Bernd Zeller (Archiv) / 26.09.2011 / 12:39 / 0 / Seite ausdrucken

Kultursensibel verstanden

Drei Berliner Jugendliche haben ein geistig behindertes Mädchen angegriffen und misshandelt, http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/drei-festnahmen-nach-angriff-auf-geistig-behindertes-maedchen/4656768.html . Man kann das Verständnis für die drei auf mehrere Weisen entwickeln. Grün gesehen sind es doch Kinder! Soziologisch betrachtet waren sie so verzweifelt, dass sie keinen anderen Ausweg gesehen haben, als ein geistig behindertes Mädchen anzugreifen und zu misshandeln. Kriminologisch gesehen waren es erstens nicht alle Berliner Jugendliche, die auch nicht alle geistig behinderten Mädchen angefallen haben, und als geistig Behinderte repräsentierte sie zweitens die Mehrheitsgesellschaft, aus der sich die Jugendlichen ausgegrenzt fühlten, was zu Frust und Wut führte.
Und jetzt sehen wir die Sache mal kultursensibel.
In der

Kultur dieser drei ist das geistig behinderte Mädchen nichts wert, weniger als Dreck und weniger als eine deutsche Schlampe. Kaum jemand aus ihrem kulturellen Hintergrund wird viel dabei finden, vor ihren Sondergerichten werden sie sich jedenfalls nicht verantworten müssen.  Etwas anderes in der Art von Recht interessiert sie nicht. Sie sind darauf trainiert, sich als Herren der Straße zu fühlen. Aus der Diskrepanz zu dem, was sie wirklich sind, entsteht das Gefühl, sie seien Abschaum, und verhalten sich auch so.
Hier ist nicht gesagt, dass sie Abschaum sind, aber wer sich wie Abschaum verhält, muss sich auch so nennen lassen.
Juristisch betrachtet ist festzustellen: Bei den ganzen milden Urteilen muss sich die Justiz nicht wundern, überlastet zu sein.

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