Marisa Kurz / 12.11.2017 / 10:53 / 11 / Seite ausdrucken

München: 98 Millionen für Flüchtlinge, Studenten in Notunterkünften

Wie vor wenigen Tagen bekannt wurde, wird die Stadt München auf 98 Millionen Euro sitzenbleiben, die sie seit 2015 aus eigener Tasche für die Versorgung von Flüchtlingen bezahlt hat. Die Summe könnte sogar noch steigen.

Als zu Hochzeiten der Flüchtlingskrise Züge voller Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof ankamen, gingen die Bilder um die Welt. Deutschlandweit war München aufgrund seiner Lage besonders stark mit der Unterbringung von Flüchtlingen belastet. Auch heute legen neuankommende Flüchtlinge den Münchner Zugverkehr immer wieder lahm.

Während die Migranten in regelmäßigen Abständen wieder mit Akten der Wohltätigkeit auf sich aufmerksam machen (siehe hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier und hier), kämpfen die Münchner mit altbekannten Problemen, besonders dem Mangel an bezahlbarem Wohnung in der Stadt.

Weil inzwischen nicht mehr alle der etwa 120.000 Münchner Studenten eine Unterkunft finden, hat die Stadt München nun eine Notunterkunft für Studenten errichtet. Ob 98 Millionen Euro für den Bau eines neuen Studentenwohnheims gereicht hätten, ist nicht bekannt.

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Leserpost (11)
Karla Kuhn / 12.11.2017

Von April 2015 bis Ende August 2016 habe ich mir eine neue Wohnung suchen müssen, weil mein Vermieter Eigenbedarf angemeldet hatte, seine Tochter war hoch verschuldet, ihre Eigentumswohnung wurde versteigert.  Von Wohnungsnot habe ich immer wieder gehört und gelesen und nach zwölf Jahren in “meiner” Wohnung konnte ich mir gar nicht vorstellen, daß es so schlimm sein würde.  Die Wohnungssuche war eine einzige Katastrophe. Ich habe gedacht, ich bin im falschen Film. Daß es solche unsäglichen Zustände in Deutschland wieder gibt, hätte ich mir nicht mal in einem Albtraum vorstellen können. In meiner Not habe ich mich Anfang 2016 auch ans Wohnungsamt München gewandt und meine Situation geschildert. Von einem sehr freundlichen Mann wurde ich dann belehrt, daß die Stadt München IN ERSTER LINIE WOHNUNGEN FÜR FLÜCHTLINGE BRAUCHT und ich sollte doch versuchen bei Verwandten oder bei meinem Mann unterzukommen. Wenn ich gar nichts finden würde, könnte ich in einer Pension untergebracht werden. Ich war so sprachlos, was bei mir selten vorkommt, daß ich nicht mal antworten konnte.  Ich hatte dann das große Glück, durch meinen Mann, in dem Haus wo er wohnt, eine Wohnung zu bekommen. Eigentlich wollten wir etwas Abstand haben aber jetzt hat es sich recht gut eingependelt. Bei Wohnungsbesichtigungen haben zum Teil mehrere Hundert Menschen vor den Häusern Schlange gestanden, dabei waren die Wohnungen oft miserabel und trotzdem teuer. Eine Wohnung hatte die Toilette einen Stock tiefer, die man sich auch noch mit drei anderen Parteien teilen mußte. So haben wir nicht mal in der DDR gewohnt. Als ich dann im März 2017 den Innenminister von Bayern, Herrn Herrmann in einem Interview sagen hörte: “Es müssen Wohnungen für Flüchtlinge gebaut werden”, war bei mir das Maß voll.  Ob die AfD besser ist als andere Parteien, weiß ich nicht, das Parteiprogramm liest sich jedenfalls wie eins der CDU vor vor vielen Jahren, als die CDU noch konservativ und für ihre Bürger da war.  ” Ob 98 Millionen Euro für den Bau eines neuen Studentenwohnheims gereicht hätten, ist nicht bekannt.”  Mit diesem Geld könnten alle Studenten untergebracht werden.  Es ist doch irrsinnig, daß Studenten, die später einmal zu den Steuerzahlern gehören keine Wohnungen finden aber bestimmte Flüchtlinge, die wahrscheinlich jahrelang dem Steuerzahler zur Last fallen Wohnungen bekommen, bzw. bekommen sollen.  Das ist nicht mal mehr ein Witz, das ist Irrsinn pur.

K.Pape / 12.11.2017

Ob die betroffenen Studenten selbst solche Verbindungen ziehen, wage ich zu bezweifeln. Die meisten jungen Leute in Deutschland finden die “Wir haben uns Alle ganz doll lieb Politik und brauchen keine Grenzen” doch toll ! Mein Mitleid mit denen hält sich daher in Grenzen. Gut, dass sie mit Studienbeginn auf die Realität treffen! Nach dem dreijährigen Turbostudium begeben sie sich auf die Suche nach einem passenden Masterplatz oder reihen sich direkt ein in die Reihen Derjenigen, die den No Border Spass zu bezahlen haben. Wenn sie Glück haben, bekommen sie Etwas mehr als den Mindestlohn und die mit noch mehr Glück eine Festanstellung statt 2 Jahre lang nur Halbjahresarbeitsverträge. Der Rest arbeitet umsonst als unbezahlter Praktikant mit der Hoffnung vielleicht irgendwann einmal einen Arbeitsvertrag zu erhalten. Für den Lebensunterhalt in dieser Zeit sind die Eltern zuständig.

Ernst-Fr. Siebert / 12.11.2017

War da nicht mal was mit einem rumänischen Häftling, der nicht ausgeliefert werden durfte, weil mit 10 m² dort die Zellen zu klein sind?

Michael Jansen / 12.11.2017

Falsch, ganz falsch!! So etwas darf man doch nicht schreiben, das ist doch Wasser auf die Mühlen der AfD, da könnte die CSU doch glatt ihre Mehrheit in Bayern verlieren. Was brauchen wir denn in Deutschland noch Studenten, schließlich sind doch so viele gut ausgebildete Ärzte, Ingenieure und IT- Spezialisten zu uns gekommen, oder habe ich da was falsch verstanden. Vielleicht war es ja doch nur so, dass eine Kanzlerin bei dem Versuch unschöne Bilder zu vermeiden jeden gesunden Menschenverstand, das Grundgesetz und das geltende EU-Recht außer Acht gelassen hat und ohne die Folgen zu bedenken die Grenzen für hunderttausende muslimische Jungmänner (ein paar Frauen und Kinder für die Kameras waren auch dabei) geöffnet hat. Dass sich die Jungmänner nun in Deutschland entsprechend ihrer Qualifikation nützlich machen freut immerhin noch Frau Göring-Eckardt, da sollten doch solche Lappalien wie verjuxte 98 Millionen und fehlende Studentenwohnheime nicht von Belang sein.

Steffen Kallinowsky / 12.11.2017

Sehr geehrte Frau Kurz, die indirekten Folgen der großzügen Ausgabepolitik (2015 und 2016) spürt man in den geförderten Bauprojekten für soziale Einrichtungen - die nicht Flüchtlingsunterkünfte betreffen - deutlich. Nachdem die öffentliche Hand bundesweit am Vergaberecht vorbei Aufträge vergeben hat, ist im Rahmen der Planwerte ein solches Projekt fast nicht mehr zu realiseren. Der Wettbewerb vor allem für Systembauweisen ist “kaputt”. Es wäre eigentlich Aufgabe der Rechnungshöfe bzw. des “Bund der Steuerzahler"dies mal gründlich zu untersuchen.

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