Benny Peiser / 04.03.2016 / 21:11 / 6 / Seite ausdrucken

Nach dem heißen El Niño-Jahr 2015: Was macht die Welttemperatur?

Seit 1997 ist die Welttemperatur über einen Zeitraum von etwa 15 Jahren nicht mehr merklich angestiegen. Der Unterschied zwischen den einzelnen Jahren ist statistisch nicht signifikant. An der Börse würde man von einer „Seitswärtsbewegung“ sprechen. Über das Thema wird viel gestritten, siehe dazu diesen Beitrag meines Achse-Kollegen Ulli Kulke.

Das vergangene Jahr nun unterbrach die sogenannte „Pause“ (englisch „Hiatus“), weil das natürliche und zyklisch wiederkehrende Wetterphänomen El Niño für eine Erwärmung des Pazifik und damit der globalen Temperatur sorgte. Der gegenwärtige El Niño klingt ab - wird die Durchschnittstemperatur des Planeten also ebenfalls wieder sinken oder wie in den Jahren von 1998 bis 2014 relativ gleich bleiben? Oder ist 2015 ein Wendejahr und die globale Erwärmung geht wieder richtig los?

Das ist die Frage, der Dr. David Whitehouse in einem neuen Video (in englisch) der Global Warming Policy Foundation nachgeht.
 
Der aktuelle El Niño ist einer der stärksten bisher gemessenen. Er hat zugleich die globalen Temperaturen auf ein Rekordniveau getrieben.
 
Viele Schlagzeilen behaupten, das Jahr 2015 habe die Klimapause endgültig beendet. Aber ist die Pause in die globale Erwärmung wirklich vorbei?
 
El Niños werden häufig von La Niñas abgelöst, also von kühler als durchschnittlichen Jahren. Man darf daher erwarten, dass 2016 ein warmes Jahr bleiben wird, während sich die folgenden zwei Jahren vermutlich wieder abkühlen werden.

Was bedeutet das für die "Klimawandel-Pause"?

Es bedeutet, dass wir das Ende des außergewöhnlichen El Nino abwarten müssen - aber auch das Ende der sich anschließenden Kühlperiode. Erst nach ein paar Jahren 'normaler' Wetterbedingungen wird sich zeigen, ob die globalen Temperaturen wieder ansteigen warden (wie alle Klima-Modelle voraussagen) oder ob sich die Klimawandel-Pause einfach fortsetzt wie bisher.

Achse-Autor Dr. Benny Peiser ist Direktor der Global Warming Policy Foundation (GWPF), einer in London ansässigen, überparteilichen Denkfabrik für Klima- und Energiepolitik. 

Leserpost (6)
Max Wedell / 06.03.2016

@Stefan Fischer, Ich kenne die historischen Vorhersagen von Klimaforschern nicht, und ob es überhaupt welche gab. Aber selbst wenn es hierzu falsche Vorhersagen gegeben hätte, würde das für die heutigen Vorhersagen nichts beweisen. Die Vorhersagen des Klimas basieren ja auf hochkomplexen Klimamodellen, für deren Berechnung Supercomputer notwendig sind. Selbst heute arbeiten diese Modelle mit Kompromissen, um die Rechenzeiten nicht ausufern zu lassen. Von all den atmosphärischen Vorgängen, die in den Modellen fehlen, weil man sie noch nicht durchschaut hat, ganz zu schweigen. Klimaforscher, die früher vielleicht mal falsch gelegen haben, könnten sich also herausreden: Die Computer waren damals zu klein, die Modelle zu simpel usw. Sollte irgendwann einmal der postulierte Klimawandel ausgeblieben sein oder nicht das prognostizierte Ausmaß angenommen haben, wird man dereinst die gleichen Ausreden haben… denn auch die Computer von heute sind zu klein, und die Modelle von heute sind auch immer noch erheblich unvollständig.

wolfgang richter / 06.03.2016

Die Wärme von El Nino war doch schon voher im Meer gespeichert, wo sollte sie sonst Herkommen! Somit ist die niedrige Lufttemperatur voher doch Bestätigt. Durch El Nino wurde diese Wärme nun der Luft zurückgegeben, dadurch hat sich die Welttemperatur so Erhöht, den vorher hatte sich die Welt nicht abgekühlt. Man sollte nicht nur vor seiner Haustür das Klima erkennen, sondern es Weltweit vergleichen! Bei mir hier in Asien ist der Klimawandel schon angekommen, was bei Ihnen der Schnee ist, ist hier der Monsum, der kommt nicht mehr zur rechten Zeit. Viele Bauern verarmen hier, weil die Regenzeit ausbleibt, keine Saat ausgebracht werden kann, oder die Felder unter den Wasermassen ertrinken. Die Gletscher schmelzen Weltweit, auch bei Ihnen in Europa, aber das ist ja nur das Wetter!

Wolfgang Haumann / 05.03.2016

Nach meinen Recherchen aus öffentlichen Quellen bewegt sich die Erwärmung der letzten 150 Jahre (inklusive mehrerer Pausen und sogar kleinen Abkühlphasen) recht genau im Ausmaß der Klimaschwankungen der letzten 2000 Jahre, mit allen Unsicherheiten der historischen, mehr indirekten Wetterbeobachtungen. Ein Einfluß durch zusätzliche menschliche CO2-Emission ist bis dato einfach nicht erkennbar. Unser Beitrag zum gesamten CO2-Gehalt ist recht klein, auch wenn er uns gewaltig erscheint. Er kann noch nicht einmal den stetigen, kontinuierlichen Anstieg der CO2-Emission insgesamt (Mensch und übrige Natur) erklären. Die Befürchtung einer bedrohlichen Erwärmung kann sich also nur auf die Zukunft beziegen, auf die Klimaszenarien der Computermodelle. Deren Eintreffwahrscheinlichkeit ist meiner Meinung nach zu unsicher, die Modellierung auch dubios und nicht transparent für die Öffentlichkeit.

Klaus Metzger / 05.03.2016

Früher haben die Auguren das Wetter mittels Beschau von Gekröse vorhergesagt. Das Ergebnis war das, was vom Wahrsager geglaubt wurde. Nicht anders ist es mit Computermodellen. Da die Funktion der einzelnen Klimafaktoren nicht so genau bekannt ist, wird ihre Wirkung einfach geschätzt. Daraus wird eine Formel gestrickt und die wird dann in einem Computermodell mit anderen geschätzten Formeln kombiniert. Da solch ein Modell in der Regel nach wenigen Zyklen aus dem Ruder läuft, werden zusätzlich Flusskorrekturen eingebaut, bis ein Ergebnis herauskommt, das irgendwie realistisch erscheint. Im Kern ist das Computermodell nicht besser als Gekröse. Es zeigt auch nur den Glauben dessen, der es entworfen hat. Übrigens stand im Weltklimabericht in Kapitel 13 mal der entlarvende Satz: “Klimamodelle arbeiten mit gekoppelten nicht-linearen chaotischen Systemen. Dadurch ist eine langfristige Voraussage des Systems Klima nicht möglich.” Dem ist nichts hinzuzufügen.

Karl Schurz / 05.03.2016

Korrekt arbeitende Wissenschaftler werden sagen, dass sie das Klima der nächsten Jahre nicht vorhersagen können. Je länger der Prognosezeitraum desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass die Auswertung nach Werfen von Hühnerknochen zu gleichen oder gar fast korrekten Vorhersagen kommt. Prognosen sind schwierig, vor allem wenn es um die Zukunft geht. Immerhin sind die Qualitätsmedien zuverlässiger in Treffsicherheit ihrer postulierten Vorhersagen auf Basis von Experten. Siehe z. B. Der Spiegelnin 1980ern. Demnach sollte AIDS 1995 den letzten Deutschen dahin gerafft haben. Mein Grossmutter,, die zwei Weltkriege erlebte, pflegte zu mir zu sagen: “Junge, Papier ist geduldig. “

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