Vera Lengsfeld / 25.01.2016 / 11:22 / 12 / Seite ausdrucken

Merkel schafft es nicht

Wer sich gefragt hat, was unsere Kanzlerin angetrieben hat, Anfang September die Grenzen zu öffnen und trotzig dabei zu bleiben, obwohl längst klar ist, dass es eine Entscheidung war, die auf die Destabilisierung des Landes und die Spaltung Europas hinausläuft, dem hat Armin Laschet gestern Abend bei Anne Will den Grund für Merkels irrationales Handeln genannt. In manchen Zeitungen war immer mal wieder spekuliert worden, ob die Geschichte mit dem Flüchtlingsmädchen schuld sei, dem Merkel gesagt hatte, dass nicht alle bleiben können, die zu uns kamen, wofür sie von den Medien als kaltherzig gescholten wurde, der Auslöser war. Richtig vorstellen konnte man sich nicht, dass die „mächtigste Frau der Welt“ sich davon irritieren, geschweige denn beeinflussen ließe. So eine dämliche Medienschelte nimmt man doch nicht ernst, sondern lässt sie an sich abtropfen. Aber Laschet, einer der letzten Vertrauten Merkels, hat gestern Abend bei Anne Will diese Vermutung bestätigt.

Er hat sie zugleich mit einer Behauptung verknüpft, die klar erkennen ließ, wie verzweifelt der Abwehrkampf des Merkellagers bereits ist. Das ganze Volk hätte die Kanzlerin für ihre Worte gegeißelt. Damit sollen wir alle in Haftung genommen werden für die unverantwortlichen Absonderungen der Medien und die Fehlentscheidungen der Kanzlerin. Deshalb in aller Deutlichkeit: Das Volk hat mit dem Politik- und Medienkartell nur insofern etwas zu tun, als es gezwungen ist, dessen Verlautbarungen über sich ergehen zu lassen, teilweise sogar zu finanzieren. Ebensowenig war, das sei an dieser Stelle eingeschoben, das ganze Volk im September „wie im Rausch“ vor Glück über die unkontrollierte Einwanderung, wie Herr Laschet auch schon behauptete. Nicht das Volk stand winkend und Teddybären werfend am Bahnsteig, sondern eine kleine Minderheit der Refugee Welcome-Fraktion.

Die veröffentlichte Meinung hat sich schon lange vor dem September 2015 weit von der öffentlichen Meinung wegbewegt. Vox populi drückt sich in den sozialen Medien aus, in Massenpetionen und Unterschriftensammlungen, die einfach ignoriert, in Kommentarspalten, die immer häufiger wegen zu weit abweichender Meinungen geschlossen werden.

Laschets Enthüllung über die Schlüsselrolle der Szene mit dem Palästinensermädchen ist aber aus einem anderen Grund ungeheuerlich: Was soll man von der psychischen Stabilität einer Frau halten, die auf bösartiges, aber harmloses Pressegeschwätz panikartig reagiert und dabei ihr Land an den Rand des Chaos stürzt? Was passiert, wenn sie mal in wirklich gefährlichen Situationen entscheiden muss?

Bisher ist Merkels Kanzlerschaft nie wirklich auf die Probe gestellt worden. Sie hat von ihren Vorgängern ein funktionierendes, wirtschaftlich sehr starkes Land übernommen, so stark, dass es die irrationale Eurorettungspolitik und die so genante Energiewende bislang meistern konnte. Merkel hat sich bis jetzt in der Geldverteilerin gefallen können. Alle ihre „Erfolge“ sind mit Geld erkauft. Der letzte Bündnispartner, den sie noch hat, die Türkei, wird ihr Geld nehmen und anschließend demonstrieren, dass er sich nicht kaufen lässt, weil es in der großen Politik noch andere Interessen gibt, von denen Merkel nichts zu wissen scheint.

Zurück zu Laschet: In der Sendung verstieg er sich zu der Behauptung, die Kanzlerin hätte nie jemanden eingeladen. Tatsächlich? Dann muss sie nicht Herrin ihrer Worte sein, die genau so verstanden wurden. Nicht nur von den Einreisewilligen, die mit Merkelbildern ihren Wunsch, nach Deutschland zu kommen, unterstrichen, auch die Polizei in Schleswig- Holstein hat sich in einer internen Anweisung auf die Einladung der Kanzlerin bezogen, um zu begründen, dass sie selbst Schleuser nicht mehr verfolgen will. Und natürlich wirkt die ständige Wiederholung, es gäbe keine Obergrenze bei der Aufnahme von Asylsuchenden wie die Bekräftigung jener Einladung.

An der Obergrenzenfrage wird das schändliche Spiel, das die Politik immer noch treibt, deutlich. Die Frage , ob es eine Obergrenze für Schutzsuchende geben kann, ist eine Ablenkung, wie der Begriff Flüchtling. Es sind zu einem hohen Prozentsatz, der sich vermutlich um die 80- bis 90 Prozent bewegt, gar keine Flüchtlinge, die zu uns kommen, sondern Wirtschaftsimmigranten. Der eigentliche Skandal, der aber in der gestrigen Sendung nicht zur Sprache kam ist, dass es immer noch kein Einwanderungsgesetz gibt und alle Wirtschaftsimmigranten gezwungen sind, sich als Asylsuchende auszugeben.

Selbstverständlich gibt es Obergrenzen für Wirtschaftsimmigranten und es müsste auch Anforderungen an sie geben, die aber nicht existieren. Weil die Politik zu feige ist, das anzuerkennen, treibt sie den gegenwärtigen Wahnsinn einfach weiter. Statt einfach klare Regeln zu setzen, wer kommen darf und unter welchen Bedingungen, werden sogenannte „Aufnahmezentren“ errichtet, wo die Ankömmlinge registriert und sortiert werden sollen. Alle, die nicht unter das Asylbewerbergesetz fallen, sollen zurückgeschickt werden. An dieser Stelle zeigt sich, wie menschenverachtend dieses Verfahren und das Denken dahinter ist. Denn erst werden alle ins Land gelassen, dann wird selektiert. Was ist daran human?

Herr Laschet hat beteuert, die Kanzlerin arbeite Tag und Nacht an der Reduzierung der Einwanderungszahlen. Dabei pfeifen es die Spatzen von den Dächern, dass es keine europäische Lösung geben wird, denn kein Land Europas ist bereit, Merkels irrationale Entscheidungen zu akzeptieren und die Suppe auszulöffeln, die sich die Kanzlerin eingebrockt hat. Inzwischen steht ihr das Wasser bis zum Hals, so dass der ehemalige Bundesminister Friedrich auf Wills drängende Nachfrage, ob Merkel bleiben könne, nicht mehr bereit war, den Treueschwur abzulegen, sondern konterte, es ginge um das Schicksal unseres Landes, nicht um Personen. Da können auch die Claqueure nicht mehr helfen, die Laschet so zahlreich mit in die Sendung bringen durfte.

 

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Wolfgang Richter / 26.01.2016

Politik mit Herz, aber ohne jegliche Beteiligung des Verstandes wird den ehemals in Deutschland vorhandenen Wohlstand abgrundtief ruinieren, denn der vielfach von diversen u.a . Sozialromantikern als “mehr soziale Gerechtigkeit”  weltweit geforderte Verteilungsmechanismus wird bestenfalls zu Armut für alle führen, denn a) Geldtransfers in die betroffenen Länder ohne Projektbindung u. Kontrolle wie bisher z. B. die dt. Entwicklungshilfe führt dank nicht angespro-chener Korruptionsstrukturen dort zur zum Auffüllen von Regentenkonten, b) die Zuwanderung ins “gelobte” Land ohne Bildung u. somit Null Chance auf einen Job dort führt bestenfalls zu dauerhafter Alimentierung aus den sodann sicher kollabierenden Sozialhilfenetzen, schlechtestensfalls zum Abgleiten in die Kriminalität. Das Ende der anstehenden Entwicklung ohne Wiederherstellung einer staatlichen Ordnung kann sich jeder ausmalen. Im übrigen wird von unseren politischen Rechenkünstlern die Zuwanderung für 2015 von 1,1 Millionen ins Verhältnis gesetzt zu 80Millionen Bestandsbürgern u. von der Kanzlerin erklärt, daß die Integration bei diesem Verhältnis “zu schaffen sei.” Wenn man jedoch die ca. 800 000 zugewanderten alleinstehenden Männer aus der Gruppe ins Verhältnis setzt zu den ca. 5 Millionen der 18-30jährigen Vergleichsgruppe der Standortbewohnenden, müßte jedem klar werden, daß deren Integration u. Eingliederung in die Gesellschaft mindestens schwierig werden dürfte, bei “Herzpolitik” der weiterhin offenen Grenzen ins Chaos führen muß.

Patrizia Müller / 26.01.2016

Frau Lengsfeld, danke! Jedoch werfe ich eine völlig verrückte Idee in den Raum, weshalb Frau Merkel so reagiert, wie sie reagiert: Ganz einfach - ihr fehlt der Eintrag ins Geschichtsbuch. Sie will auf Biegen und Brechen ihren Friedensnobelpreis haben! Anders kann ich mir ihren Aktionismus nicht erklären. Sie will glänzen, die Kanzlerin der Herzen und die mächtigste Frau mit Nobelpreis sein.

Andreas Hanfeld / 26.01.2016

Sehr geehrte Frau Lengsfeld! Das ist ja unfassbar, was Laschet da rausgelassen hat! Leider habe ich in die Sendung nur mal kurz reingeschaut und dann leicht angewidert wieder weggeschaltet, habe diese Äusserung also nicht mitbekommen. Das ist ja nicht zu glauben! Zu Ihrer Besorgnis über die psychische Verfassung von Deutschlands Kanzlerin kann ich nur sagen, daß ich das erste mal fassungslos war, als sie von heute auf morgen Deutschlands AKW’s abschaltete. Und das offensichtlich, weil die Dame den nächsten Tsunami sich in der Ostsee auftürmen sah, der dann die Radioaktivität des Greifswalder AKW’s über Deutschland verteilen würde. Weil ja Deutschlands Ostseeküste eben laufend von Tsunamis heimgesucht wurde. Hat aber halt nur die Kanzlerin erkannt, wir waren wohl zu doof dazu. Aber 1 000 000 Fremde unkontrolliert durch ungeschützte Grenzen innerhalb einiger Monate in’s Land zu lassen ohne Rücksicht auf die sozialen und wirtschaftlichen Folgen und ohne auch nur den simpelsten Plan, wie die Folgen irgendwie bewältigt werden können, das weckt selbst im bravsten Bürger beträchtliche Zweifel. Und die seit Oktober 2015 mantraartig wiederholten Äusserungen unserer Regierenden, die immer wieder mit “wir müssen jetzt ...” beginnen, auf die aber nie auch nur der Hauch einer Tat folgt,  verbreiten da auch kein Vertrauen in der Bevölkerung. Irgendetwas ist mit der Demokratie in Deutschland nicht mehr in Ordnung, wenn eine Regierung locker und leicht gegen mindestens die Hälfte der Bevölkerung eine Politik durchsetzen kann, die diese Bevölkerung nicht will. Und der Clou: Auslöser dieses Irrsinns ist das Erlebnis einer Regierungschefin mit einem pubertierenden Mädchen! Und ich Idiot habe tatsächlich geglaubt, dass Regierungspolitik zumindest teilweise durch rationales Handeln bestimmt wurde! Mann, war ich doof! Symptomatisch ist auch, dass sich die öffentlich rechtlichen Medien dazu nicht äussern. Klar, Lügenpresse ist da die falsche Bezeichnung, aber eine üble Seh- und Hörbehinderung muss man dieser Presse sowie ÖR Fernsehen und Rundfunk schon bescheinigen!

Frank Hirseler / 26.01.2016

Ich kann nur staunend zustimmen. Sehr schön geschrieben. Ich kann leider zu diesem Thema noch nicht mal was denken ohne ein Vermögen in meine imaginäre Schimpfwortbüchse stecken zu müssen.

Franck Royale / 25.01.2016

Dumm nur, dass das “Palästinensermädchen” aus dem Libanon kommt, und im Libanon bekanntlich kein Krieg herrscht. Ergo sie kein “Flüchtling” ist, und man traut es sich kaum zu sagen: die Familie kein Recht auf Asyl hat. Ganz zu schweigen davon, dass ein Reporter in der elterlichen Wohnung wohl auch eine Landkarte ohne Israel an der Wand entdeckte. Das freut natürlich das linke Publikum, für solch revisionistisches Gehabe werden hierzulande nur Sudentendeutsche gelyncht. Zur Belohnung gab es entsprechend bald von Mutter Staat eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Aber hey, alles nicht so schlimm - wir heißen jeden willkommen.

Markus Zehme / 25.01.2016

Eine sehr guter Beitrag von Vera Lengsfeld. Ich glaube gerne, dass Armin Laschet die Geschichte mit dem palästinensischen Mädchen als Motiv für Merkels Flüchtlingslawine zum besten gab. Ich denke Herr Laschet wird davon selbst überzeugt sein, denn Merkel scheint sie wohl ihrem engeren Umfeld als Erklärung zu liefern. Allein diese Erklärung Merkels dürfte ebenso verlogen sein, wie die weiteren Umstände der Umsetzung dieser Überflutung: das verschweigen und vertuschen von für Merkels Kurs unangenehmenan Fakten allen Fronten: bei der Polizei, den Behörden, den Staatsmedien. Das spricht, wie Vera Lengsfeld schon richtig anfänglich vermutete, nicht für eine sentimentale Entscheidung Frau Merkels aus einem schwachen Moment heraus. Das ganze Konspirative drum herum, Merkels einsame Abstimmung mit Faymann in der Nacht der Grenzöffnung, die vorher schon betriebenen Anwerbemassnahmen auch in den Flüchtlingslagern, das Vertuschen und Beschweigen mit wem wir’s eigentlich zu tun haben bei der Masseneinwanderung, spricht für etwas ganz anderes was selbst ein Armin Laschet in seiner Einfältigkeit wohl nicht begriffen hat: von einem Komplott Frau Merkels und ihres aller intimsten politischen Umfeldes zum Schaden Deutschlands und der Deutschen. Dafür spricht, das Merkel sogar bereit ist ihre Machtbasis, die Unionsparteien in Trümmern zu legen, ganz zu schweigen von Deutschland und Europa, obwohl seit Köln der allerletzte Hinterwaeldler begriffen hat wozu ihre Politik der offenen unkontrollierten Grenzen führt und Merkel trotz allem nicht bereit ist, nicht ein Jota an ihrem desaströsen Kurs zu ändern.

Günter Fuchs / 25.01.2016

Zitat: “Was soll man von der psychischen Stabilität einer Frau halten, die auf bösartiges, aber harmloses Pressegeschwätz panikartig reagiert und dabei ihr Land an den Rand des Chaos stürzt? Was passiert, wenn sie mal in wirklich gefährlichen Situationen entscheiden muss?” Das hätte man beim G 20-Gipfel im November 2011 in Cannes erleben können, einem weiteren Höhepunkt der Eurokrise. Da betätigte sich Merkel als Heulsuse als Sie von Obama und Sarkozy in die Enge getrieben wurde. Es ging darum dass Deutschland seine Sonderziehungsrechte (SDR) zur Stabilisierung der Finanzsituation einbringen sollte (Vorschlag von Obama). Das hätte Merkel allerdings in einen Konflikt mit der Bundesbank gebracht. „Das ist nicht fair. Ich kann nicht gegen die Bundesbank entscheiden. Das kann ich nicht machen.“ sollen Ihre Worte gewesen sein verbunden mit einem Tränenausbruch. Die Tränen müssen Eindruck gemacht haben denn am Folgetag der Krisensitzung war das SDR-Thema vom Tisch.

Karl Harz / 25.01.2016

Frau Merkel hat bereits in ihrem Interview mit Frau Will indirekt bestätigt, dass ihr Verhalten von dem Gespräch mit dem Flüchtlingsmädchen beeinflusst wurde. Ich paraphrasiere mal: „Als ich so kaltherzig zu dem Flüchtlingsmädchen war, haben mich alle gescholten und nun, wo ich die Grenzen geöffnet habe ist es auch nicht recht.“

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