Peter Grimm / 14.01.2018 / 13:46 / Foto: Vaishal Dalal / 7 / Seite ausdrucken

Perlen des Pressekodex

Im folgendem Text ist uns ein kapitaler Fehler unterlaufen. Er wurde nur deshalb nicht gelöscht, weil wir eigene Fehler auch nicht einfach stillschweigend tilgen wollen. Mehr dazu vom Autor hier.

Deutsche Journalisten gehören bekanntlich traditionell zu den Vorkämpfern gegen Vorurteile und Generalverdacht. Insbesondere, wenn die von Vorurteilen Bedrohtenüberproportional an bestimmten Straf- und Gewalttaten beteiligt sind. Dann müssen engagierte Berichterstatter verhindern, dass ihre Leser, Hörer und Zuschauer durch die Meldungen dieser Tatsachen den Eindruck bekommen, bestimmte schützenswerte Gruppen seien überproportional an bestimmten Straf- und Gewalttaten beteiligt.

Sicher war die entsprechende Empfehlung im Pressekodex des Deutschen Presserats (Richtlinie 12.1), wonach die Herkunft eines Täters bzw. Tatverdächtigen nicht zu nennen sei, wenn sie zum Verständnis der Meldung nicht zwingend erforderlich ist, irgendwann einmal gut gemeint. Obwohl jedem Journalisten, der seinen Beruf wirklich ernst nimmt, klar sein müsste, dass auch gut gemeintes Verschweigen dazu führt, dass er vorsätzlich ein verzerrtes Bild vom Gegenstand seiner Berichterstattung liefert.

Aber egal, selbst wenn wir unterstellen, dass alles nur gut gemeint war, heute muss jedem klar sein, dass dieses Verschweigen nur dazu dient, Probleme zu verschleiern, die das eigene Weltbild stören. Vor allem, weil man die Lösungsansätze nicht mag, die unweigerlich zur Sprache kommen, wenn über das Problem nicht offen geredet wird. Leider verschwinden die Probleme aber durch hartnäckiges Beschweigen nicht, sondern wachsen so lange, bis sie nicht mehr ignoriert werden können.

Es gibt beispielsweise immer häufiger Meldungen über junge Männer, die mit Messern auf andere einstechen. Eher selten wird hingegen der Umstand erwähnt, dass es sich dabei meist um Zuwanderer oder deren Nachkommen handelt, oft sogar Männer die vorgeben, „minderjährige Flüchtlinge“ zu sein.

Warum sollten die Journalisten, die sich dem guten Ruf besonders schützenswerter Gruppen verpflichtet fühlen, ihr Publikum mit solcherlei Fakten verunsichern? Die könnten sich ja dann von solchen Gruppen junger zugewanderter Männer bedroht fühlen. Bislang aber stachen sie sich ja vor allem untereinander ab. Gelegentlich auch deutsche Altersgenossen oder zu nächtlicher Stunde den einen oder anderen bei einem Raubüberfall. Doch das betrifft die meisten Leser, Hörer und Zuschauer klassischer Medien in der Regel nicht in ihrem Alltag. Die sind meist mittleren und gehobenen Alters und selten nachts allein zu Fuß in zwelichtigen Gegenden unterwegs. Wozu also diese Menschen beunruhigen und aus Wohlmeinenden gegenüber der unkontrollierten Zuwanderung vielleicht Skeptiker machen.

Die unliebsamen Fakten erreichen den Mittelstands-Alltag

Insbesondere wird das Verschweigen aber wichtig, wenn es dann doch um Vorfälle geht, die ganz nah am Alltag der Menschen sind. Beim Betreten eines Einkaufszentrums von jungen Arabern aufgefordert zu werden, ihnen devot den Vortritt zu lassen – insbesondere die Frau habe sich den jungen Herren gegenüber respektvoller und demütiger zeigen – wäre wohl für die meisten Deutschen eine zu große Zumutung. Wenn man dann mit Messern angegriffen wird, weil man den geforderten Respekt verweigert, so ist eine Stufe erreicht, bei der viele darüber nachdenken, ob wirklich alles so weitergehen kann, wie bisher.

Um diese Unruhe nicht zu befeuern und nicht den Falschen Recht zu geben, lesen sich die Pressemeldungen (gelesen am Morgen des 14. Januar) am Wochenende über einen solchen Vorfall in Cottbus so:

Jugendliche greifen Ehepaar in Cottbus mit Messer an

Ohne erkennbaren Grund haben drei Jugendliche vor einem Cottbuser Einkaufszentrum ein Ehepaar mit einem Messer angegriffen. Von Rüdiger Hofmann

Wie die Polizei mitteilt, wollte am Freitag kurz nach 16 Uhr ein 51-Jähriger aus Cottbus mit seiner 43-jährigen Ehefrau das Blechen-Carré auf der Karl-Liebknecht-Straße betreten, als sie von drei syrischen Jugendlichen im Alter von 14, 15 und 17 Jahren angegriffen wurden. Sie verlangten den Vortritt, berichtet Polizeisprecherin Ines Filohn. Zudem hätten sie verlangt, die Frau solle ihnen Respekt bezeugen. Als die Frau dies ablehnte, hätten die Jugendlichen den Ehemann angegriffen.

Zwei von ihnen griffen den Mann tätlich an und versuchten ihn, zu Fall zu bringen. Ein weiterer aus der Gruppe zog ein Messer. Zu diesem Zeitpunkt griff ein beherzter Passant ein und kam dem Mann zur Hilfe. Verständigte Mitarbeiter des Wachschutzes ergriffen die drei Tatverdächtigen und hielten sie bis zum Eintreffen der Polizei fest.

Inzwischen wurden Zeugen ermittelt, Videoaufzeichnungen und das Messer sichergestellt. Der 14-Jährige ist der Polizei bereits als gewalttätig bekannt. Die Jugendlichen wurden den Erziehungsberechtigten übergeben. Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung aufgenommen.

Verschweigen die Journalisten oder verschweigt die Polizei?

Die Täter sind identifiziert und zum Teil einschlägig bekannt. Doch dem bösen Verdacht, hier könnte es sich nicht um Eingeborene handeln, soll keine Nahrung gegeben werden. Wirklich? Haben die Kollegen wirklich etwas verschwiegen oder konnten sie es gar nicht wissen, weil es die Polizei gar nicht mitgeteilt hat? Hier hilft ein Blick in die Pressemeldung der Brandenburger Polizei (gelesen am Morgen des 14. Januar). Siehe da, die ist sogar überschrieben mit: „Cottbuser Ehepaar von syrischen Jugendlichen angegriffen“.

Die Polizei hat hier also alle Fakten vermeldet. Die Presse hat sie unterschlagen oder sagen wir besser, zunächst unterschlagen, denn wenn sie jetzt doch in der redaktionell unkontrollierten Öffentlichkeit breiter diskutiert werden, ziehen die Kollegen notgedrungen nach.

Es hilft niemandem, Probleme zu verschweigen, am wenigsten den rechtschaffenen Zuwanderern. Aus diesem Grunde hatten eigentlich alle Medienschaffenden und Meinungsbildner vor zwei Jahren, nach der berüchtigten Kölner Silvesternacht und den anfänglichen Verschweige-Versuchen, Besserung gelobt. Künftig solle offen berichtet werden, versprachen nahezu alle im journalistischen Gewerk Verantwortlichen. Davon ist so gut wie nichts mehr übrig. Der größte Teil dieser Versprechen hat sich als höchst scheinheilig erwiesen.

Dieser Beitrag erschien auch hier auf sichtplatz.de

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Leserpost (7)
Benjamin Fröhlich / 14.01.2018

Es steht doch wortwörtlich im verlinkten Presseartikel drin und wird vom Autor hier sogar zitiert: “[...]lesen sich die Pressemeldungen (gelesen am Morgen des 14. Januar) am Wochenende über einen solchen Vorfall in Cottbus so: [...] als sie von drei syrischen Jugendlichen im Alter von 14, 15 und 17 Jahren angegriffen wurden.” Vielleicht mal öfter den Schaum vor dem Mund wegwischen und etwas weniger “Berufsempörung” am Fließband liefern, dann wird wird diese Seite vielleicht auch mal wieder lesenswert, anstelle von lediglich nur noch unterhaltsam.

Silke Krüger / 14.01.2018

?? Es steht doch da (kursiv): “...von drei syrischen Jugendlichen…” ??

J. Grandeit / 14.01.2018

“Die Jugendlichen wurden den Erziehungsberechtigten übergeben.” Welch ein Glück, dass diese bereits im Land waren und nicht erst noch nachgeholt werden müssen.

Uta Buhr, / 14.01.2018

Uta Buhr,14.01.2018 Das hier Geschilderte ist doch gar nicht so neu. Vor nicht allzu langer Zeit wurde eine Frau in Schweden genau aus diesem Grunde von einem Sohn Allahs gemessert, weil sie ihm in der Schlange vor einer Kasse den Vortritt verweigert hatte. Und was haben wir - also unsere “Eliten” - aus diesem “bedauerlichen Einzelfall” gelernt? Nichts. Die Devise heißt nach wie vor: Alles wird verschleiert, und wenn das nicht mehr geht, muss man halt lügen. Wie lange geht dieser Krug noch zu Wasser, bis er bricht?

Thomas Dornheck / 14.01.2018

Ich vermute, der Propagandist der Zeitung, Herr Rüdiger Hofmann, betrieb mit seiner Behauptung, die 3 Jugendlichen wären ihren Eltern übergeben worden, eine perfide Masche der Vertuschung der Herkunft. Deutsche Täter haben ja immer Eltern, moslemische seltener. Diese 3 syrischen Bengel werden ohne Eltern nach Cottbus gekommen sein. Ich wünsche mir, daß sie 3 Monate im Jugendknast nachdenken dürfen, ob sie sich richtig verhalten haben und daß sich kriminelles Verhalten negativ auf das Asylverfahren auswirkt. Wer wegen Nichts ein Messer zieht, muß sofort Konsequenzen spüren!

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