Mal eben kurz die Sonne ausknipsen

Trotz des Lieblingswortes unserer großen Vorsitzenden: alternativlos ist gar nichts, es gibt immer mehrere Wege, um ein Problem anzugehen. Um beispielsweise die angeblich menschengemachte Klimaerwärmung zu bremsen, kann man a) lustige Emissionsziele beschließen und Strom in Atomkraftwerken statt in Kohlekraftwerken produzieren, b) den Autoverkehr stillegen oder c) die Menschheit auslöschen (wobei man dann auch endlich feststellen würde, ob der Klimawandel wirklich menschengemacht war).

Man kann auch d) der Sonne verbieten zu scheinen oder e) die Sonnenstrahlen mit Hilfe von Wasserdampf und Schwefelsäure von der Erde weghalten. Letzteres ist eine Methode, im Vergleich mit der die Dekarbonisierung der deutschen Wirtschaft als ein Klacks erscheint. Aber angesichts der Dezerebralisierung der deutschen Politik haben irre Wissenschaftler, die so etwas empfehlen, gute Chancen auf Gehör und Förderung.

Denn allen ist ständig zu heiß. Die Atmosphäre hat sich trotz des Energiewendebefehls unserer großen Vorsitzenden nicht wesentlich abgekühlt, sodaß die publizistische Panikmaschine weiterhin unter Volldampf läuft. Und in Berlin kommen so manche Apparatschiks wegen des möglicherweise bevorstehenden Machtwechsels ins Schwitzen, weil ihre Karrieren zu knicken drohen. Damit sie nicht jahrelang umsonst Speichel geleckt und Kröten geschluckt haben, hoffen sie auf die sogenannte „Abendsonne“: unter diesem Begriff versteht man Last-Minute-Beförderungen von Ministerialbeamten, die der abtretenden Regierung besonders lieb und teuer waren.

Wir schaffen den Ausstieg aus allem, was funktioniert!

Aber nun will Kanzleramtsminister Altmaier diese Abendsonne am Scheinen hindern. Nicht mit Wasserdampf und Schwefelsäure, aber in gewissem Sinne doch, denn eigentlich besteht Politik aus nichts anderem als Wasserdampf und Schwefelsäure. Damit kann man in großen Höhen schon etwas bewirken, jedenfalls wenn man irre Mengen von Chemikalien versprüht: Mengen, die von der Wirkung her mit den Aschewolken der größten Vulkanausbrüche vergleichbar wären.

Nun hatten solche Vulkaneruptionen allerdings ausnahmslos Tiefpunkte der Menschheitsgeschichte zur Folge. Die Abkühlung der Atmosphäre durch den Ascheschirm löste Mißernten, Hungersnöte, Völkerwanderungen, Kriege und sogar die Französische Revolution aus. So etwas kann freilich weder Altmaier noch die große Vorsitzende schrecken. Sie tanzen weiter auf dem Vulkan der Dekarbonisierung, Demonetisierung und Deautochthonisierung Deutschlands.

Wir schaffen den Ausstieg aus allem, was funktioniert! Verboten werden Sonne, Mond und Sterne, dafür sind die Straßen voller selbstfahrender Elektroautos, die mit Windrädern betrieben werden, und ein kleiner Ruck noch, eine Sekunde nur des Innehaltens der Rotation, und die Erde dreht sich endlich andersherum. Schauen Sie doch mal aus dem Fenster! Ist die Sonne heute nicht im Westen aufgegangen?

Foto: Agence Rol Vergue via Wikimedia
Leserpost (1)
Dietmar Schmidt / 19.10.2017

Lieber Herr Burkhard Müller-Ullrich, mit viel total nettem und kreativem Humor die finsteren Unwahrheiten der eben so finsteren Protagonisten des Klimas offengelegt. Besser geht es nicht. Gruß Dietmar Schmidt

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