Gastautor / 10.01.2013 / 22:35 / 0 / Seite ausdrucken

Im deutschen Wald der Ressentiments

Martin Kloke

Heute hat die „Jüdische Stimme für einen gerechten Frieden in Nahost“ an die Unterschriften-Aktion gegen den SPD-Wald im Negev erinnert und eine entsprechende Unterstützerliste veröffentlicht. Wir wollen fair sein: Hannelore und Henning Kroymann aus Düsseldorf räumen ein, dass „die ‚Bewaldung‘ des Negev (..) nicht, wie die U-Boote, den Weltfrieden unmittelbar“ bedrohen. Wer oder was aber treibt die internationale Allianz arischer „Israelkritiker“ und „kritischer Juden“ um? Hier einige Stimmen, die differenziert argumentieren, kritische Vergleiche anstellen und an der Grenze zum Ressentiment manövrieren. Das hat aber nichts mit Antisemitismus zu tun, nicht wahr?

„Siegmar Gabriel hatte kürzlich mit vollem Recht bei seinem Besuch in Hebron die dortigen Verhältnisse mit der seinerzeitigen Apartheitspolitik Südafrikas verglichen und wurde prompt von der mächtigen Israel-Lobby zurückgepfiffen.“
(Hannelore und Henning Kroymann, Palästina-Friedenstiftung Rachel Corrie, Düsseldorf)

„Aus globaler Sicht ist ein Zusammenhalt der Menschen gefordert, um unseren Planeten zu erhalten. Die israelische Politik untergräbt gerade dieses mit dem unsäglichen Argument als ‚auserwähltes Volk‘ dazu legitimiert zu sein.“
(Regine Koch-Bah aus Fellbach)

„Ich möchte Sie darauf hinweisen, dass im Generalgouvernement des NS-Staates die ‚kulturelle Raumentwicklung‘ eine große Rolle bei Umsiedlung, Vertreibung und Vernichtung der ansässigen jüdischen Bevölkerung in Osteuropa gespielt hat. Es war eine Strategie der Nazis unter dem Vorwand der Landschaftspflege eine ‚deutsche Kulturlandschaft‘ zu etablieren, die eben auch ethnisch umgestaltet werden sollte. Bei Vergleichen dieser Art bin ich persönlich sehr zurückhaltend, da Vergleiche immer hinken - gerade zwischen Systemen. Als angehender Soziologe bin ich mir aber darüber bewusst, dass Merkmale eines demokratischen Staates oder eben eines faschistischen Staates in der Geschichte in vielfältigen Spielarten zum Vorschein kommen.“ (Philipp Gliesing von der Linksjugend [‘solid] Saale-Orla, Pößneck)

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