Henryk M. Broder / 28.09.2017 / 18:00 / 3 / Seite ausdrucken

Er ist wieder da!

Welt Online berichtet: In einem offenen Brief an den Ältestenrat des Bundestages fordern Kulturschaffende und Politiker, der AfD nicht den Vorsitz für den Kulturausschuss zu überlassen. Es dürfe nicht passieren, dass die AfD an einer der sensibelsten, wichtigsten Stellen des parlamentarischen Systems – der deutschen Kulturpolitik – ihr „nationalistisches Gift“ in die Debatten injiziere, heißt es in dem am Mittwoch in Berlin verbreiteten Schreiben. Unter den 25 Erstunterzeichnern sind unter anderen die Schauspielerin Iris Berben, die Schriftstellerin Tanja Dückers, der Intendant des Deutschen Theaters Berlin, Ulrich Khuon, die Intendantin des Berliner Maxim-Gorki-Theaters, Shermin Langhoff, der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, und der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann. Unterstützt wird der Brief, der für weitere Unterzeichner offen ist, zudem von den Politikern Diether Dehm (Linke), Bernd Fabritius (CSU), Elisabeth Motschmann (CDU), Michelle Müntefering (SPD) und Claudia Roth (Grüne).

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Leserpost (3)
Joachim Müske / 29.09.2017

Viel Lärm um eine Schimäre. Den offenen Brief kann man sich getrost schenken: “Eine spezifisch deutsche Kultur ist jenseits der Sprache schlicht nicht identifizierbar” (Zitat Aydan Özoguz, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung).

Hubert Bauer / 28.09.2017

Die Väter und Mütter des Grundgesetzes waren sehr klug. Aufgrund der Machtkonzentration in der Kaiserzeit und der Weimarer Republik auf eine Person (erst Kaiser, dann Präsident und zuletzt der Postkartenmaler) wollte man nicht nur eine horizontale Gewaltenteilung, sondern auch eine vertikale Gewaltenteilung auf Bund, Länder und Gemeinden. Die Kultur war für die Länder vorgesehen. Sofern Koordinierungsbedarf besteht, kann dies über die Kultusministerkonferenz geschehen. Lieber sollte man den großen Finanzausschuss aufteilen (oder Unterausschüsse bilden): 1. Steuern und Zölle, 2. Währung und Aufsicht über das Kredit- und Versicherungswesen und 3. Bundesbeteiligungen. Das sind drei Bereiche, die man unter den Begriff “Finanzen” einordnen kann, die aber nichts gemeinsam haben und für die es jeweils eigene Experten gibt: 1. Juristen, Finanzwirte, Steuerberater; 2. VWL und BWL mit Schwerpunkt Banken oder Versicherung und 3. BWL und technische Berufe. Nur mal ein Gedanke von mir. Lasst den Landtagen auch was übrig. So wie für einen Verteidigungsexperten ein Landtag nicht der richtige Ort ist, ist für einen Theaterwissenschaftler der Bundestag nicht der richtige Ort.

Ulla Smielowski / 28.09.2017

Wie soll ich das denn einschätzen.? Mir fehlen die Worte… Das sich ausgerechnet auch Iris Berben und eine Autorin dafür missbrauchen lassen??  Jedenfalls schmücken sich Politikr ja gerne mit ihrem Kulturverständnis, haben aber zumeist weder Geschmack noch Verstand, soetwas überhaupt einschätzen zu können… Da werden Literaturpreise, wie z.B. Nicolas Born Preis 2017, vergeben,,, die Autoren hochgelobt, wahrscheinlich aber nicht gekauft. Bei dieser Gelegenheit weise ich gerne auf das Video vom schweizer Verleger Roger Köppel hin, der sagt “Die AfD ist eine bürgerliche Partei”..  All diesen Verlierern sei dies mal gesagt. Sie sollten es sich hinter die Ohren schreiben. Irgendwelche abgetackelten Leute, die keiner mehr wahrnimmt, schaffen es nicht, bescheidener aufzutreten, haben dann nochmals einen großen Auftritt…  Außerdem werden jetzt Unterschriften gegen die AfD gesammelt.. Es sollen 400,000 sein. Wieder solche Größen, Schauspieler, die eine große Klappe haben..

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