Peter Grimm / 28.11.2017 / 12:07 / 16 / Seite ausdrucken

Messerstecher gibt es nicht nur in Altena

Der Bürgermeister von Altena ist von einem Messerstecher angegriffen geworden. Der Christdemokrat erlangte zu Zeiten der „Willkommenskultur“  bundesweite Bekanntheit. Während sich andere Bürgermeister und Landräte beschwerten, dass sie die ihnen zugewiesenen Asylbewerber nicht mehr unterbringen könnten, bot Altenas Stadtoberhaupt an, mehr Zuwanderer aufzunehmen, als er musste.

Nun wurde er niedergestochen. Die Medien berichteten schnell, dass der Täter ein Deutscher war, der bei der Tat mit Äußerungen gegen die Zuwanderungspolitik aufgefallen sein soll. Diese Messerattacke ist eine verachtenswerte Tat, die all die Verurteilungen von Regierungsmitgliedern verschiedener Couleur aus Bund und Land selbstverständlich verdient.

Noch glaubwürdiger wären diese Verurteilungen, wenn es die gleiche Empathie auch für all die Opfer von Messerattacken gäbe, deren Zahl in den letzten Jahren so enorm zugenommen hat. Mindestens ein Toter und vier Schwerverletzte durch Messerangriffe waren zeitgleich mit dem Bürgermeister zu betrauern. Doch ihrer nimmt sich kein Minister an. Warum gibt es diese selektive Wahrnehmung? Weil nur die Opfer der „richtigen“ Täter hinreichend Würdigung erfahren dürfen? Solche Taten sollten jedoch Anlass sein, die Opfer von Messerstechereien grundsätzlich angemessen wahrzunehmen. Deshalb hier nur ein kurzer Blick auf ein paar zufällig entdeckte Fälle, bei denen quasi zeitgleich zum Messerangriff auf den Altenaer Bürgermeister in Deutschland auf Menschen eingestochen wurde:

Oberhausen

Kurz vor zwei Uhr nachts geht der Notruf vom Busbahnhof Lipperfeld bei der Leitstelle ein. Die Rettungskräfte finden zwei schwer verletzte Männer auf der Fahrspur, sie bluten aus tiefen Wunden.

Noch in der Nacht verlieren Ärzte im Krankenhaus den den Kampf um das Leben des einen Patienten (28).

Die beiden Verletzten bluteten aus tiefen Wunden sie sollen mit Messern angegriffen worden sein, als sie auf dem Boden lagen

Polizei-Pressesprecher Ulrich Faßbender: „Das Opfer ist etwa drei Stunden nach der Tat verstorben. Wir haben eine Mordkommission eingesetzt.“

Die tödliche Auseinandersetzung begann mit Streit im Linienbus. Offenbar will sich eine Clique nach einer Party in der Turbinenhalle auf den Heimweg machen. Aber schon kurz nach dem Einsteigen gibt es Stress.

Faßbender: „Nach Besteigen des Busses durch diese Gruppe kam es im Bus zu Streitereien mit drei südländisch aussehenden männlichen Personen, die bereits im Bus saßen. Es kam zu körperlichen Auseinandersetzungen.“

Die drei Verdächtigen sind inzwischen gefasst. In den Pressemeldungen ist nur noch von „Bottropern“ die Rede. In einer Meldung heißt es dazu:

Inzwischen hat die Polizei Essen drei Tatverdächtige festgenommen. […] Deshalb haben wir die Täterbeschreibung aus diesem Text entfernt.

Meiningen

Ein schwerwiegender Vorfall ereignete sich am Wochenende in einer Asylunterkunft in Südthüringen.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, ereignete sich der Vorfall bereits am Samstagabend. Nach einem Streit begab sich einer 18-jähriger Afghane zum Büro des Sicherheitsdienstes. Erneut fing der junge Mann einen Streit mit einem der Mitarbeiter an. Plötzlich zog er ein Messer und stach mehrmals auf den 36-Jährigen ein.

Der Schwerverletzte konnte sich im letzten Moment in einem Raum in Sicherheit bringen. Als der junge Afghane versuchte die Tür aufzubrechen, wurde er von mehreren Heimbewohnern zurückgehalten. Er flüchtete aus Unterkunft.

Einige Stunden später stellte er sich der Polizei selber. Nun wird gegen den Mann wegen versuchten Totschlags ermittelt. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl.

Auch in Rudolstadt (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) kam es zu einem Vorfall. Nachdem Beamte einen 15-jährigen nach einem Streit festnahmen, stürmte plötzlich ein Landsmann auf ihn zu und attackierte ihn mit einem Messer.

Der Angreifer sitzt wegen versuchtem Mord derzeit in Untersuchungshaft.

Hannover

Nach der Messerattacke in der Diskothek Ludwig konnte ein Opfer (43) die Klinik wieder verlassen. Sein Bruder (40), der ebenfalls verletzt wurde, muss noch weiter stationär behandelt werden.

Bei der „Greek Night“ am Sonntagmorgen in der Rundestraße bekamen die Brüder Streit mit zwei Südländern (ca. 30) die zogen Messer, stachen auf beide ein. Danach flüchteten sie in einem BMW.

Marburg:

Ein Jugendlicher ist in der Marburger Innenstadt niedergestochen worden.

Der 16-Jährige wurde nach Angaben der Polizei vom Montag mit einer tiefen Wunde am Bein in ein Krankenhaus gebracht.

Nach ersten Ermittlungen der Polizei war er an einer Massenschlägerei beteiligt. "Wir gehen davon aus, dass es zuvor ein Handgemenge gegeben hat", sagte ein Sprecher der Behörde.

Zeugen hatten in der Nacht zum Samstag eine Schlägerei mit 20 bis 30 Menschen gemeldet. Als eine Streife eintraf, sah sie nur noch, wie mehrere Menschen wegliefen.

Ein 15-Jähriger aus der Gruppe wurde gefasst und festgenommen. Die Hintergründe der Auseinandersetzung und die Anzahl der Beteiligten waren zunächst völlig unklar.

Schwerin:

Ein junger Mann in Schwerin wurde in eine Wohnung gelockt, dort mit einem Messer bedroht und ausgeraubt. Die Polizei nahm anschließend zwei 18-jährige syrische Tatverdächtige in der Wohnung fest.

Halle (Saale):

Ein unbekannter Täter hat am Montag gegen 13 Uhr einen 11-Jährigen in der Bugenhagen-Straße in Halle beraubt.

Der Junge war laut Polizeiangaben auf dem Heimweg von der Schule, als ein Radfahrer auf ihn zufuhr,  ihn mit den Messer bedrohte und sein Handy forderte.

Nachdem der Junge das Handy übergeben hatte, suchte er sich Hilfe bei einer Frau, die die Polizei verständigte. Der Täter flüchtete, eine Suche blieb erfolglos.

Münster:

Ein randalierender Fahrgast hat am frühen Freitagabend Bahnreisende mit dem Messer bedroht. Die Zugbegleiterin in der Regionalbahn 50 zwischen Dortmund und Münster hatte gegen 18.30 Uhr die Bahnpolizei in Münster informiert, dass sich ein randalierender Reisender im Zug befindet. Laut Zeugenaussagen soll der Mann Reisende im Zug mit einem Messer bedroht haben.

Zudem habe er im Zug eine Frau geschlagen, schreibt die Bundespolizei in einer Mitteilung.

Bei Eintreffen des Zuges im Hauptbahnhof Münster konnte der 38-jährige Deutsche durch Einsatzkräfte der Bundespolizei am Bahnsteig gestellt werden. Bei der sofortigen Durchsuchung wurden drei Messer griffbereit aufgefunden und sichergestellt. Anschließend stellte sich heraus, dass der Tatverdächtige zuvor eine verbale Auseinandersetzung mit seiner Lebensgefährtin hatte, die dann eskalierte. Bei der Befragung auf dem Bahnsteig verhielt er sich weiterhin äußerst aggressiv.

Auf dem Weg zur Dienststelle leistete der Mann körperlichen Widerstand. Außerdem versuchte er im Haupttunnel, Reisende anzugreifen.

Wittenberge:

Mit einem Messer bedrohte ein bislang Unbekannter am Sonntag einen 15-Jährigen. Der Mann näherte sich dem Jugendlichen gegen 18.30 Uhr in der Lenzener Straße in Wittenberge in Höhe des Busbahnhofs und forderte die Herausgabe einer Musicbox, die der Junge bei sich trug. Als der Dieb die Box hatte, flüchtete er.

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

Leserpost (16)
Rüdiger Kuth / 28.11.2017

Ja, es ist schon sehr auffällig: Bei WDR 2 wird heute wirklich den GANZEN Tag über den Vorfall aus Altena berichtet. Man kann da wirklich den Eindruck bekommen, dass die Staatsmedien froh sind endlich mal wieder über einen “politisch motivierten” (rechten?) Gewaltausbruch berichten zu können…

Andreas Schneider / 28.11.2017

Wegen der von der Regierung induzierten verschlechterten Sicherheitslage und ihren Opfern muss ich an einen Ausspruch von Jean Paul denken: “Fürsten sollen sich nicht bloß mit dem Hirsch, sondern auch mit den Untertanen, die sie töten, malen lassen.” (Jean Paul, Ideen-Gewimmel, Texte & Aufzeichnungen aus dem unveröffentlichten Nachlass, Seite 866, Frankfurt am Main 1996)

tom suthamma / 28.11.2017

In den von ihnen beschriebenen Fällen traf es lediglich Menschen die schon länger hier leben und der Messermann oder Frau oder ES war einer eine eines der die das zugezogen ist - da darf man ja nichts sagen. So könnte sich die Bundeskanzlerinnendarstellerin ja schlecht hinstellen und sagen - tut mir leid ich bin schuld an dem ganzen Schlamassel…. das würde ja den Rechten der Rechten das Rechten (Entschuldigung für die schwere Lesbarkeit- ich versuche Genderwahnsinns-gerecht zu schreiben) in die Hände spielen und die Menschen würden vlt. merken das das was da an Gesetzesbrüchen begangen wurde von der Merkelinnen CDU und der Hampelmann Schulz SPD zu verantworten ist…. Das darf und wird nie passieren… Ergo stellt man sich hin und heuchelt mal wieder wie schlimm die Rechten und alle die hier schon länger leben sind und wie brutal sie gegen andere vorgehen…. passt doch total ins Bild seit 2015

Wolfgang Richter / 28.11.2017

Der alkoholisierte Täter von Altena ist genauso rechtsextremistisch wie der gleichfalls trunkene Gruppenangreifer mittels Fahrzeug von Cuxhaven islamistisch war. Beide Sachverhalte sollten mit gleichem juristischem Augenmaß bewertet und sodann beurteilt werden.

Nico Schmidt / 28.11.2017

Sehr geehrter Herr Grimm, ich hoffe, dass mit den Messern fällt nicht nur uns Beiden auf. In ganz Deutschland werden inzwischen Menschen jeden Tag niedergestochen und es interssiert keinen Menschen. Mir tut der arme Bürgermeister sehr Leid, genauso wie die anderen Toten und Verletzten jeden Tag, wenn das Zusammenleben neu ausgehandelt wird. MfG Nico Schmidt

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können wir meist nur während der ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung eines Artikels annehmen.

Verwandte Themen

Es wurden keine verwandten Themen gefunden.

Meine Favoriten.

Wenn Ihnen ein Artikel gefällt, können Sie ihn als Favoriten speichern.
Ihre persönliche Auswahl finden Sie Hier
Favoriten

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com