Dirk Maxeiner / 14.04.2017 / 06:07 / 7 / Seite ausdrucken

Neues Merkel-Video: Jetzt verkauft sie auch Heizungen

Das richtige Wort zur richtigen Zeit. In ihrer neusten Video-Botschaft kündigt Angela Merkel verschärfte Verordnungen und Gesetze an. Missetäter sollen, so heißt es in dem Interview, "markiert" werden. Nanu, Fußfessel für Terrorverdächtige? Nein, nicht ganz. Bei der Botschaft handelt es sich um ein Gefälligkeits-Interview zum 100jährigen Jubiläum der Heizungsfirma Viessmann. Es geht darum, dass alte Heizungsanlagen markiert und ihre Besitzer früher oder später dazu verdonnert werden, sie auszutauschen. Überhaupt findet Merkels Interviewer, ein Vertreter des Heizungsgewerbes, dass die Produkte der Firma Viessman noch mehr subventioniert, respektive verordnet werden sollten als bisher schon. Auch die Idee, mit Steuergeldern eine Abwrackprämie für Altheizungen zu spendieren, findet er ganz doll. 

Man ist ja peinliche PR gewohnt, aber so etwas als offizielles Video der Kanzlerin auf der offiziellen Seite der Bundesregierung ist im Niveau kaum zu unterschreiten. Hier wäscht eine Hand die andere. Viessmann trommelt für Merkels Energiewende, Merkel trommelt für Viessmann und erscheint zum Firmenjubiläum, schließlich ist Wahlkampf und das Unternehmen hat 12.000 Mitarbeiter. Wie schreibt das Handelsblatt so schön: "Für Viessmann nimmt sich die Kanzlerin Zeit. Sie begrüßt die Mitarbeiter, macht Selfies mit ihnen, begrüßt die Familie. Und auch ihr Gastgeber, Martin Viessmann, glänzt. Der langjährige Chef und heutige Verwaltungsratschef des Heizungsspezialisten kann sich auf die Kanzlerin verlassen und sie sich auf ihn".

Viessmann konnte laut der Bilanz für 2016 den Umsatz um 1,4 Prozent auf 2,25 Milliarden Euro steigern. Das ist wunderbar, aber zumindest ein Teil davon hängt daran, dass entsprechende Gesetze Lösungen verordnen, die eigentlich unwirtschaftlich sind. Merkel und ihr Stichwort-Klempner sprechen im Grunde völlig ungeniert über eine weitere Ausdehnung der Planwirtschaft in diesem Lande. Bei dieser Art von Wirtschaft siegen nicht die kreativsten Unternehmen, sondern die mit den besten Verbindungen zur Politik. Man sagt nicht umsonst, dass beispielsweise die Dämmvorschriften der deutschen Energiesparverordnung (EnEV), die Polystrol-Produzenten wie der BASF zu Milliardengeschäften verholfen haben, in Helmut Kohls Wahlkreis Ludwigshafen ersonnen worden seien.

Der Name Viessmann taucht übrigens auch auf Listen der CDU-Parteienspenden auf.

Leserpost (7)
Detlef Dechant / 14.04.2017

Wie hoch muss denn eine Parteispende sein, damit die Kanzlerin hallo sagt? Ja, ja, “die gekaufte Republik “, ist wohl doch was dran. Gab es da nicht schon einmal eine Affäre über gekaufte Besuche von Politikern? Und erinnern wir uns noch an Holzmann, denen Schröder Millionen schenkte, die diese, statt die Rechnungen der Subunternehmen zu bezahlen, selber intern verbraten haben. Danach waren alle Pleite. Nur Schröder hat zwischen Hilfe und Pleite eine Wahl gewonnen.

Bargel, Heiner / 14.04.2017

Welche Branche ist als nächstes dran? Alarm- und Einbruchmeldeanlagen? Oder ist dafür der Kanal des Innenministers zuständig?

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