Benny Peiser / 01.03.2007 / 00:00 / 0 / Seite ausdrucken

G8 plus 5 minus G77: Entwicklungsländer geben Europa einen Korb

Geht es nach dem Willen Angela Merkels und Tony Blairs, so wird sich die Weltgemeinschaft in den nächsten zwei Jahren auf ein verbindliches Kyoto-Folgeabkommen einigen. Wie ein solches Abkommen im Einzelnen aussehen wird, darüber besteht weiterhin keine Klarheit. Eines jedenfalls ist sicher: Europa ist nicht länger bereit, eine unilaterale und wirtschaftlich schädliche Klimapolitik im Alleingang fortzusetzen.

Um eine globale Vereinbarung zu erreichen, hat Deutschland zum anstehenden G8-Treffen auch die Länder des sogenannten “Outreach”-Prozesses miteinladen (also Indien, China, Mexiko, Brasilien und Südafrika). Die sogenannten +5 Länder sollen so in den Post-Kyoto Prozess eingebunden werden, um, laut Angela Merkel, “beim Klimawandel die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. ... Denn bei allen Anstrengungen Europas emittieren wir 15 % der gesamten CO2-Emissionen auf der Welt, und 85 % entstehen woanders. Das heißt, dass es hier die Notwendigkeit des globalen Handelns gibt.”
http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Mitschrift/Pressekonferenzen/2007/02/2007-02-14-pk-merkel-blair.html

Schon Tony Blair hatte in den vergangen zwei Jahren wiederholt betont, daß ein Kyoto-Nachfolgeabkommen ohne eine Teilnahme von China, Indien und den USA unmöglich zu erreichen sei:

British Prime Minister Tony Blair [...] warned that any deal would fail unless it included the United States, China and India… “Without the participation of America and the emerging economies of China and India there isn’t going to be a solution,” Blair said.
http://www.terradaily.com/reports/Climate_Change_Deal_Will_Fail_Without_US_China_And_India_Blair.html

Das Dilemma vor dem Europa jedoch steht ist gravierend: Weder die jetzige US Administration unter President Bush noch eine künftige Regierung (selbst nicht eine von der Demokratischen Partei geführte) wird einem Abkommen zustimmen, das nicht gleichzeitig von China, Indien und den anderen +5 Länder unterzeichnet wird. Daher der also der “Outreach”-Prozess um die Entwicklungsländer in ein Abkommen zu binden.

Dieses Ziel zu erreichen hat sich seit gestern erheblich erschert, nachdem die G77 Entwicklungsländer Europa einen Korb verpaßt haben (http://www.g77.org/Speeches/022707.html).

Im Klartext bedeutet das: ‘Der Westen hat seinen Wirtschaftswachstum seit 150 Jahren mit fossilen Energieträgern angekurbelt und ist somit wesentlichen für den Anstieg der Treibhausgase in der Atmospähre verantwortlich. Jetzt sind wir an der Reihe - und Ihr zahlt die Rechnung allein!

Auf Englisch hört sich das folgendermaßen an:

Developing countries, including emerging economic giants China and India, are not prepared to take the blame for climate change, the head of the G77 group of developing nations said on Tuesday. Some countries in Europe and North America want developing countries to accept limits on their emissions of greenhouse gases when the first phase of the Kyoto Protocol runs out in 2012, but the G77 looks likely to oppose that.

“Most environmental degradation that’s happened has been historically caused by the industrial world,” said Munir Akram, Pakistan’s permanent representative to the United Nations and chairman of the G77 group in New York.

“China, India and others are at the stage where they are now taking off and it’s quite natural that their emissions of carbon are increasing,” he told a news conference after a two-day meeting of G77 diplomats in Rome.

“There’s a sort of propaganda effort to try to shift the blame for environmental degradation on to these fast-growing economies, and the motives are not very well disguised.”

“The developing countries contribute the least to environmental degradation but are affected the most,” read a statement issued by the G77 after the Rome meeting, which covered everything from aid to U.N. reform.

With China’s economy growing at 10 percent a year its appetite for fuel is increasing rapidly and the country is believed to be building a coal-fired power station every five days—a major source of CO2.

But Akram said any efforts to limit developing country emissions in the coming years would be viewed with suspicion, especially as most developed nations had made little progress in cutting theirs.

“Unless the North comes to grips with its responsibility it will be difficult to come to an international consensus by which all of us can contribute to halting the degradation of the environment, and certainly stopping the development of developing countries is not the answer.”
http://www.alertnet.org/thenews/newsdesk/L27392364.htm

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