Thilo Schneider / 06.04.2018 / 06:20 / 13 / Seite ausdrucken

Jetzt bin ich ein bisschen stolz auf mich

Ich bin Deutscher. Neben meiner Haar- und Augenfarbe ist es das einzige, wofür ich nichts kann. Außerdem bin ich brav, befolge die Gesetze und warte an der Fußgängerampel, bis grün ist. Heute nacht aber reichte es mir. Ich leistete Widerstand gegen das System. Niemand kann mich zwingen, eine Ampel bei grün zu überqueren. Ich blieb einfach stehen. Und jetzt bin ich ein bisschen stolz auf mich.

Foto: Timo Raab

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Leserpost (13)
Marc Hart / 06.04.2018

Ach ist doch nett - Schneider´s Einsichten mit hessischem Zungenschlag…..

Geli Lemmon / 06.04.2018

Ich hoere nur immer “sch” ...isch, nisch, disch, misch…..Thilo hat einen Dialekt :-))

Roesgen Robert / 06.04.2018

Learning by doing. Ja , Sie können stolz auf sich sein und die Welt hat deshalb auch noch nicht aufgehört weiter zu drehen… Witziges Video.

Dr. Olaf Borkner-Delcarlo / 06.04.2018

Ich fand den Beitrag köstlich. Seit vielen Jahren schon lebe ich nun in Italien und habe mir beim Zuhören meine Connazionali vorgestellt, denn die halten rote Ampeln und Ampeln im allgemeinen für eine nette Aufmerksamkeit der Behörden, um das Straßenbild aufzulockern. Allerdings braucht man in Italien eine gehörige Portion Todesmut, auf einem Zebrastreifen die Straße zu überqueren.

Werner Arning / 06.04.2018

Eine Gesellschaft funktioniert nur dann, wenn sich die Bürger auch dann noch an Gesetze, Regeln, Normen halten, wenn sie nicht mit Strafe oder Entdeckung zu rechnen haben. Das nennt sich dann Rücksichtnahme auf die Allgemeinheit. Man hinterlässt die öffentliche Toilette sauber, obwohl bei Verschmutzung keine negativen Konsequenzen zu befürchten wären. Man klaut nicht, selbst wenn man sicher davon ausgehen kann, nicht erwischt zu werden. Man respektiert das Recht der Anderen. Man versetzt sich ihre Lage, wenn sie von dem eigenen Handeln geschädigt werden würden und unterlässt es deshalb. Dieses ist eine nicht selbstverständliche kulturelle Leistung. Längst nicht überall wird so empfunden. Und das ist keinesfalls eine Frage des Wohlstands, eher hat es mit Erziehung und vor allem Vorbildern zu tun. Dieses kulturelle Erbe muss erhalten, geschützt werden, nicht nur in Deutschland, sondern überall in der Welt, wo es anzutreffen ist. Es kann sehr leicht verschwinden. Und es ist derzeit bedroht. Respektlose Verhaltensweisen werden leicht kopiert, werden schnell zur Normalität. Das gilt es zu verhindern und deshalb ist der Konservativismus so wichtig. Es gilt etwas Sinnvolles zu bewahren und nicht einer neuen Beliebigkeit zu opfern. Schämen wir uns nicht, uns konservativ zu nennen. Werfen wir unsere Werte nicht auf den Müllhaufen der vermeintlichen Moderne, sie ist schnelllebig.

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