Claudio Casula / 26.02.2016 / 19:43 / Foto: Jonas Rogowski / 9 / Seite ausdrucken

30 Worthülsen für jede Gelegenheit

In einem Land, in dem man einst den Begriff Sonderbehandlung für Massenmord ersann, und in einer Zeit, in der die epidemische Ausbreitung von Terror, Zerstörung und Anarchie durch den Aufstieg radikalislamischer Gruppen geschmeidig als Arabischer Frühling durch die Medienlandschaft gleiten konnte, ist es ratsam, sich mit dem Neusprech unserer Zeit zu arrangieren. Nicht, dass Ihnen etwas herausrutscht, was Ihnen als falsche Gesinnung ausgelegt wird und Sie im hellen Deutschland zum Paria macht. Unbedacht´ Wort versenkt das Schiff noch im Port!

Äußern Sie etwa gewisse Befürchtungen (Kriminalität, Terror, soziale und gesellschaftliche Verwerfungen) hinsichtlich der unkontrollierten Masseneinwanderung vorwiegend orientalischer Jungmänner, sind Sie ein „besorgter Bürger“, und das ist für die „Refugees-welcome“-Fraktion ein todsicheres Indiz dafür, dass Sie ein Nazi sind.

Hüten Sie also Ihre Zunge! Wenn Sie reden, wie Ihnen der Schnabel gewachsen ist, könnte das im günstigsten Fall Ihren Gesprächspartner schwer verunsichern, im ungünstigsten Heiko Maas auf den Plan rufen. Man muss das Kind nicht immer beim Namen nennen. Nachfolgend ein kleines, durchaus unvollständiges Glossar mit Begriffen, die Sie unbedingt kennen sollten, um die überall lauernden Fettnäpfchen elegant zu umsteuern.

Dieb, Räuber, Schläger, Grapscher, Vergewaltiger: Antänzer

Massive sexuelle Nötigung: Übergriff

Konservativ: rechtspopulistisch

Versager: Benachteiligter

Analphabeten: Fachkräfte von morgen

Türke, Araber: Südländer

Schwerkrimineller Libanesen-Clan: Großfamilie

Verbrechen: Vorfall

Asi-Viertel: sozialer Brennpunkt

Aufnahme notorisch integrationsunwilliger Parallelgesellschaften: bunte Vielfalt

Unverantwortliche Politik zu Lasten von Generationen: Willkommenskultur

Sorge vor Dschihadisten-Terror: Islamophobie

Wiederkäuer linker Weisheiten: Querdenker

Verräter: Whistleblower

Feigheit: Toleranz

Absehbare Katastrophe: Chance

Schiss: Respekt

Kuschen vor gewaltbereiten Typen: Deeskalationsstrategie

Negative Erfahrungen: Vorurteile

Unliebsames Statement: Provokation

Hochgradig gefährlicher junger Muslim: minderjähriger unbegleiteter Flüchtling

Rechtsgerichtete Chaoten: Pack, Mob

Linksgerichtete Chaoten: Gegendemonstranten

1000 Fälle von Raub, Belästigung etc. an einem Ort: entspannte Sicherheitslage

Arschkriecherei bei Diktatoren: Dialog auf Augenhöhe

Kapitulation vor antisemitischem Mullah-Regime: Atom-Kompromiss

Kriegsopfer, Armutsmigranten, Glücksritter, Kriminelle, IS-Kämpfer etc., alle zusammen: Schutzsuchende

Komplette Überforderung, Hilflosigkeit: Ringen um eine europäische Lösung

EU-weite solidarische Leistungen: Deutsches Hegemonie-Streben

Mir doch scheißegal, was ich Euch eingebrockt habe: Wir schaffen das!

Foto: Jonas Rogowski - Eigenes Werk, CC BY 3.0 via Wikimedia Commons
Leserpost (9)
Dr. Igor Fischer / 28.02.2016

Sehr geehrter Herr Casula, So einfach ist das nicht. Ein Verräter ist nur dann ein “Whistleblower”, wenn er undifferenziert Staatsgeheimnisse veröffentlicht, auch wenn es dabei um keine Missstände geht und auch, wenn es die Sicherheit des Staates und seiner Bürger gefährden könnte. Veröffentlicht er aber gezielt nur Tatsachen, an dessen Veröffentlichung Bürger und Steuerzahler ein Recht und berechtigtes Interesse haben, weil das Wissen darüber die Sicherheit der Bürger erhöhen könnte, und die zu veröffentlichen die eigentliche Aufgabe des Pressesprechers ist, bleibt er selbstverständlich ein Verräter. Siehe auch: http://www.sueddeutsche.de/politik/uebergriffe-an-silvester-uebergriffe-in-koeln-polizei-ermittelt-gegen-polizei-1.2875165 “Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung ermittelt die Kölner Polizei in mehreren Fällen wegen Verletzung des Dienstgeheimnisses gegen Polizeibeamte. Es geht um die Vorfälle in der Silvesternacht - und die Frage, wie interne Berichte an die Öffentlichkeit gelangen konnten.”

Heike Renwrantz / 27.02.2016

Sehr geehrter Herr Casula, da Sie Ihren Beitrag als „keineswegs vollständiges Glossar“ bezeichnen, schlage ich hiermit schon mal eine Fortführung vor: Anarchie heißt jetzt: Rechtsfreier Raum. Mit freundlichen Grüßen!

Markus Werner / 27.02.2016

Hinzuzufügen wäre vielleicht noch: Riesen-Problem : ” Herausforderung” Diebstahl, Raub : “Armutskriminalität” ......    

Max Wedell / 26.02.2016

Da musste ich sehr lachen, vor allem über die “Querdenker”... Ergänzend: Parallelgesellschaften = von Deutschen Ausgegrenzte Kopftuch = Zeichen selbstbewusster, emanzipierter Musliminnen Intellektuelle mit falscher Meinung zur Flüchtlingskrise = Stichwortgeber für AfD und Pegida (die zwar völlige Dumpfbacken sind, aber dennoch andauernd Sloterdijk usw. lesen (und verstehen)) Übernahme der Freizügigkeit Deutschlands bzgl. Armutseinwanderern durch andere Länder in Europa = Gemeinsames Handeln in Europa Ablehnung dieser Übernahme deutscher Freizügigkeitspolitik durch andere Länder in Europa = Mangelnder Wille zu gemeinsamen Lösungen bei den anderen Ländern Um Mißverständnissen vorzubeugen: Bekämpfung der Fluchtursachen… NUR die im Ausland, die Ursachen der Flucht nach hier im Inland (wie etwa Partizipationsmöglichkeiten am vergleichsweise üppigen Sozialhilfesystem) sollen NICHT bekämpft werden Sämtliche Kriegsschuldfragen der Welt - alle schon geklärt, denn wer ist eine der größten Waffen-Export-Nationen der Welt? Da auch alle anderen Fluchtursachen unsere Schuld sind (Klimawandel, Ausbeutung, Armut, Krieg usw.), ist es nur logisch, daß wir die Fluchtursachen dadurch bekämpfen, daß sich der Verursacher der Fluchtursachen, d.h. Deutschland, selber abschafft.

Thomas Krefeld / 26.02.2016

Bei den ersten zehn Begriffen hab ich noch gelächelt. Gegen Ende der Liste war auch meine Laune unten angekommen, schließlich ist das kein Witz.

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