Gunnar Heinsohn / 25.12.2016 / 12:23 / Foto: Don Hankins / 3 / Seite ausdrucken

Obama und Husseini

Jüdische Siedlungen seien das Hindernis für Frieden in Nahost, wenn nicht für die ganze Welt. So flüstert oder trompetet es seit Jahrzehnten um den Globus. Barack Obama lernt das von klein auf durch verehrte Mentoren wie den Kommunisten Frank Marshall Davis (1905-1987) oder seinen langjährigen Pfarrer Jeremiah Wright (*1941). Da unterscheidet er sich nicht von antizionistischen linken Politikern aus Europa. 

Palästinenser seien seit über sechzig Jahren Opfer der jüdischen Heimstätte. Ihnen müsse endlich Gerechtigkeit widerfahren. Das ist Obamas zentrale Botschaft an die islamische Welt am 4. Juni 2009 in Kairo. Eingeführt wird er mit dem stolzen Hinweis auf seinen Mittelnamen Hussein. Dass die Palästinenser-Führung unter Mohammed Amin al-Husseini (1883-1974) seit 1933 den Kontakt zu Hitler sucht und sich ab 1943 direkt aus Berlin aktiv am Holocaust beteiligt, muss der mächtige Mann unterschlagen, um dem „neuen Anfang“ zwischen Amerika und 1,5 Milliarden Muslimen die nötige Harmonie zu bescheren. Ohne Geschichtsfälschung geht das nun einmal nicht. Unter anderem erreicht der Palästinenser, dass 5000 jüdische Kinder nicht gegen 20.000 deutsche Kriegsgefangene ausgetauscht, sondern ermordet werden.

Das Heil könne nur ein 23. Araberstaat bringen. Die sechs Millionen Juden Israels mit ihren Siedlungen seien das entscheidende Hindernis für diese segenreiche Lösung. Dass viele der schon existierenden 22 Araberstaaten im selben Moment durch Kriege und interne Spaltungen zuschanden gehen, kann diese Ansicht nicht erschüttern. Dass auch die Araber Palästinas ihr erstes von Israel geräumtes Gebiet zwischen Dezember 2006 und Juni 2007 mit einem Bürgerkrieg in Gaza zelebrieren, bleibt ebenfalls unausgelotet. Dass – gemäß Artikel 7 ihrer Charta – die Hamas-Mitglieder als „Muslime die Juden bekämpfen und sie töten“, nützt den grausam ermordeten Fatah-Leuten in keiner Weise.

Die Synagogen werden umgehend verwüstet

Auch für Israel wird dieser palästinensische Teilstaat zum Probelauf. Es räumt ab 2005 sämtliche Siedlungen im Gaza-Streifen, damit die Formel Land gegen Frieden getestet werden kann. Nur die Synagogen bleiben stehen, werden aber umgehend von den neuen Herren verwüstet. Doch Hamas macht keinen Frieden, sondern bleibt dem Mordprogramm aus dem Husseini-Hitler-Pakt treu. Nach dem Krieg gegen Fatah folgen drei Kriege gegen Israel. Und man brüstet sich bereits heute mit zukünftigen Waffengängen.

Die arabische Siegeszuversicht ist verständlich, weil immer wieder Israel unterlässt, was es militärisch könnte. Zählt man seit der Staatsgründung von 1948 weltweit die bewaffneten Konflikte mit mindestens 10.000 Toten, liegt der 65-jährige israelisch-palästinensische Kampf mit rund 15.000 Opfern auf Rang 72. Allein in Syrien werden in nur fünf Jahren zwanzigmal so viele begraben. 1950 steht die palästinensische Bevölkerung bei einer Million, 2050 will man 12 Millionen erreichen. Welcher Führer wird auf ihren Einsatz gegen Israel verzichten, wenn dadurch das Töten untereinander verringert werden kann?

Gazas Kriegsindex liegt über 6, auf der West-Bank erreicht er beinahe vier. Auf 1.000 Alte folgen 4.000 bis 6.000 Jungzornige. In den USA sind es 1.000, in Deutschland 660. Ab Index 3 wird nach Vorwänden fürs Blutvergießen gesucht. Selbst eine dem Genozid abschwörende Hamas könnte dagegen nichts ausrichten. Gleichwohl wird am 23. Dezember 2016 mit der Resolution 2334 Weltgesetz, dass es jüdische Siedlungen sind, die das friedliche Leben „Seite an Seite“ auf „bedrohliche Weise in Gefahr bringen“.

Als die amerikanische Nation – von den Wahlen erschöpft und durch Weihnachten abgelenkt – nicht hinschaut, schlägt Barack Obama zu. Er trifft auf Widerstand durch den neuen Präsidenten und sogar aus Kairo. Ägypten zieht seine Anti-Siedlungs-Resolution am 22. Dezember zurück. Doch das islamistische Malaysia, die Halbdiktatur Venezuela und der autoritäre Senegal bereiten im Verein mit Neuseeland umgehend einen neuen Angriff für den 23. Dezember vor. Der Außenminister John Kerry hatte nach Auckland signalisiert, dass man kein Veto einlegen werde. Obama siegt, Israel steht zum unzähligsten Mal am Weltpranger.

Obamas UNO-Beauftragte Samantha Power, eine Kollegin aus der Völkermordforschung, räumt nach ihrem 14:0-Erfolg mit herzlichem Handschlag für den strahlenden Palästinenser-Vertreter ein, dass die Weltorganisation Israel lange schon ungebührlich verfolge. Diesmal aber hoffe sie auf ein anderes Ergebnis. Weil sich Amerika seit 50 Jahren erstmals auf die Seite der Verfolger schlägt? Weil Obama Friedensnobelpreisträger ist? Sie weiß es wohl selber nicht und es nagt an der Gelehrten. Doch Obamas Befehl widersetzt sie sich nicht.

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Leserpost (3)
Hans Heidenreich / 25.12.2016

Sicher wird es im 23. arabischen Staat genauso prima für Frauen, Ungläubige und sonstige Minderheiten aussehen wie in den anderen 22 Staaten.

Matthias Hofmann / 25.12.2016

Glücklicherweise ist der Friedensnobelpreisträger Obama bald Geschichte. Israel ist der einzige stabilisierende Faktor in der Region. Statt dies zu beachten, zündelt Obama bis zum letzten Tag und biedert sich mal wieder bei islamistischen Regimes an. Die bange Frage lautet: Warum?

Emmanuel Precht / 25.12.2016

Na das wird ein FriedensNobel-Preisträger ja wohl noch dürfen. Frohes Fest und Wohlan…

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