Henryk M. Broder / 14.04.2018 / 17:01 / 7 / Seite ausdrucken

Room Service an vertrauensvollen Orten

An einer Münchner Schule sind sieben Fälle von Tuberkulose festgestellt worden, sechs Schüler und eine Lehrerin, die sich derzeit „in stationärer Absonderung“ befindet. Über den ersten "Verdachtsfall" wurden die Behörden bereits am 22. Januar informiert, also vor fast drei Monaten. Aber erst jetzt ist der TBC-Ausbruch über den Kreis der damit unmittelbar Betroffenen „öffentlich bekannt" geworden. Inzwischen sei eine Hotline eingerichtet, alle zuständigen Stellen seien eingebunden, „auch ein Lungenarzt".

Bei der betroffenen Schule handelt es sich um „eine anerkannte Ergänzungsschule, die als private Einrichtung Flüchtlingen staatliche Schulabschlüsse ermöglicht". Nun liegt ein Schatten über dem Institut. „Aus dem weiteren Umfeld der Schule war die Sorge zu hören, dass das Auftreten der Krankheit zu politischen Anfeindungen von rechts gegenüber dem Schulprojekt für Flüchtlinge führen könnte." 

Ja, das ist wirklich das erste, worüber man sich Sorgen machen muss, wenn sieben Menschen an TBC erkrankt sind und einige hundert aus dem Umfeld der Schule getestet werden.

Lampedusa in Hamburg

In Hamburg hat ein Mann namens Mourtala M. seine Exfreundin und die gemeinsame Tochter auf eine ziemlich hässliche Weise umgebracht. Obwohl er seit 2013, also immerhin fünf Jahre, in Hamburg lebt, hat er es offenbar nicht mitbekommen, dass so etwas in Deutschland nicht gern gesehen und meistens sanktioniert wird. Nun haben seine Freunde von der Gruppe „Lampedusa in Hamburg" ein Problem. Mourtala M. sei nach seiner Tat kein Teil der Gruppe mehr, erklärt ein Sprecher der Gruppe – „noch weniger als vorher“. Die Tat sei „ein persönliches Drama" und dürfe nicht zum Politikum gemacht werden. Der Täter habe mit seiner Tat allen Flüchtlingen geschadet, rechten Bewegungen wie der AfD könnte die Tat „gelegen kommen". 

Dieser Gedanke sollte in den Grabstein für die 34 Jahre alte Mutter und ihre einjährige Tochter gemeißelt werden.

Ältere Frauen in Moscheen

Aber es gibt auch Positives zu berichten. Weil viele Migranten mit „normalen Deutschkursen nichts anfangen" können und nicht zum Unterricht kommen, kommen die Kurse jetzt zu ihnen. Das „Projekt ABCami" bietet „bilingualen Deutsch-Unterricht für Analphabeten und Menschen, die kein Deutsch sprechen" an, und zwar an „vertrauensvollen Orten", zum Beispiel Moscheen. In den letzten drei Jahren seien, so die Projektleiterin, „in ganz Deutschland rund 1.200 Menschen geschult worden, die wenig oder kein Deutsch sprechen oder schreiben – vor allem Frauen, vor allem Ältere, vor allem in Moscheen."

Wenn es in diesem Tempo weitergeht, werden frühestens um 2222 herum alle zugewanderten Analphabeten beschult worden sein. Derzeit seien drei Millionen Migranten „Analphabeten", das sei „ein großer Brocken". Die Kurse laufen „zweimal in der Woche, insgesamt 6 Stunden", und das sei, sagt eine Lehrerin, zu wenig. „Die Teilnehmer vergessen, was sie gelernt haben. Sie können zuhause nicht alleine lernen und wiederholen und wir können zuhause nicht für sie da sein und helfen." Außerdem würden von zehn Teilnehmern nur fünf „regelmäßig" zum Unterricht erscheinen, obwohl dieser an einem vertrauensvollen Ort, in einer Dortmunder Moschee, stattfindet.

Was lernen wir daraus? Man kann Pferde zur Tränke führen, saufen müssen sie schon selber.

 

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Leserpost (7)
Bernd Klingemann / 14.04.2018

Die Selbstgeißelung der Deutschen und ihr Betteln um Vergebung, Anerkennung und Liebe erreichen seit einigen Jahren krankhafte Züge. Sie, Herr Broder, wenden regelmäßig erbarmungslos unterhaltsame Konfrontationstherapie an und haben mich (bereits vor vielen Jahren) geheilt. Danke dafür!

Frank Stricker / 14.04.2018

“Nun liegt ein Schatten über dem Institut”. Na ja , besser ein Schatten über dem Institut ,  als ein Schatten auf der Lunge bei TBC….....

Peter Volgnandt / 14.04.2018

Kann ich leider alles unterschreiben und bestätigen. Ein Bekannter von mir betreut jugendliche minderjährige Flüchtlinge. Bei einem von denen hat man TB fesgestellt. Als ich das im Bekanntenkreis erwähnte wurde er sauer, weil er meinte, das verstößt gegen den Datenschutz, hab aber keinen Namen genannt, weil ich den des Flüchtlings auch nicht kenne. Ein anderer Bekannter gibt Deutsch für Ausländer, er war Deutschlehrer mit Schwerpunkt Deutsch für Ausländer. Im Kurs waren 25 Leute angemeldet, 15 Spätaussiedler und 10 Migranten. Gekommen sind die Spätaussiedler, die Migranten nicht. Bezahlt wird er Kurs vom BAMF (für die Flüchtlinge). Meine Nachbarin ist Rumänin, macht auch so einen Kurs, muss ihn aber selbst bezahlen, die geht aber hin!

Marcel Seiler / 14.04.2018

Man sieht richtig, welch Gewinn diese Einwanderer für die deutsche Gesellschaft sind, mir ihrer unternehmerischen Dynamik, mit ihrem unbedingten Drang, es hier zu schaffen, sich hier durchzusetzen, mit ihrer Energie hier beizutragen und zu bereichern. Und wenn die Einwanderer in Einzelfällen vielleicht auch noch etwas Hilfe zu dieser Dynamik brauchen, so wäre es doch verwerflich, wenn Rechte und Nazis dies zum Schüren von Ressentiments und Hass nützen würden.

Philipp Ries / 14.04.2018

Wir haben zwar keine illegale Masseneinwanderung aber drei Millionen immigrierte Analphabeten im Land? Was es alles gibt…

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