Alex Feuerherdt / 13.10.2016 / 09:01 / 2 / Seite ausdrucken

Janna Jihad - die Puppe aus Pallywood

Der Spiegel hat sie als „jüngste Journalistin Palästinas“ vorgestellt, nahezu wortgleich hat das auch der Kurier getan, im Schweizer Tagesanzeiger ist sie „die jüngste palästinensische Reporterin“ und „die jüngste Kriegsreporterin der Welt“ sowie „das Kamerakind des Nahostkonflikts“ genannt worden, im Weltspiegel der ARD hieß es unlängst über sie: „Eine Kinder-Reporterin stoppt Soldaten“. Eine Menge Publicity und Ruhm also für ein gerade mal zehnjähriges Mädchen, das darüber hinaus auch von Al-Jazeera porträtiert wurde, dem britischen Boulevardblatt Daily Mail eine Story wert war und in den amerikanischen Vice News zu Wort kam. Die internationalen Medien stürzen sich regelrecht auf „Janna Jihad“, wie sie sich beispielsweise auf ihrer auffallend professionell gestalteten Facebook-Seite nennt, wo ihr mittlerweile über 220.000 Nutzer folgen. Bevorzugt dort, aber auch auf YouTube und Instagram veröffentlicht sie ihre selbst produzierten Videos und Fotos, die von Abertausenden angeklickt werden. Sie „kämpft mit ihrer Kamera gegen die israelische Besatzung“, meint anerkennend der Weltspiegel, der Janna auch ihren Berufswunsch begründen ließ: Sie wolle Journalistin werden, „um Palästina zu befreien“, sagte sie der ARD.

Ein niedliches kleines Mädchen, das sich mutig und nur mit einem Bildaufnahmegerät bewaffnet einer hochgerüsteten Militärmacht entgegenstellt – so etwas erwärmt die Herzen von Medien und Publikum natürlich, zumal dann, wenn es sich um ein palästinensisches Kind und israelische Soldaten handelt. Dass sie „mit Nachnamen Jihad heißt“ – also Heiliger Krieg –, sei bloß „Zufall“, beteuert die Autorin des Weltspiegel-Beitrags, Susanne Glass vom ARD-Studio Tel Aviv, gleich zu Beginn ihres Films. Doch da irrt die Korrespondentin, denn „Jihad“ ist in diesem Fall ein Nom de guerre, der somit keineswegs von ungefähr kommt. Jannas Nachname lautet vielmehr Tamimi, was Glass eigentlich bekannt sein müsste, schließlich nennt sie später den Zunamen von Jannas Mutter. Hier geht es zum ganzen Text.

Leserpost (2)
Wolfgang Richter / 13.10.2016

Mit Kindern läßt sich halt gut Stimmung und damit Politik machen. Das wußten schon die alten Diktatoren und haben dies genutzt und die Kinder für ihre Zwecke benutzt. Und wer ersthaft glaubt, daß eine Zehnjährige ohne Steuerung und Unterstützung von Ziel gerichtet im Hintergrund agierenden Erwachsenen tätig ist, der glaubt auch an den Zitronen faltenden Zitronenfalter.

Frank Stricker / 13.10.2016

Der beschriebene Fall von Janna Jihad erinnert mich fatalerweise an die angeblich “weltbeste Lehrerin” al-Hrub, ebenfalls Palästinenserin. Da wurde mit viel Bromborium sogar der Papst zugeschaltet und ein dubioser Emir aus Dubai stiftete sogar ein Preisgeld von einer Million Euro für die ach so wundersam talentierte Lehrerin. Leider stellte sich später heraus, dass der Mann der Lehrerin ein potentieller Terrorist war. Da waren wohl ihre Talente nicht ausreichend gewesen. Parallel dazu würde es mich nicht wundern, wenn hinter dem “Mythos” Janna Jihad die Hamas oder eine ähnlich strukturierte Organisation stecken würde.

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