Manfred Haferburg / 18.03.2017 / 14:30 / 1 / Seite ausdrucken

Paris und Orly: FOCUS-online verliert die Orientierung

Von Manfred Haferburg: FOCUS-online schreibt: „Am Pariser Flughafen Orly hatte am Morgen ein Mann einem Soldaten einer Anti-Terror-Einheit die Waffe entrissen. Er war damit in ein Geschäft im Flughafengebäude gelaufen".

Wenn die Redakteure mal wenigstens eine Minute für eine Recherche – zugegeben in französischer oder englischer Sprache – aufgewendet hätten, dann würde der Tathergang so aussehen:

Ein den Sicherheitskräften bekannter „radikalisierter Muslim“ griff am Morgen in Saint Denis, einem Banlieue im Norden von Paris bei einer Routinekontrolle die Polizisten mit einer Luftdruckpistole an und verletzte einen von ihnen. Dann flüchtete er mit seinem Renault Clio. Kurze Zeit später raubte er in Vitry mit seiner Pistole einen Citroen, mit dem er nach Orly fuhr. Dort versuchte er, einer Soldatin der Anti-Terror-Patrouille „Sentinel“ Im Bereich der Gates 37/38 (Türkisch Airlines) die Maschinenpistole zu entreißen, was ihm nicht gelang. Die anderen beiden Soldaten der Patrouille eröffneten das Feuer, um ihre Kameradin und die Passanten zu schützen und erschossen den Angreifer in der Folge. Der Französische Innenminister sagte: „Sie handelten sehr professionell und mit großer Gelassenheit“. Niemand sonst wurde verletzt. Der Flughafen wurde zeitweilig gesperrt. Der Minister sagte auch, dass der Angriff die Wichtigkeit von Frankreichs Terrorwarnzustand zeige, obwohl jüngst die UNO Kritik hinsichtlich der Menschenrechte geäußert hatte.



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Leserpost (1)
Karla Kuhn / 19.03.2017

„Sie handelten sehr professionell und mit großer Gelassenheit“. Niemand sonst wurde verletzt. Der Flughafen wurde zeitweilig gesperrt. Der Minister sagte auch, dass der Angriff die Wichtigkeit von Frankreichs Terrorwarnzustand zeige, obwohl jüngst die UNO Kritik hinsichtlich der Menschenrechte geäußert hatte” Diese Äußerung möchte ich einmal von einem deutschen Politiker hören. Eine Person, die einer Soldatin einen Waffe entreißt, kann nicht auf “Menschenrechte” pochen.

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