Rainer Grell / 19.05.2017 / 14:01 / Foto: Demidow / 1 / Seite ausdrucken

Knigge für Muslime? Unerhört!

Wer war eigentlich Knigge, der immer wieder zitiert wird, wenn es um gutes oder richtiges Benehmen geht?

Freiherr Adolph Franz Friedrich Ludwig Knigge (* 16. Oktober 1752 in Bredenbeck bei Hannover; † 6. Mai 1796 in Bremen) war ein deutscher Schriftsteller und Aufklärer. Bekannt wurde er vor allem durch seine Schrift „Über den Umgang mit Menschen“. Sein Name steht heute stellvertretend, aber irrtümlich, für Benimmratgeber, die mit Knigges eher soziologisch ausgerichtetem Werk im Sinne der Aufklärung nichts gemein haben, schreibt Wikipedia.

Egal. Das hat weder den Islamwissenschaftler Peter Heine gehindert, einen „Kulturknigge für Nichtmuslime“ zu schreiben, noch den Caritas-Verband, in seiner Zeitschrift „Sozialcourage“ schon vor zehn Jahren einen „Kleinen Knigge für Muslimbesuche“ anzubieten. Die Benimmregeln, bis hin zum Akzeptieren der Geschlechterapartheid in muslimischen Gesellschaften, fasst die Caritas unter dem Begriff “Interkulturelle Kommunikation” zusammen, obwohl man nirgends den Hinweis findet, dass sich der gläubige Muslim mit den Sitten und Gebräuchen seines Gastlandes vertraut machen soll. Auch Heine hat sein Buch geschrieben „in der Absicht, einen Beitrag zur Verbesserung des Zusammenlebens mit unseren muslimischen Nachbarn und Freunden im deutschsprachigen Raum und in der islamischen Welt zu leisten“, wie es im Vorwort heißt. So etwas wird einer wie Bekir Alboğa, Beauftragter für interreligiösen Dialog der „Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion“ (DITIB), mit Genugtuung und Freude gelesen haben.

Wenn er die islamische Welt bereist, ist für jeden vernünftigen Touristen klar, dass er die Regeln des Gastlandes kennen und beachten muss. Aber für Heine und die Caritas gelten die islamischen Regeln auch für den Umgang mit Muslimen in Deutschland. Dagegen sucht man vergebens nach Hinweisen für Muslime, wie sich diese verhalten sollten, wenn sie von deutschen Familien eingeladen werden.

Da muss erst ein niederländischer Muslim marokkanischer Herkunft kommen, nämlich der heutige Bürgermeister von Rotterdam, Ahmed Aboutaleb, und als seinerzeitiger stellvertretender Bürgermeister von Amsterdam verkünden: „Immigranten müssen sich der hiesigen Ordnung anpassen, nicht umgekehrt. Wer sich damit nicht abfinden kann, sollte besser heute als morgen wieder gehen.“ So ein Rassist und fremdenfeindlicher Typ könnte bei uns niemals Oberbürgermeister werden. Dafür sind wir viel zu tolerant und weltoffen. 

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Leserpost (1)
Winfried Sautter / 19.05.2017

Islam bedeutet “Unterwerfung”. Da haben die Authochtonen also offensichtlich nix falsch gemacht mit ihrem Knigge. Oder aber : Der Freiherr würde im Grabe rotieren, und Europa schmeisst Jahrtausende auf den Müll.

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