Dirk Maxeiner / 28.06.2016 / 14:33 / 3 / Seite ausdrucken

Linksradikale Schlägertrupps verwüsten Berliner Viertel wegen Flüchtlingsheim

Wenn irgendwo im tiefen Osten ein paar durchgeknallte Neonazis zum Zündholz greifen, um ein Flüchtlingsheim zu verhindern, ist das vollkommen zu Recht ein großes Thema und ein Grund diese Taten zu verabscheuen. Wenn nun linke Nazis das gleiche tun, dann kriegt man selbst als informierter Bürger kaum etwas davon mit. Nun wird der Leser einwenden: "Aber Linke tun sowas doch nicht". Weit gefehlt, es wächst nämlich zusammen, was zusammen gehört. Die Krawalle von letzter Woche, in deren Verlauf in Kreuzberg und Friedrichshain ganze Straßenzüge brandgeschatzt und verwüstet wurden, dienten dazu - man fasst es kaum - ein Flüchtlingsheim zu verhindern.

Henryk M. Broder hat ja auf der Achse kurz zuvor bereits den überaus aufschlussreichen Briefwechsel eines Berliner Bürgers mit einem Vertreter des Bürgermeisters veröffentlicht: Es ist nicht möglich, jedes Fahrzeug durch einen Polizisten überwachen zu lassen. Deshalb hier zur Ergänzung der Hintergrund der Randale vom vergangenen Mittwoch/Donnerstag, auf den uns ebenfalls ein Achse-Leser aufmerksam machte: Eine Werkstatt und eine Kneipe der linksextremen Szene in der Rigaer Straße waren am Mittwoch im Auftrag der Hausverwaltung geräumt worden. 300 Polizisten schützten rund um das von Autonomen bewohnte Haus Nummer 94 laufende Bauarbeiten. Die Eigentümer wollen in dem Gebäude eine Unterkunft für Flüchtlinge schaffen.

Eine „Pressemitteilung“, die am Mittwochnachmittag vom Autor „Rigaer 94“ auf der linksautonomen Plattform „indymedia“ veröffentlicht wurde, kündigte die Krawalle am Abend und in der Nacht bereits an. Dort heißt es: „Wir sind scheiße wütend, lasst es richtig knallen, schafft viele Gefahrengebiete, stürzt Berlin ins Chaos!“. Und warum waren sie scheisse wütend? Weil der Hauseigentümer von Rigaerstraße 94 mit Polizeiunterstützung sein von der linken Szene belegtes Haus räumen ließ, um dort Flüchtlinge unterzubringen. „Es war richtig, den Hauseigentümer in der Rigaer Straße dabei zu unterstützen, Flüchtlingsunterkünfte einzurichten, die  Chaoten verhindern wollen. Für die Gewalteskalation im Nachgang gibt es keine Entschuldigung“, sagte zumindest CDU-Innenpolitiker Peter Trapp. Aber wo bleibt der von Heiko Maas angeführte Aufstand der Anständigen? Schweigen im Walde, auch im Blätterwalde. In diesem Beitrag der BZ waren verdienstvollerweise die Umstände zumindest für den aufmerksamen Leser zu erkennen.

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Leserpost (3)
Jakob Schulze / 29.06.2016

Das sich die Lage immer weiter zuspitzt und ein Klima der (nicht rechtsexklusiven) Gewalt entsteht (oder schon entstanden ist), ist ein Umstand, auf den hingewiesen werden sollte. Danke Dirk Maxeiner! Aber dass das Ganze mit Flüchtlingsheimen zu tun hat, ist eine infame Lüge. Die die Autoren und Leser dieser Webseite des Restverstands eigentlich durchschauen sollten. Geht es hier um Polemik gegen Linksradikale, die in Zeiten der Zündel-Nazis zu wenig Fett wegkriegen? Sollte die Wohnungsgenossenschaft in der Rigarer das weltkleinste Flüchlingsheim entstehenlassen, mit nur Erdgeschoss und Dachgeschoss? Oder hat sich eine Gruppe schwarzer (bzw. syrischer) behinderter Lesben gefunden, die nach einem unverhofften Lottogewinn Eigentum in “Berlins Szeneviertel” erwerben wollen? Es ist offensichtlich nur eine Ausrede, um diese offensichtlich sehr unagenehmen Menschen aus dem besetzten Haus zu treiben. Nachvollziehbar oder nicht: Leute die einem so offensichtlich ins Gesicht lügen dürfen hier kein Gehör finden! Viele Grüße aus dem Neuland Schulze

Jürgen K. Hultenreich / 29.06.2016

Lieber Herr Maxeiner. Ich lese Ihre Beiträge sehr gerne. Diesmal habe ich einen Einwand.  Sie schreiben, dass diese Chaoten “brandgeschatzt”  hätten. Brandschatzen hat aber mit Brandlegung nichts zu tun sondern bedeutet, dass jemand mit der Androhung eines Brandes Geld fordert, damit der Brand unterbleibt. Mit besten Grüßen: Jürgen K. Hultenreich

Horst Jungsbluth / 29.06.2016

Ich glaube, einer der Kardinalfehler ist es, kriminelle Handlungen in “rechts oder links” zu unterscheiden, um sie danach unterschiedlich zu bewerten, da das erstens in unseren Gesetzen zu Recht nicht vorgesehen ist und zweitens an der Tatsache vorbeigeht, dass gewaltbereite Gewohnheitstäter mit großer Sicherheit nicht ohne Auftag ihr verwerflichens Tun inszenieren. Wir Berliner sind seit fast 50 Jahren diesen Gewaltorgien fast schutzlos ausgeliefert, da Politik, Ämter und vor allen Dingen die Justiz nicht nur versagen, sondern sogar bewusst versagen. Die Medien schreien hysterisch auf, wenn sie “rechte Gewalt” anprangern können, schweigen aber dann, wenn sich etwas ganz anderes heraustellt und äußern großes Verständnis , wenn die selbsternannten “Antifaschisten” bei ihren faschistischen Gewaltorgien alles kurz und klein schlagen, Autos anzünden und Polizisten brutal verletzen. Sehr geehrter Herr Maxeiner, Sie sollten einmal die Kommentare der Kreuzberger Bezirksbürgermeisterin “Hermannheeßtse” nach diesen Gewaltorgorgien verfolgen, dann wissen Sie mehr als Bescheid. Der Berliner Tagesspiegel, der sich nicht entblödete, eine Nachricht abzusetzen, dass eine 13 jährige eine andere 13 jährige beschuldigte, sie “rassistisch beleidigt zu haben, schrieb übrigens nach der tagelangen Randale in der Rigaer Straße auf der Titelseite dass “Polizei und Linksradikale aufrüsten”, und zwar genau in dieser Reihenfolge. Berlin ist eine politisch kranke Stadt und die verantwortungsbewossten Bürger, die durch ihre Arbeit und Abgabenzahlungen das Ganze schultern, haben keine Interessenvertreter, ganz im Gegenteil!

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