Claudio Casula / 23.07.2017 / 17:39 / Foto: Infrogmation / 26 / Seite ausdrucken

Israel-Berichterstattung: Immer weiter im Pogrom!

„It all started when Israel hit back“: Für Journalisten ist mal wieder die Reaktion auf den Terror verwerflicher als dieser selbst.

Immer wenn es zu den periodisch losgetretenen Gewaltwellen von Palästinensern gegen Israelis kommt, haben Medienschaffende ein Problem: Die Ereignisse müssen so dargestellt werden, dass sie ins seit Jahrzehnten verbreitete Narrativ passen, demzufolge am Schlamassel im Nahen Osten entweder die Israelis schuld sind oder bestenfalls beide Parteien. Dementsprechend soll der Auslöser der Unruhen in Jerusalem die Installierung von Metalldetektoren am Tempelberg-Gelände gewesen sein, wie etwa heute Morgen im NDR zu hören war. Dass diese Maßnahme infolge der Ermordung zweiter drusisch-israelischer Polizisten sowie der Entdeckung von auf dem „Haram el-Sharif“  gehorteten Feuerwaffen getroffen wurde - was soll´s?

Für palästinensische Gewalt findet sich immer ein Grund. 1996 war es die Öffnung eines antiken Tunnels in der Altstadt Jerusalems, 2000 der Kurzbesuch des damaligen israelischen Oppositionsführers Sharon auf der Esplanade. Das Verständnis für Terrorwellen, das den Palästinensern ausgerechnet aus einem Land entgegengebracht wird, in dem das Credo „Gewalt ist keine Lösung“ schon über jeder Kita-Tür eingemeißelt ist, ist schon erstaunlich. Jetzt also sollen es Sicherheitsmaßnahmen sein, die die Palästinenserführung den traditionellen „Day of Rage“ ausrufen ließ, wahlweise der Frust über die „Besatzung“.

„Die Palästinenser befürchten, dass Israel nach und nach mehr Kontrolle auf dem Tempelberg übernehmen will“, weiß die Tagesschau zu berichten, offenbar nicht ahnend, dass es sich bei dieser Behauptung um den ältesten Hut überhaupt im arabischen Propagandaarsenal handelt, selbstverständlich damals ebenso wenig wahr wie heute. Zuletzt meinte Friedensnobelpreisträger Yassir Arafat im Jahr 2000 eine „Al-Aqsa-Intifada“ lostreten zu müssen, denn des Arguments, es gelte, Al-Aqsa zu verteidigen, bedient sich nicht nur eine islamistische Terrorbande wie die Hamas, sondern auch die ach so säkulare Fatah Yassir Arafats (und Mahmoud Abbas´), weshalb eine besonders mörderische Abteilung den Namen „Al-Aqsa-Märtyrer-Brigaden“ trägt, der „bewaffnete Arm“ der Fatah, verantwortlich unter  anderem für zahlreiche Selbstmordattentate und von der EU als terroristische Vereinigung gelistet.

Das ficht deutsche Journalisten nicht an. „Die israelische Regierung hat der palästinensischen Autonomiebehörde wiederholt vorgeworfen, Hass auf Israel zu schüren. Die Palästinenser weisen das zurück“, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Nicht, dass bei der SZ jemand auf die Idee käme, den Vorwurf der israelischen Regierung zu prüfen, was eigentlich Aufgabe einer sich als seriös verstehenden Zeitung sein sollte. Allerdings könnten so Dinge ans Licht kommen, die das Narrativ ins Wanken bringen und den einschlägig präparierten Medienkonsumenten nachhaltig verunsichern könnten.

Kein Ende des medialen Dauerversagens in Sicht

Deshalb bläst Spiegel Online ins gleiche Horn. In einem Artikel, der die irreführende Überschrift „Darum geht es bei der Tempelberg-Krise“ trägt, werden die wahren Gründe einfach weiträumig umfahren, dafür darf der für vier Jahre gewählte, jedoch seit zwölf Jahren regierende Abbas zu Wort kommen: „Palästinenserpräsident Mahmud Abbas warf Israel vor, es wolle eine Wiederbelebung des Friedensprozesses verhindern und ,den Konflikt von einem politischen in einen religiösen verwandeln.´“

Als wäre es nicht Abu Mazen selbst, der im Herbst 2015 randalierende Landsleute in den höchsten Tönen lobte und den Juden vorwarf, sie würden mit ihren „dreckigen Füßen“ die Moscheen entweihen, nebst der Bekräftigung, dass „jeder Tropfen Blut, der in Jerusalem vergossen werde“, heilig sei, und dass „jeder Märtyrer das Paradies erreichen“ werde.

Zuletzt nahm ein 19-jähriger Palästinenser aus dem Westjordanland seinen Präsidenten beim Wort, verschaffte sich Zugang zum Haus einer jüdischen Familie in Neve Tzur und schlachtete einen 70-Jährigen, dessen Tochter (46) und Sohn (36) ab. Eine Tat, die von johlenden Palästinensern gefeiert wurde und für die seine Familie von der Palästinensischen Autonomiebehörde mit EU-Geldern üppig entlohnt werden wird.

Die Barbarei zwischen Jenin und Gaza ist für Medienschaffende in Deutschland jedoch ebenso wenig ein Thema wie die Tatsache, dass Jerusalem nie Hauptstadt eines arabischen Staates war, dass Israel den Tempelberg 1967 zwar Jordanien abnahm, jedoch dem islamischen Waqf die Kontrolle über das Plateau übergab (weshalb es Juden untersagt ist, an ihrer heiligsten Stätte zu beten), und dass palästinensische Offizielle längst jede historische und religiöse Verbindung der Juden zu Jerusalem leugnen, womit sie noch hinter den Erkenntnisstand des Obersten Muslimischen Rates im Jahre 1930 zurückfallen. Kein gramvoller Claus Kleber wird uns mit der besorgten Feststellung begrüßen, dass die palästinensische Gesellschaft einen perversen Todeskult pflegt, dass der ewige Dschihad ihre Raison d’Être geworden ist und dass wir den Fehler gemacht haben, ihnen immer wieder die Stange gehalten und bis heute Milliarden Euro hinten und vorne reingeschoben zu haben, damit sie auf ihrem verhängnisvollen Weg weitermachen können.

Von dort wäre es ja auch nur ein ganz kleiner Schritt zur Thematisierung des medialen Dauerversagens, und wir haben schon bei der „Faktencheck“-Posse um die Antisemitismus-Doku gesehen, wohin so etwas führen kann. Also machen sie immer weiter im Pogrom: „Spirale der Gewalt“, „Eskalation“, „beide Seiten...“ - was die Branche eben an Satzbausteinen zum Thema bereithält, denn wenn in Israel oder auch in Europa Juden von Muslimen umgebracht werden, nur weil sie Juden sind, müssen wir unbedingt relativieren oder nach nachvollziehbaren Gründen suchen, und sei es der Frust der Mörder. Dann ist es eben die Gegengewalt, die keine Lösung ist.

Leserpost (26)
Sam Leder / 24.07.2017

Was solls. Die UNO und ihre Organe haben sich sowieso schon lange an die arabischen Länder verkauft.  Und die sitzen mehrheitlich vertreten in den UN Organen.  Ist ja nur natürlich dass die sich an die Palästinensische Sache annehmen. Leider ist es aber so dass Saudi Arabien und die anderen reichen arabischen Länder keinen einzigen Palästinenser von Gaza u.s.w ins Land lassen. Leider wissen das die Mehrheit der Bürger nicht und werden so in die Irre geleitet.  Weil ja die UNO für “Frieden” auf der Welt steht. Die UNO hat sich alleine zum” Bewahrer” des Friedens erklärt. 

Winfried Sautter / 24.07.2017

Die Balfour-Deklaration sah eigentlich einen jüdischen und einen palästinensischen Staat vor. Wie so vieles, was die ehemaligen Kolonial- und Protektoratsmächte Grossbritannien und Frankreich für die Abwicklung und Aufteilung des Osmanischen Reiches ausbaldowert haben, hat es sich nicht als praktikabel erwiesen. Die Geschichte ist einfach darüber hinweggegangen. Und nun ist er “halt da”, der Staat Israel. Hart, zäh, unbeugsam. Die arabischen Staaten, inkl. Iran (trotz anderweitiger Rhetorik) haben sich damit abfunden. Vielleicht sollte man den Opfer-Mythos der Palästinenser allmählich ad acta legen und den Palästinensern empfehlen, sich dem Gang der Geschichte zu beugen. Israel ist schließlich das einzige Erfolgsmodell moderner Staatlichkeit im Nahen und Mittleren Osten.  Be part of it.

Gert Weller / 24.07.2017

Herr Schuster vom ZdJ warnt aber lieber vor der AfD, und meint, die Juden sollten dann die BRD verlassen, wenn die Partei einflussreicher werde. Die Bild jammert über die fiese Berichterstattung über Israel, macht dasselbe aber mit der AfD und Pegida.

Chris Groll / 24.07.2017

Vielen Dank für Ihren Artikel und meine vollste Zustimmung dazu.

David Katzar / 24.07.2017

Die veröffentlichte Meinung (nicht nur) in Deutschland ist überwiegend einfach gesagt voller Hass auf Juden der schön verpackt ist in anscheindend besorgte und mahnende Kommentare, in politischer Korrektheit u.v.m.. Nichtsdestotrotz steckt nur blanker Hass dahinter. Keiner fragt nach Ursachen; Wieso ermorden drei junge Araber, israelische Staatsbürger, mt allen Rechten und meist sehr wenigen Pflichten (z.B. weder Militärdienst noch freiwilligen Zivildienst) - nebenbei, ich wohne Luftlinie 5 km von Umm al Fahm entfernt und kenne die Stadt - israelische Polizisten? Einfach: weil seit Jahren in den Moschee dieser Stadt purer Hass auf Juden und Israel gepredigt wird, weil der Waqf (die “fromme” Stftung) die Heiligkeit des Tempelbergs schändet durch das Anlegen von Waffenlagern (auch im jüngsten Fall eindeutig dokumeniert, weil die Verbrecherbande um Abbas (incl. Mufti) übleste Hetze gegen Juden betreiben, weil… die Welt zuschaut, schweigt, zustimmt und bezahlt. Dazu wird z.B. von Herrn Tim Aßmann im BR am 24.07.2017 (BR 2/ Morgenwelt) in seinem Kommentar nichts gesagt. Warum - das schöne Vorurteil wäre masiv gefährdet. Noch etwas: die Stellungnahme des KRM (Koordinierungsrates der Muslime in Deutschland/ Vorsitzender Aiman Mazyek) trügt seine Besorgnis und seine Protest bezüglich der Enweihung des heiligen Ortes aus. Entweihung bdeutet für Mayzek die Metalldedektoren und eine zeitweise Sperrung des Ortes nach dem Terrorakt. Das verletzt die Gefühle er Moslems. Die kaltblütige Ermordung zwei Polizisten oder das Anschlachten einer jüdischen Famlie verletzt seine islamischen Gefühle nicht! Aber auch das berichtet niemand, denn man könnte sich ja fragen, ob denn das wirklich stimmt, dass der Islam nur Friede ist. Wenn ich in Israel die Berichterstattung (nicht nur) in D über Israel lese, tut es einfach nur weh, wie ungerecht geurteilt wird und anderer seit kann ich nur den Kopf schütteln über soviel selbst (und andere) zerstörerische/ -hassende Energie freigesetzt wird. Shalom.

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