Thomas Rietzschel / 10.08.2017 / 16:30 / Foto: Koruko / 7 / Seite ausdrucken

Hunde und Katzen killen das Klima

Zuerst sollten sich die Raucher zum Teufel scheren. Als ich mir einmal, es mögen fünf oder sechs Jahre her sein, in einem Gartenlokal arglos eine Zigarre anzündete, fragte ein kleiner Junge am Nebentisch seine Eltern, was denn der Mann da im Mund habe. Wie aus der Pistole geschossen antwortete der Vater laut und weithin vernehmlich, das schwarze Ding sei etwas ganz Schlimmes; nur "böse Menschen" nähmen es in den Mund. Dem Lackel daraufhin seinen Kamillentee über den Latz zu schütten, dazu fehlte mir die Courage. Ich zahlte betreten und verkrümelte mich samt Zigarre.

Rauchen konnte ich auch daheim in meinem Arbeitszimmer bei geschlossenem Fenster. Für die Bürgerwehr der Umweltschützer gab es seither keinen Anlass mehr, mich weiterhin zu beobachten. Erst jetzt bin ich wieder auffällig geworden. Da ich mir im vorigen Jahr - lange zusammengespart - ein neues Auto, einen Diesel, zugelegt habe, muss ich nun auch beim Tanken aufpassen, nicht erwischt zu werden. Wie lange wird es dauern, bis ein vorbei radelnder Vater seinem Filius auf dem Kindersitz erklärt, der Mann an der Zapfsäule sei ein böser, ein ganz schlimmer Feinstaubrüpel.

Bloß gut daher, dass ich nicht mit Hund oder Katze zusammen lebe. Denn auch des Menschen beste Freunde "sind schlecht für die Umwelt", wie "Spiegel Online" dieser Tage berichtete. Weil sich die blöden Viecher beharrlich weigern, mit veganem Futter vorlieb zu nehmen, verursachen sie "einen beträchtlichen jährlichen Treibhausgas-Ausstoß". Zum einen lassen sie selbst gelegentlich einen fahren; zum anderen und vor allem verschlingen sie das Fleisch von Schweinen und Rindern, die unentwegt Methan (CH4) und Kohlendioxid (CO2) ausstoßen. Millionenfach machen sie sich mit ihrer Fressgier als Klimakiller schuldig. Mit dem Diesel können sie es leicht aufnehmen.

Herausgefunden hat das Gregory Okin, ein Wissenschaftler der University of California. Seinen Berechnungen nach sind Hund und Katze allein in den USA für die "Klimawirkung von rund 64 Millionen Tonnen Kohlendioxid" verantwortlich zu machen. Und das wiederum, erklärt "Spiegel Online", "entspricht in etwa der Klimabilanz aller Einwohner von Berlin und Hamburg". Es gibt also eine Alternative, eine Möglichkeit der Rettung für Hund und Katze. Man müßte nur die beiden Metropolen entvölkern, damit es den geliebten Haustieren nicht schon demnächst an den Kragen geht.

Dem Himmel sei Dank, dass ich weder in der einen noch in der anderen Großstadt lebe. Manchmal ist das Schicksal eben auch dem Raucher und dem Fahrer eines Diesel gewogen, wenigstens vorübergehend. Denn wenn die Öko-Aktivisten die Welt wirklich retten wollen, werden sie am Ende nicht umhin kommen, die Erde von der Plage der Menschen und ihrer Haustiere zu erlösen. Bis dahin: Carpe diem!

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Leserpost (7)
Rolf Ertel / 11.08.2017

Zitat: Seinen Berechnungen nach sind Hund und Katze allein in den USA für die „Klimawirkung von rund 64 Millionen Tonnen Kohlendioxid“ Es gibt also eine Alternative, eine Möglichkeit der Rettung für Hund und Katze. Man müßte nur die beiden Metropolen entvölkern, damit es den geliebten Haustieren nicht schon demnächst an den Kragen geht. Da kann ich nur nickend zustimmen! Nicht nur Hund und Katze sind das Problem! Allein die Zunahme der Erdbevölkerung in den letzten hundert Jahren sorgt für eine zusätzliche CO2-Belastung von 1,64 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr, nur weil sie alle atmen! Da ist das Essen, Trinken und das Heizmaterial noch gar nicht gerechnet. Also liebe Klimaschützer und CO2 Hysteriker: Einfach dem Planeten zuliebe, mal 15 Minuten die Luft anhalten. Das sollte Euch die Rettung des Klimas doch wert sein, oder?

Dr. Daniel Brauer / 11.08.2017

So, so. Jetzt sind auch die Haustiere zum Klimakiller erhoben worden. Nach Diesel- Gedöhns, Eiern und anderen aufgebauschten Halbwahrheiten an die man sich eigentlich schon gewöhnt hat und nur noch mit einem Schulterzucken quittiert, ist diese Nachricht des SPIEGEL abseits des 1. April aber endgültig geeignet dem Fass den misanthropen Boden auszuschlagen. Vielleicht sollte die Reaktion ihren Blick mal auf sich selber richten und nachforschen, ob es überhaupt noch ökologisch vertretbar ist, angesichts des blanken Unsinns der von ihr verbreitet wird, das Magazin weiter in Druck zu geben. Auch das online- Format verbraucht Ressourcen und kann vor diesem Hintergrund kritisch hinterfragt werden. Die Spiegelredaktion sollte mit gutem Beispiel voran gehen und ihre Mitarbeiter dazu auffordern ihre Vierbeiner zur Klima- Euthanasie dem Tierarzt vor zu stellen. Alternativ könnte man die CO2- Monster ja auch so lange vegan ernähren, bis diese auf Grund von zu erwartenden Mangelerscheinungen den Geist aufgeben. Ich selbst werde heute Abend im Familienkreis eine ernste Diskussion über unsere Katzen anstreben.

Hugo Hummel / 10.08.2017

Jetzt müsste man klimabeutrale Katzen erfinden. Z.B. Katzen, die genug klimaschädliche Mäuse fressen…

Stine Bading / 10.08.2017

Hallo Herr Rietzschel, nachdem ich meine beiden Kater gerade mit Rindfleisch aus der Dose gefüttert, mich dann anschließend auf meine neu erworbene Büffelledercouch,natürlich mit einer Zigarette in der Hand, gelegt habe, um dann ein wenig bei “achgut” zu stöbern, bin ich über Ihren Artikel gestolpert. Kreativer Vorschlag: Lassen Sie uns doch die ganzen “Aktivisten,” die ich eher als intolerante, übersättigte Moralisten bezeichne, in ein 3.Weltland schicken. Hätte zwei Vorteile: 1. Sie belästigen und beleidigen hier niemanden mehr mit ihrem moralischen Wertvorstellungen, und 2. Sie könnten dann lernen, dass es wichtigeres gibt, als sich über andere Lebewesen moralisch zu erheben, z.B, dass man erstmal was zu essen, ein Dach über dem Kopf und angemessene Kleidung braucht (womit nur die ersten drei Stufen der Maslowschen Bedürfnishierarchie benannt sind), bevor man die Fürze von Tieren (und sicher auch bald von Menschen) auf ihre Umweltkompatibilität misst. So, muss jetzt aufhören. Hab Bohnensalat gegessen… Sie verstehen schon?:-)) Fröhliche Grüße

Prof. Dr. Uwe ebel / 10.08.2017

Es ist doch deutlich: Zuerst werden ausgerechnet die Schweine als unreine Tiere verketzert, natürlich im gültigen Jargon als “umweltschädlich”, jetzt sind ausgerechnet die Hunde unreine Tiere. Wer steckt wohl dahinter? Dreimal darf man raten.

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