Paul Nellen / 18.08.2017 / 11:30 / Foto: Pethrus / 8 / Seite ausdrucken

Grausame Attentate, beunruhigende Umfragen

Die jüngsten Attentate von Barcelona und Cambrils zeigen: Der weltweite islamische Terror läßt nicht nach. Allenthalben heißt es, wir werden uns an ihn gewöhnen müssen. Das ist die Stunde der Statistiker, die jedem Anschlag auf dem Fuße folgen. Die Gefahr, auf dem Weg zur Arbeit bei einem Verkehrsunfall zu Tode zu kommen, sei 814, und die Unfallgefahr mit Todesfolge im eigenen Haushalt 2045 mal wahrscheinlicher, als bei einem Terrorangriff zu sterben. Zentrale Botschaft: Die grassierende Terrorangst ist unbegründet, ebenso wie die Angst vor dem Islam oder den Muslimen. Nur eine kleine, ja winzige Minderheit neige überhaupt zum Radikalismus oder zum Verständnis für Attentate.

Aber was heißt "klein" hier genau?  Die Zahlen sind zwar schon älter, zeigen aber bereits am Sonderfall Selbstmordattentat, dass von einer winzigen Minderheit nicht die Rede sein kann. In Spanien glauben immerhin 29 Prozent der jungen Muslime, dass solche Anschläge gerechtfertigt seien (25 Prozent der Muslime allgemein). Das fand im Jahr 2007 das renommierte amerikanische PEW-Meinungsforschungsinstitut (Wikipedia) in einer vergleichenden Studie heraus. Die Untersuchung "Muslim Americans Middle Class and mostly Mainstream" vom Mai 2007 (alle hier angegebenen Zahlen findet man auf S. 54 der Studie, beziehungsweise Seite 60 der PDF-Datei). Gemäß dieser Studie glaubten in Großbritannien 35 Prozent der jungen Muslime, dass Selbstmordanschläge gerechtfertigt sind (24 Prozent allgemein). Das meinten auch 42 Prozent der jungen Muslime in Frankreich (35 Prozent allgemein). 

Grob gesprochen: Im Durchschnitt befürworteten schon damals mehr beziehungsweise weit mehr als ein Viertel der jungen Muslime in den genannten Ländern Selbstmordattentate – in Frankreich gar fast die Hälfte. Auch in Deutschland waren die Sympathiezahlen schon damals höher als die Propagandarede von der "winzigen Minderheit der Terrorsympathisanten" uns auch heute wieder glauben machen will: 29 Prozent der jungen und 25 Prozent der Muslime allgemein konnten dem Terror durch "suicide bombing" hierzulande noch eine Rechtfertigung abgewinnen.

Interessant wäre zu wissen, wie sich die Zahlen, nach einer seither kaum noch überschaubaren Anzahl von muslimischen Selbstmordattentaten rund um den Globus, mittlerweile verändert haben. Der schon 2007 relativ hohe Prozentsatz von jungen muslimischen Attentatsbefürwortern lässt – gerade auch im Hinblick auf die hohe Zuwanderungsrate junger Männer aus islamischen Ländern – hier leider nicht unbedingt Gutes erwarten. Für keine Spielart ihres terroristischen Fanatismus.

Sekundärquelle und mehr Umfrageergebnisse aus weiteren Studien hier.

Leserpost (8)
Wolfgang Kaufmann / 18.08.2017

„antwortender (!) Terror“ – Diese Religion „antwortet“ seit 1400 darauf, dass es Menschen gibt, die sich die Freiheit nehmen, etwas anderes zu glauben. Sie hat die christlichen Gesellschaften östlich und südliche des Mittelmeers beseitigt, ist zur Zeit von Karl Martell fast bis zur Loire vorgestoßen und seit dem 14. Jahrhundert über den Bosporus nach Ostrom bis Wien 1683. Die einschlägigen Verse existieren im Buch von Anfang an. Aber die USA sollen die Ursache sein? Ein Großteil der Deutschen scheint diesen sozialistischen Unsinn auch noch aus vollem Herzen zu glauben. Offenbar brauchen wir eine Bildungsreform.

Alexander Rostert / 18.08.2017

An der tsunamiinduzierten Detonation eines Kernkraftwerks zu sterben ist in Deutschland noch weit unwahrscheinlicher, als einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen. Genau genommen ist in Deutschland kein solcher Fall bekannt. Trotzdem hat Frau Merkel den Atomausstieg nach Fukuschima durchgezogen. Warum bloß?

Robert Hagen / 18.08.2017

    “Wir werden uns an ihn gewöhnen müssen”. Wenn, ja wenn es nach den main stream Politikern und Journalisten geht, schon! Sie scheuen sich ja schon auch nur davor, den Terror beim richtigen Namen zu nennen: islamistisch. Ja, wir werden uns daran gewöhnen müssen, solange wir in den Nachrufen auf Barcelona, Berlin, Madrid; Beer Sheva, ... statt von handfesten Maßnahmen lediglich die Floskeln und Textbausteine “Entsetzen”, “Bestürzung”, “Solidarität mit den Betroffenen”, “Großes Bedauern”, “Keine pauschalen Schuldvorwürfe”, usf. hören.  Und - mit Blick auf den Kern dieses Artikels - wir die muslimischen Vertreter zumindest hierzulande nicht endlich zu klaren Stellungnahmen und vor allem zu klarem Verhalten in ihren Botschaften an ihre Gemeinschaft anhalten.

Joe Haeusler / 18.08.2017

Lt. der Kurzzusammenfassung des Verfassungsschutzberichtes 2013 kann davon ausgegangen werden, das ca. jeder 60ste Muslim in der BRD ein Extremist ist - religiös, links oder rechtsextrem motiviert, Kinder und Greise eingerechnet; im Vergleich zu den Indigenen, bei denen ca. jeder 1200ste als aktiver Verfassungsfeind erfasst ist. Im Jahr 2015 wurde die Kurzusammenfassung redaktionell bereinigt, seitdem sind es deutlich weniger Extremisten islamischen Glaubens. Und die Scharia war unter jugendlichen Muslimen lt. einer Umfrage der evangelischen Kirche im Jahr 1999 bereits deutlich beliebter als die die SPD heutzutage.

Emmanuel Precht / 18.08.2017

Ich verstehe überhaupt nicht warum die selbsternannte Elite immer mit Wachleuten und gepanzerten Fahrzeugen unterwegs ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass denen was passiert ist doch verschwindend gering. Ich sehe gar nicht ein, dass dafür Steuermittel verschwendet werden müssen. Immer mit gutem Beispiel voran pflegte meine Großmutter zu sagen. Wohlan…

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