Gastautor / 04.02.2015 / 17:47 / 4 / Seite ausdrucken

Offshore-Windkraft: Eine Grafik killt die Märchenstunde

Von Rolf Schuster

Mitte Januar 2015 wurde wieder mal eine Sau durchs mediale Dorf getrieben. Fast alle überregionalen Medien warteten mit der Meldung “Offshore-Windkraft knackt Gigawatt-Schwelle auf”. Siehe beispielsweise hier

Leider fragte offenbar keiner der Medienvertreter, ob denn diese neuen Offshore-Anlagen auch tatsächlich Strom abliefern.  Für den Netzanschluß der Nordseeanlagen ist der Netzbetreiber TenneT verantwortlich. Daher ist es relativ einfach, sich einen Überblick über die Nordseeanlagen zu verschaffen (Die Windenergie Offshore wird sowohl in der Nordsee, als auch in der Ostsee betrieben, die Anlagen in der Ostsee werden hier nicht betrachtet).

Ich lade in monatlichen Abständen das Anlagenregister aktuell herunter. Hieraus kann man die Offshoreanlagen herausfiltern und eine Zeitreihe mit der kumulierten Nennleistung bilden. Dies wird in der grünen Fläche dargestellt. Ab dem veröffentlichten Datum der Inbetriebnahme haben die Betreiber, nach meinem Stand der Erkenntnis nach einen Anspruch auf Vergütung, auch wenn die Energie nicht in das Netz eingespeist werden kann. Aus welchem Topf dies geschieht, ( Offshore-Haftung oder EEG-Konto) kann ich nicht beurteilen. Die Einspeiseleistung der Windenergie Offshore werden von mir Dunkelblau dargestellt.


Vergrößern sie die Grafik durch anklicken

Diese beiden Zeitreihen, optisch übereinander gelegt, zeigen meiner Einschätzung nach große technischen Probleme in der Nordsee, die, so wie es scheint, bisher nicht gelöst sind.  Dividiert man die Einspeiseleistung ( blau) durch die Nennleistung (grün) erhält man einen Leistungsäquivalent, das darstellt, wieviel Prozent der Nennleistung tatsächlich in das Netz geliefert wurden. Der lineare Trend zeigt eine negative Tendenz in Richtung 20 Prozent der Nennleistung. Will sagen: Trotz der 2014 massiv gestiegenen Kapazität der Anlagen, wird am Ende des Jahres kaum mehr Strom geliefert als am Anfang. Nur ein Fünftel der installierten Leistung wird tatsächlich bereitgestellt.

Hieraus ziehe ich folgende Schlüsse. Erstens: Es gibt Probleme mit der Anlagentechnik der Offshoreanlagen. Hier können Fundamentunterspülungen, Korrosion, Überlastung der Anlagentechnik oder ein Mix dieser Ursachen zu Ausfällen der Anlagen führen.
Zweitens: Scheinbar hat man die Problem der HGÜ-Technik (Hochspannungsgleichstromübertragungsleitung) nach wie vor nicht im Griff, da sich scheinbar komplette Windparke vom Netz trennen. Deshalb sollte man sich fragen, ob eine Umsetzung der Stromautobahnen zur Zeit ein Vabanquespiel für die deutsche Energieversorgung darstellt.

Rolf Schuster ist als Betriebsmittelkonstrukteur tätig. In seiner Freizeit hat er begonnen eine Windkraft-Datenbank anzulegen, um die Behauptungen der Windkraft-Lobby überprüfen zu können. Mittlerweile werden seine Grafiken auch von der Fachwelt beachtet.

Leserpost (4)
Rolf Ihsen / 06.02.2015

Windkraft: Eine Alternative, die keine ist ! Oder, um es mit Stephen Hawking zu sagen: “Der größte Feind des Wissens ist nicht die Unwissenheit, es ist die Illusion von Wissen”.

Dr. Dietmar Ufer / 05.02.2015

Ein weiterer Beleg dafür, dass die deutsche “Energiewende” eines der größten wirtschaftspolitischen Verbrechen der letzten Jahrzehnte ist!  Nicht nur wir, sondern noch unsere Enkel und Urenkel werden darunter leiden müssen!  Wann endlich wird hier die Staatsanwaltschaft munter, um diesen auch energiewirtschaftlich schwachsinnigen Spuk zu beenden?

Hans Meier / 04.02.2015

Die in Blau abgebildete Strom-Einspeisung der heftig schwankenden Erträge der Windmühlen, ist beeindruckend unbrauchbar für eine konstante Stromversorgung. Dieser „Zappelstrom“ erklärt auch, warum die Schifffahrt sich aus Gründen der Vernunft motorisiert hat, statt sich den Launen des Windes länger auszuliefern. Es zeigt sich, ohne ausgleichende und zuverlässig, unabhängig vom Wetter regelbare Kraftwerke mit Dampf-Turbinen, die dafür sorgen, das dieser Windradschwindel, als destruktives politisches Lobby-Projekt, nur um „Vergütungen“ abzugreifen ohne bedarfsgerecht liefern zu können, wirkt diese „Energiewende“ wie ein Sabotage-Konzept zur vorsätzlichen Zerstörung der bisherigen Stromwirtschaft. Die Stromkonzerne, bzw. deren Aktionäre erleiden eine enorme Kapitalvernichtung und die Windparkbetreiber erwirtschaften trotz ihrer Kartellprivilegien, die ihnen das Lobby-Gesetz EEG verschafft, keine nennenswerte Kostendeckung. Gleichzeitig steigen ständig die Strompreise, verlieren im Land Immobilieneigentümer und Landschaften an Wert und Anleger ihr Kapital, wird die Natur ohne Not massiv zerstört. Die Geschädigten sollen das hinnehmen, weil völlig verantwortungslose Politiker sich mit den Scharlatanen einlassen, die als beratende Dienstleister nur scharf auf ihre Provisionen sind. Es braucht dringend viel mehr direkte Demokratie, um die „Wind-Plantagenbetreiber“ und Kolonialherren dieser grünen Bananenrepublik zu erden.

Chris Deister / 04.02.2015

Ist doch unglaublich, oder? U-n-g-l-a-u-b-l-i-c-h! Wir sind zu einem Land der Darsteller geworden. Journalismusdarsteller, Wissenschaftler-Darsteller, Politiker-Darsteller…. Da braucht es also einen Privatmann, der den gesamten staatsmonopolistischen Ökokomplex blamiert. Und zwar nicht nur des Ergebnisse wegen, sondern auch bzw. noch mehr weil dort Sachverstand offenbar überhaupt nicht vorhanden ist. Die richtige Ideologie und das Parteibuch reichen offenbar.

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