Thilo Thielke / 27.08.2016 / 18:23 / Foto: Tomaschoff / 9 / Seite ausdrucken

Gäste aus Afghanistan - zwar keine Afghanen, dafür ärgern sie die Katze

Was es so alles gibt! Ich hatte mich ja gewundert, daß die meisten „Flüchtlinge“, denen der deutsche Steuerzahler Fahrkurse spendiert, damit sie nicht irgendwelche Omas totfahren, die zu langsam über die Straße gehen, offenbar aus dem Iran kommen. Zumindest im hohen Norden; so stand es in den „Schleswiger Nachrichten“ („Gott sei Dank ist noch nichts passiert“). 

Iran? Nun würde ich dort nicht gerade leben wollen. Schwule werden öffentlich gehängt. Juden würde man am liebsten ins Meer treiben. Die Frau trägt Tschador. Aber ich bin ja auch kein Mohammedaner, und daß es es zum Selbstbestimmungsrecht der Moslems gehört, sich zu verschleiern, lerne ich erst jetzt von Flüchtlingslotsen und Feministinnen.

Nur vermummt fühlen sich die Frömmler nämlich „sicher und beschützt“ . Damit müssen wir uns wohl abfinden in unserem neuen Wunderland, in dem derzeit alles neu verhandelt wird und eine grüne Kirchenmaus namens Katrin Göring-Eckardt von Mama Merkel „Menschen geschenkt“ bekommt.

Prinzipiell hält die Bundesregierung den Iran und seine Regierung aber für satisfaktionsfähig. Antisemitismus ist kein großes Thema, und Außenminister Steinmeier schaut gerne in Teheran auf einen Tee vorbei, um Präsident Hassan Rohani nach Deutschland einzuladen.

Ich bin ja der Ansicht, daß es häufiger einfache Antworten gibt, als man denkt. Zum Beispiel: Kriegsflüchtlinge aus Syrien könnte man kontrolliert ins Land holen, um sie vor den Bomben zu retten. Sie bekommen eine Duldung und dürfen arbeiten und ihren Lebensunterhalt selber verdienen, und wenn es in ihrem eigenen Land wieder friedlich ist, gehen sie zurück und bauen es auf – wie damals die Bosniaken.

Deutsche Politiker lassen sich am Nasenring durch die Manege führen

Und so wenig man die Opfer des Jugoslawienkrieg damals über die Alpen marschieren ließ, um nachher neugierig zu gucken, wer so alles den Treck überlebt hat, würde ich sie auch nicht im Merkelmeer ersaufen lassen, sondern ins Flugzeug setzen und heile herbringen.

Wenn es hingegen ein paar unbesetzte Stellen gibt, zum Beispiel im süddeutschen Maschinenbau, würde ich nachschauen, wer so auf Erden das nötige Wissen, Kapital und Benehmen hat, und ihn einladen. Vermutlich würde ich die Facharbeiter nicht unter algerischen oder marokkanischen Jungmännern suchen, sondern zunächst in Spanien und Italien, wo die Jugendarbeitslosigkeit hoch sein soll, und danach in Indien oder Vietnam vielleicht. Die Welt ist groß und wird, man vergißt das manchmal, auch von sehr vielen Menschen bevölkert, die nicht fünfmal am Tag ihren Hintern in die Höh‘ strecken, um einem zweifelhaften Gott zu huldigen.

Asyl würde ich zum Beispiel jenen gewähren, die in Erdogans Folterkellern schmoren oder von den Mullahs aufgeknüpft werden sollen, und es berührt mich unangenehm, daß sich deutsche Politiker von diesen Knallchargen am Nasenring durch die Manege führen lassen und dabei auch noch wohlig glucksen. 

Daß junge Perser zwar keine gültigen Visa, aber genug Geld für schnelle Autos haben, habe ich jetzt gelernt. Was sie aber auf unseren Landstraßen zu suchen haben, erschließt sich mir nicht. In einem Artikel auf „Spiegel Online“ las ich kürzlich den Bericht einer jungen Frau, die für drei Wochen „Gäste aus Afghanistan“ aufgenommen hatte: „Menschen, die vor dem Krieg geflohen sind“, „drei traumatisierte Menschen“, eine „dreiköpfige Familie aus Afghanistan“.

Später erfährt man: Die Afghanen sind gar keine Afghanen

Leicht ist das nicht immer mit den Afghanen: „Unsere Gäste aus Afghanistan sind laut und lebhaft, sie streiten, weinen, meckern. Sie telefonieren laut und aufgeregt mit ihren Angehörigen in allen Räumen, ärgern die genügsame Katze, lassen viel rumstehen.“ Erst sehr viel später erfährt man: Die Afghanen sind gar keine Afghanen. „Maihan und Shabnam stammen aus dem Iran, einem – laut Deutschland – sicheren Herkunftsland. Jahrelang haben sie jedoch in Afghanistan gelebt.“ Und sie haben sich auf der Flucht nicht bloß verlaufen, sondern sie wollten gar nicht heim.

Es ist nämlich nicht so, daß die Mullahs sie in den Kerker geworfen hätten, wenn sie nach Hause zurückgekehrt wären. Es ist so: „Maihan will ein besseres Leben für seine Vierjährige“ und hat, wie es etwas vorwurfsvoll heißt, in Deutschland „mit viel mehr Unterstützung gerechnet, mit einer kleinen Wohnung vielleicht“ und nicht bloß einem mickrigen Zimmer in einer Berliner Altbauwohnung („kernsaniert, Holzdielen und Stuck“).

Das ist nachvollziehbar und sein gutes Recht, aber kein Fluchtgrund und schon gar kein Grund, sein Kind auf einem klapprigen Boot in Lebensgefahr zu bringen und nachher illegal über die Grenzen fremder Länder zu schleppen. Nur mit Glück hat die Kleine den Irrsinn überlebt. Einmal fiel sie ins Wasser und konnte erst in letzter Sekunde gerettet werden. 

„Zoyas junge Augen haben zu viel gesehen für ihre vier Jahre“, sülzt die Qualitätspresse, ohne einmal zu fragen, wer dem Mädchen den Tort angetan hat. „Sie haben gesehen, wie eine Mutter und ihr Kind bei der Überfahrt nach Griechenland ertrinken. Sie haben gesehen, wie Schleuser den Geflüchteten Gewehre in die Kniekehlen stießen, weil sie nicht ins überfüllte Boot steigen wollten ... ,Ich habe das Wasser mit den Händen aus dem Boot geschippt,‘ sagt Zoya stolz. ,Ich lebe,‘ sagt Shabnam und schluckt.“

Wer solche Eltern hat, braucht keine Feinde mehr.

Foto: Tomaschoff
Leserpost (9)
Claudia Dorfner / 28.08.2016

“mit einer kleinen Wohnung vielleicht“  - klar, die liegen hier massenweise bei uns rum - nimm Dir eine!

Rudi Knoth / 28.08.2016

Ein richtig rührender Artikel in Spiegel-Online. Manchmal schon etwas unfreiwillig komisch, wie folgendes Zitat:” Ihre Puppe hat dabei ihre Plastikbeine verloren - aber die sind immerhin nur aus Plastik. Viele Geflüchtete haben ähnliche Schicksale erlebt wie ihre Puppe. ” Frage: haben die Geflüchteten auch ihre Beine verloren wie die Puppe? Und erlebt nun eine Puppe ein Schicksal ähnlich wie ein Mensch?

Josef Kneip / 28.08.2016

Die deutsche Naivität und Blauäugigkeit ist nicht mehr zu übertreffen. Es ist daher kein Wunder, dass sich die meisten Staaten von diesen, um mit Gideon Böss zu sprechen, “Guterrassisten” abwenden. Diese, von jeder Realität verlassene, Spezies macht aus Deutschland ein Irrenhaus. Und das unterstützt durch die Merkel-Regierung und den Mainstream. Wo bleiben die Politiker, die das verhindern? Da wagt sich keiner aus der Deckung, denn keiner will als Rassist oder gar als Nazi hin gestellt werden. So ist das in Deutschland.

Hartmann Ulrich / 28.08.2016

Daß der Iran als sicheres Herkunftsland gilt, ist mir neu. Es handelt sich um ein Land, in dem es politische Verfolgung gibt, die ein Asylgrund ist. Daß man mit diesem Land Handel treibt, ist kein Widerspruch: mit dem Ostblock unterhielt man auch vielfältige Beziehungen, trotzdem nahm man von dort Verfolgte auf.

Maik Bohle / 28.08.2016

Jaja und weil die Bosniaken zurückgegangen sind gibt es hier auch keine Balkangang die vorwiegend aus B. besteht. Und warum schreiben sie nur von Bosniaken?Es kamen doch auch Kroaten,Serben und Albaner wobei die Albaner in kürzester Zeit mit nie gekannte Brutalität die Rotlichtviertel eroberten(und die Polizei froh war als die H.A. übernahme)..Zwischendurch,wenn man lustig war fuhr man mit dem Reisebus in den Krieg…die Regierung wusste natürlich von nichts*hüstel*.

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