Ulrich Sahm, Gastautor / 30.05.2015 / 16:29 / 4 / Seite ausdrucken

Mit der GEW den Hass auf Israel lernen

Von Ulrich W. Sahm

Die hessische Abteilung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bietet für ihre Pädagogen eine Studienreise nach „Palästina/Israel“ an. Nach einer Anreise über Kiew stehen auf dem Programm Gespräche und Treffen mit palästinensischen Organisationen wie “Al-Haq”, das Bethlehemer Forschungszentrum Research - Center Arij von Raed E Abed Rabbo und ein Gespräch mit Ali Jiddah vom „Alternativen Informationszentrum“ in Jerusalem. In Nablus sind Gespräche Aktivisten geplant. Der Hydrologe Clemens Messerschmidt wird die Gruppe zu einem „Wassertag“ durch das Jordantal führen. Messerschmidt bezichtigt Israel, den Palästinensern Wasser zu stehlen und behauptete, dass Israel (nicht existierende) Staudämme gebaut habe, um den Gazastreifen zu überschwemmen. Mit Mazin Qumsiyeh der Uni Betlehem wird einer der führenden Aktivisten des „gewaltlosen Widerstands“ in Palästina vorgestellt, dessen Aktionen zu gewalttätigen Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften führen.

Obgleich die Studienreise laut Ankündigung auch nach Israel führt, stehen nur eine Busfahrt durch „die jüdische Siedlung“ Ma’ale Adumim“ und ein Besuch im palästinensisch-israelischen Dorf Neve Shalom / Wahat al-Salam im Programm. Danach geht es zu den Ruinen des „ehemaligen palästinensischen“ Dorfes Sar´a. Das biblische Dorf geriet 1948 zwischen die Fronten. Seine Bewohner flohen nach Kalandia, einem Flüchtlingslager in Jerusalem, aus dem auch der Reiseleiter Fuad Hamdan stammt. Seit 1993 ist er Geschäftsführer des „Eine-Welt-Haus“ in München.

Hamdan vertritt die „Einstaatenlösung“ und die „Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge“. Dieser Revisionismus stößt auf keine Kritik. Vertreter der Sudetendeutschen, Ostpreußen oder Schlesier werden selten von deutschen Gewerkschaften eingeladen. In der Süddeutschen Zeitung schrieb Hamdan, Israel sei „mit Abstand die stärkste und zugleich aggressivste Militärmacht in der Region. Der kleine David hat sich längst zu einem atomaren Monster entwickelt.“ Es fragt sich, was die Gewerkschaft deutscher Erzieher und Lehrer mit dieser Propagandafahrt für seine Mitglieder bezweckt. Kein Wunder, wenn derart indoktrinierte Lehrer daheim dem Hass auf Juden wenig entgegensetzen.

Die GEW schreibt: „Es ist eine besondere Verpflichtung der Pädagogen und Wissenschaftler in Deutschland ein Klima der Toleranz gegenüber Minderheiten zu schaffen. Das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Kulturen zu ermöglichen, ist in unserer Zeit eine Hauptaufgabe aller gesellschaftlichen Einrichtungen und Gruppen.“ Für Juden oder Israelis scheint das bei den hessischen Vertretern der GEW nicht zu gelten.

Links zum Thema:

http://lea-bildung.de/abrufangebote.html
http://lea-bildung.de/seminar/angebot/w8413
http://en.wikipedia.org/wiki/Sar%27a
http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article141096815/Der-geistige-Schwelbrand-beginnt-an-unseren-Schulen.html
http://schlamassel.blogsport.de/2014/07/07/einewelthaus-csu-stellt-antrag-gegen-antisemitismus-2/

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Leserpost (4)
Ludwig Reiners / 31.05.2015

Ich glaube, daß die GEW-Lehrer, die an derartigen Veranstaltungen teilnehmen, schon vorher Israelhasser waren (in guter alter sozialistischer Tradition) und sich nur moralisch aufmunitionieren wollen.

Philipp Tremblau / 31.05.2015

Sehr geehrter Herr Dahm, ich verstehe die Tempora in Ihrer Argumentation nicht: “Der Hydrologe Clemens Messerschmidt wird die Gruppe zu einem „Wassertag“ durch das Jordantal führen. Messerschmidt bezichtigt Israel, den Palästinensern Wasser zu stehlen und behauptete”. Bitte haben Sie kein Scheu, konsequent zu sein oder unterlassen Sie Äußerungen dieser Art. Mit freundlichen Grüßen, Philipp Tremblau

Thomas Schlosser / 30.05.2015

Die Funktionäre (und wohl auch ein nicht unbeträchtlicher Teil der Mitglieder) der GEW spotten wirklich jeder Beschreibung. Ich erinnere mich, dass in unserer Schulklasse, das war übrigens Ende der 70er Jahre in Hessen(!), eine GEW-Lehrerin Unterschriften sammelte, um streikenden Stahlarbeitern im Ruhrgebiet unsere ‘uneingeschränkte Solidarität’ mitzuteilen. Meine Mitschüler und ich waren damals 13 Jahre alt, und zu Beginn der Pubertät ist man an dem Verlauf von Arbeitskämpfen bekanntlich nur mäßig interessiert. Trotzdem leisteten wir diese Unterschrift, schließlich wollte ja keiner von uns das Risiko eingehen, bei dieser Lehrerin in Ungnade zu fallen. Meine letzte Erinnerung an dieser Episode aus meiner Schulzeit ist das strahlende Gesicht dieser Volkspädagogin, die, als sie ihr klassenkämpferisches Pamphlet mit unseren kindlich-jugendlichen Autogrammen verziert sah, ein tränenersticktes “Ich bin ja so stolz auf Euch” hauchte…. P.S. Auf das abschließende Singen der ‘Internationale’ hat sie dann aber doch verzichtet, was ich heute, mit dem Abstand von über 30 Jahren, reichlich inkonsequent finde….

Günter K. Schlamp / 30.05.2015

Ich bin Anfang der 90er Jahre aus der hessischen GEW augetreten, nach vielen Jahren aktiver Muitgliedschaft. Der Grund war, dass meine Gewerkschaft mit den alten Kadern der SED-Gewerkschaften in der DDR kooperierte und nicht mit der neuen Lehrergewerkschaft. Daher kann ich jetzt nicht noch eimal austreten, wenn die hessische GEW sich der antiisraelischen Gesinnung linker und rechter Faschisten annähert.

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