Gastautor / 15.04.2017 / 09:45 / Foto: Freud / 18 / Seite ausdrucken

Hamed Abdel-Samad zum Fall Imad Karim. Ein Aufruf.

Von Hamed Abdel-Samad.

Die Facebook-Seite von Imad Karim ist gelöscht worden. Ich habe Imad einige Male getroffen. Er ist weder Rassist noch Muslimhasser, sondern ein weltoffener Mensch, der sich Sorgen um seine Wahlheimat Deutschland macht. Man muss nicht immer seine Meinung zum Islam oder zur Flüchtlingspolitik der Bundesregierung teilen, aber es bleiben Meinungen, die die Demokratie aushalten muss. Dass Facebook nun seine Seite löscht, ist kein Zeichen von Toleranz gegenüber Migranten noch von einem starken demokratischen Bewusstsein, sondern eine klare Zensur, die eher die Willkür und Unsicherheit der staatlichen Institutionen zum Ausdruck bringt.

Wir können nicht Erdogan für seinen Umgang mit kritischen Medien in der Türkei kritisieren und gleichzeitig ähnliche Methoden gegen unliebsame Meinungen in Deutschland anwenden.

Ich richte hiermit die Bitte an Facebook, sich nicht zum politischen Instrument der Regierung zu machen und das Prinzip der Meinungsfreiheit zu achten.

Ich verlange hiermit die sofortige Freischaltung der Seite von Imad Karim! Ein Kritiker wie er hat weder die Kanzel einer Moschee, um seine Gedanken zu verbreiten, noch einen Verband, der hinter ihm steht. Er ist auf die sozialen Netzwerke angewiesen, um seine Meinung zu verbreiten. Bitte haben Sie mehr Vertrauen in der Demokratie und haben Sie keine Angst vor kritischen Meinungen. Nicht Imad Karim ist eine Gefahr für die Demokratie, sondern die, die ihn zum Schweigen bringen wollen!

Alle, die diesen Aufruf unterstützen, mögen diesen Beitrag teilen, damit Facebook erfährt, dass viele für Imad Karims Recht auf Meinungsfreiheit einstehen!

Siehe auch Hamed Abdel-Samads Faceboook-Seite hier.

Leserpost (18)
Katharina Münz / 16.04.2017

Als Frau, die nicht gerade wie ein Eimer aussieht, hatte ich auf Facebook anfangs massenhaft Freundschaftsanfragen von Herren mit arabisch klingendem Namen. Naiv, wie ich war, habe ich in deren öffentlich einsehbaren Profilen geblättert und jede Menge Bilder gefunden, die z. B. kleine Jungs im Vorschulalter zeigten mit der Kalaschnikow im Anschlag, einem blutigen Messer in der Hand etc., das ganze garniert mit englischen Beschriftungen auf dem Bild vom Stile “tötet die Ungläubigen”, Auch die arabischen Kommentare, die ich mir mit der automatisierten Übersetzungsfunktion von Facebook ansah, gingen in die gleiche Richtung. Ich habe die Bilder und die Profile gemeldet, doch Facebook erklärte mir ein ums andere Mal lapidar, es würden keine Gemeinschaftsstandards verletzt. Gleiches Recht für alle? Märchenstunde! Danke an alle Unterstützer, insbesondere an die Prominenten! Ich habe diverse Unterschriftenlisten gezeichnet.

Dr. Roland Mock / 15.04.2017

Ich bin auch kein Facebook-Nutzer (werde es auch nie), möchte aber ebenfalls den Aufruf Herrn Abdel-Samads unterstützen.

Vera Goossens / 15.04.2017

Sehr gehrter Herr Abdel Samad ich nutze diese Möglichkeit um Sie etwas zu fragen, und ich bin nicht bei facebook: In meinem Geschäft arbeiten seit ein paar Monaten zwei syrische Flüchtlinge, die weder von Rafik Schami, von Bassam Tibi oder auch von Ihnen je etwas gehöhrt haben. Meine Frage: gibt es Übersetzungen Ihrer Bücher ins Arabische..?, und wo kann man sie kaufen? Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen mit besten Grüßen   Vera Goossens

Chris Groll / 15.04.2017

Vielen Dank Herr Abdel Samad, leider trägt nicht nur ein Herr Maas die Verantwortung für diesen Gesinnungsterror sondern alle Parteien im Bundestag.

Ralf Fennig / 15.04.2017

Danke für Ihren mutigen Einsatz für die Demokratie! Wenn doch nur alle Deutschen so einen wachen Blick dafür hätten wie Sie oder Imad Karim.

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