag der deutschen Einheit” sprechen. Mit freundlichen Grüßen, Roberto Urban

Mike van Dyke / 05.10.2015

Das Problem ist nur. All das geschieht unter tosendem Applaus des Volkes. Mal sehen, ob der noch genauso tosend ist, wie heute bei Günter Jauch bei den ganzen wohlfeilen Statements der Grönemeyers, Altmeiers und sonstigen Maiers, die vor und hinter der Kamera um die Wette meierten, wenn die Mehrwertsteuer um mehrere Punkte steigt. Sie ist es ja, die die Kassen am besten sprudeln lässt, eine Weile jedenfalls. Bis die Binnennachfrage einbricht und dann wieder die gleichen, die heute alles Willkommen heißen, was sich auf den Weg nach Deutschland macht, fordern, dass die Binnennachfrage angekurbelt werden müsse. Kennen wir ja noch. Womit kurbelt man die Binnennachfrage an? Klar, durch mehr Staatsausgaben. Wie finanziert man die? Klar, mit mehr Steuern. Oder durch noch mehr Geld drucken. Nur, dass sämtliche Kurbeln schon auf Hochtouren laufen, die der Oberkurbler Draghi mit Vollgas oder mit Volldampf wie ein wildgewordener Amoklokomotivführer in einem Actionfilm außer Rand und Band ohne Rücksicht auf Bahnhöfe oder Kurven inszeniert wie eine neronisch-wagnersche Szenerie. Mittlerweile wirken sie alle wie groteske Figuren in einer ebenso grotesken Inszenierung. Dass sie das Heft des Handelns in der Hand hätten, wirkt so unglaublich unwahrscheinlich, dass die politischen Abläufe wirken, als wären an den Schicksalsfäden einer griechischen Tragödie gezogen. Wohlstandsverwahrloste ohne jedes Profil, blutleer bis zur Selbstaufgabe dem jeweiligen Mainstream ergeben, regieren die Öffentlichkeit eines Landes, das sich aufgegeben zu haben scheint. Und sich dafür feiert, ohne sich für die wirklich Verfolgten und Unterdrückten einen Scheiß zu interessieren. Das ist irre.

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